MFA

Medizinische/r Fachangestellte/r (MFA) – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Medizinische Fachangestellte (MFA) sind die erste Kontaktstelle zwischen Praxis und Patient und gewährleisten den reibungslosen Ablauf der Versorgung von Patienten. Drei Worte beschreiben ihren Berufsalltag: organisieren, assistieren und betreuen. Arbeitsorte sind Einzelpraxen, Gemeinschaftspraxen, Kliniken, Labore oder Gesundheitsämter.

Welche Zulassungsvoraussetzungen für die Ausbildung als MFA gelten, wie vielfältig der Arbeitsalltag ist und welches Gehalt als Medizinische Fachangestellte (MFA) winkt – hier zum Nachlesen.

Inhalt

Ausbildung Medizinische Fachangestellte – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Für die duale Ausbildung als Medizinische Fachangestellte (MFA) ist rechtlich keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Die meisten Auszubildenden besitzen den Realschulabschluss (62 Prozent), 19 Prozent der MFA-Azubis haben Abitur, weitere 17 Prozent einen Hauptschulabschluss oder keinen Schulabschluss. Die gesundheitliche Eignung muss durch ein ärztliches Attest belegt werden.

Wichtig für den Beruf sind soziale Kompetenzen. Vor allem Empathie, Organisationstalent und überdurchschnittlich gute kommunikative Fähigkeiten. Letztere spielen deshalb eine so große Rolle, da nicht alle Patienten ihre Beschwerden gut artikulieren können. Eine Medizinische Fachangestellte (MFA) muss aber schnell entscheiden, ob ein Patient akut behandelt werden muss oder doch auf den nächsten freien Termin warten kann. Und auch als Streitschlichter sorgen MFA für Deeskalation in der Praxis, beispielsweise wenn Patienten sich über Wartezeiten beschweren.

Gelernt wird gleichzeitig im Betrieb und in der Berufsschule. Arztpraxen aller Fachgebiete, Krankenhäuser und medizinische Labore bieten die Ausbildung an. Insgesamt dauert sie drei Jahre und beginnt entweder zum 01.02 oder 01.08 eines Jahres.

Die Ausbildungsinhalte sind in der Ausbildungsordnung und dem Rahmenlehrplan für die Berufsschulen geregelt und gelten auf Bundesebene. Die Ausbildung besteht aus einem schulischen und einem betrieblichen Teil. Im Betrieb erlernt wird beispielsweise der Umgang mit Patienten vor, während und nach der Behandlung, die Beratung von Patienten, der Umgang mit Beschwerden, das Assistieren bei ärztlichen Maßnahmen, Wundversorgung, das Anlegen verschiedener Verbände, Hygienemaßnahmen, das Erkennen von Infektionskrankheiten, Blutentnahme, Abstrichnahme und das Setzen von Injektionen, das Lagern von Arzneimitteln, Impfstoffen und medizinischen Hilfsmitteln, die Koordination von Terminen und das Führen von Patientenakten.

In der Berufsschule erwirbt man theoretische Kenntnisse zu berufsspezifischen Aspekten, wie Patienten empfangen und betreuen, der Teamorganisation oder typischen Praxisabläufen. Allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Wirtschafts- und Sozialkunde runden den Lehrplan ab.

Die Ausbildung ist anspruchsvoll. 24 Prozent der Azubis brechen sie vorzeitig ab. In der Regel gibt es nach anderthalb Jahren eine Zwischenprüfung. Die Ausbildung schließt mit einer Abschlussprüfung ab, die aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil besteht.

Medizinische Fachangestellte Ausbildung Gehalt

Als Medizinische Fachangestellte (MFA) gibt es während der Ausbildung ein Gehalt. Die Höhe ist per Tarifvertrag geregelt und gilt deutschlandweit. Ab dem 01.04.2019 beträgt die monatliche Ausbildungsvergütung

Ausbildungsjahr Gehalt (Brutto Monat)
1. Ausbildungsjahr 865 Euro
2. Ausbildungsjahr 910 Euro
3. Ausbildungsjahr 960 Euro

Der Beruf Medizinische Fachangestellte – Tätigkeiten und Alltag

Von den 101.932 Arztpraxen in Deutschland ist die überwiegende Zahl als Kleinstunternehmen strukturiert. Für Medizinische Fachangestellte (MFA) bedeutet das, dass der oder die Vorgesetzte den ganzen Arbeitstag lang sehr präsent ist. Mit der Ärztin oder dem Arzt wird sehr eng zusammengearbeitet – oft in einem entspannten, fast familiären Arbeitsklima. Zum anderen bedeutet diese Unternehmensstruktur auch, dass das Tätigkeitsfeld sehr breit ist. Denn in einer kleinen Praxis, in der es vielleicht noch zwei bis drei andere Angestellte gibt, erledigt man als MFA die Patientenbetreuung am Empfang, diagnostische Tätigkeiten wie Blutabnahme, EKG oder Röntgenaufnahmen, medizinische Tätigkeiten wie Impfen oder Verbandswechsel sowie das Handling von Notfällen. Dazu noch die Dokumentation des Patientenkontakts, die Betriebsorganisation und das Qualitätsmanagement. Und nicht selten sogar die Abrechnung bei den unterschiedlichen Kostenträgern. Das Aufgabenspektrum ist breit und die Arbeit abwechslungsreich.

Doch vor allem in den Ballungszentren und aufgrund von zunehmender Teilzeitarbeit geht der Trend zu Gemeinschaftspraxen und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Die Abkehr von der typischen Arbeitskonstellation hat direkte Auswirkungen auf den Arbeitsalltag. Denn die neuen Geschäftsmodelle drängen auf eine strikte Trennung von administrativen und medizinischen Prozessen. Es herrscht eine stärkere Aufgabentrennung, ein geschäftsmäßigeres Arbeitsklima, die Arbeitsabläufe sind stärker vorstrukturiert und die Arbeit ähnelt der im Krankenhaus. Das mögen nicht alle MFA.

Insgesamt arbeiten nur zehn Prozent der MFA in Kliniken, der Rest ist in den Praxen niedergelassener Ärzte angestellt. Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten ist mit mehr als 50 Prozent besonders hoch.

Medizinische Fachangestellte (MFA) haben geregelte Arbeitszeiten. Nacht- und Wochenenddienste sind untypisch. Sollten sie doch vorkommen, werden Zuschläge gezahlt (für Samstags-, Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit, Arbeit am 24. und am 31.12. ab 12:00 Uhr sowie für Überstunden).

Medizinische Fachangestellte Gehalt

Das Gehalt für Medizinische Fachangestellte (MFA) ist bundesweit tarifvertraglich geregelt. Ab dem 01.04.2019 erhalten Vollzeitbeschäftigte zwischen 1.931,56 und 3.806,49 Euro brutto pro Monat. Maßgeblich bei der Berechnung des genauen Gehalts sind die Tätigkeitsgruppe (I-VI) und die Berufsjahre. Berufsanfänger beziehen somit monatlich knapp 1.932 Euro brutto. Teilzeitbeschäftigte erhalten 1/167tel des jeweiligen Monatsgehalts für Vollzeitbeschäftigte ihrer Tätigkeitsgruppe pro Stunde. Bei Berufsanfängern wären dies 11,56 Euro.

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