Arztsekretär

Arztsekretär/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Mit zunehmender Komplexität der Arbeit im Gesundheitswesen sind gut ausgebildete Fachkräfte in den unterschiedlichsten Bereichen gefragt. Vor allem der bürokratische Aufwand steigt stetig an. Arztsekretäre entlasten das medizinische Personal genau dabei und übernehmen zahlreiche Aufgaben im administrativen Bereich.

Inhalt

Ausbildung Arztsekretär – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Der Beruf Arztsekretär (auch Arztschreibkraft oder Medizinische Schreibkraft genannt) ist kein offiziell anerkannter Ausbildungsberuf. Folglich gibt es in Deutschland keine Ausbildung, die in diesen Beruf führt. Der Titel kann ausschließlich im Rahmen einer beruflichen Weiterbildung erworben werden. Die Dauer dieser Weiterbildung schwankt je nach Anbieter und kann von wenigen Wochen bis zu einem Jahr dauern. Die Voraussetzungen für die Weiterbildungen sind ebenfalls nicht einheitlich.

Grundsätzlich vereint der Beruf zwei Aspekte: die klassische Büroarbeit und den medizinischen Bereich. Arztsekretäre müssen über Kenntnisse in medizinischer Terminologie verfügen, um Fachbegriffe und Methoden verstehen zu können und im Arbeitsalltag zurechtzukommen. Daher richten sich etliche Weiterbildungsangebote gezielt an Personen mit medizinischem Vorwissen, die bereits eine Ausbildung absolviert haben. Folgende Ausbildungen gelten als besonders geeignet:

  • Medizinische Fachangestellte (MFA)
  • Kaufmann im Gesundheitswesen
  • Assistent – Gesundheits- und Sozialwesen (einjährige Ausbildung am Berufskolleg)

Allerdings sind eine konkrete Ausbildung oder mehrjährige Erfahrung in einem dieser Berufe keine Vorschrift – und damit auch keine klar definierte Voraussetzung für eine Weiterbildung. Ebenso wenig ist kein konkreter Schulabschluss nötig. Prinzipiell können auch andere Berufsausbildungen im Gesundheitswesen oder im kaufmännischen Bereich ausreichend sein. Für Quereinsteiger ohne Kenntnisse in medizinischer Terminologie ist es jedoch wichtig, ein Weiterbildungsangebot zu wählen, das genau diese Lücken auffüllen kann.

Neben medizinischen Kenntnissen müssen Arztsekretäre über gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift verfügen und die Fähigkeit zur präzisen Kommunikation hinsichtlich medizinischer Themen aufweisen. Weiterhin sind Genauigkeit, Organisationstalent und die Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten für den Beruf wichtig. Spätestens beim Antritt der ersten Arbeitsstelle werden Nachweise der gesundheitlichen Eignung (ärztliches Zeugnis), Impfnachweise sowie das Führungszeugnis verlangt.

Ob Anbieter der Weiterbildungsangebote diese Nachweise ebenfalls einfordern, ist unterschiedlich. Schließlich handelt es sich um Angebote, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus eigener Tasche bezahlen. Manchmal ist aber auch eine Förderung über den sogenannten Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit möglich.

Vorteilhaft ist, wenn die Weiterbildung mit einer IHK-Prüfung abschließt, beispielsweise zum staatlich geprüften Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen.

Bei der näheren Betrachtung aktueller Stellenanzeigen wird deutlich, dass Arbeitgeber keine einheitlichen Erwartungen haben, wenn sie eine/n Arztsekretär/in suchen. Allerdings wirken sich eine abgeschlossene anerkannte Berufsausbildung im Gesundheitswesen oder eine bestandene offizielle IHK-Prüfung bei der Jobsuche immer positiver aus, als ein wenige Wochen dauernder Fortbildungskurs einer unbekannten privaten Schule. Grundsätzlich können sich Einsteiger in den Beruf aber über gute Zukunftsaussichten freuen, da der administrative Aufwand in Arztpraxen und Krankenhäusern tendenziell eher steigt.

Arztsekretär Ausbildung Gehalt

Für den Beruf gibt es keine deutschlandweit einheitliche Ausbildung. Der Beruf ist nicht als regulärer Ausbildungsberuf anerkannt. Private Anbieter bieten jedoch kostenpflichtige Weiterbildungen an, die auf den Beruf vorbereiten sollen. Da solche Weiterbildungsangebote nicht unter das Berufsausbildungsgesetz fallen, erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer keine Vergütung während dieser Qualifizierungszeit.

Der Beruf Arztsekretär – Tätigkeiten und Alltag

Als Arztsekretär arbeitet man in

  • hausärztlichen und fachärztlichen Praxen
  • Kliniken und Krankenhäusern
  • medizinischen Versorgungszentren (MVZ)
  • Krankenversicherungen
  • Gesundheitsämtern

In der Regel gibt es geregelte Arbeitszeiten, die den typischen Öffnungszeiten im Gesundheitswesen entsprechen. Die Mehrzahl aller Arztsekretäre übt den Beruf in Vollzeit aus, Teilzeit ist aber auch möglich.

Zu den täglichen Tätigkeiten gehören vor allem allgemeine Assistenz- und Büroaufgaben sowie kaufmännisch-verwaltende Tätigkeiten. Generell lässt sich feststellen, dass insbesondere in größeren Betrieben eine klare Arbeitseinteilung herrscht, während in kleinen Arztpraxen viele unterschiedliche Aufgaben zu erledigen sind. Dadurch können Arztsekretäre mit medizinischer Grundausbildung in kleinen Arztpraxen die Doppelfunktion der Arzthelfer und der Verwaltungsangestellten einnehmen und tagtäglich in Kontakt mit Patienten stehen und etwa Blutabnahmen und Berichtswesen gleichermaßen ausführen. Im Gegensatz dazu kann die Arbeit in einem größeren Betrieb strikt auf das Büro oder Hinterzimmer beschränkt sein und kaum oder keinen Patientenkontakt aufweisen.

Abgesehen von diesem Unterschied, liegt der eigentliche Kernbereich der Arbeit von Arztsekretären im administrativen und verwaltungstechnischen Bereich. Konkret bedeutet das, dass alle Verwaltungsvorgänge der Abteilung oder Arztpraxis durch ihre Hände gehen. Sei es die Abrechnung mit Krankenkassen und Selbstzahlern, die Verwaltung der Patientenakten (Terminvergabe, Dokumentation des Therapieverlaufs, etc.), die Verwaltung, Bestellung und Bezahlung von Praxisbedarf und Praxiszubehör oder die gesamte Korrespondenz der Praxis oder Klinik. Kurz gesagt, sorgen Arztsekretäre im Hintergrund dafür, dass die Praxis oder Krankenstation reibungslos läuft.

Arztsekretär Gehalt

Da keine einheitliche Ausbildung in den Beruf führt und es keine Tarifverträge gibt, sind die Qualifikation und die Berufserfahrung wichtige Gehaltsfaktoren. Auch das Bundesland spielt beim Gehalt von Arztsekretären eine große Rolle, wie der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit deutlich zeigt. Demnach liegt das mittlere Entgelt in Deutschland laut den Angaben der Bundesagentur bei 3.190 Euro. Regionale Unterschiede sind aber deutlich ausgeprägt. Während der Verdienst in den westlichen Bundesländern bei 3.190 Euro bis 3.830 Euro pro Monat liegt, verdienen Arztsekretäre in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachen und Sachsen-Anhalt mit 2.530 Euro bis 3.190 Euro deutlich weniger.

Laut dem Karriereportal StepStone liegt das Jahresgehalt für Arztsekretäre zwischen 22.800 Euro und 30.900 Euro. Das Durchschnittsgehalt wird mit 27.600 Euro angegeben. Umgerechnet auf das Monatsgehalt wären das rund 2.300 Euro, was noch mal deutlich unter den offiziellen Angaben der Bundesagentur liegt.

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