Medizininformatiker

Medizininformatiker/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Die Informatik ist längst zum wichtigen Hilfsmittel in der Medizin geworden. Von der dreidimensionalen Darstellung von Organsystemen bis hin zu komplexen Datenbanken für Krankenhäuser und Krankenkassen: Digitale Systeme erleichtern die Arbeit in medizinischen Berufen. Für die Planung und Realisierung entsprechender IT-Lösungen sind Medizininformatiker/innen verantwortlich.

Hier gibt es Detailinformationen zur Ausbildung, zum Berufsbild und zum Gehalt.

Inhalt

Ausbildung Medizininformatiker – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Für eine berufliche Tätigkeit im Bereich der Medizininformatik wird in der Regel ein abgeschlossenes Studium an einer Hochschule oder Fachhochschule vorausgesetzt. Verschiedene Hochschulen bieten Medizininformatik als eigenständigen Bachelor/Master-Studiengang an, teilweise auch unter der Bezeichnung Medizinische Informatik oder Medizintechnische Informatik. An anderen Hochschulen lässt sich Medizininformatik als Schwerpunkt des Faches Informatik wählen. Zudem bestehen Kombinationsmöglichkeiten mit Fächern wie Biomedizintechnik, Wirtschaftsinformatik und Mikrotechnik.

Neben Vollzeitstudiengängen bieten einige deutsche Hochschulen auch berufsbegleitende duale Studiengänge an. Für Berufstätige besteht weiterhin die Möglichkeit, das Fach im Fernstudium zu studieren.

Das Studium dauert im Regelfall drei bis vier Jahre. Zugangsvoraussetzung sind die allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife. Wer ein Studium der Medizininformatik absolvieren möchte, sollte außerdem Interesse an medizinischen Themen sowie erste Erfahrungen mit verschiedenen Programmiersprachen mitbringen. Außerdem sind eine gute Kommunikationsfähigkeit, Kreativität und interdisziplinäres Denken von Vorteil. Organisations- und Planungstalent wird bei der Leitung von medizininformatischen Projekten benötigt.

Zu den Lehrinhalten des Studiums gehören unter anderem:

  • Informatik
  • Mathematik
  • Programmierung
  • Software Engineering
  • Aufbau von Datenbanken
  • Statistik
  • medizinische Dokumentation
  • Biosignalverarbeitung
  • Medizintechnik
  • Gesundheitswirtschaft und Betriebswirtschaftslehre
  • medizinische Biometrie

Im Bachelor-Studiengang sind diese Inhalte in verschiedene Module aufgeteilt. In den späteren Semestern vertiefen die Studierenden ihr Wissen durch ein Wahlpflichtmodul. Nach sechs Semestern schließt das Studium mit einer Bachelor-Arbeit ab, für die sich die Studierenden eigenständig mit einem Thema der Medizininformatik auseinandersetzen. Nach erfolgreichem Abschluss tragen die Studierenden den Titel Bachelor of Science. Auf dem Bachelor-Studiengang baut ein Master-Studiengang auf. Nach vier Semestern schließt der Master-Studiengang mit dem Master of Science ab.

Medizininformatiker Ausbildung Gehalt

Als Hochschul- oder Fachhochschulstudium wird die Ausbildung in der Medizininformatik nicht vergütet. Studierende müssen ihre Ausbildung stattdessen aus eigener Kraft finanzieren. Zu den Kosten für die Lebenshaltung und Lehrmittel kommen noch Semesterbeiträge und, abhängig vom Studienort, Studiengebühren.

Wer einen dualen Studiengang absolviert oder berufsbegleitend an einer Fernuni studiert, erhält weiterhin sein Gehalt. Vollzeit-Studierenden stehen mehrere Möglichkeiten der Studienfinanzierung offen: Studierende aus einkommensschwachen Familien können einen Antrag auf Förderung nach Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) stellen. Die Förderung erhalten sie als einen Mix aus Zuschüssen und einem rückzahlbaren Darlehen. Alternativ können Studierende, die unter 44 Jahre alt sind, einen KfW-Studienkredit aufnehmen. Zur Finanzierung der Abschlussphase oder eines Master-Studiengangs dient der KfW-Bildungskredit. Im Unterschied zu Konsumkrediten werden die beiden KfW-Kredite in monatlichen Summen ausbezahlt.

Der Beruf Medizininformatiker – Tätigkeiten und Alltag

Nach abgeschlossenem Studium arbeiten Medizinische Informatiker zum Beispiel:

  • in Krankenhäusern oder Arztpraxen
  • bei Krankenkassen
  • bei Pharmaunternehmen oder Beratungsfirmen
  • in medizinischen Versorgungszentren
  • bei Gesundheitsämtern
  • bei IT-Dienstleistern, Software- und Datenbankanbietern
  • bei Herstellern medizintechnischer Geräte
  • in Forschung und Entwicklung

So vielseitig wie die Arbeitgeber sind auch die Aufgaben, die im Arbeitsalltag anfallen. Wer im Bereich der Medizininformatik tätig ist, ist Spezialisten für Planung, Entwicklung, Einführung und Betrieb computergesteuerter Verfahren im Gesundheitswesen. Medzinische Informatiker konzipieren und realisieren etwa multimediale Anwendungen für den medizinischen Einsatz. Sie entwickeln Datenbanken und Informationssysteme für die Verarbeitung und Verwaltung von Patienten- und Diagnosedaten sowie für die Abrechnung medizinischer Leistungen. Sie schaffen Möglichkeiten zur Vernetzung komplexer Gesundheitsinformationen. Darüber hinaus erarbeiten sie Lernsysteme für angehende Mediziner, zum Beispiel Spiele und interaktive Lernsoftware. Ebenso kann die Entwicklung von E-Commerce-Plattformen zu ihren Aufgaben gehören.

Der Arbeitsalltag kann aus der Mitarbeit an Projekten bestehen. Mit entsprechender Berufserfahrung und Qualifikation übernehmen Medizinische Informatiker auch die Projektleitung und das Projektmanagement. Alternativ können sie im Marketing und im Vertrieb von Medizininformatik-Lösungen tätig werden.

Medizininformatiker Gehalt

Gut ausgebildete IT-Fachleute sind gefragt. Das gilt vor allem für Personen mit entsprechender Spezialisierung. In der Medizininformatik gibt es mehr Stellen als Bewerber/innen. Mit einem guten Abschluss befindet man sich in einer relativ komfortablen Situation.

Die starke Nachfrage spiegelt sich auch in guten Verdienstmöglichkeiten wider. Wie hoch das Gehalt genau ausfällt, richtet sich nach dem akademischen Grad, der persönlichen Berufserfahrung, nach der Region, in der man tätig wird, sowie nach dem Arbeitgeber. In der freien Wirtschaft, beispielsweise bei Pharmaunternehmen, sind allgemein höhere Gehälter möglich als in öffentlichen Krankenhäusern oder staatlich geförderten Bildungseinrichtungen. Bei Arbeitgebern in staatlicher oder sozialer Trägerschaft gelten zumeist die jeweiligen Tarifverträge, privatwirtschaftliche Arbeitgeber zahlen dagegen außertarifliche Gehälter.

Die Einstiegsgehälter im Bereich der Medizininformatik liegen zwischen 36.000 und 46.000 Euro brutto im Jahr. Mit einigen Jahren Berufserfahrung ist auch ein Gehalt von gut 70.000 Euro brutto im Jahr möglich. Wer sich weiterbildet und eine Führungsposition vorarbeitet, kann in der freien Marktwirtschaft sogar ein Jahresgehalt von rund 100.000 Euro brutto verdienen.

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