Pflegefachkraft

Pflegefachkraft – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Wer gerne mit Menschen arbeitet, sich für den medizinischen Bereich interessiert und sozial tätig werden möchte, kann sich zur Pflegefachkraft ausbilden lassen. Diese Berufsausbildung fasst die bislang separaten Ausbildungsgänge als Gesundheits- und Altenpfleger sowie Kindergesundheits- und Kinderkrankenpfleger zusammen. Aufgrund des demographischen Wandels und der alternden Gesellschaft sind gut ausbildete Pflegefachkräfte sehr begehrt. Sie arbeiten zum Beispiel in Krankenhäusern, Pflege- und Altenheimen sowie in Einrichtungen zur Rehabilitation.

Diese Übersicht fasst die wichtigsten Informationen zur Ausbildung, zum Berufsbild und zum Gehalt zusammen.

Inhalt

Ausbildung Pflegefachkraft- Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Angehende Pflegefachkräfte absolvieren ihre Ausbildung an einer staatlich anerkannten Krankenpflegeschule sowie in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen. Darüber hinaus ist eine Ausbildung im Fernstudium möglich. Dauer und Inhalt sind durch das Krankenpflegegesetz sowie in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Berufe in der Krankenpflege geregelt. Demnach dauert die Berufsausbildung drei Jahre. Wer bereits eine Kranken- oder Altenpflegeausbildung absolviert hat, kann die Ausbildungsdauer auf ein Jahr verkürzen.

Am Ende ihrer Ausbildung absolvieren die angehenden Pflegefachkräfte eine staatlich anerkannte Abschlussprüfung, die aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil besteht. Je nach Spezialisierung dürfen sie sich anschließend geprüfter Gesundheits- und Krankenpfleger, Altenpfleger oder Kindergesundheits- und Kinderkrankenpfleger nennen.

Um einen Ausbildungsplatz zu bekommen, müssen Bewerber die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Realschulabschluss oder ein als gleichwertig anerkannter Schulabschluss
  • Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene, mindestens zweijährige Berufsausbildung
  • Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene, mindestens einjährige Ausbildung als Krankenpflegehelfer oder Altenpflegehelfer
  • Attest zum Nachweis der gesundheitlichen Eignung.

Ein Mindestalter ist nicht vorgeschrieben, die meisten Ausbildungsstätten nehmen jedoch nur Bewerber an, die das 17. Lebensjahr vollendet haben. Wer sich für einen Beruf in der Pflege interessiert, muss neben der fachlichen Eignung auch die nötigen persönlichen Voraussetzungen mitbringen. Belastbarkeit, Engagement, Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und Teamgeist sind für die Arbeit in der Pflege unerlässlich. Weiterhin sollte man Spaß an der Arbeit mit Menschen aller Altersgruppen haben. Die Ausbildung gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Der theoretische Teil nimmt 2.100 Stunden ein und vermittelt relevante Kenntnisse in der Gesundheits- und Krankenpflege, in den Naturwissenschaften, aber auch in den Sozial- und Geisteswissenschaften sowie in Politik, Wirtschaft und Recht. Der praktische Teil umfasst 2.500 Stunden, welche die Auszubildenden in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen verbringen. Dort arbeiten sie auf verschiedenen Stationen und lernen so die unterschiedlichen Fachgebiete kennen, von der inneren Medizin über die Neurologie und Psychiatrie bis zur Gynäkologie.

Pflegefachkraft Ausbildung Gehalt

Während der Ausbildung erhalten angehende Pflegefachkräfte eine Vergütung. Die Höhe des Gehalts richtet sich nach der Ausbildungsstätte und dem dort geltenden Tarifvertrag. Das Schulgeld entfällt mit der Einführung der neuen Pflegeausbildung. In Einrichtungen des öffentlichen Dienstes wird das Azubi-Gehalt nach Tarif gezahlt und beträgt:

Ausbildungsjahr Gehalt (Brutto Monat)
1. Ausbildungsjahr 1.041 Euro
2. Ausbildungsjahr 1.102 Euro
3. Ausbildungsjahr 1.203 Euro

Der Beruf Pflegefachkraft – Tätigkeiten und Alltag

Pflegefachkräfte arbeiten im Krankenhaus, in Pflege- und Altenheimen, Hospizen und Rehabilitationseinrichtungen. Außer im stationären Dienst können sie auch für ambulante Pflegedienste tätig werden. Weitere Einsatzgebiete ergeben sich in allen sonstigen Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens. So können sie zum Beispiel auch in beratender Funktion oder als Gutachter bei Gesundheitsämtern, im Medizinischen Dienst oder bei den Krankenkassen arbeiten.

Im Berufsalltag übernehmen sie die Betreuung, Beratung und die Pflege von pflegebedürftigen Menschen. Abhängig von ihrer Spezialisierung während der Ausbildung arbeiten sie dabei mit Kindern, Senioren oder aber mit Menschen aller Altersklassen zusammen. Pflegefachkräfte helfen pflegebedürftigen Personen bei der Körperpflege und bei der Nahrungsaufnahme, sie messen den Blutdruck, wechseln bei Bedarf Verbände, versorgen Wunden und beobachten die Körperfunktionen sowie das Schlafverhalten der Patienten. Darüber hinaus leisten Pflegefachkräfte den Pflegebedürftigen und deren Angehörigen auch seelischen und emotionalen Beistand. Weiterhin dienen sie als Bindeglied zwischen den Patienten und Ärzten sowie Therapeuten.

Zum Arbeitsalltag gehört zudem die sorgfältige Dokumentation aller Arbeiten mittels einer speziellen Software. Die Verwaltungs- und Organisationsaufgaben umfassen ebenso das Bestellen von Medikamenten und Material. Außerdem helfen Pflegefachkräfte Angehörigen und Patienten bei der Beantragung von Hilfsmitteln sowie bei der Feststellung der Pflegebedürftigkeit.

Schicht- und Nachtarbeit gehören in den meisten stationären Einrichtungen zum Standard. Im mobilen Pflegedienst ist man in der Regel nur tagsüber unterwegs. Wer als Berater für Gesundheitsämter und ähnliche Einrichtungen tätig ist, hat meist geregelte Arbeitszeiten.

Pflegefachkraft Gehalt

Ausgebildete Pflegefachkräfte werden nach Tarifvertrag bezahlt. Welcher Tarifvertrag gilt, hängt davon ab, in welcher Trägerschaft sich die jeweilige Pflegeeinrichtung befindet. An kommunalen und staatlichen Einrichtungen richtet sich der Verdienst beispielsweise nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Auch kirchliche Einrichtungen orientieren sich meist an den Vorgaben des TVöD. An privaten Einrichtungen gelten dagegen Hausverträge.

Die Höhe des Gehalts berechnet sich entsprechend des Tarifvertrags anhand des Alters, der Berufserfahrung, dem Familienstand und den Dienststufen. Darüber hinaus gibt es regionale Unterschiede. Wer in Bayern tätig ist, kann laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit rund 3.000 Euro brutto im Monat verdienen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liegen die Mediangehälter dagegen unter 2.500 Euro im Monat. Für die gesamte Bundesrepublik betrachtet, entspricht das mittlere Monatsentgelt 2.877 Euro brutto. Zusätzlich zum Grundgehalt erhalten Pflegefachkräfte Zulagen für Schicht- und Nachtarbeit sowie Tarifzulagen.

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