Pflegehelfer

Pflegehelfer – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Der demographische Wandel und das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung haben auch zur Folge, dass immer mehr Menschen auf Pflege angewiesen sind. Die Ausbildung als Pflegehelfer bietet eine solide Grundlage für eine pflegerische Tätigkeit und eignet sich ideal für den Berufseinstieg. Die Assistenzkräfte in der Pflege unterstützen das pflegerische Fachpersonal und leisten pflegebedürftigen Menschen wichtigen Beistand.

Weiterführende Informationen zur Ausbildung, zum Berufsbild und zum Gehalt gibt es hier.

Inhalt

Ausbildung Pflegehelfer – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Wer in der Pflege tätig werden möchte, findet ein breites Spektrum an Ausbildungsberufen vor. Die meisten setzen einen mittleren Bildungsabschluss voraus. Anders sieht es mit einer Ausbildung als Pflegehelfer aus. Dieser Ausbildungsgang steht auch Personen mit Hauptschulabschluss oder vergleichbarem Bildungsabschluss offen. Das Mindestalter liegt meist bei 17 Jahren.

Die Pflegehilfs- und -assistenzausbildung ist je nach Bundesland anders geregelt. Sie findet an Berufsfachschulen statt und dauert in der Regel ein bis zwei Jahre. Bundesweit gibt es fast 30 verschiedene Angebote, die sich nicht nur in ihrer Dauer, sondern auch in der Berufsbezeichnung unterscheiden. Sie alle bilden jedoch zur pflegerischen Hilfskraft aus.

Neben einem entsprechenden Schulabschluss müssen die Bewerber je nach Ausbildungsstätte ein aktuelles ärztliches Attest über ihren Gesundheitszustand sowie manchmal auch ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Ein Erste-Hilfe-Kurs kann meist im Rahmen der Ausbildung absolviert werden. Die Ausbildung endet mit einer mündlich-praktischen und schriftlichen Prüfung.

An persönlichen Eigenschaften sollten Bewerber große Flexibilität, ein hohes Verantwortungsbewusstsein, Spaß an der Arbeit mit Menschen und Hilfsbereitschaft mitbringen. Da sie täglich mit ganz unterschiedlichen pflegebedürftigen Patienten und deren Angehörigen arbeiten, gehören soziale Kompetenz und Einfühlungsvermögen ebenfalls zu den Grundvoraussetzungen.

Während der Ausbildung erlernen die angehenden Pflegehelfer den kompetenten und verantwortungsbewussten Umgang mit pflegebedürftigen Menschen. Die Ausbildungsinhalte gliedern sich in verschiedene Lernfelder. Diese Lernfelder sollen einen fächerübergreifenden Unterricht ermöglichen und die späteren Aufgaben im Berufsalltag berücksichtigen. Zu den vermittelten Qualifikationen gehören unter anderem:

  • Wahrnehmung und Erkennen von Pflegesituationen bei pflegebedürftigen und alten Menschen
  • Hygiene, Körperpflege und Prophylaxe
  • situationsgerechte Kommunikation
  • Betreuung und soziale Beschäftigung
  • richtiges Handeln in Notfällen
  • Anatomie und Physiologie
  • ausgewählte Krankheitsbilder
  • Ernährungslehre
  • Umgang mit Sterbenden
  • Pflegeprozess und Pflegedokumentation
  • rechtliche Grundlagen

Der theoretische Unterricht wird durch ein Praktikum in Einrichtungen der Kranken- und Altenpflege ergänzt. Dafür schließen die Auszubildenden mit dem Träger des praktischen Ausbildungsanteils einen Ausbildungsvertrag. Mentoren und Lehrkräfte betreuen die Auszubildenden während dieser Zeit.

Neben den ein- und zweijährigen Ausbildungsgängen gibt es auch kürzere Pflegequalifikationen, die nur einige Wochen oder Monate dauern. Diese sogenannten Pflegebasiskurse stellen eine erste Qualifikation dar und ermöglichen einen schnellen Berufseinstieg. Die Zugangsvoraussetzungen sind ähnlich, auch die Ausbildungsinhalte umfassen die gleichen Themenbereiche und schließen einen Praxisteil mit ein. Die Verdienst- und Weiterbildungsmöglichkeiten nach dem Abschluss eines Pflegebasiskurses sind jedoch weit geringer als nach Abschluss der Pflegehilfsausbildung.

Pflegehelfer Ausbildung Gehalt

Für die schulische Ausbildung in der Pflegehilfe erhalten die Auszubildenden keine Vergütung. Der Praxisanteil wird im Regelfall durch den jeweiligen Ausbildungsträger entlohnt. Basis für die Entlohnung bilden die jeweils geltenden Tarifverträge. Um den Lebensunterhalt und eventuelle Ausbildungskosten zu decken, können Auszubildende BAföG oder Förderung durch die Agentur für Arbeit und das Jobcenter beantragen.

Pflegebasiskurse sind im Regelfall kostenpflichtig. Wer eine solche Qualifikationsmaßnahme absolvieren möchte, kann ebenfalls Förderung mit Bildungsgutscheinen der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters erhalten. Eine weitere Fördermöglichkeit stellt der Europäische Sozialfonds (ESF) dar.

Der Beruf Pflegehelfer – Tätigkeiten und Alltag

Mit der ein- oder zweijährigen Ausbildung im Bereich Pflegehilfe ergeben sich gute Zukunftsaussichten. Pflegepersonal wird dringend gesucht, in den meisten Regionen gibt es mehr offene Stellen als Bewerber. Eine Anstellung finden Pflegehelfer in ambulanten, teilstationären und stationären Einrichtungen der Alten- und Krankenpflege, etwa in Krankenhäusern, Senioren- und Pflegeheimen oder Reha-Zentren. Wer eine Ausbildung im Bereich Pflegehilfe abgeschlossen hat, kann aber auch in pflegerischen Beratungsstellen arbeiten.

Mit ihrer Arbeit unterstützen die pflegerischen Hilfskräfte die Ärzte und Pflegefachkräfte. Sie teilen Essen aus, nehmen Blutproben, messen den Blutdruck und legen Infusionen. Teilweise nehmen sie auch die Beatmung der Patienten vor. Außerdem gehört das Richten der Betten und Aufräumen der Krankenzimmer zu ihren Aufgaben. Eventuell helfen sie auch bei der Vorbereitung von Operationen. Darüber hinaus leisten sie Patienten und Angehörigen seelischen Beistand.

Es handelt sich also um einen recht abwechslungsreichen Beruf, der vielseitige Fähigkeiten und Kenntnisse erfordert. In stationären und teilstationären Einrichtungen findet die Arbeit häufig im Schichtdienst statt. Zudem sollte man zur Arbeit an Wochenenden und Feiertagen bereit sein.

Pflegehelfer Gehalt

Das Gehalt im Bereich Pflegehilfe hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Bundesland und Region
  • Trägerschaft des Arbeitgebers (öffentlich, kirchlich, privat)
  • Berufserfahrung

Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft zahlen gemäß Tarifvertrag im öffentlichen Dienst (TVöD). An kirchlichen Einrichtungen gelten die entsprechenden Tarifverträge. Private Einrichtungen können sich am Tarifvertrag orientieren, aber auch außertariflich zahlen. Das Einstiegsgehalt liegt in der Regel unter 2.000 Euro brutto im Monat. Mit mehr Berufserfahrung ergibt sich laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit ein mittleres Monatsgehalt von 2.041 Euro brutto. Je nach Region schwankt das Einkommen zwischen 1.815 und 2.537 Euro.

Im Anschluss an eine abgeschlossene Ausbildung als Pflegehilfe besteht die Möglichkeit, sich mit einer Aus- und Weiterbildung zur Pflegefachkraft zu qualifizieren. Das eröffnet nicht nur ein breiteres Berufsspektrum, sondern auch bessere Verdienstmöglichkeiten. Nach einer weiteren Qualifikation steht auch ein Studium im medizinischen Bereich offen, etwa im Gesundheitsmanagement.

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