Alltagsbegleiter Betreuungskraft

Alltagsbegleiter/in – Betreuungskraft – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Alltagsbegleiter bzw. Betreuungskräfte unterstützen hilfs- und pflegebedürftige Menschen im Alltag. Sie kümmern sich zum Beispiel um Demenzkranke, um Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen und um Senioren, die ihren Alltag nicht mehr ganz allein bewältigen können. Mit ihrer Arbeit geben sie hilfsbedürftigen Menschen mehr Selbstständigkeit und schaffen Freiräume für betreuende Angehörige und Pflegepersonal.

Mehr Informationen zum Berufsbild, zur Ausbildung und zu den Verdienstmöglichkeiten gibt es hier.

Inhalt

Ausbildung Alltagsbegleiter – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Das Pflegestärkungsgesetz sieht vor, dass alle pflegebedürftige Personen Anrecht auf zusätzliche Betreuung durch einen Alltagsbegleiter haben. Für diese Betreuungskraft gibt es verschiedene Bezeichnungen, zum Beispiel Alltagshelfer, Alltagsbetreuer, Seniorenbetreuer, Demenzbegleiter oder auch Präsenzkraft. Wie genau die Angebote zur Unterstützung im Alltag auszusehen haben, ist im elften Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB XI) geregelt. Wer im Bereich der Alltagsbetreuung tätig werden möchte, muss eine Ausbildung als Alltagsbetreuer bzw. Betreuungskraft gemäß § 87b SGB XI absolvieren.

Die Ausbildung wird von verschiedenen Akademien, Verbänden sowie den diversen Trägern der Alten- und Krankenpflege angeboten. Wie viel Zeit die Ausbildung in Anspruch nimmt, richtet sich nach der jeweiligen Bildungsstätte sowie nach landesrechtlichen Regeln. Die Ausbildung umfasst mindestens 160 Stunden in Voll- oder Teilzeit, aufgeteilt auf einen Basiskurs mit 100 Stunden Theorie und einen Aufbaukurs von 60 Stunden. Zusätzlich absolvieren die Auszubildenden ein zweiwöchiges Praktikum in einem Altenheim. In Vollzeit dauert die Ausbildung etwa vier bis fünf Monate. Nach bestandener Abschlussprüfung gibt es ein anerkennendes Zertifikat sowie die Berechtigung, die Berufsbezeichnung „Alltagsbetreuer gemäß § 87b SGB XI“ zu führen.

In Baden-Württemberg gelten abweichende Ausbildungsvorschriften. Dort absolvieren angehende Alltagsbegleiter eine zweijährige Ausbildung. Diese setzt sich aus 960 Stunden Theorieunterricht und 1.600 Stunden Praxis zusammen und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab.

Ein bestimmter Schulabschluss ist für die Ausbildung als Alltagsbegleiter nicht vorgeschrieben. Die meisten Bildungsstätten setzen ein Mindestalter von 18 Jahren voraus. Außerdem müssen Bewerber ein fünftägiges Orientierungspraktikum in Einrichtungen der Kranken- und Altenpflege nachweisen. Wer entsprechende Vorkenntnisse hat, etwa schon im Pflegebereich gearbeitet hat oder dort ehrenamtlich tätig war, kann auf das Praktikum verzichten. Eine weitere Voraussetzung ist ein Erster-Hilfe-Kurs, der nicht länger als zwei Jahre zurückliegen darf. Dieser kann meist im Rahmen der Ausbildung absolviert werden.

Mindestens ebenso wichtig wie die fachlichen Voraussetzungen ist die persönliche Eignung der Auszubildenden. Alltagsbegleiter müssen sehr flexibel sein und über ein großes Einfühlungsvermögen verfügen. Die Entwicklung von Beschäftigungsprogrammen erfordert zudem ein hohes Maß an Kreativität. Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und eine hohe soziale Kompetenz sind ebenfalls wichtige Eigenschaften. Da Alltagsbegleiter gelegentlich auch Sterbe- und Trauerbegleitung leisten, müssen sie zudem psychisch belastbar sein.

Die Ausbildungsinhalte bereiten die angehenden Alltagsbegleiter auf ihre späteren Aufgaben vor. Dabei erlernen die Auszubildenden unter anderem die Grundlagen der Kommunikation sowie der Pflege und der Pflegedokumentation und erhalten eine Einführung in verschiedene Bewegungsprogramme, Beschäftigungsmöglichkeiten sowie die Grundlagen für den Umgang mit Angehörigen. Auch Ernährungslehre, Hygienevorschriften und rechtliche Grundlagen stehen auf dem Stundenplan. Abhängig von der Bildungseinrichtung können sich die Auszubildenden auch auf bestimmte Bereiche spezialisieren und zum Beispiel Zusatzqualifikationen in interkultureller Kommunikation, PC-Grundlagen oder Sterbe- und Trauerbegleitung erwerben.

Damit das Zertifikat als Alltagsbegleiter seine Gültigkeit behält, ist eine jährliche Fortbildung von mindestens 16 Stunden Dauer vorgeschrieben. Die Kosten für diese Weiterbildung trägt in der Regel der Arbeitgeber.

Alltagsbegleiter Ausbildung Gehalt

Die schulische Ausbildung als Alltagsbegleiter wird nicht vergütet. An einigen Ausbildungsstätten wird ein Schulgeld fällig, zudem fallen gegebenenfalls Prüfungskosten an. Wer sich zum Alltagsbegleiter umschulen lässt und die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, kann Förderung durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter beantragen. Dafür muss die Ausbildung bei einem zertifizierten Bildungsträger absolviert werden. Werden die Kosten selbst getragen, lassen sie sich von der Steuer absetzen.

Der Beruf Alltagsbegleiter – Tätigkeiten und Alltag

Alltagsbegleiter bzw. Betreuungskräfte erwartet ein äußerst abwechslungsreicher Arbeitsalltag. Nach abgeschlossener Ausbildung arbeiten sie zum Beispiel in Einrichtungen der Tagespflege, in stationären Wohngruppen, in Pflegeheimen oder sie unterstützen Angehörige in privaten Haushalten.

Welche Aufgaben zu erfüllen sind, hängt ganz von den zu betreuenden Personen und ihren Bedürfnissen ab. Wer vorrangig mit Demenzkranken arbeitet, hat ein anderes Aufgabenfeld als Betreuungskräfte, die sich um Menschen mit körperlichen Behinderung oder um bettlägerige Patienten kümmern. Generell sollen Alltagsbegleiter den Tagesablauf von pflege- und hilfsbedürftigen Personen bunter und abwechslungsreicher gestalten. Dazu gehört es zum Beispiel, bettlägerigen Patienten etwas vorzulesen, nette Gespräche zu führen oder Spiele zu spielen. Auch der gemeinsame Spaziergang, Basteln, Malen und Bewegungsprogramme machen den Alltag für pflegebedürftige Personen interessanter. Alltagsbegleiter denken sich dabei immer wieder neue Unterhaltungsmöglichkeiten aus.

In Einrichtungen der stationären und ambulanten Pflege unterstützen Alltagsbegleiter das Pflegepersonal, das oft nicht genug Zeit hat, sich um die seelischen und emotionalen Belange der Patienten zu kümmern. Sind sie im Privathaushalt angestellt, entlasten Alltagsbegleiter die Angehörigen. Sie helfen zum Beispiel bei der Zubereitung von Mahlzeiten, gehen mit den pflegebedürftigen Personen einkaufen oder begleiten sie ins Theater oder ins Kino. So sorgen sie dafür, dass hilfsbedürftige Menschen länger in ihrem gewohnten Umfeld leben können.

Alltagsbegleiter Gehalt

Das Gehalt als Alltagsbegleiter bzw. Betreuungskraft hängt vom jeweiligen Träger ab. Zudem unterscheidet es sich je nach Region. Häufig werden Alltagsbegleiter in Teilzeit oder auf Minijobbasis angestellt. Wer Vollzeit arbeitet, verdient laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit im Mittel 2.537 Euro brutto im Monat. Die Verdienstspanne liegt zwischen 1.977 Euro und 3.188 Euro brutto.

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