Haus Und Familienpfleger

Haus- und Familienpfleger/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Als Haus- und Familienpfleger ist man nah am Menschen und mitten im Leben. Vor allem wenn in einer Familie nicht alles rund läuft, ist man gefragt und gibt für die Kleinsten vollen Einsatz. Hat sich die Lage beruhigt, übernimmt man einen neuen Fall. Das macht den Beruf als Haus- und Familienpfleger abwechslungsreich und erfüllend.

Wissenswertes zur Ausbildung, Details aus dem Berufsalltag und Fakten zum Gehalt als Haus- und Familienpfleger gibt es hier im Überblick.

Inhalt

Ausbildung Haus- und Familienpfleger – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Die schulische Ausbildung als Haus- und Familienpfleger wird landesrechtlich geregelt und an Berufsfachschulen absolviert. Die Ausbildungsdauer variiert je nach Bundesland und beträgt zwei bis drei Jahre. Sowohl theoretische als auch praktische Unterrichtseinheiten sind enthalten, die in der Schule stattfinden. Zusätzlich integriert sind Praktika in hauswirtschaftlichen, pflegerischen oder sozialen Einrichtungen, etwa im (Alten-)Pflegeheim, Krankenhaus, in Einrichtungen für behinderte Menschen, Kindertagesstätten und in Privathaushalten (Einsätze bei Familien).

Die schulischen Voraussetzungen für die Ausbildung variieren von Bundesland zu Bundesland. In einigen Regionen Deutschlands wird ein mittlerer Bildungsabschluss (Realschulabschluss) erwartet, in anderen Teilen des Landes reicht ein Hauptschulabschluss oder eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung inklusive Berufspraxis. Auch der Bundesfreiwilligendienst oder ein freiwilliges soziales Jahr kann in bestimmten Fällen als Berufspraxis angerechnet werden. Gängig ist deutschlandweit, dass die gesundheitliche Eignung durch ein ärztliches Attest nachgewiesen und ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt wird. Wird die Ausbildung von einem konfessionellen Träger angeboten, wird zumeist die entsprechende Konfessionszugehörigkeit vorausgesetzt. Teilweise muss ein Mindestalter erfüllt werden. Ein Praktikum im sozialen Bereich wirkt sich immer positiv auf die Bewerbung aus.

Bewerber sollten Freude am Umgang mit Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten haben, sich schnell an neue Situationen anpassen können, geduldig sein sowie Einfühlungsvermögen, Organisationstalent und Verantwortungsbewusstsein besitzen. Wichtig sind auch psychologische Stabilität und eine gewisse professionelle Distanz, um Probleme aus dem Berufsalltag nicht mit ins Privatleben zu nehmen.

Die Ausbildungsinhalte richten sich nach den späteren Aufgaben im Job und umfassen:

  • Haushalts- und Wirtschaftslehre
  • Gesundheits- und Krankheitslehre
  • Ernährungslehre und spezielle Diäten bei Krankheiten
  • Hygiene- und Pflegemaßnahmen für Säuglinge, Kleinkinder und Erwachsene
  • häusliche Krankenpflege
  • Gesprächsführung
  • Pädagogik
  • Psychologie
  • Berufskunde und Rechtslehre
  • allgemeinbildende Fächer (Deutsch, Englisch, Ethik/Religion, Sozialkunde, Wirtschaft)

Im Fokus der Ausbildung steht die Praxis, und die dafür notwendigen hauswirtschaftlichen und pädagogischen Kompetenzen. Deshalb gibt es praktischen Unterricht an der Schule, etwa in der Lehrküche oder im Näh- und Bügelzimmer.

Die Ausbildung als Haus- und Familienpfleger endet mit einer staatlichen Prüfung, die aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil, und manchmal zusätzlich aus einem mündlichen Teil besteht.

Haus- und Familienpfleger Ausbildung Gehalt

Die schulische Ausbildung wird in der Regel nicht vergütet, als angehende Haus- und Familienpfleger gibt es deshalb oft kein Gehalt. Eine Ausnahme gilt für Auszubildende im öffentlichen Dienst (kommunale Krankenhäuser und Universitätskliniken). Ab 2019 erhalten sie dank eines eigenen Tarifvertrags in der schulischen Ausbildung ein Gehalt. Aktuell (Stand: 06/2019) sind es:

Ausbildungsjahr Gehalt (Brutto Monat)
1. Ausbildungsjahr 986 Euro
2. Ausbildungsjahr 1.040 Euro
3. Ausbildungsjahr 1.090 Euro

Für 2020 wurde eine Tariferhöhung angekündigt.

Der Beruf Haus- und Familienpfleger – Tätigkeiten und Alltag

Als Haus- und Familienpfleger arbeitet man in Altenheimen, bei ambulanten (Familien-)Pflegediensten, in Kindergärten, der Familienhilfe oder bei kirchlichen Wohlfahrtsverbänden. Vor dort aus betreut man Familien und Einzelpersonen in Notsituationen in deren Wohnungen. Notsituationen können etwa nach Unfällen, bei Krankheiten oder Krisen entstehen oder sich durch Schwangerschaft ergeben. Aber auch chronisch kranke und pflegebedürftige Personen werden durch Haus- und Familienpfleger versorgt. In der Regel dauern die Einsätze bis zu zwei Wochen, die Stundenanzahl pro Fall variiert je nach Schwere der Situation. Hat sich die Lange entspannt, übernimmt man einen neuen Fall.

Als Haus- und Familienpfleger muss man deshalb flexibel sein und sich schnell auf Neues einstellen können. Zum Job gehört es sich zügig ein Bild von der Lage zu verschaffen und einen strukturierten Arbeitsplan zu erstellen. Die möglichen Aufgaben sind umfangreich und können je nach Situation Einkaufen, Kinderbetreuung, Putzen, Kochen, Bügeln und – in Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin – Krankenpflege und Medikamentengabe umfassen.

Der Arbeitsalltag ist abwechslungsreich, erfordert zahlreiche Kompetenzen und eine gewisse Stressresistenz. In der Regel gibt es feste Arbeitszeiten. Schichtdienst ist aber möglich.

Haus- und Familienpfleger Gehalt

Wie viel man als Haus- und Familienpfleger/in verdient, variiert je Bundesland und Arbeitgeber. Im öffentlichen Dienst gilt ein Tarifvertrag (TVöD), an dem sich das Gehalt orientiert. Dann beläuft es sich entsprechend der Berufserfahrung auf etwa 2.800 Euro brutto bis zu 4.400 Euro brutto monatlich. Konfessionelle Arbeitgeber haben meist eigene Arbeitsvertragsrichtlinen (AVR) erarbeitet und zahlen ein vergleichbares Gehalt. Private Arbeitgeber sind nicht an den Tarif gebunden. Dann können Arbeitnehmer/innen das Gehalt frei verhandeln und es kann höher oder niedriger liegen.

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