Pflegedienstleitung

Pflegedienstleitung – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Die Pflegedienstleitung (PDL) nimmt organisatorische und koordinatorische Aufgaben in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen wahr. Sie bildet das Bindeglied zwischen der Stations- und Abteilungsleitung und der Geschäftsführung. Unter anderem sind Pflegedienstleiter für Personalentscheidungen verantwortlich und kümmern sich um den reibungslosen Ablauf administrativer Prozesse. Der Weg in diese verantwortungsvolle Position führt über eine berufliche Weiterbildung.

Hier gibt es weiterführende Informationen zur Ausbildung, zum Berufsbild und zum Gehalt.

Inhalt

Ausbildung Pflegedienstleitung – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Die Berufsbezeichnung „Pflegedienstleiter/in“ ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt. Sie unterliegt allerdings dem Sozialgesetzbuch (SGB). Die Rahmenbedingungen sind in § 71 Abs. 3 SGB XI festgelegt. Die Anerkennung als verantwortliche Pflegefachkraft setzt demnach folgende Punkte voraus:

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege oder Altenpflege,
  • mindestens zwei Jahre praktische Berufserfahrung innerhalb der letzten acht Jahre,
  • Abschluss einer Weiterbildungsmaßnahme für leitende Funktionen mit einem Umfang von mindestens 460 Stunden.

Neben einer abgeschlossenen Berufsausbildung und einschlägiger Berufserfahrung sollten angehende Pflegedienstleiter auch einige persönliche Fähigkeiten mitbringen: Die Führungsposition erfordert Organisations- und Kommunikationstalent und koordinatorisches Geschick. Da die Aufgabe mit einem hohen Leistungsdruck einhergeht, sollten Pflegedienstleiter zudem stressresistent und nervenstark sein. Durchsetzungsvermögen und Konfliktfähigkeit sind ebenfalls gefragt. Als PDL muss man sich außerdem mit dem Qualitätsmanagement und betriebswirtschaftlichen Fragen auseinandersetzen. Analytisches und strategisches Denken sowie mathematisches Verständnis sind daher von Vorteil.

Weiterbildungen, die zum Einsatz als Pflegedienstleiter qualifizieren, werden von unterschiedlichen Institutionen angeboten. Neben Vollzeitkursen finden sich dabei auch berufsbegleitende Angebote sowie Fernlehrgänge. Die Dauer liegt zwischen neun Monaten und drei Jahren. Während einige Kurse lediglich die geforderte Mindeststundenanzahl erreichen, setzen sich andere aus über 1.000 Theoriestunden inklusive praktischen Lehreinheiten zusammen. Weiterbildungsangebote nach DKG-Richtlinien umfassen sogar 2.000 Theoriestunden sowie zusätzliche Projekttage und Projektmitarbeiten. Sofern eine Dauer von 460 Stunden nicht unterschritten wird, spielt die Form der Weiterbildung für die staatliche Anerkennung keine Rolle.

Der Abschluss ist ebenfalls nicht einheitlich geregelt. Manche Anbieter verlangen lediglich eine Projektarbeit, an anderen Institutionen legen Auszubildende schriftliche Klausuren ab, halten Präsentationen und müssen zusätzlich eine Abschlussarbeit vorlegen.

Die große Varianz an Weiterbildungsgängen führt dazu, dass auch die Stundenpläne ganz unterschiedlich aufgebaut sind. Als ausbildete Gesundheits-, Kranken- oder Altenpfleger bringen die Teilnehmer bereits pflegerisches Vorwissen mit. Die Lehrgänge konzentrieren sich daher in der Regel auf betriebswissenschaftliche und rechtliche Aspekte sowie auf die Vermittlung von Kommunikations- und Management-Fähigkeiten. Zu den typischen Modulen einer PDL-Weiterbildung gehören zum Beispiel:

  • Pflegewissenschaften
  • Personalplanung und Mitarbeiterführung
  • Qualitätsmanagement
  • Projektmanagement
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Rhetorik und Konfliktmanagement
  • Team- und Personalentwicklung
  • Controlling
  • Rechnungswesen
  • Sozial- und Arbeitsrecht
  • Marketing

Pflegedienstleitung Ausbildung Gehalt

Für die Weiterbildung zur PDL gibt es keine Vergütung. Im Gegenteil: Die Weiterbildungsgänge sind kostenpflichtig. Zu den Unterrichtsgebühren kommen Kosten für Lernmaterial, eventuelle Prüfungsgebühren sowie die Lebenshaltungskosten.

Wer sich berufsbegleitend weiterbildet, bezieht sein gewohntes Gehalt weiter. Da die Weiterbildungskosten aber häufig mehrere Tausend Euro betragen, lassen sich selbst berufsbegleitende Angebote nicht immer aus eigener Tasche finanzieren. Daher wird die Weiterbildung zur PDL von verschiedenen Stellen gefördert. Unter anderem besteht die Möglichkeit, Förderung durch Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters zu beantragen. Auch Renten- und Reha-Stellen sowie das Meister-BAföG können dabei helfen, die Ausbildungskosten zu decken.

Der Beruf Pflegedienstleitung – Tätigkeiten und Alltag

Die PDL trägt in ambulanten oder stationären Einrichtungen die ständige Verantwortung für das Personal, die Hauswirtschaft, die Qualität der Pflege und zumeist auch für die Reinigung. Pflegedienstleiter bilden die Brücke zwischen dem Einrichtungsträger, den internen Mitarbeitern und Behörden sowie weiteren externen Stellen. Darüber hinaus sind sie häufig Anlaufstelle für Patienten und Angehörige.

Die PDL handelt im Auftrag des Arbeitgebers, also des Trägers der jeweiligen Einrichtung. Weisungsbefugt ist sie gegenüber den direkt unterstellten Mitarbeitern, in der Regel der Stations- oder Abteilungsleitung sowie der Wohnbereichsleitung. Gegenüber den Pflegekräften besteht normalerweise keine direkte Weisungsbefugnis. In den Aufgabenbereich der PDL fallen jedoch die Weiterbildung, die Motivation und die Organisation der Supervision der Pflegekräfte. Die Tätigkeit als PDL geht mit großer Verantwortung einher, nicht zuletzt, da sie für Missstände in der Pflegeeinrichtung persönlich haftbar gemacht werden kann.

Zu den Kernaufgaben im Arbeitsalltag gehören hauptsächlich:

  • Personalführung und Personalentwicklung
  • Erstellung von Dienst- und Urlaubsplänen
  • Diensteinteilung
  • Arbeitsorganisation inklusive Kostenkontrolle
  • Qualitätssicherung und -kontrolle
  • Informationsverteilung innerhalb der Pflegeeinrichtung
  • Kommunikation mit externen Partnern wie Ärzten, Facility Managern, weiteren Dienstleistern und Behörden
  • Warenwirtschaft
  • Beschwerdemanagement

Die genauen Aufgaben variieren dabei von Betriebsstelle zu Betriebsstelle.

Pflegedienstleitung Gehalt

Für das Gehalt als PDL gibt es keine bundesweit einheitlichen Vorgaben. Wie viel Pflegedienstleiter/innen verdienen, richtet sich unter anderem nach der Art der Einrichtung. Während öffentliche und kirchliche Träger nach den jeweils geltenden Tarifverträgen bezahlen, können sich die Gehälter an privaten Einrichtungen deutlich davon unterscheiden. Auch die Region, in der man arbeitet, sowie die eigene Berufserfahrung spielen für die Höhe des Verdiensts eine Rolle.

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das Monatsgehalt für eine PDL im bundesweiten Mittel bei knapp 4.000 Euro brutto. Im Norden und Osten Deutschlands fallen die Durchschnittsgehälter dabei geringer aus als im Westen und Süden. Während Pflegedienstleiter in Mecklenburg-Vorpommern im Mittel beispielsweise 3.457 Euro brutto im Monat verdienen, sind es in Baden-Württemberg 4.520 Euro brutto.

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