Die Gehaltstarifverträge für Pflegekräfte legen die Gehaltsstrukturen und -stufen für voll- und teilzeitbeschäftigte Pflegefachkräfte fest. Dies gewährleistet eine Vergütung nach Berufserfahrung und Qualifikation.
Alle Fragen rund um den Verdienst, wie das Gehalt in der Ausbildung, im Beruf, die verschiedenen Tarifverträge und Gehaltsdifferenzen zwischen Bundesländer, Alter und Geschlecht, werden in diesem Artikel beantwortet.
Das Wichtigste in Kürze
- Durchschnittsgehalt: Pflegefachkräfte verdienen im Schnitt etwa 4.329 Euro brutto pro Monat beziehungsweise rund 51.948 Euro jährlich.
- Einstiegsgehalt: Zum Berufseinstieg liegt das Gehalt meist bei etwa 3510,30 € brutto monatlich.
- Gehaltsentwicklung: Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Einkommen deutlich und kann langfristig weiter wachsen.
- Einflussfaktoren: Das Gehalt hängt unter anderem von Berufserfahrung, Arbeitgeber, Tarifbindung (zum Beispiel TVöD-P), Bundesland und Einsatzbereich ab.
- Tarifbindung: In tarifgebundenen Einrichtungen sind die Gehälter meist höher und klar geregelt mit automatischen Stufensteigerungen.
Pflegefachkraft – Gehalt in der Ausbildung
Die Ausbildung zur Pflegefachkraft dauert in der Regel drei Jahre und findet an Pflegefachschulen statt. Da es sich um die generalistische Ausbildung für Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpfleger handelt, welche seit Januar 2020 zusammengelegt wurden, besteht die Möglichkeit sich im letzten Jahr auf einen der Bereich zu spezialisieren. Man kann sie aber auch generalistisch beenden und somit eine allgemeine Pflegefachkraft bleiben, die vielfältig einsetzbar ist. Die Vergütung in der Ausbildung wird insbesondere von dem Träger, aber auch weiteren Faktoren, wie dem Bundesland, beeinflusst. Wird sie in einer Einrichtung eines öffentlichen oder kirchlichen Trägers durchgeführt, wird man nach den entsprechenden Tarifverträgen vergütet. In der Regel fällt dieses Gehalt besser aus als bei privaten Einrichtungen.
Nach dem TVAöD wird folgendes Gehalt festgelegt:
| Ausbildungsjahr | Gehalt bis 30.04.2026 | Gehalt ab 01.05.2026 |
| 1. Ausbildungsjahr | 1.415,69 Euro | 1.490,69 Euro |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.477,07 Euro | 1.552,07 Euro |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.578,38 Euro | 1.653,38 Euro |
Quelle: TVAöD BT-Pflege
Pflegefachkraft Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
Das Einstiegsgehalt einer Pflegefachkraft kann recht unterschiedlich ausfallen, da es von verschiedenen Punkten beeinflusst wird. Dazu gehören zum Beispiel das Bundesland, die Stadt und die Einrichtung. Ist man zum Beispiel in einer staatlichen oder kirchlichen Einrichtung angestellt kann man in der Regel mit einem besseren Gehalt rechnen, da diese tarifgebunden sind. Somit kann das Einstiegsgehalt bei etwa 3510,30 € liegen. Private Einrichtungen, welche nicht tarifgebunden sind, legen eigene Gehälter fest, welche meist eher geringer ausfallen. Des Weiteren hat ein Tarifvertrag den Vorteil, dass man keine Verhandlungen zur Gehaltserhöhung führen muss. Der Aufstieg in den Tarifstufen ist, ebenso wie das Einstiegsgehalt, festgelegt, sodass man alle paar Jahre automatisch mehr Geld verdient. Wem das noch nicht ausreicht, der kann eine Weiterbildung durchführen, denn mit höherer Qualifikation steigt man in den Entgeltgruppen auf und kann somit sein Gehalt verbessern.
Pflegefachkraft Gehalt nach Art der Einrichtung
Eine Pflegefachkraft kann in vielen verschiedenen Einrichtungen tätig sein, wie einem Krankenhaus, einer Facharztpraxis, einem Altenheim, im ambulanten Pflegedienst, Gesundheitszentrum oder Hospiz. Dabei spielt, wie bereits erwähnt, die Art der Einrichtung und somit die Tarifgebundenheit eine entscheidende Rolle. Staatliche Einrichtung sind an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) gebunden. Kirchliche Einrichtungen, wie die Caritas oder Diakonie, sind an eigene Tarifverträge, den sogenannten Arbeitervertragsrichtlinien (AVR) gebunden. Private Einrichtungen sind an keine Tarife gebunden und können eigene Gehälter festlegen.
Pflegefachkraft Gehalt im öffentlichen Dienst
Eine examinierte Pflegefachkraft wird beim TVöD im Bereich Pflege in Gruppe P7 eingeordnet. Je nachdem wie lange man bereits im Beruf tätig ist kann man hier bis 4305,40 € verdienen.
Beschäftigte in der Pflege werden nach einer gesonderten Tariftabelle vergütet, dem TVöD-P. Die Tariftabelle ist eine Sonderform der geltenden Tarifverträge in Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen und in Krankenhäusern.
| Entgeltgruppe | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| P 16 | - | 5.240,05 € | 5.415,90 € | 5983,76 € | 6645,71 € | 6937,70 € |
| P 15 | - | 5132,29 € | 5293,23 € | 5695,60 € | 6177,16 € | 6361,06 € |
| P 14 | - | 5013,53 € | 5170,59 € | 5563,22 € | 6096,68 € | 6194,02 € |
| P 13 | - | 4894,78 € | 5047,94 € | 5430,82 € | 5707,28 € | 5778,68 € |
| P 12 | - | 4657,22 € | 4802,61 € | 5166,04 € | 5389,29 € | 5493,13 € |
| P 11 | - | 4419,71 € | 4557,30 € | 4901,27 € | 5129,69 € | 5233,54 € |
| P 10 | - | 4184,40 € | 4312,38 € | 4675,42 € | 4850,63 € | 4960,96 € |
| P 9 | - | 3992,39 € | 4184,40 € | 4312,38 € | 4558,59 € | 4662,42 € |
| P 8 | - | 3701,21 € | 3862,80 € | 4075,58 € | 4247,92 € | 4488,98 € |
| P 7 | - | 3510,30 € | 3701,21 € | 3998,33 € | 4149,59 € | 4305,40 € |
| P 6 | 3012,49 € | 3187,41 € | 3363,47 € | 3737,95 € | 3833,41 € | 4013,41 € |
| P 5 | 2907,18 € | 3146,33 € | 3216,62 € | 3334,09 € | 3422,22 € | 3629,25 € |
Gültig von 01.05.2026 bis 31.03.2027
Quelle: Öffentlicher-Dienst.info
Pflegefachkraft Gehalt bei kirchlichen Einrichtungen
Bei den Tarifen der AVR, zum Beispiel in der Diakonie (ausgeschlossen sind Tarifgebiet Ost, Nassau, Hessen und Bayern), wird eine Pflegefachkraft in EG 7 eingruppiert. Somit liegt das Gehalt bei 3.761,31 € bis 4.413,36 €, abhängig von der Berufszugehörigkeit.
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| Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 |
| EG 1 | 2.374,05 € | 2.473,43 € | |||
| EG 2 | 2.666,23 € | 2.780,27 € | |||
| EG 3 | 2.825,21 € | 2.956,33 € | 3.087,44 € | ||
| EG 4 | 3.016,72 € | 3.157,91 € | 3.299,09 € | ||
| EG 5 | 3.257,22 € | 3.411,06 € | 3.564,92 € | 3.718,76 € | |
| EG 6 | 3.369,50 € | 3.529,26 € | 3.689,02 € | 3.848,79 € | |
| EG 7 | 3.761,31 € | 3.941,27 € | 4.127,12 € | 4.316,98 € | 4.413,36 € |
| EG 8 | 4.118,87 € | 4.327,88 € | 4.540,04 € | 4.752,18 € | 4.858,25 € |
| EG 9 | 4.497,47 € | 4.729,29 € | 4.961,12 € | 5.192,94 € | 5.308,86 € |
| EG 10 | 5.111,79 € | 5.375,28 € | 5.638,78 € | 5.902,27 € | 6.034,02 € |
| EG 11 | 5.804,69 € | 6.103,90 € | 6.403,09 € | 6.702,31 € | 6.851,92 € |
| EG 12 | 6.115,84 € | 6.431,09 € | 6.746,35 € | 7.061,60 € | 7.219,22 € |
| EG 13 | 6.911,43 € | 7.267,69 € | 7.623,94 € | 7.980,19 € | 8.158,34 € |
Gültig von 01.03.2025 bis 31.08.2026
Quelle: AVR Diakonie Gehaltstabelle
Pflegefachkraft Gehalt bei privaten Einrichtungen
Private Einrichtungen müssen sich nicht an den bestehenden Tarifverträgen orientieren. Manchmal haben sie hauseigene Tarife, manchmal orientieren sie sich an dem TVöD oder sie legen eigene Gehälter fest. In den meisten Fällen verdient eine Pflegefachkraft hier aber eher weniger als in staatlichen oder kirchlichen Einrichtungen. Private Einrichtungen haben oft nicht besonders viel Budget, da sie unter einem hohen Wettbewerbsdruck stehen und sehr stark auf Gewinne angewiesen sind. Bei einer Gehaltsverhandlung kann man noch versuchen das bestmögliche Gehalt rauszuholen, häufig muss man sich aber mit einer geringeren Vergütung zufriedengeben. Dafür werden oft andere Benefits angeboten. Das kann zum Beispiel eine betriebliche Altersvorsorge oder Vergünstigungen in der Kantine sein.
Pflegefachkraft Gehalt nach Bundesländern
Die Bundesagentur für Arbeit errechnet ein Mittel von 4.329 Euro für die Pflegefachkraft. Betrachtet man aber die Mittelwerte der einzelnen Bundesländer sind große Unterschiede im Gehalt zu sehen. Somit spielt nicht nur die Einrichtung, sondern auch der Wohn- und Arbeitsort eine große Rolle.
Abgebildet sind die Bundesländer mit dem jeweiligen Median (mittleres monatliches Bruttoentgelt).
Quelle: Bundesagentur für Arbeit – Entgeltatlas
In diesen Städten verdient man besonders gut
In der Regel verdient man in Großstädten mehr als in Kleinstädten, jedoch gibt es selbst zwischen den Großstädten erhebliche Unterschiede im Gehalt. Somit beeinflusst nicht nur das Bundesland, sondern auch die konkrete Stadt, in der man arbeitet, die Vergütung.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit – Entgeltatlas
Pflegefachkraft Gehalt nach Alter und Geschlecht
Neben Bundesland, Stadt und Einrichtung beeinflussen auch das Alter und Geschlecht die Vergütung. Das Alter stellt einen großen Einflussfaktor dar, da man im höheren Alter in der Regel viel Berufserfahrung gesammelt hat und dies besser entlohnt wird. Das Geschlecht beeinflusst ebenso das Gehalt.
In der Tabelle sind die Durchschnittsgehälter nach Alter, Geschlecht und im Gesamtschnitt der Kategorien zu sehen.
| Altersgruppe | weiblich | männlich | Median |
| < 25 Jahre | 4.051 € | 4.050 € | 4.051 € |
| 25 - 54 Jahre | 4.294 € | 4.511 € | 4.348 € |
| 55 + Jahre | 4.600 € | 4.949 € | 4.675 € |
| Gesamt | 4.277 € | 4.510 € | 4.329 € |
Quelle: Bundesagentur für Arbeit – Entgeltatlas
Pflegefachkraft – Verdienst im Vergleich mit anderen Berufen
Eine Pflegefachkraft hat mit 4.329 Euro ein mittleres Gehalt und liegt somit im mittleren Bereich der Tabelle.
| Beruf | Bruttogehalt |
| Notarzt | 8.083 Euro |
| Fachkrankenpflege Intensivpflege | 4.519 Euro |
| Pflegefachkraft | 4.223 Euro |
| Notfallsanitäter | 4.165 Euro |
| Rettungssanitäter | 4.165 Euro |
| Pflegehelfer | 3.098 € |
| Rettungshelfer | 2.887 Euro |
| Medizinischer Fachangestellter | 3.129 Euro |
Mehr Gehalt durch Weiterbildungen
Wer sein Gehalt verbessern will, kann dies mit einer Weiterbildung erreichen. Denn mithilfe dieser erlangt man bessere Qualifikationen, da man sein Wissen erweitern und vertiefen, mehr Aufgaben übernehmen und mehr Verantwortung tragen kann. Dies wird dementsprechend besser vergütet. Abgesehen vom höheren Gehalt sprechen aber auch die berufliche sowie persönliche Weiterentwicklung für eine Weiterbildung, da man somit etwas Abwechslung und neuen Schwung in den Arbeitsalltag bringen kann.
Fachweiterbildungen / Spezialisierungen
Für eine Pflegefachkraft gibt es zahlreiche Möglichkeiten an Fachweiterbildungen. Mit diesen kann man sein Wissen in einem bestimmten Bereich vertiefen, sich auf ein Gebiet spezialisieren und viele neue Aufgaben übernehmen. Folgend einige Beispiele welche Weiterbildungen möglich sind:
- Pflegedokumentation
- Gesundheitsmanagement / Case Management
- Wundmanagement, Verbandstechniken
- Intensivpflege / Anästhesie
- Psychiatrie (Kinder-, Jugend- und Gerontopsychiatrie)
- Geriatrie / Gerontologie und Rehabilitation
- Menschen mit Demenzerkrankung
- Schmerztherapie
- Prophylaxe
- Palliativpflege
Administrative Weiterbildungen
Mit dieser Art der Weiterbildung kann man sich auf den organisatorischen und verwaltungstechnischen Bereich konzentrieren. Somit kann eine Pflegefachkraft weitaus mehr Verantwortung in diesem Bereich und viele administrative Aufgaben übernehmen, sowie eine Leitungsposition anstreben.
Diese Optionen gibt es im administrativen Bereich:
- Praxisanleiter
- Pflegedienstleiter
- Stationsleiter
- Betriebswirt Management im Gesundheitswesen
- Fachwirt Gesundheits- und Sozialwesen
- Betriebswirt Sozialwesen
Studium
Eine andere Art der Weiterbildung wäre das Studium. Es ist zwar zeitaufwändiger als eine reguläre Weiterbildung, dafür bietet es weitaus bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sowie ein deutlich höheres Gehalt. Besonders attraktiv ist für viele ein duales Studium. Denn wer bereits im Beruf tätig war verliert mit dieser Art des Studiums nicht die Zeit, in der man wertvolle Berufserfahrung sammeln kann. Da man nicht nur die Theorie lernt, sondern weiterhin in der Praxis arbeitet, kann man das Gelernte direkt umsetzen. Weiterhin ist die Vergütung von Vorteil, da man somit eine finanzielle Grundlage hat, ohne die sich viele kein Studium leisten könnten.
Diese Studiengänge würden sich für eine Pflegefachkraft anbieten:
- Pflegemanagement, -wissenschaft
- Medizinische Assistenz
- Public Health
- Gerontologie
- Hebammenkunde
- Humanmedizin
- Medizinpädagogik
- Pflegepädagogik
Stellenangebote als Pflegefachkraft finden
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Häufige Fragen
- Wie viel verdient eine Pflegefachkraft durchschnittlich?
- Wie hoch ist das Einstiegsgehalt als Pflegefachkraft?
- Wovon hängt das Gehalt in der Pflege ab?
- Wie entwickelt sich das Gehalt mit Berufserfahrung?
- Verdienen Pflegefachkräfte im öffentlichen Dienst mehr?
Das durchschnittliche Gehalt liegt bei etwa 4.329 Euro brutto pro Monat beziehungsweise rund 51.948 Euro jährlich
Zum Einstieg verdienen Pflegefachkräfte im Schnitt etwa 3510,30 € brutto monatlich, wobei das Gehalt je nach Arbeitgeber variieren kann.
Das Einkommen wird vor allem durch Berufserfahrung, Tarifvertrag, Bundesland, Arbeitgeber und Tätigkeitsbereich beeinflusst. Besonders Tarifverträge wie der TVöD sorgen für klare Gehaltsstrukturen.
Mit zunehmender Erfahrung steigt das Gehalt schrittweise, insbesondere durch Tarifstufen oder zusätzliche Qualifikationen.
In vielen Fällen ja. Tarifgebundene Einrichtungen zahlen oft höhere und planbare Gehälter, die regelmäßig ansteigen.
- Öffentlicher-Dienst.info, TVöD-P 2025, https://oeffentlicher-dienst.info/... (letzter Zugriff am 23.03.2026)
- Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände, TVAöD BT-Pflege, https://www.vka.de/... (letzter Zugriff am 23.03.2026)
- Bundessagentur für Arbeit, Entgeltatlas: Pflegefachmann/-frau, https://web.arbeitsagentur.de/... (letzter Zugriff am 23.03.2026)
- Öffentlicher-Dienst.info, AVR Diakonie, https://oeffentlicher-dienst.info/... (letzter Zugriff am 23.03.2026)












