Betreuungsassistent

Betreuungsassistent/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Als Betreuungsassistent unterstützt man pflegebedürftige Menschen mit Demenz, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen bei der Gestaltung ihres Alltags. Durch die Betreuung sollen Wohlbefinden und Laune der Patienten positiv beeinflusst werden. Dazu nutzen Betreuungsassistenten vielfältige Maßnahmen, wie Ausflüge, Erinnerungspflege, Gymnastik, Musizieren oder Vorlesen.

Inhalt

Ausbildung Betreuungsassistent – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Der Beruf der Betreuungsassistenten (manchmal auch Betreuungskraft oder Alltagsbegleiter genannt) wurde erst mit der Pflegereform im Jahr 2008 ins Leben gerufen, um dem Personalmangel im Pflegebereich entgegenzuwirken. Es handelt sich nicht um eine anerkannte Berufsausbildung, sondern um eine Qualifizierung. Schulische Voraussetzungen gibt es für diese Qualifizierung nicht. Folglich müssen Interessenten und Interessentinnen keinen konkreten Schulabschluss besitzen. Viele Ausbildungsstätten verlangen jedoch, dass Bewerber/innen bereits ein mindestens mehrtägiges Praktikum in einer vollstationären oder teilstationären Pflegeeinrichtung absolviert haben. Außerdem wird oft ein Mindestalter von 16 Jahren vorausgesetzt. Eine weitere Voraussetzung betrifft die Gesundheit. Betreuungsassistenten müssen selbst körperlich und geistig für die Tätigkeit in der Pflege geeignet sein. Manchmal wird dazu ein ärztliches Attest verlangt. Außerdem ist gutes Deutsch in Wort und Schrift erwünscht.

Die Qualifizierung dauert je nach Anbieter etwa zwei bis drei Monate und umfasst mindestens 160 Unterrichtsstunden, kann aber auch 250 Stunden umfassen. Folgende beispielhafte Gliederung und Inhalte geben einen realistischen Eindruck von der Qualifizierung:

Basiskurs der Betreuungsarbeit in Pflegeeinrichtungen (bis zu 100 Unterrichtsstunden)

  • Grundkenntnisse der Pflege
  • Grundkenntnisse über spezifische Erkrankungen
  • Hygieneanforderungen in der Pflege
  • Pflegedokumentation
  • Grundkenntnisse der Interaktion und Kommunikation bei Demenz, geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen
  • Biografiearbeit
  • Erste-Hilfe-Kurs/Verhalten im Notfall

Betreuungsarbeit in Pflegeeinrichtungen (bis zu 60 Unterrichtsstunden)

  • Wissen aus dem Bereich der Psychologie
  • Vertiefen von Kenntnissen, Techniken und Methoden hinsichtlich Gesprächstechniken, Umgang und Verhalten gegenüber betreuungsbedürftigen Menschen
  • Beschäftigungsmöglichkeiten und Freizeitgestaltung für Menschen mit Demenz
  • Bewegungsübungen für Menschen mit Demenz, geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen
  • Möglichkeiten zur Aktivierung von Senioren nach der Devise „fordern – fördern – motivieren“
  • Ernährungslehre und Hauswirtschaft (mit besonderer Beachtung von Diäten, Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten)
  • Zusammenarbeit und Kommunikation mit anderen an der Pflege beteiligten Personen
  • Rechtskunde (wie Betreuungsrecht, Datenschutz, Haftungsrecht, Schweigepflicht)

Neben dem Theorieunterricht zählt auch ein praktischer Teil zur Qualifikation. Meist handelt es sich dabei um ein Betreuungspraktikum in einer Pflegeeinrichtung (etwa im Umfang von 80 Stunden oder zwei Wochen). Das Praktikum erfolgt unter Anleitung und Begleitung einer erfahrenen Fachkraft. Der Nachweis über das Praktikum muss am Ende der Qualifikation vorliegen, damit ein Zertifikat ausgestellt werden kann. Absolventen erhalten am Ende des Kurses ein Zertifikat.

Qualifizierungskurse für den Beruf Betreuungsassistent werden typischerweise von sozialen Einrichtungen wie Johanniter, Malteser aber auch von Altenpflegeschulen, Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen angeboten.

Betreuungsassistent Ausbildung Gehalt

Während der Ausbildung erhalten Betreuungsassistenten keine Ausbildungsvergütung, da es sich lediglich um eine zwei- bis dreimonatige Qualifizierung handelt.

Der Beruf Betreuungsassistent – Tätigkeiten und Alltag

Betreuungsassistenten sind in der Regel in Altenheimen, ambulanten Betreuungsgruppen, Pflegeheimen, stationären Wohngruppen, Tagespflegeeinrichtungen und ähnlichen Pflegeeinrichtungen tätig, können aber auch in Privathaushalten eingesetzt werden. Ihre Tätigkeit ist in § 43b Abs. 3 SGB XI gesetzlich geregelt. Dort heißt es:

„Die betroffenen Heimbewohner sollen in ihren alltäglichen Tätigkeiten unterstützt und aktiviert werden. Sie sollen zeitlich mehr Zuwendung und Wertschätzung erfahren. Das Wohlbefinden soll durch die Präsenz der zusätzlichen Betreuer gesteigert werden. Es sind eine enge Kooperation und fachliche Absprache mit den Pflegekräften und den Mitarbeitern der Sozialen Betreuung notwendig.“

Daraus wird klar, dass Betreuungsassistenten pflegebedürftigen Menschen Zuwendung schenken, sie aktivieren und ihr Wohlbefinden steigern. Das wird durch gezielte Betreuungsarbeit erreicht, zu der folgende Aspekte zählen können:

  • gezielte Aktivierung
  • basale Stimulation
  • Snoezelen
  • Erinnerungspflege
  • Gymnastik
  • Ausflüge und Spaziergänge
  • Musizieren und Singen
  • Malen und kreatives Gestalten
  • Kochen und Backen
  • Mahlzeitengestaltung
  • Vorlesen
  • Gesellschaft leisten und Zuhören

So viel zur Theorie. In der Praxis sieht es nicht immer so aus. Denn Betreuungsassistenten sollen Pflegekräfte bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen, denen im stressigen Arbeitsalltag häufig kaum Zeit für Betreuungsmaßnahmen bleibt. Herrscht in der Pflegeeinrichtung Personalmangel, müssen auch Betreuungsassistenten häufig einspringen und Aufgaben aus der Grundpflege oder der Essensausgabe übernehmen. Dann bleibt auch ihnen wenig Zeit zur Betreuung und Aktivierung ihrer Schützlinge.

Betreuungsassistenten arbeiten in der Regel tagsüber, unter der Woche wie auch am Wochenende. Die Arbeit in Teilzeit oder auf 450-Euro-Basis ist üblich. Der Männeranteil ist in dem Beruf sehr gering. Häufig arbeiten Mütter in dem Beruf, die wegen der Kindererziehung einen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben wagen.

Betreuungsassistent Gehalt

Angesichts der recht kurzen Ausbildung verdienen Betreuungsassistenten nicht unbedingt üppig. Die Arbeit in Teilzeit oder auf 450-Euro-Basis ist nicht unüblich. In Vollzeit kann man mit einem durchschnittlichen Gehalt zwischen etwa 1.600 bis 2.500 Euro rechnen. Entscheidend für die Höhe des Einkommens ist neben der Berufserfahrung und dem Bundesland auch die Art und Größe der Einrichtung, in der man tätig ist.

Kirchliche und öffentliche Arbeitgeber zahlen tendenziell besser als private Arbeitgeber. Grundsätzlich darf der Stundenlohn aber nicht unter dem gesetzlichen Mindestlohn für Pflege- und Betreuungskräfte liegen, der ab 01.01.2020 11,35 Euro (West) beziehungsweise 10,85 Euro (Ost) beträgt.

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