Als Diätassistent erstellt man Diät- und Ernährungspläne für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ihre Ernährung umstellen müssen oder im Allgemeinen auf eine gesündere Ernährung achten wollen. Eine Ernährungsumstellung ist eine schwierige Angelegenheit, daher ist es hilfreich einen Experten an seiner Seite zu haben. Bei einer Diät geht es aber nicht gezwungenermaßen um die Gewichtsabnahme und um Verzicht, sondern schlichtweg um eine Anpassung der Ernährung an die individuellen Bedürfnisse. Dabei arbeitet ein Diätassistent eng mit Ärzten zusammen und setzt dessen Diätverordnungen um. In ihrem Berufsalltag ermitteln sie den aktuellen Ernährungszustand, errechnen den Energie- und Nährstoffbedarf und entwickeln daraufhin einen Diättherapieplan.
Was verdient ein Diätassistent? In diesem Artikel geht es um das Gehalt in der Ausbildung und im Beruf, die Tarifverträge, sowie um das Gehalt nach Bundesland, Alter und Geschlecht.
Das Wichtigste in Kürze
- Diätassistenten erstellen Diät- und Ernährungspläne aus gesundheitlichen Gründen oder im Allgemeinen für eine gesündere Ernährung
- Ausbildungsgehalt: In der Regel keine; in öffentlichen Einrichtungen nach dem TVAöD zwischen und
- Einstiegsgehalt: 2.808 Euro
- Mediangehalt: 3.622 Euro
- Tarifgebundene Einrichtungen zahlen in der Regel mehr als private, nicht tarifgebundene Praxen
- Weitere Weiterbildungen – etwa im Bereich Gesundheitsökonomie oder -pädagogik – können das Gehalt deutlich steigern
Diätassistent – Gehalt in der Ausbildung
Wer Diätassistent werden möchte, braucht in der Regel die mittlere Reife oder einen Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer mindestens zweijährigen Ausbildung. Die Ausbildung findet an Berufsfachschulen statt und beträgt drei Jahre. Eine Vergütung gibt es nur, wenn man die Ausbildung an einer Schule durchführt, die an eine Einrichtung in öffentlicher Trägerschaft angeschlossen ist, also zum Beispiel ein öffentliches Krankenhaus. Handelt es sich um eine private oder kirchliche Einrichtung findet, wie bei vielen schulischen Ausbildungen, leider keine Vergütung statt. Des Weiteren können Kosten für die Ausbildung anfallen. Insbesondere wenn man diese an einer privaten Schule durchführt, müssen relativ hohe Lehrgangsgebühren berücksichtigt werden. Staatliche Schulen sind kostenfrei, jedoch werden hier manchmal Aufnahme- und Prüfungsgebühren erhoben. Sollte es eine Vergütung in einer öffentlichen Einrichtung geben, richtet sich diese nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD):
| Ausbildungsjahr | Monatsgehalt |
|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | 1.490,69 Euro |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.552,07 Euro |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.653,38 Euro |
Gültig von 01.05.2026 bis 31.03.2027
Quelle: TVAöD BT-Pflege
Diätassistent – Einstiegsgehalt
Im Durchschnitt liegt das Einstiegsgehalt als Diätassistent bei 2.808 Euro brutto pro Monat. Das Einstiegsgehalt kann sehr unterschiedlich ausfallen, da es von einigen Faktoren beeinflusst wird, wie zum Beispiel von Bundesland, Stadt, sowie Größe und Art der Einrichtung.
Zwischen den verschiedenen Einrichtungen gibt es erhebliche Gehaltsunterschiede, da die Tarifgebundenheit eine große Rolle spielt. Tariflich geregelte Gehälter sind festgelegt und fallen meist höher aus als bei privaten Einrichtungen. Diese sind nämlich nicht tarifgebunden und können selbst entscheiden wie hoch das Gehalt ausfällt. Ein Tarifvertrag hat weiterhin den Vorteil, dass es nicht lange beim Einstiegsgehalt bleibt. Mit den Jahren steigt man in den Entgeltstufen auf und verdient somit automatisch mehr Geld.
Diätassistent – Gehalt nach Art der Einrichtung
Als Diätassistent kann man in Krankenhäusern, ambulanten Schwerpunktpraxen oder Rehabilitationskliniken arbeiten. Unterschieden wird dabei, ob es eine staatliche, kirchliche oder private Einrichtung ist. Staatliche Einrichtungen orientieren sich an dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD), kirchliche Einrichtungen wie die Diakonie oder Caritas nutzen die sogenannten Arbeitervertragsrichtlinien (AVR). Die Tarife der AVR sind in der Regel an den TVöD angelehnt, fallen manchmal sogar etwas höher aus. Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass tariflich geregelte Gehälter höher sind als privat festgelegte Gehälter. Eine weiter Möglichkeit ist die Selbstständigkeit mit einer eigenen Praxis.
Gehalt im öffentlichen Dienst
Beim TVöD kann ein Diätassistent in Gruppe E 7, je nach Berufserfahrung, mit 3.294,98 € bis 4.045,24 € rechnen. Bei der Übernahme von schwierigeren und verantwortungsvolleren Tätigkeiten kann eine höhere Eingruppierung erfolgen.
| Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 |
| E 15Ü | 7.062,92 € | 7.814,11 € | 8.525,72 € | 9.000,15 € | 9.110,86 € | |
| E 15 | 5.827,86 € | 6.208,96 € | 6.634,05 € | 7.214,39 € | 7.811,37 € | 8.204,11 € |
| E 14 | 5.298,27 € | 5.643,35 € | 6.094,01 € | 6.594,12 € | 7.151,57 € | 7.551,78 € |
| E 13 | 4.901,11 € | 5.279,32 € | 5.709,87 € | 6.177,31 € | 6.727,38 € | 7.025,87 € |
| E 12 | 4.415,70 € | 4.850,91 € | 5.359,50 € | 5.923,82 € | 6.586,00 € | 6.900,18 € |
| E 11 | 4.269,64 € | 4.669,92 € | 5.046,03 € | 5.454,10 € | 6.012,56 € | 6.326,77 € |
| E 10 | 4.124,53 € | 4.438,16 € | 4.794,69 € | 5.181,37 € | 5.611,95 € | 5.753,35 € |
| E 9c | 3.978,29 € | 4.249,97 € | 4.589,09 € | 4.958,59 € | 5.359,19 € | 5.487,80 € |
| E 9b | 3.833,50 € | 3.956,17 € | 4.267,03 € | 4.608,13 € | 4.983,57 € | 5.297,75 € |
| E 9a | 3.691,52 € | 3.917,37 € | 3.981,07 € | 4.196,35 € | 4.590,80 € | 4.746,88 € |
| E 8 | 3.486,40 € | 3.697,29 € | 3.843,36 € | 3.992,40 € | 4.153,50 € | 4.230,97 € |
| E 7 | 3.294,98 € | 3.537,94 € | 3.682,69 € | 3.828,76 € | 3.969,05 € | 4.045,24 € |
| E 6 | 3.240,30 € | 3.440,25 € | 3.580,46 € | 3.719,22 € | 3.855,50 € | 3.926,20 € |
| E 5 | 3.124,08 € | 3.318,04 € | 3.449,05 € | 3.587,78 € | 3.716,70 € | 3.783,33 € |
| E 4 | 2.994,17 € | 3.190,45 € | 3.355,14 € | 3.457,66 € | 3.560,17 € | 3.620,20 € |
| E 3 | 2.953,13 € | 3.164,20 € | 3.215,57 € | 3.332,99 € | 3.421,10 € | 3.501,81 € |
| E 2Ü | 2.787,52 € | 3.028,30 € | 3.116,51 € | 3.234,12 € | 3.314,92 € | 3.375,24 € |
| E 2 | 2.767,54 € | 2.975,32 € | 3.027,12 € | 3.101,04 € | 3.263,52 € | 3.433,49 € |
| E 1 | 2.543,55 € | 2.568,83 € | 2.611,69 € | 2.651,64 € | 2.754,50 € |
Gültig von 01.05.2026 bis 31.03.2027
Quelle: Oeffentlichen-Dienst.de
Gehalt bei kirchlichen Einrichtungen
Bei den AVR der Diakonie (ohne Nassau, Tarifgebiet Ost, Hessen und Bayern) wird ein Diätassistent in Gruppe 7 eingeordnet und verdient somit, abhängig von der Berufszugehörigkeit, 3.761,31 € bis 4.413,36 €. Somit hat man bei der Diakonie die besten Gehaltsaussichten.
| Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 |
| EG 1 | 2.374,05 € | 2.473,43 € | |||
| EG 2 | 2.666,23 € | 2.780,27 € | |||
| EG 3 | 2.825,21 € | 2.956,33 € | 3.087,44 € | ||
| EG 4 | 3.016,72 € | 3.157,91 € | 3.299,09 € | ||
| EG 5 | 3.257,22 € | 3.411,06 € | 3.564,92 € | 3.718,76 € | |
| EG 6 | 3.369,50 € | 3.529,26 € | 3.689,02 € | 3.848,79 € | |
| EG 7 | 3.761,31 € | 3.941,27 € | 4.127,12 € | 4.316,98 € | 4.413,36 € |
| EG 8 | 4.118,87 € | 4.327,88 € | 4.540,04 € | 4.752,18 € | 4.858,25 € |
| EG 9 | 4.497,47 € | 4.729,29 € | 4.961,12 € | 5.192,94 € | 5.308,86 € |
| EG 10 | 5.111,79 € | 5.375,28 € | 5.638,78 € | 5.902,27 € | 6.034,02 € |
| EG 11 | 5.804,69 € | 6.103,90 € | 6.403,09 € | 6.702,31 € | 6.851,92 € |
| EG 12 | 6.115,84 € | 6.431,09 € | 6.746,35 € | 7.061,60 € | 7.219,22 € |
| EG 13 | 6.911,43 € | 7.267,69 € | 7.623,94 € | 7.980,19 € | 8.158,34 € |
Gültig von 01.03.2025 bis 31.08.2026
Quelle: AVR Diakonie Gehaltstabelle
Gehalt bei privaten Einrichtungen
Private Einrichtungen legen in der Regel eigene Gehälter fest, da sie nicht tarifgebunden sind. Sie können sich zwar ebenfalls an den bestehenden Tarifverträgen orientieren, das stellt jedoch eher die Ausnahme dar. Da sie unter einem erheblichen Wettbewerbsdruck stehen und gewinnorientiert arbeiten müssen, bleibt leider oft nicht das nötige Budget übrig, um das Personal besser zu entlohnen. Bei einer Gehaltsverhandlung kann man versuchen das Beste herauszuholen, in der Regel muss man sich aber mit einem eher geringen Gehalt zufriedengeben. Häufig bieten private Einrichtungen aber andere Benefits an, zum Beispiel Vergünstigungen beim Mittagessen in der Kantine, ein Job-Ticket oder eine betriebliche Altersvorsorge. Diese Benefits können ein kleiner Ausgleich zum niedrigeren Gehalt sein.
Diätassistent – Gehalt nach Bundesländern
Das bundesweite Mediangehalt für Diätassistenten liegt bei 3.622 Euro. Betrachtet man die Gehälter der einzelnen Bundesländer sind erhebliche Gehaltsunterschiede zu sehen.
In der Abbildung sind die Durchschnittsgehälter der jeweiligen Bundesländer zu sehen.
Quelle: gehalt.de
Diätassistent – Gehalt nach Alter und Geschlecht
Weitere Einflussfaktoren sind das Alter und Geschlecht. Das Alter beeinflusst das Gehalt, da man in höherem Alter in der Regel viel Berufserfahrung gesammelt hat. Somit ist man in der Lage selbstständiger zu arbeiten, kann viele Aufgaben und Verantwortung übernehmen oder hat vielleicht sogar eine Weiterbildung abgeschlossen. Des Weiteren beeinflusst das Geschlecht auch heute noch das Gehalt, denn Frauen verdienen in den meisten Berufen immer noch weniger als Männer.
| Alterskategorie | Bruttoentgelt |
| < 25 Jahre | keine Daten* |
| 25 – 54 Jahre | 3.517 € |
| 55 + Jahre | 4.369 € |
| Gesamt | 3.622 € |
Quelle: Bundesagentur für Arbeit – Entgeltatlas
Diätassistent – Verdienst im Vergleich mit anderen Berufen
Laut der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median (mittleres monatliches Bruttoentgelt) bei 3.622 Euro. Demnach liegt das Gehalt im Vergleich mit anderen Berufen im Gesundheitswesen im mittleren Bereich.
| Beruf | Bruttogehalt |
| Fachkrankenpfleger im OP | 3.788 Euro |
| Hebamme | 3.600 Euro |
| Pflegefachkraft | 4.329 Euro |
| Altenpfleger | 4.153 Euro |
| Kaufmann Gesundheitswesen | 3.788 Euro |
| Ergotherapeut | 3.475 Euro |
| Gesundheits- und Krankenpflegehelfer | 3.596 Euro |
| Diätassistent | 3.622 Euro |
| Kinderpfleger | 4.108 Euro |
| Medizinischer Fachangestellter | 3.129 Euro |
Mehr Gehalt durch Weiterbildungen
Wer sein Gehalt verbessern und sich beruflich weiterentwickeln will, ist mit einer Weiterbildung genau auf dem richtigen Weg. Gerade im Gesundheitswesen ist dies zu empfehlen, da stets neue Erkenntnisse und neues Wissen hinzukommen. Somit bleibt man auf dem neusten Stand, kann sein Fachwissen tiefgründig erweitern, sein Aufgabenfeld ausdehnen und mehr Verantwortung übernehmen. Daher stellt nicht nur das Gehalt eine Motivation für eine Weiterbildung dar. Je nachdem, wo das persönliche Interesse liegt gibt es vielfältige Möglichkeiten sich weiterzubilden.
Fachweiterbildungen / Spezialisierungen
Durch Fachweiterbildungen kann man sich auf bestimmte Themengebiete spezialisieren und dadurch mehr Verantwortung übernehmen. Eine Weiterbildung zum Ernährungsberater ermöglicht zum Beispiel die Arbeit in Kliniken, Rehazentren, Praxen oder in der Prävention. Hier liegt das Mediangehalt bei etwa 3.539 Euro brutto im Monat.
Auch die Spezialisierung zum Diabetesberater ist für Diätassistenten interessant, da sie Patienten mit Diabetes fachlich begleiten und Schulungen durchführen können. In diesem Bereich liegt das durchschnittliche Gehalt bei etwa 3.361 Euro brutto monatlich.
Wer sich für Lebensmittel-, Küchen- oder Gemeinschaftshygiene interessiert, kann zum Beispiel als Hygienebeauftragter arbeiten. In diesem Bereich sind je nach Verantwortung etwa 4.771 Euro brutto monatlich realistisch.
Administrative Weiterbildungen
Administrative Weiterbildungen eignen sich für alle, die nicht nur fachlich beraten, sondern auch organisieren, planen und Personal oder Abläufe koordinieren möchten. Als Verpflegungsmanager oder Diätkoch übernimmt man zum Beispiel Verantwortung für Speisepläne, Einkauf, Qualitätsmanagement, Personalplanung und Wirtschaftlichkeit in Großküchen oder Kliniken. Für letzteres gilt ein Mediangehalt von etwa 2.986 Euro.
Auch der Abschluss als Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen kann den Weg in organisatorische oder leitende Funktionen öffnen, zum Beispiel in Verwaltung, Patientenmanagement, Abrechnung oder Teamkoordination. Das Durchschnittsgehalt liegt hier bei etwa 2.800 Euro brutto im Monat, in größeren Einrichtungen auch höher.
Mit einer Weiterbildung zum Betriebswirt für Management im Gesundheitswesen sind Aufgaben im Controlling, Qualitätsmanagement, Personalwesen oder in der Einrichtungsleitung möglich. Je nach Erfahrung liegt das Gehalt ungefähr bei 3.735 Euro brutto monatlich.
Studium
Ein Studium bietet die Möglichkeit, sich wissenschaftlich und beruflich noch breiter aufzustellen. Für Diätassistenten kommen zum Beispiel Studiengänge wie Ernährungswissenschaft, Gesundheitsmanagement, Gesundheitsökonomie, Gesundheitspädagogik, Gesundheitsförderung oder Public Health infrage.
Nach einem Studium der Ernährungswissenschaft sind Tätigkeiten in Forschung, Beratung, Produktentwicklung, Lebensmittelindustrie, Prävention oder Qualitätsmanagement möglich. Als Ernährungswissenschaftler liegt das Mediangehalt bei etwa 4.382 Euro brutto im Monat.
Im Bereich Gesundheitsmanagement oder Gesundheitsökonomie können Absolventen in Kliniken, Krankenkassen, Reha-Einrichtungen, Beratungen oder Gesundheitsunternehmen arbeiten. Gesundheitsökonomen liegen etwa bei 5.118 Euro Euro brutto monatlich.
Wer sich für Gesundheitspädagogik oder Gesundheitsförderung entscheidet, kann später in Schulung, Prävention, Beratung oder Projektleitung arbeiten. Für Gesundheitspädagogen wird im Mittel etwa 5.003 Euro brutto monatlich genannt.
Neugierig auf weitere Berufe im Gesundheitswesen und ihre Gehaltsaussichten? Eine Übersicht der Gehaltsartikel zu verschiedenen medizinischen Ausbildungsberufen gibt es auf Medi-Karriere unter Gehalt.







