Pflegeassistent

Pflegeassistent/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland steigt. Ende 2017 waren bereits 3,4 Millionen Menschen dauerhaft auf ambulante oder stationäre Pflegedienstleistungen angewiesen. Entsprechend hoch ist der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften. Als Fachkraft für Pflegeassistenz nimmt man die wichtige Aufgabe der Alten- und Krankenpflege wahr. Im Berufsalltag unterstützt man pflegebedürftige Menschen zum Beispiel bei der Haushaltsführung und übernimmt die soziale Betreuung.

Wichtige Infos zur Ausbildung zur Fachkraft für Pflegeassistenz, zum Berufsalltag und zur Vergütung gibt es hier.

Inhalt

Ausbildung Pflegeassistent – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Seit 2007 ersetzt die Ausbildung zur Fachkraft Pflegeassistenz die bisherige pflegerische Helferausbildung. Es handelt es sich um eine schulische Ausbildung, die landesrechtlichen Vorgaben folgt. Je nach Bundesland dauert sie zwei oder drei Jahre und findet an den verschiedenen Einrichtungen des Pflege- und Gesundheitswesens statt. Ausgebildet werden Berufsanwärter zum Beispiel in Krankenhäusern, in Pflegeeinrichtungen oder bei Pflegediensten. Theoretische Kenntnisse erlernen Auszubildende an inner- oder außerbetrieblichen Berufs- und Pflegeschulen. Zum Abschluss müssen Berufsanwärter eine staatliche Prüfung absolvieren. In einigen Bundesländern tragen sie anschließend die Bezeichnung ausgebildete/r Pflegeassistent/in, andere Bundesländer verzichten auf eine Abschluss-Bezeichnung.

Wer sich zur Fachkraft für Pflegeassistenz ausbilden lassen möchte, muss mindestens 17 Jahre alt sein und die Hauptschule abgeschlossen haben oder eine vergleichbare Qualifikation vorweisen. Weiterhin erforderlich sind ein ärztliches Attest über die Gesundheitseignung sowie in der Regel ein polizeiliches Führungszeugnis. An persönlichen Eigenschaften sollten die Auszubildenden Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Sozialkompetenz mitbringen. Pflegeberufe sind körperlich anstrengend und psychisch belastend, daher gehören auch eine stabile Gesundheit und Psyche zu den Voraussetzungen.

Die theoretische Ausbildung erfolgt an Berufsfachschulen, meist an speziellen Schulen für Gesundheit und Pflege. Die Themen umfassen die Grundlage der Alten- und Krankenpflege auf Basis von Pflegeplänen, die Betreuung von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen sowie die Haushaltsführung und die damit einhergehende Planung. Darüber hinaus erlernen die Auszubildenden die Dokumentation ihrer Pflegetätigkeiten. Der theoretische Unterricht wird durch Praxiseinheiten in entsprechenden Pflegeeinrichtungen ergänzt. Hier vertiefen die Auszubildenden das Gelernte und setzen es unter realistischen Bedingungen in die Tat um.

Nach der Ausbildung stehen den Fachkräften für Pflegeassistenz diverse Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Ab dem 1. Januar 2020 können sie zum Beispiel die dann neu eingeführte, generalistische Pflegeausbildung absolvieren. Diese fasst die bisher getrennten Ausbildungen für Altenpflege, Gesundheitspflege und Kindergesundheitspflege zusammen. Ein Drittel der bereits absolvierten Ausbildungszeit wird dabei angerechnet.

Pflegeassistent Ausbildung Gehalt

Bei der Ausbildung zur Fachkraft für Pflegeassistenz handelt es sich um eine schulische Ausbildung. Als solche wird sie in Deutschland grundsätzlich nicht vergütet. Einige Berufsfachschulen verlangen sogar ein Schulgeld, zudem können Aufnahme- und Prüfungsgebühren anfallen. Um diese Kosten zu decken, können Auszubildende BaföG-Förderung beantragen. Ob der Antrag bewilligt wird, hängt unter anderem vom Einkommen der Eltern sowie der persönlichen Wohnsituation ab.

Änderungen können sich ab 2020 ergeben. Im Zuge der vorgesehenen Neuordnung der Pflegeberufe und deren Ausbildung will die Bundesregierung auch die Ausbildungsvergütung zum Standard erklären.

Der Beruf Pflegeassistent – Tätigkeiten und Alltag

Als ausbildete Fachkraft für Pflegeassistenz kann man in allen Bereichen der Gesundheits- und Krankenpflege tätig werden. Fachkräfte für Pflegeassistenz arbeiten zum Beispiel stationär in Einrichtungen zur Betreuung und Pflege von Senioren oder Menschen mit Behinderungen, bei ambulanten Pflegediensten, bei kirchlich-sozialen Diensten oder auch in Privathaushalten. Eingeschränkt wird die Tätigkeit teilweise durch die Vorgaben der Kostenträger, die beispielsweise vorschreiben können, dass bestimmte Pflegetätigkeiten eine höhere Qualifikation erfordern.

Im Berufsalltag unterstützen Fachkräfte für Pflegeassistenz pflegebedürftige Menschen bei der Haushaltsführung, leisten Hilfe bei der Körperpflege oder bei der Familienbetreuung. Sie leiten die Pflegebedürftigen zu mehr Bewegung und Beschäftigung an und fördern damit die Eigenständigkeit. Außerdem achten sie auf Ordnung und Sauberkeit im Haushalt, gehen eventuell einkaufen und kümmern sich um die Zubereitung der Mahlzeiten. In Senioren- und Pflegeheimen übernehmen sie zum Beispiel die Grundpflege und sind für das Betreuungs- und Beschäftigungsangebot verantwortlich.

Pflegeassistent Gehalt

Das Gehalt für eine Fachkraft für Pflegeassistenz richtet sich nach einer Reihe von unterschiedlichen Faktoren. Einen verbindlichen, bundesweit einheitlichen Tarifvertrag gibt es nicht. Der Verdienst hängt unter anderem von der persönlichen Qualifikation und der Berufserfahrung ab. Außerdem unterscheidet sich das Gehalt je nach Träger der Pflegeeinrichtung:

  • öffentliche Träger: Die Vergütung erfolgt zumeist gemäß Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 1.700 Euro brutto im Monat, kann aber auch höher sein.
  • kirchlicher Träger: In der Regel kommen die Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) zur Anwendung. Einstiegsgehälter liegen bei 2.000 bis 2.200 Euro brutto.
  • private Einrichtungen oder Privathaushalte: Private Träger legen ihre eigenen Gehälter fest.

Chancen auf einen höhere Verdienst haben Fachkräfte für Pflegeassistenz, wenn sie sich weiterbilden. Pflegefachkräfte mit Berufsausbildung verdienen an öffentlichen Einrichtungen nach Tarifvertrag zum Beispiel zwischen 2.150 und 3.100 Euro brutto im Monat.

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