Als Gesundheits- und Pflegeassistentin (kurz: Pflegeassistent) ist man aus dem Gesundheitswesen heutzutage nicht mehr wegzudenken. Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland steigt stetig an. Ende 2023 waren bereits 5,7 Millionen Menschen dauerhaft auf ambulante oder stationäre Pflegedienstleistungen angewiesen. Entsprechend hoch ist die Nachfrage der Arbeitgeber im Pflegesektor an gut ausgebildeten Fachkräften. Als Teil eines Pflegeteams leistet man einen wertvollen Beitrag für das tägliche Gelingen der komplexen Pflegeprozesse.
Die Berufsbezeichnung Pflegeassistent ersetzt seit 2016 die vorherige Bezeichnung Pflegehelfer. Wichtige Infos über die Ausbildung zum Pflegeassistenten sowie zum Berufsalltag und der Vergütung gibt es hier in unserer Übersicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Tätigkeit: Pflegeassistenten unterstützen Pflegefachkräfte bei der Betreuung und Pflege von kranken, alten oder hilfsbedürftigen Menschen.
- Ausbildung: Die Ausbildung dauert je nach Bundesland meist ein bis zwei Jahre und kombiniert Theorie an der Schule mit praktischen Einsätzen.
- Aufgaben: Dazu gehören Grundpflege (zum Beispiel Körperpflege, Essen anreichen), Unterstützung im Alltag sowie Dokumentation.
- Arbeitsorte: Pflegeassistenten arbeiten in Krankenhäusern, Pflegeheimen, ambulanten Diensten oder sozialen Einrichtungen.
- Perspektiven: Die Ausbildung bietet einen guten Einstieg in die Pflege und kann zur verkürzten Ausbildung zur Pflegefachkraft führen
Was macht ein Pflegeassistent?
Pflegeassistenten nehmen wichtige Aufgaben in der Alten- und Krankenpflege wahr. Im Berufsalltag unterstützen sie ambulant pflegebedürftige Menschen zum Beispiel bei der Haushaltsführung und übernehmen die soziale Betreuung. In der stationären Versorgung unterstützen sie bei der Verrichtung der Grundversorgung und helfen Ärzten und Pflegefachkräften bei der Patientenbetreuung, beispielsweise in einem Pflegeheim oder in einem Krankenhaus auf einer Station.
Pflegeassistent-Ausbildung – Übersicht
Die Ausbildung zur Gesundheits- und Pflegeassistenz beziehungsweise zur Fachkraft für Pflegeassistenz ersetzt seit dem 1. August 2007 die bisherigen pflegerischen Helferausbildungen. Dazu zählen die folgenden Berufe:
- Gesundheits- und Krankenpflegehelfer
- Altenpflegehelfer
- Heilerziehungspflegehelfer
- Kinderkrankenpflegehelfer
Je nach Bundesland können diese Berufsbezeichnungen allerdings noch genutzt werden. Es handelt es sich bei der Ausbildung zum Pflegeassistenten um eine schulische Ausbildung, die landesrechtlichen Vorgaben folgt. Ihre Praktika absolvieren Berufsanwärter zum Beispiel in Krankenhäusern, in Pflegeeinrichtungen oder bei ambulanten Pflegediensten. Theoretische Kenntnisse erlernen Auszubildende wiederum an inner- oder außerbetrieblichen Berufs- und Pflegefachschulen.

Bundeseinheitliche Pflegefachassistenz-Ausbildung ab 2027
Bislang gibt es in Deutschland unterschiedliche Ausbildungswege zur Pflegeassistenz, die sich von Bundesland zu Bundesland in Dauer und Inhalten erheblich unterscheiden. Das Pflegefachassistenzgesetz ersetzt ab 1. Januar 2027 diese landesrechtlich geregelten Ausbildungen durch eine einheitliche bundesweite Regelung – mit dem Ziel, den Beruf attraktiver, transparenter und anerkannter zu machen.
Was sich konkret ändert:
- Einheitliche Ausbildungsdauer: Die Vollzeitausbildung dauert künftig einheitlich 18 Monate – Teilzeit ist ebenfalls möglich. Wer bereits Pflegeerfahrung mitbringt, kann die Ausbildungszeit verkürzen.
- Vergütungspflicht: Alle Auszubildenden erhalten erstmals durchgehend eine angemessene Vergütung.
- Bundesweite Anerkennung: Der Abschluss gilt in allen Bereichen der Pflege – vom Krankenhaus über die Altenpflege bis zur ambulanten Versorgung. Auch ausländische Abschlüsse werden künftig einfacher anerkannt.
- Zugang auch ohne Schulabschluss: Voraussetzung bleibt grundsätzlich der Hauptschulabschluss – in Ausnahmefällen können aber auch Personen ohne Abschluss starten, wenn die Pflegeschule ihnen gute Chancen bescheinigt.
- Durchlässiges System: Der Assistenzabschluss ermöglicht eine verkürzte Weiterqualifizierung zur Pflegefachkraft. Umgekehrt kann ein nicht abgeschlossener Fachkraftweg auf den Assistenzabschluss angerechnet werden.
- Klares Kompetenzprofil: Aufgaben werden gezielter zwischen Fach- und Assistenzkräften verteilt, was Pflegefachpersonen spürbar entlasten soll.
Pflegeassistent-Ausbildung – Zugangsvoraussetzungen
Für die Ausbildung zum Pflegeassistenten müssen Interessenten mindestens 17 Jahre alt sein und die Hauptschule abgeschlossen haben. Alternativ kann auch eine vergleichbare Qualifikation vorgewiesen werden. Weiterhin sind ein ärztliches Attest über die Gesundheitseignung sowie in der Regel ein polizeiliches Führungszeugnis erforderlich, wenn man einen der Ausbildungsplätze ergattern möchte.
Hilfreiche persönliche Eigenschaften
An persönlichen Eigenschaften sollten die Auszubildenden Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Sozialkompetenz für diesen Job mitbringen. Weil Pflegeberufe körperlich anstrengend und psychisch belastend sind, gehören auch eine stabile Gesundheit und Psyche zu den optimalen Voraussetzungen.
Pflegeassistent-Ausbildung – Inhalt und Aufbau
Die theoretische Ausbildung zur Fachkraft für Pflegeassistenz erfolgt an Berufsfachschulen. Dabei handelt es sich meist um spezielle Pflegefachschulen. Praktische Ausbildungsinhalte werden in den entsprechenden Einrichtungen vermittelt und vertieft. Dieser findet im Rahmen von Betriebspraktika statt nimmt mit insgesamt rund 850 bis 950 Stunden einen großen Teil der Ausbildung ein.
| Stundentafel der Berufsfachschule für Altenpflegehilfe BW | Wochenstunden (Durchschnitt) |
| Religionslehre und Religionsgeragogik | 1 |
| Deutsch | 1 |
| Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege | 10 |
| Unterstützung bei der Lebensgestaltung | 2 |
| Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen | 2 |
| Altenpflege als Beruf | 1 |
| Wahlpflichtbereich | 1 |
| Wahlbereich | 2 |
| Gesamtdauer | 20 |
Die Lehre zum Pflegeassistenten umfasst vielerlei Inhalte. Zu diesen gehören die Grundlage der Alten- und Krankenpflege auf Basis von Pflegeplänen, die Betreuung von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen sowie die Haushaltsführung und die damit einhergehende Planung. Darüber hinaus erlernen die Auszubildenden die Dokumentation ihrer Pflegetätigkeiten. Der theoretische Unterricht wird durch Praxiseinheiten in entsprechenden Pflegeeinrichtungen ergänzt. Hier vertiefen die Auszubildenden das Gelernte und setzen es unter realistischen Bedingungen in die Tat um.
Pflegeassistent-Ausbildung – Dauer und Ausbildungsorte
Die Ausbildungsdauer kann je nach Bundesland unterschiedlich lang ausfallen. Die Pflegeassistent-Ausbildung dauert daher ein bis zwei Jahre und findet an den verschiedenen Einrichtungen des Gesundheitswesens statt.
Die theoretische Ausbildung zum Pflegeassistenten findet wiederum an speziellen Berufs – und Fachschulen statt. Diese können Auszubildende je nach Schule entweder berufsbegleitend oder in Vollzeit machen. Praktische Ausbildungsabschnitte finden in den entsprechenden Einrichtungen statt.
Pflegeassistent-Ausbildung – Abschluss
Zum Abschluss der Ausbildung müssen angehende Fachkräfte für Pflegeassistenz eine staatliche Prüfung absolvieren. Die Prüfung für die Ausbildung umfasst jeweils einen schriftlichen, mündlichen und einen praktischen Teil. Im schriftlichen Teil wird die Fachkompetenz als auch die Sozialkompetenz und Selbständigkeit im Beruf geprüft. Der praktischen Teil dient der Überprüfung der erforderlichen Kompetenzen zur Unterstützung bei der Pflege von Menschen in stabilen Pflegesituationen.
Perspektiven nach der Ausbildung
Ausgebildete Pflegeassistenten können in allen Bereichen der Gesundheits- und Krankenpflege tätig werden. Sie arbeiten zum Beispiel stationär in Einrichtungen zur Betreuung und Pflege von Senioren oder Menschen mit Behinderungen, bei ambulanten Pflegediensten, bei kirchlich-sozialen Diensten oder auch in Privathaushalten. Eingeschränkt wird die Tätigkeit durch die Limitierung auf bestimmte Pflegetätigkeiten, die eine höhere Qualifikation erfordern.
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Pflegeassistent – Gehalt in der Ausbildung
Pflegeassistenten müssen ihren Lebensunterhalt häufig aus eigener Tasche bestreiten, da sie während der Ausbildung zum Pflegeassistent meist keine Vergütung beziehen. Häufig wird zu diesem Zweck BAföG beantragt. Trotzdem ist in einigen Bundesländern eine vergütete Ausbildung möglich. In diesem Fall erhalten Auszubildende zum Pflegeassistenten also ein Ausbildungs-Gehalt. Dieses beträgt im ersten Ausbildungsjahr ab 724 Euro brutto.
Pflegeassistent – Gehalt im weiteren Berufsleben
Der Verdienst der Fachkraft für Pflegeassistenz hängt unter anderem von der persönlichen Qualifikation und der Berufserfahrung ab. Außerdem unterscheidet sich das Gehalt je nach Träger der Pflegeeinrichtung. Allgemein liegt das Einstiegsgehalt bei rund 2.792 Euro monatlich. Mit Berufserfahrung liegt das Mediangehalt bei etwa 3.363 Euro monatlich.
Pflegeassistent – Aufgaben im Arbeitsalltag
Pflegeassistenten sind im Arbeitsalltag damit betraut, pflegebedürftigen Personen zu helfen. Dies betrifft sehr häufig die Tätigkeiten der Grundpflege, wie beispielsweise die Körperpflege. Häufig helfen sie aber auch bei der Verrichtung alltäglicher Aufgaben. Das hängt davon ab, wie viel Hilfe die Patenten jeweils von dem Pflegeassistenten brauchen. Die wichtigsten Aufgaben sind hier noch einmal ausführlicher aufgelistet. Gleichzeitig unterstützen Pflegeassistenten examinierte Pflegefachkräfte bei der Arbeit, haben aber weniger Befugnisse als diese.
Hilfe bei der Körperpflege
Oberste Priorität hat die Pflegeassistenz in der Betreuung von Pflegebedürftigen oder Patienten. Je nach Einsatzort gehört dazu häufig die Grundpflege. Hierzu zählt zum Beispiel die regelmäßige Körperpflege, aber auch Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme und Hilfe beim Anziehen.
Freizeitgestaltung
Pflegebedürftige, behinderte oder kranke Personen werden häufig rund um die Uhr betreut. Damit über den Tag keine Langeweile aufkommt, finden regelmäßige Beschäftigungstherapien statt, die Pflegeassistenten mit den Patienten gemeinsam machen.
Unterstützung bei Diagnose
Auf schriftliche ärztliche Anordnung hin, dürfen Pflegeassistenten bei diagnostischen Maßnahmen oder Untersuchungen helfen. Dazu zählen beispielsweise die Messung von Temperatur, Blutdruck oder Puls oder die Ableitung eines EKGs. Auch das Legen oder Entfernen eines Blasenkatheter kann zu den Aufgaben der Pflegeassistenz gehören.
Hilfe bei der Ernährung
Oft sind pflegebedürftige Personen nicht mehr selbst oder nur eingeschränkt in der Lage, selbstständig zu Essen oder zu Trinken. Bei Problemen reichen Assistenten in der Pflege die Nahrung an und unterstützen somit bei der Nahrungsaufnahme.
Dokumentation
Alle Mitwirkenden müssen in der Patientenversorgung ihre Tätigkeiten lückenlos dokumentieren. Hierzu gehören auch die Pflegeassistenten. Sie füllen Checklisten aus und tragen die erledigten Aufgaben in den Akten ein.
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Pflegeassistent – Arbeitszeiten
Pflegeassistenz-Fachkräfte arbeiten in der Regel im Schichtdienst, da in Krankenhäusern und Pflegeheimen eine Rund-um-die-Uhr-Aufsicht gewährleistet sein muss. Bei ambulanten Pflegediensten arbeitet man meist nicht in der Nacht. Aber auch in der ambulante Pflege können Einsätze am Wochenende und an Feiertagen nötig sein.
Pflegeassistent – Wo kann gearbeitet werden?
Pflegeassistenten arbeiten überall dort, wo es um die Pflege kranker, alter oder anderweitig hilfsbedürftiger Personen geht. Dazu zählen Krankenhäuser sowie Alten- und Pflegeheime. Auch in psychiatrischen Einrichtungen oder Behindertenheimen kommen Fachkräfte für Pflegeassistenz zum Einsatz. Wer nicht im stationären Bereich arbeiten möchte, hat noch die Möglichkeit sich im ambulanten Pflegebereich eine Beschäftigung zu suchen. Hierzu gehört zum Beispiel die mobile ambulante Pflege, die Patienten in deren häuslicher Umgebung pflegt oder bei der Verrichtung alltäglicher Aufgaben unterstützt.
Pflegeassistent – Weiterbildungsmöglichkeiten
Nach der Ausbildung stehen für Pflegeassistenten diverse Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung. Auch eine intensivere Ausbildung bietet sich an, da zum Beispiel die generalistische Pflegeausbildung je nach Vorerfahrung auch verkürzt werden kann. Danach kann man Stellen verschiedener Berufe in der Pflege anstreben: Altenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger und Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger verantwortungsvollere Arbeiten verrichten und wird deutlich besser bezahlt.
Passende Stellenangebote für Pflegeassistent
Hier geht es direkt zu unserer Suche im Medi-Karriere Stellenportal mit zahlreichen Stellenangeboten (m/w/d). Hier gibt es beispielsweise Stellen für Pflegeassistenten, Gesundheits- und Krankenpflegehelfer Stellenangeboten und weiteren Krankenpflege Jobs.
Häufige Fragen
- Was ist ein Pflegeassistent?
- Wie viel verdient man als Pflegeassistent?
- Was muss man als Pflegeassistent wissen?
- Was schreibe ich in einer Bewerbung für eine Stelle als Pflegeassistent?
- Wie lange dauert die Ausbildung zum Pflegeassistenten?
- Was kann man nach der Pflegeassistent Ausbildung machen?
- Wie läuft die Pflegeassistent Ausbildung ab?
Ein Pflegeassistent arbeitet in der Kranken- und Altenpflege und unterstützt pflegebedürftige Menschen im Haushalt, bei der Körperpflege, Ernährung sowie Freizeitgestaltung. Weiterhin gehört die Dokumentation zum Berufsalltag.
Als frisch ausgebildeter Pflegeassistent kann man mit einem Einstiegsgehalt von 2.792 Euro rechnen. Mit steigender Berufserfahrung steigt das Gehalt. Es unterscheidet sich jedoch abhängig von der Einrichtung, dem Tarifvertrag und dem Wohnort.
Als Pflegeassistent benötigt man viel Empathie und Einfühlungsvermögen. Sie müssen wissen, wie man pflegebedürftigen Menschen richtig hilft und sie in ihrem Alltag unterstützt. Weiterhin wird medizinisches Fachwissen benötigt, da Pflegeassistenten je nach Arbeitsort ebenfalls Aufgaben der medizinischen Grundversorgung übernehmen.
In eine Bewerbung als Pflegeassistent gehören Anschreiben, Lebenslauf und die wichtigsten Zeugnisse sowie Zertifikate. Der Lebenslauf sollte übersichtlich und möglichst lückenlos sein. Beim Anschreiben sollten Bewerber insbesondere auf die Anforderungen der Stellenanzeige eingehen und persönliche Eigenschaften mit Beispielen aus dem Berufsalltag belegen.
Die Ausbildung als Pflegeassistent dauert ein bis zwei Jahre, abhängig vom Bundesland.
Pflegeassistenten finden in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, psychiatrischen Einrichtungen oder auch in Behindertenheimen eine Anstellung.
Die schulische Ausbildung als Pflegeassistent wird an Berufsfachschulen, meist speziellen Pflegefachschulen, durchgeführt. Die Praxis findet in entsprechenden Pflegeeinrichtungen statt.
- Bundesregierung, Pflege stärken, Nachwuchs gewinnen, https://www.bundesregierung.de/... (letzter Zugriff am 29.04.2026)
- Diakonie Münster, Pflegefachassistenz, https://jobs.diakonie-muenster.de/... (letzter Zugriff am 29.04.2026)
- Bundesagentur für Arbeit, Pflegeassistent/in, https://web.arbeitsagentur.de/... (letzter Zugriff am 29.04.2026)









