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Medi-Karriere Magazin Kompressionsverband

Kompressionsverband: Anlegung und Techniken

Kompressionsverband: Anlegung und Techniken

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein Kompressionsverband?
  2. Techniken
  3. Kompressionsverband anlegen
  4. Risiken
  5. Stellenangebote

Ein Kompressionsverband ist ein textiler, elastischer Wickelverband, der an Extremitäten, vor allem den unteren Extremitäten, zur Anwendung kommt. Das Anlegen eines Kompressionsverbandes erfolgt dabei unter anderem nach operativen Eingriffen zur Vorbeugung von Blutgerinnseln (Thrombosen) und Wasseransammlungen (Ödemen) in den Beinen. Darüber hinaus können Kompressionsverbände die Aufnahme von Gewebeflüssigkeit in die Lymphgefäße fördern und den Rückstrom von Blut aus den tiefen Beinvenen zum Herzen unterstützen.

Im folgenden Beitrag wird ein Überblick über die Indikationen sowie Kontraindikationen und die verschiedenen Techniken bei der Anlegung eines Kompressionsverbandes gegeben.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein Kompressionsverband?
  2. Techniken
  3. Kompressionsverband anlegen
  4. Risiken
  5. Stellenangebote

Kompressionsverband – Was ist das?

Als Kompressionsverband bezeichnet man einen Wickelverband, bestehend aus elastischem Material, der als essenzieller Bestandteil zur Behandlung von Venenerkrankungen zum Einsatz kommt. Durch das Anlegen des Kompressionsverbands wird, entsprechend dem Namen, gezielt Druck ausgeübt, sodass die Aufnahme von Gewebeflüssigkeit gefördert und der Blutfluss von den tiefen Beinvenen zurück zum Herzen unterstützt wird, indem dadurch die Pumpfunktion bzw. Klappenfunktion der Venen optimiert wird.

Der Kompressionsverband wird hierzu um einen Teil des Fußes inklusive der Ferse sowie der Zehengelenke und um den Unterschenkel gewickelt. Zum Anlegen des Kompressionsverbandes werden dabei verschiedene Kompressionstechniken unterschieden.

Indikation

Das Anlegen eines Kompressionsverbands kann als prophylaktische Maßnahme zum Einsatz kommen, um Wasseransammlungen (Ödeme) oder die Entstehung von Blutgerinnseln (Thrombosen) in den Beinen, beispielsweise nach operativen Eingriffen, wenn eine lange Immobilisation zu erwarten ist, vorzubeugen. Noch häufiger bzw. zur täglichen Anwendung kommen Kompressionsverbände außerdem bei chronischem Venenleiden. Indiziert sind Kompressionsverbände weiterhin bei folgenden Venenerkrankungen:

  • Krampfadern (primäre Varikosis)
  • Venenentzündungen (Thrombophlebitis)
  • Chronische Veneninsuffizienz
  • Ulcus cruris venosum („offenes Bein”/Unterschenkelgeschwür)

Das Ulcus cruris venosum stellt die Maximalvariante der chronischen Veneninsuffizienz dar und äußert sich als eine tiefe, meist nässende Wunde im Bereich des Unterschenkels. Die Kompressionstherapie ist die Basis der ursächlichen Therapie und unerlässlich.

Eine weitere Indikation für das Anlegen eines Kompressionsverbands ist außerdem das postthrombotische Syndrom, das die häufigste Spätkomplikation einer tiefen Beinvenenthrombose ist. Dieses kann sich in der Regel binnen fünf Jahre nach einer tiefen Beinvenenthrombose manifestieren.

Kontraindikationen

Auch sind Kontraindikationen zu nennen, die die Anlage eines Kompressionsverbandes verbieten. Diese sind unter anderem:

  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)
  • Dekompensierte Herzinsuffizienz
  • Septische Phlebitis (Venenwandentzündung)
  • Fortgeschrittene Polyneuropathie (Erkrankung des peripheren Nervensystems, bei der Nerven oder Nervenwurzeln durch eine systemische Störung geschädigt werden)

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Kompressionsverband – Techniken

Zur Kompressionsverband-Anlegung lassen sich verschiedene Wickeltechniken anwenden. Zu diesen gehören unter anderem: der Kompressionsverband nach Pütter, der Kompressionsverband nach Fischer und der Kornährenverband. Zu erwähnen ist, dass jede Wickeltechnik zum gewünschten Ergebnis führt und die gleiche Intention hat. Die Entscheidung für eine Wickeltechnik ist davon abhängig, wie komfortabel sich die Verbände jeweils für die Patienten/-innen anfühlen.

Verband nach Pütter

Der Kompressionsverband nach Pütter wird auch als Gegenwickeltechnik bezeichnet. Es handelt sich um einen Spezialverband für eine sehr starke Kompression, welcher in gegenläufiger Verbandtechnik aus zwei kräftigen Kurzzugbinden angelegt wird. Indikationen für das Anlegen eines Pütter-Verbands, als Kompressionsverband mit sehr hohem Arbeitsdruck, sind Venenerkrankungen und lymphologische Erkrankungen wie zum Beispiel Lymphödeme. Die Vorteile des Pütter-Verbands sind dabei:

  • Starke Kompression mit hohem Arbeits- und niedrigem Ruhedruck
  • Dauerhafte Kompressionswirkung bis in die tiefen, subfaszialen, also unterhalb der Faszien gelegenen, Venenbereiche
  • Atmungsaktivität und Hautfreundlichkeit durch 100% Baumwolle

Zum Anlegen des Verbands ist der Fuß des/-r Patienten/-in rechtwinklig zu stellen. Die erste Kurzzugbinde setzt am Knöchel an und wird – unter teilweiser Freilassung der Ferse – zunächst zu den Zehen und anschließend bis zum Kniegelenk gewickelt. Die zweite Kurzzugbinde setzt am Spann an und schließt die Ferse mit ein. Die Wickelung erfolgt gegenläufig zur ersten Kurzzugbinde den Unterschenkel hinauf. Das Grundprinzip der Anlage nach Pütter besteht in der Gegenläufigkeit der Bindentouren – die Bindenlagen kreuzen sich, weshalb diese Wickeltechnik entsprechend auch als Gegenwickeltechnik bezeichnet wird

Verband nach Fischer

Die Wickeltechnik nach Fischer unterscheidet sich im Vergleich zur Wickeltechnik des Kompressionsverbandes nach Pütter durch die Wickelrichtung. Bei der Wickeltechnik nach Fischer erfolgt die Anlage des Kompressionsverbands von unten nach oben streng spiralförmig (spiralförmige Bindung). Insbesondere bei Vorfußödemen und retromalleolären (hinter dem Knöchel liegenden) Schwellungen kommt diese Wickeltechnik zum Einsatz.

Kornährenverband

Bei der Wickeltechnik des Kornährenverbands verlaufen die Binden des Kompressionsverbandes achtenförmig um das Bein. Hierbei werden die einzelnen Touren zunächst nach proximal („herzwärts“) und im Anschluss daran nach distal („vom Herzen entfernt“) geführt, sodass sich die Touren im spitzen Winkel kreuzen, sprich überlappen, und hierdurch das typische Muster entsteht. Diese Wickeltechnik eignet sich, um das Verrutschen des Verbands und eine Faltenbildung zu vermeiden.

Weitere Kompressionsmöglichkeiten

Eine weitere Möglichkeit, den Rückstrom von venösem Blut und Lymphflüssigkeit aus den Beinen zum Herzen zu fördern ist, neben dem Kompressionsverband, die Anwendung eines Kompressionsstrumpfes. In der Dauertherapie ist der Kompressionsstrumpf insofern von Vorteil, da dieser leichter angelegt, das heißt von dem/-r Patienten/-in selbst angezogen werden kann. Den Kompressionsstrumpf sollte man nach Maß des aktuellen Beinumfangs individuell anfertigen lassen.

Kompressionsverband anlegen

Zur allgemeinen Anlage eines Kompressionsverbandes sind folgende Schritte durch die/den Pflegefachfrau / Pflegefachmann durchzuführen:

  1. Die Anlegung des Kompressionsverbandes sollte morgens direkt nach dem Aufstehen des/-r Patienten/-in erfolgen.
  2. Zum Anlegen des Verbandes sollte die Fußstellung im Sprunggelenk im rechten Winkel sein.
  3. Die Binde sollte man so in die Hand nehmen, dass der Teil, der aufgerollt werden soll, oben liegt und nach außen zeigt. Beim Anlegen sollte man die Binde unmittelbar auf der Haut abrollen.
  4. Die erste Wickelung beginnt an den Zehengrundgelenken und wird von innen nach außen geführt.
  5. Beim Verband mit eingebunden werden der Fußbereich, ab dem Zehengrundgelenk, und die Ferse (ansonsten kann ein sogenanntes Fensterödem entstehen) – die Zehen müssen frei gelassen werden. Der Mittelfuß wird mit zwei bis drei Touren umwickelt.
  6. Beim Wickeln ist darauf zu achten, dass jede Binde die nächste etwa zur Hälfte überlappt und faltenfrei bleibt. Bei Falten sind diese zu glättet, bevor man die nächste Lage darüberlegt.
  7. Der Druck, den der Verband ausübt, sollte im Fesselbereich am stärksten sein und zum Kniegelenk, das heißt von distal nach proximal, gleichmäßig abnehmen.

Nach Anlage des Kompressionsverbandes ist nach dem DMS-Schema die Durchblutung, Motorik und Sensibilität zu überprüfen. Sofern nach Anlage des Verbandes Schmerzen in Erscheinung treten, welche insbesondere beim Laufen nicht verschwinden, muss der Verband unverzüglich abgenommen werden. In diesem Fall ist eine Neuanlage erforderlich.

Kompressionsverband – Risiken

Zu den Komplikationen, welche sich infolge der Anlage eines Kompressionsverbandes äußern können, zählen unter anderem Blässe oder eine Blaufärbung (Zyanose) der Zehen. Auch sensible oder motorische Störungen wie Störungen des Berührungsempfindens, Taubheitsgefühle oder schmerzhaftes Kribbeln, aber auch Schwellung der Zehen können als Komplikationen auftreten.

Diese oben genannten Risiken können entstehen, wenn man den Verband zu eng angelegt hat, sodass das Bein nur noch schlecht durchblutet ist und das Gewebe absterben kann. Um Komplikationen zu vermeiden, ist der Verband daher regelmäßig durch die/den Pflegefachfrau / Pflegefachmann oder auch den/die Arzt/Ärztin zu kontrollieren. Den Kompressionsverband richtig anzulegen ist dementsprechend wichtig.

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Häufige Fragen

  1. Welche Kompressionsverbände gibt es?
  2. In der Kompressionstherapie kommen verschiedene Kompressionsverbände zum Einsatz. Genannt werden können unter anderem die Kompressionsverbände nach Pütter, Fischer und Kornährenverband. Alle üben gezielt Druck auf, um den Blutrückfluss aus den Beinen und das Lymphsystem zu unterstützen.

  3. Wann ist ein Kompressionsverband kontraindiziert?
  4. Die Anlage eines Kompressionsverbandes ist unter anderem bei Vorliegen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) kontraindiziert. Darüber hinaus sollte auch bei einer dekompensierten Herzinsuffizienz keine Wicklung der Beine erfolgen, da die Rekrutierung des Ödemvolumens aus den Beinen das Herz noch mehr belasten würde.

  5. Wie lege ich einen Pütter-Verband richtig an?
  6. Für den Kompressionsverband nach Pütter befindet sich der Fuß im Sprunggelenk in einer 90°-Stellung. Die erste Binde wird unterhalb der Zehen, beginnend von innen nach außen um den Fuß, aufsteigend zum Unterschenkel gewickelt. Unterhalb der Kniescheibe wird die Binde mit einem Pflasterstreifen fixiert, sodass diese nicht verrutscht. Im Anschluss daran wird mit einer zweiten Binde, am Spann ansetzend, in gegenläufiger Richtung der ersten Binde nach oben gewickelt.

  7. Wie lange darf man einen Kompressionsverband tragen?
  8. Ein Kompressionsverband sollte morgens, am besten vor dem Aufstehen angelegt und abends, vor dem Schlafengehen wieder abgenommen werden.

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Quellen
  1. venengesundheit, Kompressionstherapie, http://www.venengesundheit.at/... (Abrufdatum: 05.11.2022)
  2. Springer, Lexikon Orthopädie und Unfallchirurgie, Kornährenverband, https://www.lexikon-orthopaedie.com/... (Abrufdatum: 08.11.2022)
  3. Streifeneder Sanitätshäuser, Lymphologie, https://www.streifeneder.de/... (Abrufdatum: 16.11.2022)
  4. Amboss, Polyneuropathie, https://www.amboss.com/... (Abrufdatum: 16.11.2022)
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Zuletzt aktualisiert: 15.06.2026

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