In Deutschland darf neben Ärzten nur ein Heilpraktiker eigenverantwortlich Heilkunde betreiben. Die sanfte Heilung durch einen Heilpraktiker wird von vielen geschätzt, denn sie haben ganz andere Heilmethoden und Herangehensweisen an Befindlichkeitsstörungen als Ärzte. Bei ihren Patienten schauen Heilpraktiker nicht nur auf die Symptome, sondern suchen nach den Ursachen, und versuchen mittels Naturheilverfahren die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen. Das Heilpraktikergesetz (HeilprG) regelt die Zulassung zum Beruf über eine Zulassungsprüfung beim zuständigen Gesundheitsamt.
Informationen über die Heilpraktiker-Ausbildung, Details zum Berufsalltag und Zahlen zum Gehalt – hier alles im Überblick.
Das Wichtigste in Kürze
- Tätigkeit: Behandlung von Patienten mit naturheilkundlichen Methoden und ganzheitlicher Betrachtung von Krankheiten.
- Dauer der Ausbildung: Vorbereitung auf die Prüfung meist etwa 12 bis 24 Monate.
- Art der Ausbildung: Schulische Ausbildung an privaten Heilpraktikerschulen mit Vorbereitung auf die Prüfung beim Gesundheitsamt.
- Inhalte der Ausbildung: Medizinische Grundlagen wie Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre, Diagnostik und rechtliche Grundlagen.
- Voraussetzungen: In der Regel Schulabschluss sowie Interesse an Medizin und Naturheilkunde.
- Abschluss / Zulassung: Erlaubnis zur Berufsausübung nach bestandener Prüfung beim Gesundheitsamt.
Was macht ein Heilpraktiker?
Heilpraktiker analysieren und therapieren Patienten durch Alternativmedizin und Natur-Heilkunde. Sie bieten somit alternative Behandlungsmöglichkeiten zur klassischen Schulmedizin. Patienten werden dabei aus einer ganzheitlichen Sichtweise behandelt, das heißt die Ursachen der Symptome werden im seelischen und körperlichen Gesamtsystem des Menschen gesehen. Als Heilpraktiker darf man nämlich neben physischen auch psychische Leiden feststellen und behandeln. Heilpraktiker versuchen Krankheiten durch die richtige Kombination gesunder Ernährung, Bewegung und Stressabbau vorzubeugen.
Neben der Anwendung alternativer, ganzheitlicher Methoden und Heilmittel ist die aktive Mitwirkung des Patienten am Heilungsprozess wichtig. Die Behandlung zielt auf die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des menschlichen Körpers ab. Dabei nutzen sie eine je nach Qualifikation eine breite Auswahl an Verfahren. Dazu gehören zum Beispiel folgende:
- Aderlass
- Akupunktur
- Anthroposophische Heilkunde
- Aromatherapie
- Autogenes Training
- Aus- und Ableitungsverfahren
- Ayurveda
- Bach-Blütentherapie
- Bioenergetik
- Blutegeltherapie
- Colon-Hydro-Therapie
- Ernährungsberatung
- Homöopathie
- Hypnose
- Kinesiologie
- Lymphdrainage nach Dr. Vodder
- Massagen
- Mikrobiologische Therapie
- Moxibustion
- Naturheilkundliche Labordiagnostik
- Osteopathie
- Phytotherapie
- Psychosomatische Medizin
- Rödern
- Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie
- Schröpfen
- Tiergestützte Intervention
- Traditionelle Chinesische Medizin
- Trauerarbeit
- Wirbelsäulentherapie nach Dorn
- Wirbelsäulentherapie nach Popp
Klassische Behandlungsmethoden im Beruf sind außerdem Inhalationen, Bestrahlungen oder Lymphdrainagen. Außerdem werden Behandlungsmaßnahmen aus der Chiropraktik oder Atemtherapie angewendet. Wenn Heilpraktiker mit ihren Methoden die Grenzen ihrer Methoden erreichen, verweisen sie an Ärzte und Psychotherapeuten weiter. Außerdem gibt es bestimmte Krankheiten und Prozeduren, die ihnen nicht erlaubt sind.
Was Heilpraktiker nicht dürfen
Da Heilpraktiker im Gegensatz zu Ärzten und Psychotherapeuten keine Approbation besitzen, ist es ihnen nicht erlaubt, verschreibungspflichtige Medikamente oder Betäubungsmittel zu verordnen. Auch meldepflichtige, zahnmedizinische sowie Geschlechtskrankheiten, Strahlentherapie und Geburtshilfe dürfen von Heilpraktikern nicht therapiert beziehungsweise durchgeführt werden.
Gesetzliche Regelungen
Das Heilpraktikergesetz regelt in Deutschland konkret, welche Tätigkeiten nicht zum Beruf des Heilpraktikers gehören. Ausgeschlossen wird demnach neben der Zahnheilkunde auch die sogenannte Heilkunde im Umerziehen.
Heilpraktiker-Ausbildung – Überblick
Obwohl es das deutsche Heilpraktikergesetz (HeilprG) seit mehr als 80 Jahren gibt, ist die Ausbildung zum Heilpraktiker nicht einheitlich geregelt. Daher können Ausbildungsinhalte, Dauer und Zugangsvoraussetzungen je nach Lehrgangsträger variieren. Am Ende dürfen erfolgreiche Absolventen die Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannter Heilpraktiker“ tragen.
Die meisten Heilpraktikerschulen sind nicht staatlich, sondern privat. Bewerber sollten die Angebote unterschiedlicher Bildungsanbieter daher genau vergleichen.
Worauf sollte man bei der Schulwahl achten?
Bei der Wahl der richtigen Schule für die Heilpraktiker-Ausbildung sollte man sich genau informieren, welche Inhalte vermittelt werden und in welchem Umfang als auch wie hoch der Anteil der praktischen Lehre ist. Dies muss je nach persönlicher Situation dann passend ausgewählt werden.
Manche Schulen und Ausbildungsgänge bereiten lediglich auf die Prüfung vor dem Gesundheitsamt vor. Dabei sollte man sich nicht überschätzen und sicherheitshalber lieber mehr Zeit investieren.
Selbst wer die Schule mit rein theoretischer Ausbildung besteht, merkt eventuell später, dass das nötige praktische Rüstzeug fehlt.
Folgende Fragen können bei der Wahl außerdem hilfreich sein:
- Gibt es kostenfreien Probeunterricht?
- Fühlst Du dich in der Schule wohl?
- Gibt es eine adäquate Kündigungsfrist?
- Wirken Studienleitung und Dozenten kompetent?
- Sind die Unterrichtsmethoden und den Dozenten passend für Deine Ansprüche?
- Gibt es genügend praxisbezogene und naturheilkundlich-therapeutische Inhalte?
- Ist die Zahl der Unterrichtsstunden den relevanten Fachgebieten angemessen?
Bei seriösen Anbietern können die entsprechenden Punkte vorab geklärt werden. Telefonnummer und E-Mail-Adresse findet man normalerweise leicht über die Internetpräsenz des Anbieters.
Unabhängig davon, wo man den Abschluss macht, ist entscheiden, dass die Heilpraktiker-Ausbildung allein nicht ausreicht. Um Heilpraktiker zu werden, muss man die amtsärztliche Prüfung beim Gesundheitsamt bestehen.

Heilpraktiker-Ausbildung – Zugangsvoraussetzungen
Für die Heilpraktiker-Ausbildung sind keine besonderen Voraussetzungen notwendig. Allerdings gibt es Voraussetzungen zur Zulassung zur Abschlussprüfung. Die Mindestvoraussetzung dafür ist ein Schulabschluss. In der Regel gibt es ein Mindestalter. Die Prüfung beim Gesundheitsamt darf nicht unter 25 Jahren abgelegt werden. Zudem wird die gesundheitliche Eignung durch ein ärztliches Attest sowie ein tadelloses Führungszeugnis vorausgesetzt.
Wer bereits in der Schule Interesse an Fächern wie Biologie, Physik, Chemie und Deutsch hatte, bringt gute Voraussetzungen für die Ausbildung mit. Durch Vorkenntnisse in diesen Bereichen versteht man leichter anatomische Zusammenhänge und die physikalische und chemische Wirkweise bestimmter Therapien. Außerdem muss man Behandlungsberichte verfassen und Patienten genau beraten können, weswegen gute Deutschkenntnisse sehr wichtig sind.
Ein weiterer wichtiger Aspekt für den Start in eine Heilpraktiker-Ausbildung sind persönlichen Eigenschaften: Gute Kommunikationsfähigkeit und Kontaktbereitschaft sind unerlässlich, da man im ständigen Austausch mit den Patienten steht. Außerdem sollte man viel Einfühlungsvermögen mitbringen. Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein sind insbesondere bei der Durchführung der Behandlungen sehr wichtig.
Heilpraktiker–Ausbildung – Form und Aufbau
Die Heilpraktiker-Ausbildung wird in verschiedenem Umfang und Unterrichtsform angeboten. Neben Vollzeit-Ausbildungen, werden auch Ausbildungen in Teilzeit (Abend- oder Wochenendkurse) oder per Fernunterricht angeboten. Welche Ausbildungsform die Richtige ist, hängt im Wesentlichen von den eigenen Vorkenntnissen im medizinisch-therapeutischen Bereich ab. Je mehr Unterrichtsstunden die Ausbildung enthält, desto mehr Kenntnisse können erworben werden. Besitzt man bereits fundierte medizinische Kenntnisse, könnte sich ein kürzerer Ausbildungsgang als sinnvoller erweisen.
Da die Heilpraktiker-Ausbildung nicht gesetzlich geregelt ist, können die Schulen den Lehrplan nach eigenen Vorstellungen zusammenstellen. Gewisse Standards haben sich durchgesetzt, damit die Absolventen auch die Prüfung vorm Gesundheitsamt bestehen. In der Regel wird ein Praktikum in die Ausbildung integriert, um den Auszubildenden die Möglichkeit zu geben, bei praktizierenden Heilpraktikern praktische Erfahrung zu sammeln.
Heilpraktiker-Ausbildung – Inhalte
Neben der Zahl an Stunden unterscheiden sich auch Inhalte der Heilpraktiker-Ausbildung je nach Anbieter. Im Allgemeinen werden während der Ausbildung Kenntnisse über den Aufbau und die Funktion des menschlichen Körpers (Anatomie/Physiologie), die Entstehung von Krankheiten und mögliche psychologische oder psychosomatische Ursachen (Krankheitslehre/Pathologie) und diagnostische und therapeutische Naturheilverfahren und deren Grenzen vermittelt. Auch die Erkennung und das Verhalten bei Krankheiten und medizinischen Notfällen (klinische Medizin) und die Interpretation von Laborbefunden stehen auf dem Lehrplan.
Ebenfalls wichtig sind Themengebiete wie die Techniken der Anamnese und Methoden der Krankheitsuntersuchung, Arzneimittellehre (Pharmakologie) und Ernährungslehre und diätetische Empfehlungen für diverse Erkrankungen. Das Themengebiet der Praxishygiene, Desinfektion und Sterilisation wird auch behandelt. Abgerundet werden die Inhalte der Ausbildung zum Heilpraktiker durch Wissen über rechtliche Grundlagen und Grenzen bei nichtärztlicher Ausübung der Heilkunde und Praxisführung.
Die genauen Inhalte können je nach Bildungsträger variieren. Einige Schulen bieten die Ausbildung zum Heilpraktiker mit Spezialisierung in verschiedenen Schwerpunkten an. Dann ändern sich die Ausbildungsinhalte.
Mögliche Schwerpunkte in der Ausbildung
Typische Schwerpunkte sind zum Beispiel:
- Ernährungsberatung: Hier lernen Teilnehmer, wie Ernährung den Stoffwechsel und die Gesundheit beeinflusst und wie sie Menschen individuell zu gesunder Ernährung beraten können. Dabei geht es unter anderem um Verdauung, Nährstoffe und Ernährung für verschiedene Zielgruppen.
- Phytotherapie (Heilpflanzenkunde): Dieser Schwerpunkt beschäftigt sich mit Heilpflanzen und ihren Wirkstoffen. Inhalte sind zum Beispiel das Erkennen von Heilpflanzen, ihre Anwendung bei verschiedenen Beschwerden sowie die Herstellung von Tees, Tinkturen oder anderen pflanzlichen Präparaten.
- Naturheilkundliche Verfahren: Viele Ausbildungen behandeln auch klassische Naturheilverfahren, etwa Pflanzenheilkunde, Ernährung, Fasten oder Kneipp-Anwendungen, die als ergänzende Therapien eingesetzt werden können.
- Weitere mögliche Spezialisierungen: Je nach Schule können zusätzlich Themen wie Homöopathie, Akupunktur, Heilpflanzenkunde oder Naturheilkunde allgemein angeboten werden.
Heilpraktiker-Ausbildung – Dauer
Die Dauer der Heilpraktiker-Ausbildung ist je nach Unterrichtsform und Ausbildungsträger unterschiedlich. Sie ist gesetzlich nicht festgelegt und variiert je nach Vorbildung, Zeitmodell und gewählter Schule erheblich. Da die Ausbildung nicht staatlich reglementiert ist, sondern mit einer Überprüfung durch das Gesundheitsamt abschließt, bestimmen die Bildungsanbieter das Tempo selbst.
- Reguläre Ausbildung (berufsbegleitend oder Vollzeit): Meist 12 bis 36 Monate. Ein Zeitraum von 2 bis 3 Jahren gilt als solide, um den umfangreichen medizinischen Stoff und differentialdiagnostische Fähigkeiten zu erlernen.
- Intensiv- oder Schnellkurse: Diese dauern oft nur 6 bis 12 Monate und richten sich meist an Personen mit medizinischen Vorkenntnissen (z. B. Krankenpfleger oder Physiotherapeuten).
- Fernstudium: Die Regelstudienzeit liegt hier oft bei etwa 20 bis 24 Monaten, kann aber flexibel an das eigene Lerntempo angepasst werden.
Durch die Wahlmöglichkeit hat man selbst Einfluss auf die Dauer. Am entscheidendsten ist hier, welche Vorkenntnisse man mitbringt. Mit medizinische Vorwissen ist eine gute Grundlage für die Wahl einer kürzeren Ausbildung. Manche Ausbildungen lassen sich dadurch auch verkürzen.
Heilpraktiker-Ausbildung – Orte
Die Ausbildung zum Heilpraktiker ist bei einer Vielzahl privater Anbieter möglich. Auch Heilpraktiker-Berufsverbände bieten Fachausbildungen an. Je nach gewähltem Ausbildungsanbieter absolviert man die theoretische Ausbildung entweder in der jeweiligen Bildungseinrichtung (bei Voll- oder Teilzeit) oder hauptsächlich bei sich zuhause (als Fernlehrgang). Doch auch bei Fernlehrgängen finden einzelne Veranstaltungsblöcke in Präsenz statt.
Ist in der Ausbildung ein Praktikum vorgesehen, macht man dies entweder in schuleigenen Ausbildungspraxen oder in der Praxis erfahrener Heilpraktiker.
Heilpraktiker-Ausbildung – Abschluss
Die Ausbildung endet oft mit einer schulinternen Prüfung, die allerdings nicht zur Berufsausübung reicht. Für die Tätigkeit im Beruf des Heilpraktikers ist der erfolgreiche Abschluss einer staatlichen Prüfung (Heilpraktikerprüfung gemäß Heilpraktikergesetz) notwendig. Für die staatliche Prüfung beim zuständigen Landesgesundheitsamt müssen sich Auszubildende frühzeitig selbstständig anmelden. Mancherorts kann die Wartezeit auf einen Prüfungsplatz über ein Jahr betragen. Gute Schulen erinnern rechtzeitig an die Fristen und helfen bei der Anmeldung.
Die staatliche Prüfung beinhaltet einen schriftlichen Teil. Wird dieser erfolgreich absolviert, folgt ein mündlicher Teil. Die genauen Inhalte der Prüfung unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, fragen aber in der Regel die relevanten Lerninhalte ab.
Wird einer der Prüfungsteile nicht bestanden, müssen in der Regel beide wiederholt werden.
Kenntnisprüfung
Die Heilpraktikerprüfung beim jeweils zuständigen Gesundheitsamt findet zweimal jährlich statt. Die Kosten für die Prüfung können sich dabei auf 350 Euro bis 750 Euro belaufen.
Mit erfolgreichem Bestehen der Heilpraktikerprüfung erwirbt man das Recht, als Heilpraktiker/in in Deutschland zu arbeiten.
Perspektiven nach der Ausbildung
Nach der abgeschlossenen Ausbildung arbeiten Heilpraktiker oftmals eine Zeit lang in Praxen erfahrenerer Heilpraktiker, bevor sie sich gegebenenfalls in ihre Berufe selbstständig machen. Die Gründung einer eigenen Praxis bietet mehr Verantwortung und administrative Pflichten, aber auch mehr Freiheit und Flexibilität.
Durch eine Vielzahl an Weiterbildungen und Aufstiegsmöglichkeiten (auch durch ein Studium) hat man diverse berufliche Perspektiven.
Heilpraktiker/in Stellenangebote
Heilpraktiker – Gehalt während der Ausbildung
Während der Ausbildung als Heilpraktiker gibt es kein Gehalt. Vielfach ist die Ausbildung kostenpflichtig, da die meisten Heilpraktikerschulen privat sind. Die Kosten für die Ausbildung unterscheiden sich je nach Anbieter und Art des Lehrgangs, liegen aber meistens zwischen 4.000 Euro und 9.000 Euro. Vollzeitlehrgänge sind am kostspieligsten und Fernlehrgänge kosten meist am wenigsten.
Wer während der Ausbildung weiterhin Geld verdienen möchte, kann überlegen, diese in Teilzeit oder als Fernlehrgang zu absolvieren. So kann nebenbei noch gearbeitet werden.
Finanzielle Förderung
Die Kosten für eine Heilpraktikerausbildung müssen in der Regel vom Heilpraktikeranwärter selbst bezahlt werden. Eine Förderung durch BAföG nach dem Bundes-BAföG-Gesetz ist nicht möglich.
Allerdings kann die Ausbildung unter bestimmten Voraussetzungen als Weiterbildungsmaßnahme gefördert werden. Eine solche Förderung ist zum Beispiel möglich durch:
- die Bundesagentur für Arbeit (Arbeitsagentur oder Jobcenter)
- die Deutsche Rentenversicherung
- die Berufsgenossenschaft
- die Bundeswehr
Wichtig ist dabei, dass die Heilpraktikerschule und auch die Ausbildung selbst offiziell zertifiziert und zugelassen sind (nach § 84 und § 85 SGB III sowie AZWV).
Außerdem kann es in besonderen Fällen auch individuelle Einzelfallentscheidungen geben, bei denen eine Förderung bewilligt wird.
Heilpraktiker – Gehalt im weiteren Berufsleben
Wie hoch das Gehalt als Heilpraktiker ausfällt, hängt davon ab, ob man in einer Anstellung arbeitet oder auf selbstständiger Basis tätig ist. Grundsätzlich können Heilpraktiker ihre Behandlungshonorare frei bestimmen, müssen sich aber an die lokalen Gegebenheiten anpassen. So ist denkbar, dass das Gehalt angestellter Heilpraktiker als auch das Einkommen selbständiger Heilpraktiker in Großstädten und wohlhabenderen Regionen höher ausfällt als in einkommensschwächeren Teilen Deutschlands. Im Median verdienen Heilpraktiker knapp 3.133 Euro Euro brutto im Monat. Dabei liegen 50 Prozent der Heilpraktiker bei einem Gehalt zwischen 2.500 Euro und 3.948 Euro. Jeweils 25 Prozent verdienen mehr oder weniger. Mehr und genauere Informationen gibt es im Artikel Gehalt als Heilpraktiker.
| Alterskategorie | Durchschnittsgehalt Frauen | Durchschnittsgehalt Männer | Gesamt |
| 25 - 54 Jahre | 3.011 € | 3.190 € | 3.064 € |
| 55 + Jahre | 3.212 € | 3.680 € | 3.392 € |
| Gesamt | 3.048 € | 3.324 € | 3.133 € |
Quelle: Entgeltatlas (Bundesagentur für Arbeit)
Heilpraktiker – Aufgaben im Arbeitsalltag
Der Arbeitsalltag als Heilpraktiker besteht nicht nur aus der Behandlung von Patienten, sondern auch aus Vor- und Nachbereitung der Termine, sowie organisatorischen Aufgaben. Insbesondere mit eigener Praxis fällt ein breites Spektrum an Tätigkeiten an. Dadurch stehen jeden Tag abwechslungsreiche Aufgaben an.
Anamnesegespräche
Um sich einen Eindruck von den Symptomen der Patienten zu verschaffen, führen Heilpraktiker zunächst ausführliche Anamnesegespräche. Da man einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, ist es wichtig, sich auch der Biografie und Verhaltensweisen der Patienten bewusst zu sein, um mögliche Krankheitsanzeichen zu erkennen. Auch Vorerkrankungen werden in diesem Gespräch thematisiert.
Naturheilverfahren und Alternativmedizin
Heilpraktiker greifen auf ein breites Repertoire an Behandlungsmöglichkeiten zurück, um die Beschwerden ihrer Patienten zu therapieren. Dabei ist der Leitgedanke, sie zu einer gesundheitsfördernden Lebensführung anzuleiten. Das Spektrum an Behandlungsmethoden erstreckt sich von homöopathischen Mitteln, Inhalationen, Injektionen und Bestrahlungen über Akupunktur, Chiropraktik bis zu traditioneller chinesischer Medizin. Auch Edelsteine und Sauerstoffbehandlungen werden eingesetzt.
Als Heilpraktiker darf man nur rezeptfreie Medizin einsetzen, da man nicht die Erlaubnis hat, Medikamente zu verschreiben.
Administrative Tätigkeiten
Auch für Heilpraktiker, die sich (noch) nicht selbstständig gemacht haben, zählen administrative Tätigkeiten zum Arbeitsalltag. Dazu gehört es unter anderem, die Praxisabläufe zu planen und dokumentieren, die Patientendaten zu verwalten und Berichte zu erstellen. Außerdem müssen alle Untersuchungsergebnisse und therapeutische Maßnahmen dokumentiert werden. Abrechnungen gehören ebenfalls zum Aufgabengebiet.
Weitere Aufgaben
Als Heilpraktiker ist es wichtig, die Grenzen der eigenen Behandlungsmöglichkeiten zu kennen und bei Bedarf Patienten an Ärzte oder Psychologen zu verweisen. Mit diesen tauscht man sich dann über die bereits gewonnenen Erkenntnisse und angewandten Methoden aus.
Ein weiterer Bestandteil des Arbeitsalltags sind Gespräche mit den Eltern junger Patienten, um sie über die Behandlung auf dem Laufenden zu halten.
Es ist außerdem möglich, in die Lehre zu gehen und weitere angehende Heilpraktiker auszubilden. Dies kann man entweder in der Praxis tun oder als Lehrkraft in der Theorie.
Heilpraktiker – Arbeitszeiten
Als Heilpraktiker hat man geregelte Arbeitszeiten. Wer seine eigene Praxis hat, kann sich die Zeit zudem komplett eigenständig einteilen und ist somit noch flexibler. Oftmals arbeiten sie auch in Teilzeit.
Heilpraktiker – Wo kann gearbeitet werden?
Nach erfolgreichem Bestehen der Heilpraktikerprüfung arbeiten die meisten Heilpraktiker ein bis zwei Jahre als Assistent in einer bestehenden Heilpraktikerpraxis. Dort verfestigen sie ihre Fähigkeiten beim Umgang mit Patienten.
Einige Heilpraktiker bleiben dauerhaft in einer Gemeinschaftspraxis, während andere sich mit einer eigenen Praxis niederlassen. Wer sehr gut in seinem Fachgebiet ist und gerne schreibt, kann sein Fachwissen auch im Medien-Bereich anbringen.
Heilpraktiker – Weiterbildungsmöglichkeiten
Um seine Kenntnisse zu bestimmten Bereichen zu vertiefen und sein Wissen aktuell zu halten, bieten sich Fortbildungen zu Themen wie Homöopathie, Gesundheitsberatung oder Naturheilkunde an. Wer sich für den Bereich der Psychotherapie interessiert, kann auch die Weiterbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie machen. Um beruflich aufzusteigen kann man beispielsweise die Ausbildung als Ernährungsberater absolvieren oder ein Studium in den Bereichen Komplementärmedizin oder Humanmedizin anstreben.
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Häufige Fragen zu Heilpraktiker – Beruf und Ausbildung
- Was ist ein Heilpraktiker?
- Wie viel verdient man als Heilpraktiker?
- Was muss man als Heilpraktiker wissen?
- Was schreibe ich in einer Bewerbung für eine Stelle als Heilpraktiker?
- Was kann man nach der Ausbildung zum Heilpraktiker machen?
- Wie lange dauert die Heilpraktiker-Ausbildung?
- Wie läuft die Ausbildung zum Heilpraktiker ab?
Als Heilpraktiker ist man Experte für alternative Heilkunde. Heilpraktiker arbeiten mit traditionellen Heilverfahren wie Kinesiologie, Akupunktur oder Homöopathie und kombinieren diese zum Teil mit modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Generell können selbstständige Heilpraktiker ihren Stundensatz selbst festlegen. Wie hoch dieser ausfällt ist meist von der Berufserfahrung, dem Bundesland und der Spezialisierung der Heilpraktiker abhängig. Das Heilpraktiker-Gehalt in Deutschland liegt im Median bei rund 3.133 Euro Euro brutto im Monat.
Zur Ausübung ihres Berufs brauchen Heilpraktiker Kenntnisse über den Aufbau und die Funktion des menschlichen Körpers und dessen Psyche, sowie über Krankheitslehre, diagnostische und therapeutische Naturheilverfahren, Arzneimittellehre, Ernährungslehre und diätetische Empfehlungen für diverse Erkrankungen. Des Weiteren brauchen Heilpraktiker ein weitläufiges Verständnis von Praxishygiene, Desinfektion und Sterilisation von medizinischen Instrumenten sowie Kenntnis der rechtlichen Grundlagen und Grenzen von nichtärztlicher Ausübung der Heilkunde.
Das Anschreiben einer Bewerbung als Heilpraktiker sollte die persönliche Motivation schildern und warum man der Richtige für die Stelle ist. Dabei sollte man seine Schilderung auf die Anforderungen und Erwartungen des Unternehmens anpassen. Der Lebenslauf sollte ohne Lücken den beruflichen und schulischen Werdegang aufführen, beginnend mit der jetzigen Position/Funktion. Als beigefügte Zeugnisse und Zertifikate sollten nur die wichtigsten gewählt werden.
Heilpraktiker sollten zunächst entscheiden, ob sie ihren Beruf auf selbstständiger Basis ausüben, in einer Gemeinschaftspraxis tätig werden oder in ein Anstellungsverhältnis treten wollen. Um Kenntnisse zu bestimmten Bereichen zu vertiefen und das Fachwissen aktuell zu halten, bieten sich Fortbildungen zu Themen wie Homöopathie, Gesundheitsberatung oder Naturheilkunde an.
Wie lange der Weg zum Heilpraktiker dauert ist vor allem davon abhängig, ob die Ausbildung in Vollzeit, Teilzeit oder mittels Fernlehrgang absolviert wird. Des Weiteren kann die Ausbildungszeit von Anbieter zu Anbieter stark voneinander abweichen. Durchschnittlich umfasst die Ausbildungszeit 1 bis 3 Jahre.
Die Heilpraktiker-Ausbildung kann in verschiedenen Formen absolviert werden und kann somit in der jeweiligen Bildungseinrichtung oder von zuhause aus stattfinden. Schlussendlich zählt vor allem das Bestehen der Prüfung, zu welcher die angehenden Heilpraktiker sich selbst anmelden müssen. Die staatliche Prüfung findet beim zuständigen Landesgesundheitsamt statt und setzt sich aus einem schriftlichen und mündlichen Teil zusammen.
- Fachverband Deutscher Heilpraktiker, Heilpraktiker Ausbildung – Wie werde ich Heilpraktiker, https://www.heilpraktiker.org/... (letzter Zugriff am 04.03.2026)
- Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas: Heilpraktiker/in, https://web.arbeitsagentur.de/... (letzter Zugriff am 04.03.2026)
- Bundesamt für Justiz, Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz), https://www.gesetze-im-internet.de/... (letzter Zugriff am 04.03.2026)








