Medizincontroller

Medizincontroller/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen müssen wirtschaftlich arbeiten. Medizincontroller schlagen die Brücke zwischen den pflegerischen Leistungen und dem Krankenhausmanagement. Sie überwachen Prozesse, Strukturen und Ergebnisse im Krankenhaus und entwickeln diese weiter. Dafür müssen sie sowohl über medizinisches als auch über betriebswirtschaftliches Wissen verfügen.

Weiterführende Informationen zur Ausbildung im Bereich Medizincontrolling, zum Berufsalltag und zum Gehalt gibt es hier.

Inhalt

Ausbildung Medizincontroller – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Wer sich im Bereich Medizincontrolling ausbilden lässt, verfügt in der Regel bereits über eine abgeschlossene Ausbildung oder über einen akademischen Grad. Weiterbildungsangebote richten sich etwa an Ärztinnen und Ärzte, an das Pflegepersonal und andere medizinische Fachkräfte, aber auch an Personen mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund, etwa Mitarbeiter der Krankenhausverwaltung oder Bilanzbuchhalter.

Für die Weiterbildung stehen ganz verschiedene Angebote und Wege zur Verfügung:

  • eigenständiges Studium mit Bachelor-Abschluss
  • MBA-Aufbaustudiengang
  • berufsbegleitende Weiterbildung in Abend-, Fern- und Wochenendkursen.

Fernstudiengänge bieten etwa die Fernakademie der Wirtschaft in Zusammenarbeit mit der Uni Regensburg, die WINGS Hochschule Wismar und die FH Riedlingen an. Abhängig von der Art der Weiterbildung unterscheidet sich auch die Dauer der einzelnen Lehrgänge. Es gibt dreiwöchige Intensivkurse, andere Ausbildungsgänge nehmen mehrere Monate oder gar zwei Jahre in Anspruch.

Für einen Studiengang mit akademischem Abschluss wird in der Regel die Hochschulreife oder Fachhochschulreife vorausgesetzt. Für Weiterbildungsgänge ist neben einer abgeschlossenen Berufsausbildung meist einschlägige Berufserfahrung vorzuweisen. An persönlichen Eigenschaften sollten Bewerber neben einem Interesse an der Medizin auch eine Neigung für wirtschaftliche Prozesse und mathematisches Verständnis mitbringen. Eine gute Organisationsfähigkeit und strukturiertes, logisches Denken sind ebenfalls gefragt.

Während der Weiterbildung befassen sich die Auszubildenden unter anderem mit den folgenden Inhalten:

  • betriebswirtschaftliche Grundlagen des Medizinmanagements
  • Details der Krankenhausfinanzierung gemäß DRG-System
  • medizinische Dokumentation
  • Qualitätsmanagement
  • Prozessoptimierung
  • Wandlungsprozesse im medizinischen Sektor und zukünftige finanzielle Anforderungen
  • rechtliche Grundlagen des Medizincontrollings und -managements

Das vermittelte Wissen soll die Auszubildenden dazu befähigen, medizinische Prozesse in einer Pflegeeinrichtung in ihrer Gesamtheit zu erfassen, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge zu erkennen, aus diesen Erkenntnissen Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.

Medizincontroller Ausbildung Gehalt

Die Weiterbildung im Bereich Medizincontrolling wird nicht vergütet, im Gegenteil: Die Lehrgänge müssen aus eigener Tasche finanziert werden. Abhängig von der Ausbildungsstätte können bis zu mehrere Hundert Euro Studiengebühren pro Monat anfallen. Hinzu kommen Kosten für Lehrmittel sowie gegebenenfalls für Anfahrt, Unterkunft und Lebensunterhalt.

Bei einer berufsbegleitenden Weiterbildung beziehen die Auszubildenden ihr reguläres Gehalt weiter und können dies zur Studienfinanzierung verwenden. Eventuell ist auch eine Unterstützung durch den Arbeitgeber möglich.

Vollzeit-Studienprogramme können bei persönlicher Berechtigung über öffentliche Fördermittel finanziert werden, etwa über BaföG-Leistungen. Unabhängig von der persönlichen Einkommenssituation werden der KfW-Studienkredit und der KfW-Bildungskredit vergeben. Den KfW-Studienkredit können Studierende bis zum 44. Lebensjahr aufnehmen, die ein akademisches Studium, ein postgraduales Studium oder einen Aufbaustudiengang absolvieren. Für den KfW-Bildungskredit berechtigt auch eine nicht-akademische Ausbildung, diese Förderung erhalten Antragssteller bis zum Abschluss des 35. Lebensjahres.

Der Beruf Medizincontroller – Tätigkeiten und Alltag

Mit einer abgeschlossenen Weiterbildung im Medizincontrolling wird man in der Regel in größeren Krankenhäusern und Kliniken beschäftigt. Für Einrichtungen mit weniger als 200 bis 300 Betten rechnet sich die Einführung einer eigenen Stelle für das Medizincontrolling meist nicht. Darüber hinaus kann man bei Krankenkassen, Unternehmensberatungen und aufs Medizincontrolling spezialisierten Dienstleistern eine Anstellung finden.

In Krankenhäusern und Kliniken unterstehen Controller der Geschäftsführung. Sie arbeiten der Klinik-Geschäftsführung sowie den Fachabteilungen zu und beraten diese in wirtschaftlichen Fragen. Dabei übernehmen sie klassische Controlling-Aufgaben: Sie analysieren, wie wirtschaftlich ein Krankenhaus arbeitet, überwachen Kosten und Ausgaben, prüfen Arbeitsmittel und entwickeln Strategien und Prozesse, welche die Wirtschaftlichkeit der Einrichtung verbessern. Eine Besonderheit im Gesundheitswesen besteht darin, dass die Rahmenbedingungen von politischen Entscheidungen beeinflusst werden. Diese müssen Controller im medizinischen Bereich entsprechend berücksichtigen.

Zu ihren Hauptaufgaben gehören in dieser Hinsicht:

  • die Sicherung und Optimierung von Erlösen
  • die Einrichtung und Pflege eines effizienten Controlling-Systems
  • die Pflege des Datenpools als Abrechnungsgrundlage
  • die Kommunikation mit dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK)
  • die Kommunikation mit Leistungsträgern
  • die Mitarbeit an der medizinischen Leistungsplanung
  • die medizinische Bewertung der Entgelt-Statistik

Medizincontroller Gehalt

Beim Medizincontrolling handelt es sich um eine komplexe und hochqualifizierte Tätigkeit. Entsprechend hoch fällt die Vergütung aus. Das konkrete Gehalt hängt jedoch von verschiedenen Einflussfaktoren ab:

  • Art der Qualifikation
  • Berufserfahrung
  • Größe des Krankenhauses
  • Trägerschaft der medizinischen Einrichtung
  • Region und Standort

Mit einem akademischen Abschluss ergeben sich bessere Verdienstmöglichkeiten als nach dem Abschluss von Weiterbildungsseminaren. Zudem unterscheiden sich die Gehälter an öffentlichen Krankenhäusern, Häusern in kirchlicher Trägerschaft und privaten Einrichtungen. Öffentliche Kliniken bezahlen gemäß Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD), an kirchlichen Einrichtungen gelten die entsprechenden Tarifverträge. Bei Einrichtungen in privater Trägerschaft erfolgt die Bezahlung oft außertariflich.

Die Einstiegsgehälter schwanken zwischen 2.000 und 4.000 Euro brutto im Monat. Für Controller mit Berufserfahrung liegt das Monatsgehalt im statistischen Mittel bei etwa 4.800 Euro brutto, jedoch mit deutlichen Abweichungen nach oben und unten.

Passende Stellenangebote für Medizincontroller

Auf der Suche nach passenden Medizincontroller Stellenangeboten? Auf unserem Medi-Karriere Stellenportal werden Sie fündig.

Hier geht es direkt zu unserer Suche mit zahlreichen Medizincontroller Stellenangeboten.

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.