Gesundheits Und Krankenpflegehelfer

Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Als Gesundheits- und Krankenpflegehelfer unterstützt man examinierte Pflegefachkräfte bei der Pflege kranker und hilfsbedürftiger Menschen in der stationären und ambulanten Versorgung. Zum Job gehören das Mitwirken bei Therapiemaßnahmen, die Essensausgabe sowie Reinigungstätigkeiten auf Station. Der Job gilt als guter Einstieg in die Pflegebranche.

Welche Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegehelfer gelten, wie der Arbeitsalltag aussieht und welches Gehalt gezahlt wird – hier zum Nachlesen.

Inhalt

Ausbildung Gesundheits- und Krankenpflegehelfer – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Zum Berufsbild Gesundheits- und Krankenpflegehelfer führt eine landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung an einer staatlich anerkannten Schule (häufig an ein Klinikum angegliedert). Sie dauert je nach Bundesland ein Jahr bis zwei Jahre. Als Voraussetzung gelten die Berufsbildungsreife (Hauptschulabschluss oder ein gleichwertiger Abschluss), die gesundheitliche Eignung für diesen Beruf und gute Deutschkenntnisse (Nichtmuttersprachler müssen einen Nachweis über mindestens Sprachniveau B2 erbringen). Zudem sollten ein aktueller Impfstatus und ein Führungszeugnis vorliegen. Ein mehrwöchiges Praktikum im pflegerischen Bereich ist bei der Bewerbung gerne gesehen.

In der Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegehelfer wechseln sich theoretische und praktische Ausbildungsphasen ab. Die theoretische Ausbildung umfasst mindestens 700 Stunden, die praktische Ausbildung mindestens 850 Stunden. Zum theoretischen Ausbildungsteil gehören:

  • Kenntnisse der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe (zum Beispiel pflegerische Maßnahmen und deren Durchführung, Dokumentation im Pflegeprozess, bewusste Beobachtung, Erkennen und Reagieren auf Notfallsituationen)
  • Soziale Kompetenzen und Kommunikation (Interaktion in der Pflege, respektvoller Umgang mit Patienten unter Beachtung der individuellen Lebensgeschichte, Kultur und Religion, Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen, Reflexion der eigenen Rolle)
  • pflegerelevante Kenntnisse aus Medizin und den Naturwissenschaften (darunter Anatomie/Physiologie, Krankheitslehre, Pharmakologie)
  • pflegerelevante Kenntnisse aus den Geistes- und Sozialwissenschaften (etwa Pädagogik, Psychologie, Soziologie)
  • pflegerelevante Kenntnisse aus Politik, Recht und Wirtschaft

Der praktische Ausbildungsteil wird in der Einrichtung des Ausbildungsträgers sowie zusätzlich in mehreren weiteren Einrichtungen des Gesundheitswesens absolviert, damit Auszubildende einen umfassenden Einblick in den Beruf bekommen. Die Ausbildung schließt mit einer staatlichen Prüfung ab.

Die Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegehelfer gilt als guter Einstieg in die Pflegebranche und eignet sich als erster Baustein für eine Karriere im Pflegebereich. Bewerber/innen mit Hauptschulabschluss können über diese ein- bis zweijährige Ausbildung zusätzlich den Realschulabschluss erwerben und einen Schritt auf der Karriereleiter machen. Der erfolgreiche Abschluss kann etwa bei der höherwertigen Ausbildung als Altenpfleger/in oder Gesundheits- und Krankenpfleger/innen angerechnet werden und so die Ausbildungszeit verkürzen.

Gesundheits- und Krankenpflegehelfer Ausbildung Gehalt

Als Gesundheits- und Krankenpflegehelfer in Ausbildung erhält man eine Ausbildungsvergütung. Die Höhe variiert zwischen öffentlichen, kirchlichen und privaten Arbeitgebern. Bei kommunalen Einrichtungen ist der Tarifvertrag (TVAöD Auszubildende) maßgeblich, bei dem sich das Gehalt an die Ausbildungsvergütung des 1. Ausbildungsjahres der dreijährigen Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger anlehnt. Im Berliner Vivantes Klinikum liegt das tarifvertraglich geregelte Gehalt im 1. Ausbildungsjahr folglich bei 1.140 Euro.

Im Gegensatz dazu beträgt die Ausbildungsvergütung im evangelischen Diakonie-Klinikum Stuttgart 828 Euro im Monat.

Private Einrichtungen können das Gehalt für Auszubildende selbst festlegen.

Der Beruf Gesundheits- und Krankenpflegehelfer – Tätigkeiten und Alltag

Gesundheits- und Krankenpflegehelfer sind Mitglieder des pflegerischen Teams in Krankenhäusern, Altenwohn- und -pflegeheimen, Wohnheimen für Menschen mit Behinderung, Facharztpraxen und Gesundheitszentren, Einrichtungen der Kurzzeitpflege und bei ambulanten sozialen Diensten. Sie führen unter Anleitung und Überwachung von Pflegefachkräften wie Gesundheits- und Krankenpfleger oder Altenpfleger zahlreiche Tätigkeiten durch:

  • grundpflegerische Maßnahmen in stabilen Pflegesituationen, darunter Körperpflegemaßnahmen, Betten und Lagern von Patienten, Verteilung von Mahlzeiten und Hilfe bei der Nahrungsaufnahme, Therapiemaßnahmen zur Förderung der Mobilität
  • Unterstützung der Patienten bei der alltäglichen Lebensgestaltung unter Berücksichtigung ihrer Biografie, Kultur und Religion
  • Begleitung von Patienten zu Untersuchungen und Behandlungen (auch beim Transport zu externen Einrichtungen des Gesundheitswesens)
  • Mitwirken bei der bewussten Patientenbeobachtung, Kontrolle der Vitalzeichen wie Atmung, Blutdruck, Puls und Temperatur
  • Gabe von Medikamenten, auch über Injektionen (nur in Absprache mit examinierten Pflegekräften oder Ärzten)
  • Informationssammlung und Dokumentation im Pflegeprozess, Schreiben des Pflegeberichts
  • Erledigung von Hygiene- und Reinigungsarbeiten, etwa dem Reinigen und Pflegen von Instrumenten, Aufräumen der Krankenzimmer, Bettenmachen

Teamarbeit ist im Joballtag besonders wichtig. Schichtdienst gehört zum Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegehelfers dazu. Auch nachts und an Feiertagen wird gearbeitet. Dadurch ist die Belastung in diesem Berufsfeld sehr hoch.

Gesundheits- und Krankenpflegehelfer Gehalt

Das Gehalt als Gesundheits- und Krankenpflegehelfer unterscheidet sich zwischen öffentlichen, kirchlichen und privaten Arbeitgebern. Neben dem Arbeitgeber spielen auch Region und Berufserfahrung eine Rolle. Bei Beschäftigten in öffentlichen Einrichtungen bestimmt der Tarifvertrag (TVöD-P, Entgeltgruppe P 6) das Gehalt. Demnach kann das Gehalt in einem kommunalen Krankenhaus zwischen 2.353 Euro und 3.248 Euro liegen (Stand: 04/2019). Berufsanfänger verdienen 2.353 Euro und Berufserfahrene mit mehreren Jahren Berufserfahrung bis zu 3.248 Euro. Kirchliche Einrichtungen zahlen in der Regel ein vergleichbares Gehalt. Bei privat geführte Einrichtungen können die Gehälter deutlich niedriger liegen, da es keine tarifvertraglich vereinbarten Mindestgrenzen gibt und Gewinnmaximierung im Vordergrund steht.

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