Ein Ergotherapeut zählt zu den unterschätzten Helden des Gesundheitswesens: Mit ihrer alltagsorientierten Therapie helfen sie Kindern und Erwachsenen mit geistigen und körperlichen Einschränkungen, möglichst selbstständig ihren Alltag bewältigen zu können. Dafür nutzen sie vielfältige Übungen und Hilfsmittel und arbeiten eng mit Ärzten und anderen Spezialisten wie Logopäden zusammen.
Was macht ein Ergotherapeut im Joballtag sonst? Was sind Inhalte der Ausbildung? Und wie steht es um das Gehalt im Beruf und Weiterbildungsmöglichkeiten? Wir klären auf.
Das Wichtigste in Kürze
- Tätigkeit: Ergotherapeuten unterstützen Menschen dabei, Alltagsfähigkeiten wiederzuerlangen oder zu verbessern, zum Beispiel nach Krankheit, Unfall oder bei Behinderung.
- Ausbildung: Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und kombiniert theoretischen Unterricht mit praktischen Einsätzen.
- Aufgaben: Dazu gehören Therapieplanung, Durchführung von Übungen, Förderung motorischer und kognitiver Fähigkeiten sowie Beratung von Patienten.
- Arbeitsorte: Ergotherapeuten arbeiten unter anderem in Praxen, Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder sozialen Einrichtungen.
- Ziel: Im Mittelpunkt steht die Förderung von Selbstständigkeit und Lebensqualität der Patienten im Alltag
Was macht ein Ergotherapeut?
Ergotherapeuten behandeln und beraten Menschen, die durch eine Erkrankung – etwa nach einem Schlaganfall – oder durch eine Behinderung in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt sind. Sie arbeiten mit Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen und kooperieren dabei eng mit Fachkräften wie Logopäden, Psychologen, Physiotherapeuten oder Sozialpädagogen.
Auf Grundlage ärztlicher Diagnosen entwickeln sie individuelle Behandlungspläne und wählen gezielt Übungen sowie passende Hilfsmittel aus. Dabei nutzen sie ein breites Spektrum – von Alltagsgegenständen über Gymnastikmaterialien bis hin zu Naturstoffen oder digitalen Medien.
Im Mittelpunkt steht immer der Alltag der Patienten. Ergotherapeuten helfen ihnen, grundlegende Fähigkeiten wie Waschen, Anziehen oder Essen wieder selbstständig auszuführen. Gleichzeitig fördern sie gezielt motorische und koordinative Fähigkeiten, um die Patienten bei Bedarf auch wieder in das Berufsleben einzugliedern.
Ergotherapeut – Ausbildung
Das Berufsbild des Ergotherapeuten findet an privaten oder staatlichen Berufsfachschulen statt und dauert in der Regel drei Jahre. Die Ausbildung ist bundesweit geregelt und hat dadurch keine einheitlichen länderspezifischen Voraussetzungen. In einigen Bundesländern gibt es mehr staatliche Schulen, während in anderen Bundesländern vor allem Privatschulen dominieren. Die Ausbildung kann je nach Bundesland und Schule kostenpflichtig sein. Staatliche Schulen sind oft kostenfrei, während private Schulen Gebühren erheben können. Die Kosten und die Vergabe von Ausbildungsplätzen können je nach Träger variieren.
Zugangsvoraussetzungen
Für die Ausbildung zum Ergotherapeuten benötigen Bewerber in der Regel einen mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) oder alternativ einen Hauptschulabschluss in Kombination mit einer mindestens zweijährigen abgeschlossenen Berufsausbildung. Teilweise verlangen Ausbildungsstätten auch die Fachhochschulreife oder das Abitur. Zusätzlich fordern einige Anbieter weitere Nachweise, etwa ein ärztliches Attest, ein polizeiliches Führungszeugnis, den Impfschutz gegen Hepatitis B oder ein Mindestalter von 18 Jahren.
Darüber hinaus sollten Bewerber ein starkes Interesse an medizinischen Themen und verschiedenen Krankheitsbildern mitbringen. Gleichzeitig ist es wichtig, einfühlsam und kontaktfreudig zu sein, da Ergotherapeuten eng mit Menschen arbeiten. Außerdem brauchen sie Geduld sowie die Fähigkeit, eigenverantwortlich zu handeln. Ebenso spielen handwerkliches Geschick und kreative Fähigkeiten eine große Rolle, da sie häufig individuelle Lösungen für die Herausforderungen ihrer Patienten entwickeln und dabei auch mit Materialien wie Holz, Filz oder anderen Stoffen arbeiten.
Ergotherapeut/in Stellenangebote
Ausbildungsform und Ausbildungsaufbau
Die Ausbildung zum Ergotherapeuten in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen. Der Unterricht findet an Berufsfachschulen in Verbindung mit klinischen Einrichtungen statt. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, den Beruf des Ergotherapeuten mittels Studiums zu erlernen. Mehr dazu im Abschnitt “Weiterbildungsmöglichkeiten – Studium”.
Tipp!
Über eine E-Mai-Adresse oder per Telefon kann man sich bei potenziellen Arbeitgebern über Fragen rund um die Bewerbung informieren. Auch deren Webseiten können ein guter erster Anlaufpunkt sein, um mehr zu den konkreten Zugangsvoraussetzungen und dem Ausbildungsaufbau zu erfahren.
Ausbildungsinhalte
Neben den allgemeinbildenden Fächern, wie Deutsch, Sozialkunde und Wirtschaft, werden den Auszubildenden der Ergotherapeut Ausbildung vor allem medizinische Grundlagen, Psychologie und Pädagogik, sowie ergotherapeutische Mittel und Verfahren während ihrer schulischen Ausbildung vermittelt. Des Weiteren eigenen sie sich Kenntnisse in den Bereichen Anatomie des Körpers, Arzneimittel und deren Einsatzgebiete und Wirkungen, Gerontologie, Pädiatrie, sowie Behindertenpädagogik an.
Während der schulischen Ausbildung müssen die angehenden Ergotherapeuten verschiedene Praktika absolvieren. Diese finden in der Regel in Reha-Kliniken, Rehabilitations- und Behindertenwerkstätten, ergotherapeutischen Praxen, Altenheimen oder Förderschulen statt. In den Praxisphasen erlenen die Auszubildenden, die in der Theorie erlernten motorisch-funktionellen, psychosozialen und arbeitstherapeutischen Behandlungsverfahren, in der Praxis umzusetzen.
| Ausbildungsfächer | Stundenzahl |
| Theoretische Inhalte | 2.700 |
| Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde | 40 |
| Fachsprache, Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten | 80 |
| Grundlagen der Gesundheitslehre und Hygiene | 30 |
| Biologie, beschreibende und funktionelle Anatomie, Physiologie | 180 |
| Allgemeine Krankheitslehre | 30 |
| Spezielle Krankheitslehre einschließlich diagnostischer, therapeutischer, präventiver und rehabilitativer Maßnahmen sowie psychosozialer Aspekte | 280 |
| Arzneimittellehre | 20 |
| Grundlagen der Arbeitsmedizin | 30 |
| Erste Hilfe | 20 |
| Psychologie und Pädagogik | 210 |
| Behindertenpädagogik | 40 |
| Medizinsoziologie und Gerontologie | 70 |
| Handwerkliche und gestalterische Techniken mit verschiedenen Materialien | 500 |
| Spiele, Hilfsmittel, Schienen und technische Medien | 200 |
| Grundlagen der Ergotherapie | 140 |
| Motorisch-funktionelle Behandlungsverfahren | 100 |
| Neurophysiologische Behandlungsverfahren | 100 |
| Neuropsychologische Behandlungsverfahren | 100 |
| Arbeitstherapeutische Verfahren | 100 |
| Adaptierende Verfahren in der Ergotherapie | 40 |
| Prävention und Rehabilitation | 40 |
| Wahlpflichtstunden zur Verteilung auf die Ausbildungsfächer | 250 |
| Praktische Inhalte | 1.700 |
| 1) Praktische Ausbildung im psychosozialen (psychiatrischen/psychosomatischen) Bereich | 400 |
| 2) motorisch-funktionellen, neurophysiologischen oder neuropsychologischen Bereich | 400 |
| 3) arbeitstherapeutischer Bereich | 400 |
| Wahlpflichtverteilung auf die Bereiche 1 bis 3 | 500 |
Ausbildungsdauer
Die Ausbildung zum Ergotherapeuten umfasst rund 3 Jahre. Entscheidet man sich dafür, die Ergotherapeut-Ausbildung berufsbegleitend durchzuführen, verlängert sich der Zeitraum auf rund 5 Jahre.
Bei einer zuvor abgeschlossenen Ausbildung als Krankengymnast, Physiotherapeut oder Erzieher verkürzt sich die Ausbildungszeit um 1 Jahr.
Ausbildungsorte
Für die Ergotherapeut Ausbildung durchlaufen die Auszubildenden theoretischen und praktischen Unterricht an der Berufsschule und absolvieren zusätzlich Praktika in Kliniken und Praxen. Die Ausbildung zum Ergotherapeuten wird derzeit von rund 190 Berufsschulen in Deutschland angeboten. Es ist ratsam, sich bei den einzelnen Schulen oder zuständigen Behörden im jeweiligen Bundesland direkt über die genauen Anforderungen zu informieren, da es zu geringfügigen Unterschieden kommen kann. Individuell sollten Interessierte hier Informationen einfach per E-Mail anfragen.
Duale Ausbildung
Einige Bundesländer bieten die Möglichkeit einer dualen Ausbildung an, bei der die Ausbildung sowohl in der Schule als auch in einer Einrichtung (zum Beispiel Klinik) stattfindet.
Ausbildungsabschluss
Die Ergotherapeut-Ausbildung schließt mit einem staatlichen Examen ab, welches sich in eine schriftliche und eine mündliche Prüfung gliedert. Zusätzlich müssen die angehenden Ergotherapeuten eine praktische Prüfung mit einem Patienten sowie eine handwerklich-gestalterische Prüfung absolvieren. Nach bestandener Prüfung sind die Absolventen berechtigt, die Berufsbezeichnung staatlich anerkannter Ergotherapeut zu führen.

Ergotherapeut – Gehalt während der Ausbildung
Die Ergotherapeut-Ausbildung wurde lange Zeit nicht vergütet. Seit dem Ausbildungsjahr 2018/2019 hat sich dies aber zumindest teilweise geändert. Wird die Ergotherapeut-Ausbildung an einer Schule absolviert, die an ein Krankenhaus in öffentlicher Trägerschaft angeschlossen ist, gibt es eine Vergütung. Dieses Ausbildungsgehalt richtet sich nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD), alternativ kann ein Tarifvertrag für Auszubildende der Länder (TVAL) als Grundlage dienen.
| Ausbildungsjahr | Ausbildungsvergütung |
|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | 1.365,24 Euro |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.425,30 Euro |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.522,03 Euro |
Gültig von 01.05.2026 bis 31.03.2027
Ergotherapeut – Gehalt im weiteren Berufsleben
Das Gehalt von Ergotherapeuten ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Neben dem Standort des Arbeitgebers und dessen Unternehmensgröße ist es vor allem entscheidend, ob die Ergotherapeuten in einem Arbeitsverhältnis mit einer öffentlichen oder privaten Einrichtung stehen. Arbeiten Ergotherapeuten nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung in einer Klinik, erfolgt meist eine Vergütung nach TVöD oder TV-L. Das Gehalt als Ergotherapeut richtet sich also nach Tarifen. In öffentlichen Einrichtungen werden frisch gebackene Ergotherapeuten nach ihrer Ausbildung, meist in die Entgeltgruppe 6 eingruppiert, das Einstiegsgehalt liegt hier bei rund 3.124,08 € brutto im Monat. Aufstiege bis in Entgeltgruppe 8 sind möglich, wenn beispielsweise die Leitung eines Bereichs übernommen wird.
| Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 |
| E 15Ü | 7.062,92 € | 7.814,11 € | 8.525,72 € | 9.000,15 € | 9.110,86 € | |
| E 15 | 5.827,86 € | 6.208,96 € | 6.634,05 € | 7.214,39 € | 7.811,37 € | 8.204,11 € |
| E 14 | 5.298,27 € | 5.643,35 € | 6.094,01 € | 6.594,12 € | 7.151,57 € | 7.551,78 € |
| E 13 | 4.901,11 € | 5.279,32 € | 5.709,87 € | 6.177,31 € | 6.727,38 € | 7.025,87 € |
| E 12 | 4.415,70 € | 4.850,91 € | 5.359,50 € | 5.923,82 € | 6.586,00 € | 6.900,18 € |
| E 11 | 4.269,64 € | 4.669,92 € | 5.046,03 € | 5.454,10 € | 6.012,56 € | 6.326,77 € |
| E 10 | 4.124,53 € | 4.438,16 € | 4.794,69 € | 5.181,37 € | 5.611,95 € | 5.753,35 € |
| E 9c | 3.978,29 € | 4.249,97 € | 4.589,09 € | 4.958,59 € | 5.359,19 € | 5.487,80 € |
| E 9b | 3.833,50 € | 3.956,17 € | 4.267,03 € | 4.608,13 € | 4.983,57 € | 5.297,75 € |
| E 9a | 3.691,52 € | 3.917,37 € | 3.981,07 € | 4.196,35 € | 4.590,80 € | 4.746,88 € |
| E 8 | 3.486,40 € | 3.697,29 € | 3.843,36 € | 3.992,40 € | 4.153,50 € | 4.230,97 € |
| E 7 | 3.294,98 € | 3.537,94 € | 3.682,69 € | 3.828,76 € | 3.969,05 € | 4.045,24 € |
| E 6 | 3.240,30 € | 3.440,25 € | 3.580,46 € | 3.719,22 € | 3.855,50 € | 3.926,20 € |
| E 5 | 3.124,08 € | 3.318,04 € | 3.449,05 € | 3.587,78 € | 3.716,70 € | 3.783,33 € |
| E 4 | 2.994,17 € | 3.190,45 € | 3.355,14 € | 3.457,66 € | 3.560,17 € | 3.620,20 € |
| E 3 | 2.953,13 € | 3.164,20 € | 3.215,57 € | 3.332,99 € | 3.421,10 € | 3.501,81 € |
| E 2Ü | 2.787,52 € | 3.028,30 € | 3.116,51 € | 3.234,12 € | 3.314,92 € | 3.375,24 € |
| E 2 | 2.767,54 € | 2.975,32 € | 3.027,12 € | 3.101,04 € | 3.263,52 € | 3.433,49 € |
| E 1 | 2.543,55 € | 2.568,83 € | 2.611,69 € | 2.651,64 € | 2.754,50 € |
Gültig von 01.05.2026 bis 31.03.2027
Quelle: Oeffentlichen-Dienst.de
Private Einrichtungen legen ihre Gehälter meist selbst fest. Diese können dann deutlich unter, oder über den tariflichen Gehältern liegen.
Ergotherapeut – Aufgaben im Arbeitsalltag
Der Job als Ergotherapeut ist sehr abwechslungsreich, denn jeder Patient bringt andere Herausforderungen mit und braucht andere Lösungen, um seine individuelle Handlungsfähigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen.
Herstellung der Beweglichkeit
Ergotherapeuten begleiten Menschen mit ergotherapeutischen Behandlungsverfahren, die sie für ihre Patienten gezielt zusammenstellen. Dabei verbessern sie mit ihren Übungen Störungen der Feinmotorik oder Bewegungsstörungen, die den ganzen Körper betreffen. Ob Haare kämmen, Zähneputzen, Wäsche aufhängen – Ergotherapeuten sorgen dafür, dass Alltagsbewegungen trotz Einschränkungen, beispielsweise durch eine Verletzung, Operation, Erkrankung oder Behinderung, selbstständig ausgeführt werden können.
Analyse der Einschränkungen
Bevor die Ergotherapeuten mit der Behandlung beginnen können, müssen im Gespräch mit dem Patienten und durch verschiedene Testübungen dessen Einschränkungen analysiert werden. So wird ermittelt, welche Körperpartien beeinträchtigt sind und ob geistige oder seelische Einschränkungen bestehen. Danach wird ein individueller Behandlungsplan erstellt.
Dokumentation mittels Patientenakten
Ergotherapeuten müssen die Krankheitsbilder der Patienten und deren Behandlungen schriftlich dokumentiert – und einzelne Fortschritte festgehalten werden, um den Behandlungsablauf individuell anpassen zu können. nutzen zum Festhalten der Daten Computerprogramme. In Kliniken werden zudem Rücksprachen mit Ärzten gehalten.
Ergotherapeut – Arbeitszeiten
Ergotherapeuten können in der Regel sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit Anstellung finden. Die Arbeitszeiten orientieren sich an der Einrichtung, in der man beschäftig ist. Wie viele andere medizinische Berufe ist der Job als Ergotherapeut oftmals mit Wochenend-, Nacht- sowie Feiertagsschichten verbunden, denn Kliniken haben meist rund um die Uhr geöffnet, so dass man entweder morgens bis nachmittags oder mittags bis abends arbeitet. Praxen haben in der Regel zwischen 8 Uhr morgens und 18 Uhr abends geöffnet. Auch das Arbeiten an Wochenenden ist nicht ausgeschlossen.
Ergotherapeut – Wo kann gearbeitet werden?
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Ergotherapeuten wuchs von rund 39.300 im Jahr 2012 auf mehr als 52.900 im Jahr 2021. Die Jobaussichten sehen also mehr als rosig aus, denn im Zuge der zunehmend älter werdenden Bevölkerung in Kombination mit der mangelnden Bewegung im stressigen Alltag junger Menschen, werden Ergotherapeuten auch in Zukunft händeringend benötigt.
Ergotherapeuten finden in Krankenhäusern und Kliniken, Gesundheitszentren, sozialen Einrichtungen und Heimen, Praxen für Ergotherapie, sowie in pädagogischen Einrichtungen wie Sonderschulen und Frühförderzentren Anstellung. Dabei sind sie in erster Linie in Behandlungsräumen und Patientenzimmern, oder aber in Patientenwohnungen beziehungsweise Räumen von Betreuungseinrichtungen, Turn- und Sporthallen, Werkräumen, sowie am Arbeitsplatz von Patienten oder in Büros tätig.
Ergotherapeut/in Stellenangebote
Ergotherapeut – Weiterbildungsmöglichkeiten
Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Weiterbildungen gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, mit denen Ergotherapeuten ihr Fachwissen erweitern und vertiefen, und ihr Gehalt verbessern können.
Spezialisierung und Weiterbildungen
So können sie sich auf ein bestimmtes Fachgebiet wie Musik, Rhythmus und Bewegung, Gesundheitstraining, Menschen mit Seh-, Hör- und Sprachbehinderung, Case Management oder Mitarbeiterführung spezialisieren. Auch eine spezielle Management-Weiterbildung ist möglich, um zum Beispiel zur Leitung der ergotherapeutischen Abteilung einer Klinik aufzusteigen. Eine Alternative ist die Ausbildung zur Geprüften Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen. Auch dieser Abschluss ermöglicht die Übernahme von Führungs- und Leitungsaufgaben.
Eurythmie in der Ergotherapie
Eurythmie ist eine Bewegungskunst, die aus der Anthroposophie stammt und bei der Musik und Sprache durch Körperbewegungen dargestellt werden. In entsprechenden Ausbildungen oder Studiengängen lernen die Teilnehmer neben der praktischen Bewegung auch Inhalte wie Musik, Sprache, Anatomie und Menschenkunde. Eurythmisten arbeiten in Bereichen wie Bühne, Pädagogik oder Therapie. Besonders die Heileurythmie weist Parallelen zur Ergotherapie auf, da sie mit gezielten Bewegungen arbeitet und dabei einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, der körperliche, psychische und soziale Aspekte einbezieht.
Studium
Über ein weiterführendes Studium können Ergotherapeuten mit ausreichender Berufserfahrung ebenfalls nachdenken, insofern eine Hochschulzugangsberechtigung vorliegt. Als Studienfächer bieten sich etwa Heilpädagogik, Therapiewissenschaft, Motologie oder Rehabilitations- und Sonderpädagogik an.
Außerdem kann ein ein vertiefendes Ergotherapie-Studium aufgenommen werden. Voraussetzung ist das Abitur, die Fachhochschulreife oder die Fachgebundene Hochschulreife. Mit einem Numerus clausus (NC) sind die Studiengänge in der Regel nicht versehen, dafür führen die Hochschulen Eignungsprüfungen oder Auswahlgespräche durch. Auch ein Vorpraktikum oder eine abgeschlossene Berufsausbildung wird teilweise verlangt.
Im Rahmen des Ergotherapie-Studiums stehen vor allem die Fächer Medizin, Sozialwissenschaften, Neurologie, Pädiatrie, Psychologie, Anatomie, Physiotherapie, Musiktherapie, Geriatrie und Neurorehabilitation auf dem Lehrplan der angehenden Akademiker. Dabei werden zudem praktische Fähigkeiten zur Planung ergotherapeutischer Behandlungen erworben. Auch das Erlernen und Durchführen unterschiedlicher ergotherapeutischer Techniken in so genannten Skills Labs sowie die praktische Ausbildung am Patienten gehört zu den Ausbildungsinhalten des Ergotherapie-Studiums.
Das Bachelor-Studium der Ergotherapie umfasst in der Regel rund sechs Semester. Insbesondere Fachhochschulen haben entsprechende Studiengänge im Angebot. Zudem ist es möglich, das Studium in Vollzeit, Teilzeit, oder auch dual, ausbildungsintegrierend oder berufsbegleitend studieren. Die Studienzeit kann sich entsprechend des gewählten Modells verlängern. Das Studium der Ergotherapie wird derzeit deutschlandweit an 14 Bachelor- und Masterkursen an neun Fachhochschulen, zwei Universitäten und zwei Akademien angeboten.
| Weiterbildungsmöglichkeiten (Auswahl) | Studienmöglichkeiten (Auswahl) |
| Gesundheitstraining | Heilpädagogik |
| Seh-, Hör- und Sprachbehinderung | Ergotherapie |
| Case Management | Therapiewissenschaft |
| Mitarbeiterführung | Motologie |
| Fachwirt Gesundheits- und Sozialwesen | Rehabilitationspädagogik |
Stellenangebote für Ergotherapeuten finden
Auf der Suche nach passenden Ergotherapeut Stellenangeboten? Auf unserem Medi-Karriere Stellenportal werden Sie fündig. Hier geht es direkt zu unserer Suche mit zahlreichen Ergotherapeut Stellenangeboten.
Häufige Fragen
- Was macht ein Ergotherapeut?
- Was verdient man als Ergotherapeut?
- Was muss man als Ergotherapeut können?
- Was schreibe ich in einer Bewerbung für eine Stelle als Ergotherapeut?
- Welche Fächer hat man in der Ausbildung zum Ergotherapeuten?
- Was kann man nach der Ausbildung zum Ergotherapeuten machen?
Als Ergotherapeut hilft man Menschen, die körperlich oder geistig eingeschränkt sind, dabei, ihren Alltag möglichst selbstständig zu bewältigen. Dabei nutzt man verschiedene Hilfsmittel und berät sich unter anderem eng mit Ärzten sowie Physiotherapeuten. Die Arbeit verrichtet man meist in Praxen für Ergotherapie, aber auch in verschiedenen Gesundheitseinrichtungen wie Kliniken, Krankenhäusern und Reha-Zentren kann man als Ergotherapeut tätig sein.
Ergotherapeuten verdienen monatlich zwischen 3.124,08 € und 3.783,33 € im öffentlichen Dienst, wo nach Tarif bezahlt wird. Arbeitet man in einer kirchlichen Einrichtung, wird man ebenfalls nach einem Tarifsystem bezahlt. Nur private Einrichtungen und Praxen legen ihre Gehälter selbst fest, weswegen diese meist niedriger ausfallen. Außerdem spielen beim Verdienst als Ergotherapeut auch Alter, Geschlecht, Berufserfahrung und die Region, in der man tätig ist, eine Rolle, sodass die Gehälter von Fall zu Fall variieren können.
Als Ergotherapeut braucht man viel Einfühlungsvermögen, Geduld und Freude an der Kommunikation und am Umgang mit Menschen. Außerdem sollte man in der Lage sein, gut auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten einzugehen. Auch sollte man ein Interesse für die medizinischen Zusammenhänge im menschlichen Körper haben, da diese Prozesse häufig die Grundlage für die Arbeit als Ergotherapeut bilden.
In einer Bewerbung für eine Stelle als Ergotherapeut sollten das Bewerbungsanschreiben, der Lebenslauf und wichtige Zeugnisse und Zertifikate nicht fehlen. Das Anschreiben drückt die eigene Motivation für die Stelle aus und verknüpft anschaulich die persönlichen Fähigkeiten mit den Anforderungen der Einrichtung an die Bewerber. Im Lebenslauf schildert man tabellarisch den beruflichen und schulischen Werdegang. Dabei beginnt man mit der aktuellsten Station und bewegt sich anschließend “rückwärts” durch die Zeit. Mit den wichtigsten Zeugnissen und Zertifikaten belegt man diese Stationen.
In der Ausbildung zum Ergotherapeuten findet der Unterricht unter anderem in Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre statt. Auch auf psychosozialen Aspekten liegt ein Fokus, sodass man später gleichermaßen einfühlsam auf alle Patienten eingehen kann.
Nach der Ausbildung zum Ergotherapeuten kann man Angestellte in Alten- und Pflegeheimen, Forschungseinrichtungen, Kliniken, Rehabilitationszentren oder Werkstätten für Menschen mit Behinderungen arbeiten oder sich in einer eigenen Praxis selbstständig machen.








