Heilerziehungspflegehelfer

Heilerziehungspflegehelfer/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Wer einen schnellen Einstieg ins Sozialwesen sucht, sollte den Beruf Heilerziehungspflegehelfer in Erwägung ziehen. In der Regel reichen ein Hauptschulabschluss und eine ein- bis zweijährige Ausbildung, um in den Job einzusteigen. Dann arbeitet man als Heilerziehungspflegehelfer an der Seite von Heilerziehungspflegern und assistiert Menschen aller Altersstufen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderungen, um ihnen zu mehr Selbstständigkeit im Alltag zu verhelfen.

Hier gibt es alles Wichtige zu Ausbildung, Beruf und Gehalt als Heilerziehungspfleger im Überblick.

Inhalt

Ausbildung Heilerziehungspflegehelfer – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Bei der Ausbildung als Heilerziehungspflegehelfer handelt es sich um eine landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung. Jedes Bundesland entscheidet selbst, wie die Ausbildung aufgebaut ist und welche Zugangsvoraussetzungen gelten. Auch bei der Dauer gibt es regionale Unterschiede: Je nach Bundesland dauert die Ausbildung in Vollzeit 1 bis 2 Jahre, in Teilzeit 3 Jahre. Auszubildende haben theoretischen und praktischen Unterricht an Berufsfachschulen, und absolvieren mindestens ein Praktikum (etwa in einer betreuten Werkstatt, einem Fachkrankenhaus, einer Rehabilitationsklinik, Sozialstation, Tagesstätte oder einem Wohn- und Pflegeheim.

Als Voraussetzung für die Ausbildung gilt in der Regel ein Hauptschulabschluss. Teilweise werden weitere Anforderungen gestellt, beispielsweise eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einschlägige Berufserfahrung. Darüber hinaus werden meist ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung und ein Führungszeugnis gefordert.

Interessenten sollten folgende Kernkompetenzen mitbringen: Freude am Umgang mit Menschen, Interesse an pflegerischen Sachverhalten, Organisationstalent und Geduld. Hilfreich ist auch, wenn man als Heilerziehungspflegehelfer praktisch veranlagt ist und ein musisch-künstlerisches Talent mitbringt. Ein Praktikum im pflegerischen Bereich ist eine gute Möglichkeit, um diese Fähigkeiten auszutesten, und zeigt im Bewerbungsverfahren, dass man echtes Interesse an dem Beruf hat.

Zu den theoretischen Fächern an der Berufsschule zählen:

  • Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre
  • Pädagogik, Heilpädagogik, Psychologie und Religionspädagogik
  • Kommunikation und Praxis- und Methodenlehre
  • Pflege
  • Lebensraumgestaltung
  • Berufs- und Rechtskunde
  • allgemeinbildende Fächer Deutsch, Englisch, Sozialkunde

Der praktische Unterricht orientiert sich an den Aufgaben im Beruf und vermittelt pflegerische sowie sozialpädagogisch-erzieherische Kompetenzen.

Die Ausbildung endet mit einer staatlichen Abschlussprüfung. Diese umfasst einen schriftlichen, einen praktischen und eventuell auch einen mündlichen Teil. Je nach Bundesland lauten die Abschlussbezeichnungen staatlich geprüfter Heilerziehungspflegehelfer, staatlich geprüfter Heilerziehungshelfer oder Heilerziehungshelfer.

Heilerziehungspflegehelfer Ausbildung Gehalt

Während der Ausbildung wird leider keine Vergütung bezahlt.

Teilweise kommen auf Auszubildende Kosten zu, sofern die Ausbildung an einer privaten Schule absolviert wird. Staatliche Schulen erheben hingegen keine Gebühren und kein Schulgeld.

Angehenden Heilerziehungspflegehelfern steht unter bestimmten Bedingungen eine BAföG-Förderung zu.

Der Beruf Heilerziehungspflegehelfer – Tätigkeiten und Alltag

Als Heilerziehungspflegehelfer arbeitet man bei ambulanten sozialen Diensten, Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstellen, in Heimen der Kinder- und Jugendhilfe, Jugendzentren und Häusern der offenen Tür, Kindergärten und Kinderkrippen, Pflege- und Wohnheimen der Alten- und Behindertenhilfe, Tagesstätten oder Suchtberatungsstellen. Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten bieten sich bei kirchlichen und staatlichen sozialen Diensten, (Förder-)Schulen, in Privathaushalten sowie in Vorsorge- und Rehabilitationskliniken.

Welche konkreten Tätigkeiten zum Alltag gehören, hängt vom Arbeitsplatz ab. Normalerweise arbeitet man als Heilerziehungspflegehelfer im Team und in enger Absprache mit Heilerziehungspflegern und anderen Fachkräften. Das Tätigkeitsfeld umfasst, körperlich, geistig oder psychisch beeinträchtigte Menschen bei der Bewältigung des Alltags zu unterstützen. Daraus können sich vielfältige Aufgaben ergeben, etwa Hilfe beim Waschen, Zähneputzen, Anziehen und Essen, die Begleitung zur Schule/Arbeit/betreuten Werkstatt beziehungsweise zum Arzt oder bei Behördengängen, die Planung und Organisation von kulturellen oder sportlichen Freizeitaktivitäten, das Anleiten bei kreativen, künstlerischen oder musischen Projekten oder die Planung der schulischen beziehungsweise beruflichen Zukunft.

Häufig arbeitet man als Heilerziehungspflegehelfer nicht nur mit anderen Fachkräften zusammen, sondern spricht sich auch mit den Angehörigen der eigenen Schützlinge ab.

Da geistig, körperlich oder psychisch beeinträchtige Menschen teilweise eine Betreuung rund um die Uhr benötigen, ist die Arbeit im Schichtdienst als Heilerziehungspflegehelfer üblich.

Heilerziehungspflegehelfer Gehalt

Die Höhe des Gehalts als Heilerziehungspflegehelfer hängt von mehreren Faktoren ab, wie etwa dem Bundesland, dem Arbeitgeber und der Berufserfahrung. Wenn der Betrieb an einen Tarifvertrag gebunden ist, wird das Gehalt nach Tarif bezahlt. Welcher Tarifvertrag gilt, richtet sich nach der Region und dem Arbeitgeber. Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das mittlere Einkommen bei 2.589 Euro brutto im Monat. Die Gehaltsspanne reicht allerdings von 2.590 Euro bis 3.116 Euro. Zwischen Ost- und Westdeutschland zeigt das Barometer deutliche Gehaltsunterschiede im Mittelwert (Ost: 2.346 Euro, West: 2.590 Euro).

Staatliche Einrichtungen unterliegen einem Tarifvertrag (TV-L oder TVöD-Pflege) und das Gehalt liegt bei etwa 2.450 bis 2.740 Euro (Stand: 06/2019).

Kirchliche Einrichtungen orientieren sich entweder ebenfalls am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes oder haben oft eigene Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) erarbeitet. Je nach Arbeitsort kann das Gehalt bei 2.000 bis 2.700 Euro liegen.

Private Einrichtungen (ambulante Dienste, private Pflegeheime etc.) legen hingegen eigene Gehälter fest. Daher kommt es vor, dass das Gehalt in einer privaten Einrichtung mehrere Hundert Euro unter dem im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit angegebenen Mittelwert liegt.

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