Stationsleitung

Stationsleitung – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Die Stationsleitung trägt die Verantwortung für eine Station in einer Pflege- oder Gesundheitseinrichtung. Mit dieser Aufgabe geht große Verantwortung einher. Als Führungskräfte sorgt die Leitung einer Stationseinheit für reibungslose Abläufe und Prozesse. Sie kümmert sich um das Personal, um die Dienstpläne, die Finanzen sowie alle weiteren organisatorischen Belange.

Weiterführende Informationen zur Ausbildung, zum Arbeitsalltag und zum Gehalt gibt es hier.

Inhalt

Ausbildung Stationsleitung – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Wer die Leitung einer Station in einer Klinik oder einer Pflegeeinrichtung übernehmen möchte, muss bereits eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege oder der Altenpflege absolviert haben. Außerdem werden einschlägige berufliche Erfahrungen vorausgesetzt. In der Regel müssen Bewerber mindestens zwei Jahre lang in ihrem Beruf tätig gewesen sein. Einige Bildungseinrichtungen verlangen zudem ein erweitertes Führungszeugnis gemäß § 30a Bundeszentralregistergesetz.

Die Weiterbildung trägt je nach Bundesland und Bildungseinrichtung unterschiedliche Bezeichnungen, etwa „Fachkraft zur Leitung einer Pflege- und Funktionseinheit“, „Fachkraft zur Leitung einer Pflegeeinheit“ oder auch „Wohngruppenleitung“ oder „Bereichsleitung“. Die genauen Vorgaben zur Weiterbildung regelt das Landesrecht. Inhalt, Umfang und Ablauf der Weiterbildung können sich also von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. In der Regel dauert die Ausbildung mindestens 12, maximal 24 Monate. Sie wird von verschiedenen Anbietern durchgeführt und kann sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit absolviert werden. Da sich die Weiterbildung ausschließlich an Personen mit Berufserfahrung richtet, von denen viele aktuell in ihrem Job tätig sind, stehen vor allem Teilzeitprogramme zur Wahl. Auch Fernhochschulen bieten die Weiterbildung an. Bewerber sollten darauf achten, dass es sich um zertifizierte Lehrgänge handelt, die den Zusatz „staatlich geprüft“ tragen.

Inhaltlich setzt sich die Weiterbildung aus verschiedenen Modulen zusammen, die aufeinander aufbauen. Die theoretischen Einheiten finden entweder als Blockunterricht oder als durchgängiger Unterricht am Abend oder an den Wochenenden statt. Neben dem theoretischen Unterricht sehen die Lehrpläne auch Berufspraktika vor. Diese sind in passenden Kliniken oder im Krankenhaus zu absolvieren. Die Weiterbildung schließt mit einer schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung ab.

Die Unterrichtsinhalte umfassen neben den Gesundheits- und Pflegewissenschaften auch Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Recht. Die Auszubildenden erlernen die Grundlagen, die sie zur Leitung einer Station befähigen. Dazu gehören unter anderem die folgenden Punkte:

  • Personalführung, -entwicklung und -planung
  • Pflegeplanung und -dokumentation
  • Dienstplangestaltung
  • Budgetplanung
  • Kommunikation
  • Ziel- und Zeitmanagement
  • Case Management
  • Qualitäts- und Prozessmanagement
  • Führungsinstrumente
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Datenverarbeitung

Wer sich für eine leitende Tätigkeit in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen interessiert, sollte sich über seine persönliche Eignung Gedanken machen. Führungskräfte benötigen einige spezielle Eigenschaften und Talente. Sie müssen über Organisationstalent verfügen, sich durchsetzen können und auch in stressigen Situationen den Überblick über vielfältige Abläufe und Prozesse behalten. Zugleich müssen sie kommunikativ sein und gut mit Menschen umgehen können. Ein offenes Ohr für Mitarbeiter ist ebenso wichtig wie Einfühlungsvermögen für die Patienten. Ferner setzt sich die Stations-, Wohngruppen- und Bereichsleitung auch mit finanziellen Aspekten auseinander. Eine Affinität für rechnerische Prozesse und ein vorausschauendes Verhalten sollte man für diese Aufgabe mitbringen.

Stationsleitung Ausbildung Gehalt

Für den theoretischen Teil der Weiterbildung erhalten angehende Stationsleiter keine Vergütung. Eventuell fallen sogar Gebühren für den Lehrgang an. Staatliche Institutionen sind meist günstiger als private Einrichtungen, da sie öffentlich gefördert werden. Zu den Unterrichtskosten kommen Prüfungsgebühren sowie Ausgaben für Anfahrt und Lehrmaterial. Erforderliche Praktika werden in der Regel bezahlt.

Wer die Weiterbildungskosten nicht allein tragen kann, kann diverse Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen. So gewähren zum Beispiel das Jobcenter und die Agentur für Arbeit Ausbildungsförderung. Welche Förderprogramme möglich sind, hängt von der persönlichen Situation sowie von der Bildungseinrichtung ab.

Der Beruf Stationsleitung – Tätigkeiten und Alltag

Stationsleiter arbeiten in Krankenhäusern und Kliniken, in stationären Pflegeeinrichtungen, aber auch in der ambulanten Pflege. Zu ihren Aufgaben gehören Organisation, Dokumentation, Personalführung und Personalentwicklung. Sie kümmern sich zum Beispiel um die Auswahl neuer Mitarbeiter, erstellen die Dienst- und Einsatzpläne, geben Dienstanweisungen und Arbeitsanweisungen aus. Außerdem koordinieren sie Aus- und Weiterbildungen des Personals.

Weiterhin fällt es in den Aufgabenbereich der Stationsleiter, die Qualität der Pflege zu sichern. Dazu entwickelt sie Pflegekonzepte und organisieren deren Umsetzung, dokumentieren alle pflegerischen Tätigkeiten und kontrollieren die Einhaltung von Pflegestandards. Zudem führen sie Aufnahmegespräche mit Patienten und ermitteln individuelle Pflegebedürfnisse.

Schließlich gehört auch die Betriebsführung zum Arbeitsalltag von Stationsleitern. In diesen Bereich fallen die Budgetplanung und -überwachung, die Erstellung von Jahresberichten und die Ermittlung des Personalbedarfs.

Stationsleitung Gehalt

An öffentlichen Einrichtungen der Kranken-, Alten- und Gesundheitspflege erfolgt die Bezahlung gemäß Tarifvertrag des öffentlichen Diensts (TVöD). Stationsleiter verdienen hier etwa zwischen 2.738 und 4.376 Euro brutto im Monat. Kirchliche Träger orientieren sich oft ebenfalls am TVöD. An privaten Einrichtungen gelten eventuell andere tarifliche Vereinbarungen oder die Vergütung erfolgt außertariflich.

Dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit zufolge erhalten Stationsleiter im Mittel ein Bruttogehalt von 4.362 Euro im Monat. Dabei gibt es jedoch große regionale Unterschiede. In Sachsen liegt das Entgelt zum Beispiel bei 3.622 Euro im Monat, in Bayern können Stationsleiter dagegen durchschnittlich 4.482 Euro brutto im Monat verdienen.

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