Gesundheits Und Kinderkrankenpfleger

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger versorgen kranke und pflegebedürftige Säuglinge, Kinder und Jugendliche mit verschiedenen medizinischen und pflegerischen Maßnahmen. Auch die Beratung zu Themen der Gesundheit sowie die Unterstützung bei der Prävention von Krankheiten gehört zu ihren Aufgaben. Sie arbeiten in Krankenhäusern und Kliniken, Facharztpraxen, Pflegeheimen und in der ambulanten Pflege.

Inhalt

Ausbildung Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Die Ausbildung zu diesem Beruf ist bundesweit einheitlich geregelt. Sie findet an Berufsfachschulen statt. In der Regel dauert die Ausbildung drei Jahre, Verkürzungen sind bei speziellen Vorkenntnissen möglich. Während der ersten beiden Drittel der Ausbildung wird zunächst ein allgemeiner Ausbildungsweg zum Pflegefachmann/-frau eingeschlagen, die Spezialisierung erfolgt erst im dritten Ausbildungsjahr. Die im Unterricht erworbenen theoretischen Grundlagen werden während der praktischen Ausbildung, zum Beispiel in einer Klinik, angewandt und vertieft. Am Ende der Ausbildung steht die staatliche Abschlussprüfung. Sie setzt sich zusammen aus einer schriftlichen, einer mündlichen und einer praktischen Prüfung.

Voraussetzung für die Ausbildung ist ein Mittlerer Schulabschluss. Auch mit einem Hauptschulabschluss, nach dem eine abgeschlossene Berufsausbildung, beispielsweise in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe, angeschlossen wurde, kann man eine Ausbildung in diesem Beruf beginnen. Darüber hinaus sind ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung und an einigen Pflegeschulen auch ein Führungszeugnis vorzulegen. Gelegentlich ist auch ein Vorpraktikum zu absolvieren. Gute schulische Leistungen in den Fächern Deutsch, Biologie und Chemie sind gute Voraussetzungen für eine Ausbildungsstelle. Außerdem sollten sich angehende Auszubildende durch eine sorgfältige Vorgehensweise und Verantwortungsbewusstsein auszeichnen sowie Einfühlungsvermögen besitzen. Auch körperliche und geistige Belastbarkeit ist für diesen Beruf erforderlich.

Der theoretische und praktische Unterricht an den Pflegeschulen dauert in der Regel 2.100 Stunden. Die praktische Ausbildung, die in einem Krankenhaus oder einer Klinik, einem Pflegeheim oder einem ambulanten Pflegedienst absolviert werden kann, umfasst regulär 2.500 Stunden.

Während des theoretischen und praktischen Unterrichts an der Berufsfachschule lernt man, wie man mit Kindern und Jugendlichen sowie ihren Bezugspersonen kommuniziert, wie die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen optimal gefördert wird und wie man präventiv handelt. Auch die Feststellung des individuellen Pflegebedarfs sowie die Organisation, Durchführung, Bewertung und Dokumentation der Pflege und verschiedene Pflegetechniken, wie zum Beispiel Wundversorgung, Injektionen und Infusionen, sind Teil der Ausbildung. Zu den wichtigsten Fächern in der Berufsfachschule gehören:

  • Pflegeprozesse und Pflegediagnostik in akuten und dauerhaften Pflegesituationen
  • Kommunikation und Beratung
  • intra- und interprofessionelles Handeln
  • Gesetze, Verordnungen und ethische Leitlinien
  • wissenschaftliche Erkenntnisse und berufsethische Werthaltungen und Einstellungen

Während ihrer praktischen Ausbildung in den ersten beiden Ausbildungsjahren haben die Auszubildenden zunächst Pflichteinsätze in allgemeinen Versorgungsbereichen zu absolvieren. Dazu gehören die stationäre Akutpflege, die stationäre Langzeitpflege sowie die ambulante Akut- und Langzeitpflege. Auch ein Pflichteinsatz in der pädiatrischen Versorgung ist vorgesehen. Im letzten Ausbildungsdrittel folgt ein Einsatz in der Kinder- oder jugendpsychiatrischen Versorgung sowie ein Vertiefungseinsatz in der pädiatrischen Versorgung. Der weitere Einsatz kann in unterschiedlichen Bereichen der Versorgung von Kindern und Jugendlichen stattfinden, zum Beispiel in der Pflegeberatung, der Rehabilitation oder der Palliation.

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger Ausbildung Gehalt

Die Höhe des Ausbildungsgehaltes ist nicht einheitlich geregelt. Sie ist abhängig von dem Träger der Einrichtung und dem Bundesland. Einrichtungen, die den tariflichen Vereinbarungen des öffentlichen Dienstes unterliegen, bezahlen ihre Auszubildende nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD). Das monatliche Bruttogehalt sieht in diesen Fällen durchschnittlich wie folgt aus:

Ausbildungsjahr Gehalt (Brutto Monat)
1. Ausbildungsjahr 1.141 Euro
2. Ausbildungsjahr 1.202 Euro
3. Ausbildungsjahr 1.303 Euro

Auszubildende, die ihre praktische Ausbildungen an kirchlichen Einrichtungen absolvieren, erhalten in der Regel etwas weniger Gehalt. Bei privaten Arbeitgebern kann die Ausbildungsvergütung höher ausfallen.

Der Beruf Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger – Tätigkeiten und Alltag

In desem Beruf kümmert man sich um kranke und pflegebedürftige Säuglinge, Kinder und Jugendliche. Man assistiert Ärzten bei der Untersuchung und Behandlung und führt deren Anweisungen durch verschiedene Maßnahmen durch. Je nach Einsatzbereich werden Babys und Kleinkinder gewickelt, Verbände gewechselt, Medikamente verabreicht und Patienten gewaschen. Auch die Beratung der Eltern sowie das Trösten von ängstlichen Kindern gehört zu den Aufgaben eines Gesundheits- und Kinderkrankenpflegers, genau so wie organisatorische und administrative Aufgaben. Die Pfleger sind rund um die Uhr für ihre Patienten und deren Angehörigen da. Sie betreuen diese, pflegen, behandeln und beraten. In den meisten Fällen sind sie der erste Ansprechpartner bei Fragen, Sorgen und allen anderen Anliegen.

Zu den wichtigsten Aufgaben und Tätigkeiten gehören:

  • Planung, Organisation und Dokumentation von Pflegemaßnahmen
  • Maßnahmen der Grundpflege
  • Durchführung von Pflegemaßnahmen
  • Überwachung und Betreuung von Patienten
  • Beratung und Anleitung von Patienten und Angehörigen
  • organisatorische und verwaltende Tätigkeiten

In diesem Beruf arbeitet man häufig in Schichtarbeit, da die Patienten Tag und Nacht gut versorgt werden müssen. Sie können in allen Fachabteilungen von medizinischen Einrichtungen eingesetzt werden, wo Kinder und Jugendliche behandelt werden. Das kann auf der Neu- und Frühgeborenenstation oder in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sein, aber auch in der Chirurgie oder der ambulanten Pflege. In Kinderheimen sowie in Wohnheimen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung finden Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger ebenfalls eine Anstellung.

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger Gehalt

Das Einstiegsgehalt nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung liegt bei rund 2.000 EUR bis 2.500 EUR brutto monatlich. Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Gehalt weiter an. Einrichtungen, die dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) unterliegen, zahlen durchschnittlich ein Gehalt von 2.750 EUR bis 3.300 EUR im Monat, je nach Berufserfahrung, Bundesland und Verantwortlichkeit. Kirchliche Arbeitgeber zahlen im Durchschnitt ein etwas geringeres Gehalt, während die Vergütung in einer privaten Einrichtung häufig darüber liegt.

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger können durch Aus- und Weiterbildungen ihr Einkommen weiter steigern. Eine Weiterbildung als Fachkinderkrankenpfleger für Rehabilitation und Langzeitpflege oder eine Fortbildung als Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen ermöglicht es, zum Beispiel zum Stationsleiter aufzusteigen. Auch ein Studium, wie in den Bereichen Pflegemanagement und -wissenschaft oder Medizin- und Pflegepädagogik, erhöht die Aufstiegs- und Verdienstchancen. Spitzengehälter in diesem Beruf liegen bei etwa 4.300 EUR brutto im Monat.

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