Heilpraktiker

Heilpraktiker/ in – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Ihre sanfte Heilung wird von vielen geschätzt, denn Heilpraktiker haben eine ganz andere Herangehensweise an Befindlichkeitsstörungen als Ärzte. Sie schauen nicht nur auf die Symptome, sondern vor allem nach den Ursachen, und versuchen mittels Naturheilverfahren die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen.

Informationen über die Ausbildung zum Heilpraktiker, Details zum Berufsalltag und Zahlen zum Gehalt – hier alles im Überblick.

Inhalt

Ausbildung Heilpraktiker – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Obwohl es das deutsche Heilpraktikergesetz (HeilprG) seit 80 Jahren gibt, ist die Ausbildung als Heilpraktiker nicht einheitlich geregelt. Daher können Ausbildungsinhalte, Dauer und Zugangsvoraussetzungen je nach Lehrgangsträger variieren. Die meisten Heilpraktikerschulen sind nicht staatlich, sondern privat. Bewerber sollten die Angebote unterschiedlicher Bildungsanbieter daher genau vergleichen. An einigen Schulen darf jeder in die Ausbildung starten, teilweise wird für die Ausbildung ein Hauptschulabschluss oder eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung verlangt. In der Regel gibt es ein Mindestalter (beispielsweise 25 Jahre). Zudem wird die gesundheitliche Eignung durch ein ärztliches Attest sowie ein tadelloses Führungszeugnis vorausgesetzt. Die Ausbildungsdauer ist je nach Unterrichtsform (Vollzeit/Teilzeit/Fernunterricht) und Ausbildungsträger unterschiedlich. Die meisten Auszubildenden absolvieren eine dreijährige Heilpraktikerausbildung. Doch auch kürzere und längere Ausbildungsgänge werden angeboten. Welche Ausbildungsform die Richtige ist, hängt im wesentlichen von den eigenen Vorkenntnissen im medizinisch-therapeutischen Bereich ab. Je mehr Unterrichtsstunden die Ausbildung enthält, desto mehr Kenntnisse können erworben werden. Besitzt man bereits fundierte medizinische Kenntnisse, könnte sich ein kürzerer Ausbildungsgang als sinnvoller erweisen. Neben der angegebenen Zahl an Ausbildungsstunden sind die angegebenen Ausbildungsinhalte wesentlich.

Im Allgemeinen werden während der Ausbildung folgende Kenntnisse vermittelt:

  • Aufbau und Funktion des menschlichen Körpers (Anatomie/Physiologie)
  • Entstehung von Krankheiten und mögliche psychologische oder psychosomatische Ursachen (Krankheitslehre/Pathologie)
  • Erkennung und Verhalten bei Krankheiten und medizinischen Notfällen (klinische Medizin)
  • Techniken der Anamnese und Methoden der Krankheitsuntersuchung
  • diagnostische und therapeutische Naturheilverfahren und deren Grenzen
  • Arzneimittellehre (Pharmakologie)
  • Interpretation von Laborbefunden
  • Ernährungslehre und diätetische Empfehlungen für diverse Erkrankungen
  • Praxishygiene, Desinfektion, Sterilisation
  • rechtliche Grundlagen und Grenzen bei nichtärztlicher Ausübung der Heilkunde
  • Praxisführung

Die genauen Inhalte können je nach Bildungsträger variieren! Einige Schulen bieten die Ausbildung als Heilpraktiker mit Spezialisierung in den Schwerpunkten Biologische Kinderheilkunde und Sportmedizin an. Dann ändern sich die Ausbildungsinhalte leicht.

In der Regel wird ein Praktikum in die Ausbildung integriert. Manchmal schließt sich auch eine längere Praxisphase an die theoretische Ausbildung an. Dadurch erhalten angehende Heilpraktiker die Möglichkeit, bei praktizierenden Heilpraktikern und Heilpraktikerinnen oder in einer Lehrpraxis praktische Erfahrung zu sammeln.

Die Ausbildung endet oft mit einer schulinternen Prüfung, die allerdings nicht zur Berufsausübung reicht. Für die Tätigkeit als Heilpraktiker ist der erfolgreiche Abschluss einer staatlichen Prüfung (Heilpraktikerprüfung gemäß Heilpraktikergesetz) notwendig. Für die staatliche Prüfung beim zuständigen Landesgesundheitsamt müssen sich Auszubildende frühzeitig selbstständig anmelden!
Mancherorts kann die Wartezeit auf einen Prüfungsplatz über ein Jahr betragen. Gute Schulen erinnern rechtzeitig an die Fristen und helfen bei der Anmeldung.

Die staatliche Prüfung besteht aus einem schriftlichen Teil. Wird dieser erfolgreich absolviert, folgt ein mündlicher Teil. Die Inhalte der Prüfung unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.

Für die Heilpraktikerprüfung gibt es gewisse Zugangsvoraussetzungen. So kann laut Heilpraktikergesetz zur Heilpraktikerprüfung nur antreten, wer:

  • das 25. Lebensjahr vollendet hat
  • mindestens einen Hauptschulabschluss besitzt
  • ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegt
  • nicht vorbestraft ist
  • die körperliche und geistige Eignung aufweist (keine ansteckenden oder chronischen Erkrankungen, keine Abhängigkeiten)

Mit erfolgreichem Bestehen der Heilpraktikerprüfung erwirbt man das Recht, als Heilpraktiker in Deutschland zu arbeiten.

Heilpraktiker Ausbildung Gehalt

Während der Ausbildung als Heilpraktiker gibt es kein Gehalt. Vielfach muss sogar für die Ausbildung gezahlt werden, da die meisten Heilpraktikerschulen privat sind.

Der Beruf Heilpraktiker – Tätigkeiten und Alltag

Nach erfolgreichem Bestehen der Heilpraktikerprüfung arbeiten die meisten Heilpraktiker ein bis zwei Jahre als Assistent in einer bestehenden Heilpraktikerpraxis. Dort verfestigen sie ihre Fähigkeiten beim Umgang mit Patienten und behandeln vornehmlich Allergien, Beschwerden an den Gelenken und am Rücken sowie Migräne und Spannungsschmerzen. Dafür bedienen sie sich Verfahren aus der Naturheilkunde und Volksheilkunde,  Rezepte für verschreibungspflichtige Medikamente darf man als Heilpraktiker/in nicht ausstellen. Zum Teil werden aber auch Akupunktur, Chiropraktik, Homöopathie und Osteopathie von Heilpraktikern eingesetzt. Zum Arbeitsalltag gehört auch die Dokumentation von Befunden und Therapieverläufen.

Einige Heilpraktiker bleiben dauerhaft in einer Gemeinschaftspraxis, während andere sich mit einer eigenen Praxis niederlassen. Wie viele Patienten pro Tag behandelt werden, hängt von mehreren Faktoren ab: dem Standort, den eigenen Arbeitszeiten (Voll- oder Teilzeit), und der Konjunktur- und Auftragslage. Letzteres spielt deshalb eine Rolle, da viele Krankenkassen die Kosten einer Behandlung beim Heilpraktiker nicht übernehmen und Patienten die Kosten aus eigener Tasche zahlen müssen.

Daher zählt auch die Abrechnung der Leistungen direkt mit den Patienten (und seltener mit den Krankenkassen) zu den regelmäßigen Aufgaben als Heilpraktiker/in. Viele tun dies gebündelt ein Mal wöchentlich. Selbstständige Heilpraktiker müssen sich zusätzlich um diverse betriebswirtschaftliche Belange kümmern, darunter fallen z.B. Miete, Steuern oder Werbung.

Heilpraktiker Gehalt

Wie hoch das Gehalt als Heilpraktiker ist, lässt sich nicht konkret sagen, da die meisten in dem Beruf auf selbstständiger Basis arbeiten. Grundsätzlich können Heilpraktiker ihre Behandlungshonorare frei bestimmen, müssen sich aber an die lokalen Gegebenheiten anpassen. So ist denkbar, dass das Gehalt in Großstädten und wohlhabenderen Regionen höher ausfällt als in einkommensschwächeren Teilen Deutschlands.

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