Als Betreuungsassistent unterstützt man pflegebedürftige Menschen mit Demenz, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen bei der Gestaltung ihres Alltags. Durch die Betreuungsangebote sollen Wohlbefinden und Laune der Patienten positiv beeinflusst werden. Dazu nutzen Betreuungsassistenten vielfältige Maßnahmen, wie Ausflüge, Erinnerungspflege, Gymnastik, Musizieren oder Vorlesen. Wie sich der Berufsalltag des Betreuungsassistenten gestaltet, welche Inhalte die Ausbildung hat und wie es um das Gehalt steht, erläutern wir hier.
Das Wichtigste in Kürze
- Berufsbild: Betreuung und Aktivierung pflegebedürftiger Menschen im Alltag
- Synonyme: Betreuungskraft nach § 53b/53c SGB XI, Alltagsbegleiter, Alltagsbetreuer, Demenzbegleiter, Präsenzkraft
- Qualifizierung: Weiterbildung zur Betreuungskraft gemäß §§ 43b und 53b/53c SGB XI
- Dauer der Qualifizierung: Meist 2 bis 3 Monate (mind. 160 Unterrichtsstunden + Praktikum)
- Voraussetzungen: Kein bestimmter Schulabschluss erforderlich; Mindestalter, gesundheitliche Eignung und gute Deutschkenntnisse werden häufig vorausgesetzt
- Arbeitsorte: Pflegeheime, Tagespflegeeinrichtungen, stationäre Wohngruppen, ambulante Dienste und Privathaushalte
- Mediangehalt: 2.987 Euro brutto pro Monat
- Weiterbildungsmöglichkeiten: Pflegeassistenz, Pflegefachmann, Fachwirt Gesundheits- und Sozialwesen, Pflegemanagement
Was macht ein Betreuungsassistent?
Ein Betreuungsassistent ist in der Regel in Altenheimen, ambulanten Betreuungsgruppen, Pflegeheimen, stationären Wohngruppen, Tagespflegeeinrichtungen und ähnlichen Pflegeeinrichtungen tätig, kann aber auch in Privathaushalten eingesetzt werden.
Ihre Tätigkeit regelt § 43b Abs. 3 SGB XI: „Die betroffenen Heimbewohner sollen in ihren alltäglichen Tätigkeiten unterstützt und aktiviert werden. Sie sollen zeitlich mehr Zuwendung und Wertschätzung erfahren. Das Wohlbefinden soll durch die Präsenz der zusätzlichen Betreuer gesteigert werden. Es sind eine enge Kooperation und fachliche Absprache mit den Pflegekräften und den Mitarbeitern der Sozialen Betreuung notwendig.” Daraus wird klar, dass Betreuungsassistenten pflegebedürftigen Menschen Zuwendung schenken, sie aktivieren und ihr Wohlbefinden steigern. Sprich: Betreuungskräfte arbeiten ergänzend zur Pflege und übernehmen keine Aufgaben der Grund- oder Behandlungspflege. Ihr Schwerpunkt liegt auf sozialer Betreuung, Aktivierung und Alltagsbegleitung.
Gezielte Aktivierung
Zu den Aspekten der gezielten Betreuungspflege zählen vor allem die gezielte Aktivierung, basale Stimulation, Snoezelen, Erinnerungspflege oder Gymnastik. Die Betreuungsassistenten unternehmen jedoch auch Ausflüge mit pflegebedürftigen Menschen, gehen mit ihnen Spazieren, Musizieren, Singen, Malen, lesen ihnen vor, oder leisten ihnen Schlicht und ergreifend Gesellschaft und hören zu.
Auch das Kochen oder Backen, sowie die allgemein Mahlzeitgestaltung pflegebedürftiger Menschen gehört in vielen Fällen zum Arbeitsalltag des Betreuungsassistenten. Betreuungsassistenten sollen Pflegekräfte bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen, denen im stressigen Arbeitsalltag häufig kaum Zeit für Betreuungsmaßnahmen bleibt.
Betreuungsassistent – Ausbildung und Qualifizierung
Die Qualifizierung zur Betreuungskraft wurde im Rahmen des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes 2008 eingeführt, um die soziale Betreuung pflegebedürftiger Menschen zu stärken. Wer als Betreuungsassistent/-in tätig werden möchte, muss eine Qualifizierung nach §§ 43b, 53c SGB XI (ehemals § 87b SGB XI) absolvieren.
Je nach Träger werden unterschiedliche Bezeichnungen verwendet: Alltagshelfer, Alltagsbetreuer, Seniorenbetreuer, Demenzbegleiter oder Präsenzkraft.
Zugangsvoraussetzungen
Bei dem Berufsbild Betreuungsassistent handelt sich nicht um eine anerkannte Berufsausbildung, sondern um eine Qualifizierungsmaßnahme. Folglich müssen Interessenten keinen konkreten Schulabschluss besitzen.
Viele Ausbildungsstätten verlangen jedoch, dass Bewerber bereits ein mindestens mehrtägiges Praktikum in einer vollstationären oder teilstationären Pflegeeinrichtung absolviert haben.
Folgende Anforderungen werden von den meisten Anbietern erwartet:
- Mindestalter: Je nach Anbieter ab 16 oder 18 Jahren
- Vorpraktikum: Mindestens 40 Stunden Orientierungspraktikum in einer Pflegeeinrichtung vor Kursbeginn
- Gesundheitliche Eignung: Körperliche und geistige Eignung für die Tätigkeit in der Pflege; teils wird ein ärztliches Attest verlang
- Sprachkenntnisse: Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
- Erweitertes Führungszeugnis (je nach Einrichtung)

Ausbildungsform und Ausbildungsaufbau
Die Qualifizierung als Betreuungsassistent dauert je nach Anbieter etwa zwei bis drei Monate und umfasst mindestens 160 Unterrichtsstunden, sowie ein 40-stündiges Betreuungspraktikum. Insgesamt geht der Lehrgang daher meist 200 Stunden, kann jedoch ggf. auch länger oder kürzer ausfallen. Neben dem Theorieunterricht zählt auch ein praktischer Teil zur Qualifikation. Das Praktikum erfolgt unter Anleitung und Begleitung einer erfahrenen Fachkraft. Der Nachweis über das Praktikum muss am Ende der Qualifikation vorliegen, damit ein Zertifikat ausgestellt werden kann.
Ausbildungsinhalte und -dauer
Folgende beispielhafte Gliederung und Inhalte geben einen realistischen Eindruck von der Qualifizierung zum Betreuungsassistenten:
Basiskurs der Betreuungsarbeit in Pflegeeinrichtungen
- Grundkenntnisse der Pflege
- Grundkenntnisse über spezifische Erkrankungen
- Hygieneanforderungen in der Pflege
- Pflegedokumentation
- Grundkenntnisse der Interaktion und Kommunikation bei Demenz, geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen
- Biografiearbeit
- Erste-Hilfe-Kurs/Verhalten im Notfall
Betreuungsarbeit in Pflegeeinrichtungen
- Wissen aus dem Bereich der Psychologie
- Vertiefen von Kenntnissen, Techniken und Methoden hinsichtlich Gesprächstechniken, Umgang und Verhalten gegenüber betreuungsbedürftigen Menschen
- Beschäftigungsmöglichkeiten und Freizeitgestaltung für Menschen mit Demenz
- Bewegungsübungen für Menschen mit Demenz, geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen
- Möglichkeiten zur Aktivierung von Senioren nach der Devise “fordern – fördern – motivieren”
- Ernährungslehre und Hauswirtschaft (mit besonderer Beachtung von Diäten, Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten)
- Zusammenarbeit und Kommunikation mit anderen an der Pflege beteiligten Personen
- Rechtskunde (wie Betreuungsrecht, Datenschutz, Haftungsrecht, Schweigepflicht)
Ausbildungsorte
Das Berufsbild Betreuungsassistent gewinnt aufgrund des wachsenden Pflegekräftemangels zunehmend an Bedeutung. Laut Statistischem Bundesamt werden in Deutschland bis 2049 zwischen 280.000 und 690.000 zusätzliche Pflegekräfte fehlen.
Qualifizierungskurse werden von einer Vielzahl von Trägern angeboten – darunter Johanniter, Malteser, Caritas, DRK, Altenpflegeschulen und Pflegeheime.
Ausbildungsabschluss
Meist ist für den Lehrgang des Betreuungsassistenten ein Zeitraum von zehn Wochen bis 12 Wochen angedacht. Nachdem der theoretische Unterricht belegt wurde, wird das erworbene Wissen der angehenden Betreuungsassistenten getestet: Am Ende des theoretischen Blocks findet eine Prüfung statt, in der die relevanten Inhalte abgefragt werden. Auch das in der Pflegeinrichtung absolvierte Praktikum wird abschließend durch eine praktische Prüfung bewertet.
Betreuungsassistent – Gehalt während der Ausbildung
Da es sich bei der Betreuungsassistent-Ausbildung um einen Qualifikationslehrgang handelt, gibt es keine spezielle Vergütung. Oft fallen zudem zusätzliche Kosten für Prüfungsgebühren und/oder Lehrgangsgebühren an. Außerdem können Kosten für Lehrmittel, ggf. auch für An- und Abreisen sowie für Unterkünfte auf die angehenden Betreuungsassistenten zukommen.
Wer den Lehrgang zum Betreuungsassistenten nicht aus eigener Kraft finanziell stemmen kann, darf sich zumindest Hoffnung auf öffentliche Förderung machen. Häufig erfolgt die Finanzierung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder durch Förderprogramme der Jobcenter.
Betreuungsassistent – Gehalt im weiteren Berufsleben
Das Mediangehalt eines Betreuungsassistenten liegt bei 2.987 Euro brutto pro Monat. Zum Berufseinstieg können Betreuungsassistenten mit einem Gehalt ab 2.518 Euro brutto monatlich rechnen. Die Arbeit in Teilzeit oder auf Minijob-Basis ist nicht unüblich. Mehr Informationen gibt’s hier:
Das Gehalt eines Betreuungsassistenten unterscheidet sich je nach Alter und Geschlecht. Während Männer im Durchschnitt etwas höhere Gehälter erzielen, bewegen sich die Einkommen insgesamt auf einem ähnlichen Niveau. Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Mediangehälter von Betreuungsassistenten nach Altersgruppen und Geschlecht.
| Gruppe | Median gesamt | Weiblich | Männlich |
|---|---|---|---|
| 25-54 Jahre | 3.046 € | 2.965 € | 3.309 € |
| Über 55 Jahre | 2.922 € | 2.868 € | 3.083 € |
| Gesamt | 2.987 € | 2.924 € | 3.187 € |
Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit
Betreuungsassistent – Aufgaben im Arbeitsalltag
Während Pflegekräfte sich vor allem um die Hygiene und die medizinische Versorgung von pflegebedürftigen Patienten kümmern, liegt der Fokus von Betreuungsassistenten hauptsächlich auf dem Wohlbefinden der Bezugspersonen. Ob die Tätigkeit in einer Pflegeeinrichtung oder in Privathaushalten ausgeübt wird, ist dabei zweitrangig.
Beschäftigung pflegebedürftiger Menschen
Bastelaufgaben, lange Gespräche oder Bewegungsübungen – ein Tag kann sich ganz schön in die Länge ziehen, wenn es nichts zu tun gib. Deswegen überlegen sich Betreuungshelfer als kreative Köpfe und zugleich Mitspieler die unterschiedlichsten Aufgaben, um den pflegebedürftigen Menschen Freude im Alltag zu bereiten und im besten Fall sogar noch ihre Gesundheit fördern.
Aktivierung der Patienten
Neben Basteln, Singen und Spazieren führt ein Betreuungsassistent zusätzlich Aktivierungsübungen mit den pflegebedürftigen Patienten durch. Dazu zählen beispielsweise Sitzgymnastikübungen für Arme und Beine oder Gedächtnisspiele, welche vor allem bei Demenzkranken von großer Bedeutung sind.
Hauswirtschaftliche Tätigkeiten
Ob Kochen, Einkaufen oder Waschen – die Betreuungsassistenten kennen ihre Schützlinge und wissen ganz genau, welches Leibgericht auf den Tisch kommt, welcher Saft gekauft und wann der Lieblingspullover gewaschen wird. Bei all diesen Alltagsverrichtungen stehen sie nicht nur beratend zur Seite, sondern packen auch tatkräftig mit an.
Verwaltende Aufgaben
Auch ein Betreuungsassistent kommt nicht um verwaltende Tätigkeiten herum. Um die bestmögliche Versorgung von pflegebedürftigen Patienten zu gewährleisten, ist die Dokumentation des Zustands sowie mögliche Verhaltensveränderungen der Pflegebedürftigen unerlässlich.
Betreuungsassistent – Arbeitszeiten
Betreuungsassistentinnen und -assistenten können in Vollzeit, Teilzeit oder als Aushilfskraft tätig sein. Die Arbeitszeiten hängen stark vom Einsatzort ab:
- Tagespflegeeinrichtungen: Häufig geregelte Tageszeiten (ca. 8–17 Uhr)
- Pflegeheime und stationäre Wohneinrichtungen: Früher Morgen bis später Abend, gelegentlich Schichtdienst
- Privathaushalte: Häufig stundenweise Einsätze
Nachtarbeit gehört in den meisten Einrichtungen nicht zum regulären Aufgabenbereich. Ungeplante Überstunden können jedoch entstehen, wenn Ausflüge oder Veranstaltungen mehr Zeit in Anspruch nehmen.
Betreuungsassistent/in Stellenangebote
Betreuungsassistent – Wo kann gearbeitet werden?
- Öffentliche und private Pflegeheime
- Tagespflegeeinrichtungen
- Stationäre Wohngruppen
- Ambulante Pflegedienste
- Privathaushalte
- Kranken- und Rehabilitationskliniken
Betreuungsassistent – Weiterbildungsmöglichkeiten
Zu den gesetzlich vorgeschriebenen Weiterbildungen eines Betreuungsassistenten zählt eine jährliche Fortbildung, um das vorhandene Wissen auf den aktuellen Stand zu bringen. Dadurch sind die Betreuungsassistenten mit den neuen Kenntnissen ausgerüstet und können die Tätigkeit kompetent erfüllen. Doch es gibt noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, mit denen man nicht nur das Fachwissen erweitern und vertiefen, sondern auch das Gehalt verbessern kann.
| Weiterbildung Pflege | Weiterbildung Organisation/Verwaltung | Studium |
|---|---|---|
| Pflegeassistenz | Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen | Pflegemanagement |
| Pflegefachkraft | Betriebswirt im Sozialwesen | Gesundheits- und Pflegewissenschaft |
| Heilerziehungspfleger/-in | Kaufmann/-frau im Gesundheits- und Sozialwesen | Heilpädagogik |
Stellenangebote für Betreuungsassistent finden
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Häufige Fragen zur Betreuungsassistenten-Qualifizierung
- Was macht ein Betreuungsassistent?
- Welche Voraussetzungen braucht man als Betreuungsassistent?
- Wie lange dauert die Qualifizierung zum Betreuungsassistenten?
- Wie viel verdient ein Betreuungsassistent?
- Darf ein Betreuungsassistent pflegerische Aufgaben übernehmen?
Ein Betreuungsassistent unterstützt pflegebedürftige Menschen im Alltag. Zu den Aufgaben eines Betreuungsassistenten gehören Aktivierungsangebote, Gespräche, Spaziergänge sowie die Förderung sozialer Kontakte.
Als Betreuungsassistent benötigt man in der Regel keinen bestimmten Schulabschluss. Für die Qualifizierung zum Betreuungsassistenten sind häufig gute Deutschkenntnisse, gesundheitliche Eignung und teilweise ein Praktikum erforderlich.
Die Qualifizierung zum Betreuungsassistenten dauert meist zwei bis drei Monate. Die Ausbildung zum Betreuungsassistenten umfasst theoretischen Unterricht sowie ein Praktikum in einer Pflegeeinrichtung.
Ein Betreuungsassistent verdient je nach Arbeitgeber, Region und Berufserfahrung unterschiedlich viel. Das Gehalt eines Betreuungsassistenten liegt im Median bei 2.987 Euro brutto pro Monat.
Ein Betreuungsassistent darf keine Aufgaben der Grund- oder Behandlungspflege übernehmen. Die Tätigkeit eines Betreuungsassistenten konzentriert sich auf Betreuung, Aktivierung und Alltagsbegleitung.












