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Die Pflegeausbildung ist international sehr unterschiedlich aufgebaut. Neben klassischen dualen Ausbildungsmodellen gibt es Länder mit einer nahezu vollständigen Akademisierung des Pflegeberufs. Dieser Artikel stellt die Pflegeausbildung in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA und Skandinavien gegenüber und beleuchtet die wichtigsten Unterschiede und Entwicklungen.
Das Wichtigste in Kürze
Seit vielen Jahren verändert die zunehmende Akademisierung international das Berufsverständnis in der Pflege. Während Deutschland nach wie vor überwiegend auf die altbewährte duale Pflegeausbildung setzt, ist das Pflegestudium in Ländern wie Österreich, den USA und Skandinavien längst zum Ausbildungsstandard geworden. Dadurch entstehen unterschiedliche Berufsabschlüsse und Qualifikationen. Deren Vereinbarkeit ist eine zentrale Voraussetzung für die Sicherung der pflegerischen Versorgung der Zukunft.
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Wie funktioniert die Pflegeausbildung in Deutschland?
Seit 2020 erfolgt die Ausbildung zur Pflegefachkraft in Deutschland über einen generalistischen Ausbildungsweg. Dieser fasst die Schwerpunktbereiche Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zusammen. Die Auszubildenden besuchen im Wechsel die Berufsschule und leisten praktische Lerneinheiten in Pflegeeinrichtungen ab. Nach zwei Dritteln der Zeit können sie sich in Alten- oder Kinderkrankenpflege spezialisieren.
Alternativ besteht die Möglichkeit, ein Pflegestudium mit Bachelorabschluss zu absolvieren. Dieses befähigt die Absolventen zur Arbeit als Pflegefachperson und bietet Optionen für ein ergänzendes Masterstudium, etwa in Pflegewissenschaften oder Betriebswirtschaft. Der akademische Ausbildungsweg ist in Deutschland gegenüber der klassischen Pflegeausbildung noch stark unterrepräsentiert.
Ergänzende Berufe in der Pflege, wie beispielsweise Pflegeassistenz, werden im Rahmen einer theoretisch-praktischen Ausbildung gelehrt.
Pflegefachkraft Stellenangebote
Voraussetzungen
Für die Aufnahme einer Pflegeausbildung ist der Abschluss der Mittleren Reife, entsprechend der beendeten Realschule, erforderlich. Alternativ können Hauptschulabsolventen die Pflegeausbildung an eine vorgeschaltete Pflegehelfer- oder Pflegeassistenzausbildung anschließen.
Die Voraussetzungen für ein Pflegestudium werden von den Bundesländern festgelegt. Bei abgeschlossener Pflegeausbildung und Berufserfahrung gibt es an manchen Fachhochschulen die Möglichkeit, sich durch einen Eignungstest für das Studium zu qualifizieren. Dabei kann die Ausbildung die Studiendauer verkürzen. Ohne Berufserfahrung ist ein Fach-/Abitur erforderlich.
Die Ausbildung zur Pflegeassistenz setzt den Hauptschulabschluss voraus.
Dauer und Kosten
Die Pflegeausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre, sie kann aber auch über fünf Jahre in Teilzeit erfolgen. Das Pflegestudium erstreckt sich über mindestens sechs Semester bis zum Bachelor-Abschluss.
Während der Ausbildung oder beim dualen Weg mit berufsbegleitendem Studium erhalten die Absolventinnen und Absolventen eine Vergütung. Semesterbeiträge fallen zweimal im Jahr an. Es besteht die Möglichkeit, Fördergelder oder Studienkredite zu beantragen.
Bei Umschulungen übernehmen in bestimmten Fällen die Bundesagentur für Arbeit oder das Jobcenter die Ausbildungskosten anteilig oder auch vollständig.
Pflegeausbildung in der Schweiz und in Österreich
In Österreich ermöglicht die Ausbildung zur Pflegeassistenz oder Pflegefachassistenz bereits nach kurzer Zeit den Einstieg in die praktische Pflegetätigkeit. Alternativ lassen sich die Ausbildungen mit der Berufsreifeprüfung oder der Matura verbinden. Daran können sich weitere Ausbildungen oder das Pflegestudium anschließen.
Das Bachelorstudium Gesundheits- und Krankenpflege ist der übliche Zugangsweg in den gehobenen Pflegedienst. Die Absolventen lernen zumeist an Fachhochschulen und erwerben dort die Berufsbezeichnung „diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson“ sowie den akademischen Grad Bachelor of Science.
In der Schweiz entscheiden sich viele angehende Pflegefachpersonen für eine Vollzeit- oder berufsbegleitende Ausbildung an einer Höheren Fachschule. Der entsprechende Berufsabschluss als „Diplomierter Pflegefachmann“ oder „Diplomierte Pflegefachfrau“ HF lässt sich grob mit der Berufsqualifikation als Pflegefachkraft in Deutschland vergleichen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Weiterbildung oder der Aufnahme eines Pflegestudiums.
Voraussetzungen
Für die Pflegeassistenz in Österreich sind je nach Ausbildungsform acht bis neun Schulstufen zu absolvieren. Die Fachassistenz setzt zehn Schulstufen, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder die vorherige Pflegeassistenzausbildung voraus. Zur Aufnahme des Pflegestudiums ist eine Hochschulzugangsberechtigung in Form der Matura oder einer Berufsreife- oder Studienberechtigungsprüfung notwendig. Alternativ besteht die Möglichkeit einer Zulassung mit hinreichender beruflicher Qualifikation und bestandener Zusatzprüfung.
Angehende Pflege-Azubis in der Schweiz benötigen ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis im Sinne einer abgeschlossenen Berufsausbildung, zum Beispiel als Fachfrau oder Fachmann Gesundheit EFZ. Zur Aufnahme eines Pflegestudiums ist wahlweise die Matura oder Fachmaturität erforderlich.
Dauer und Kosten
Die Pflegeausbildung im Bereich Fach-/Assistenz in Österreich dauert ein bis zwei Jahre und verläuft üblicherweise kostenfrei. Auszubildende erhalten ein Gehalt und sind kranken-, unfall- und rentenversichert. Für das dreijährige Pflegestudium fallen Semesterbeiträge und ergänzende Gebühren an. Es gibt die Möglichkeit, auf Antrag während der Regelstudiendauer ein monatliches Pflegestipendium in Anspruch zu nehmen.
Die Ausbildungsdauer zum Pflegefachmann oder zur Pflegefachfrau HF in der Schweiz dauert etwa drei bis vier Jahre. Üblicherweise fallen Semestergebühren an. Finanzielle Entlastung bieten verschiedene Fördermodelle oder ein Stipendium.
Ausbildungsplätze als Pflegefachkraft
Pflegeausbildung in den USA
In den USA existieren teilweise noch Pflegeschulen an Krankenhäusern, der übliche Ausbildungsweg verläuft jedoch über das College oder die Hochschule und ist damit eher akademisch geprägt. Die bevorzugten Berufsabschlüsse sind der „Associate Degree in Nursing“ (ADN), der in Teilen vergleichbar ist mit der deutschen Pflegefachkraft, oder der Bachelor of Science in Nursing.
Die theoretischen Anteile der Ausbildung überwiegen in den USA oftmals die praktischen Lerneinheiten. Letztere erfolgen dafür sehr strukturiert und beinhalten tägliches Feedback durch die Ausbilder. Die Absolventen beantragen zur Aufnahme der Tätigkeit ihre Berufszulassung als Registered Nurse. Die höchsten Ausbildungsstufen sind „Master of Science in Nursing“ (MSN) und „Doctor of Nursing Practice“ (DNP).
Voraussetzungen
Für die Aufnahme an einem College oder einer Pflegeschule gibt es individuelle Voraussetzungen. In den meisten Fällen ist ein allgemeiner Schulabschluss nach zwölf Schuljahren erforderlich, wobei Schwerpunkte auf naturwissenschaftlichen Fächern gelegt sein können. Darüber hinaus führen die ausbildenden Stellen regelhaft Eignungstests durch, um die Bewerber auszuwählen.
Dauer und Kosten
Während die Pflegeausbildung in zwei bis drei Jahren absolviert werden kann, erstreckt sich das Studium über vier Jahre. Die Ausbildungskosten können mehrere tausend Dollar pro Semester umfassen und werden den Absolventen oft teilweise oder ganz erlassen, wenn sie sich im Anschluss bei für einen festgelegten Zeitraum beruflich an die Ausbildungsstätte binden. Kredite sind eine weitere Option zur Ausbildungsfinanzierung.
Pflegeausbildung in Skandinavien
In den skandinavischen Ländern ist die Pflegeausbildung bereits seit vielen Jahren deutlich stärker akademisch ausgerichtet als beispielsweise in Deutschland. In Schweden erfolgt die Grundausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege regelhaft über ein Bachelorstudium mit anschließender Spezialisierung. Der praktische Ausbildungsanteil ist grob vergleichbar mit der deutschen Ausbildung, jedoch erfolgt der Einsatz im praktischen Feld nicht in Blöcken, sondern kontinuierlich.
Nach Studienabschluss beantragen Absolventen ihre Zulassung zur Berufsausübung als „registrierte Krankenschwester“ oder „registrierter Krankenpfleger“ bei der zuständigen Behörde. Ihr Kompetenzbereich ist teilweise deutlich weiter gefasst als bei deutschen Pflegenden. So gehören in vielen Fällen Hausbesuche, das Überweisen zu Fachärzten oder das Verordnen bestimmter Medikamente zur Pflegetätigkeit.
Voraussetzungen
Für die akademische Pflegeausbildung ist in der Regel das Abitur erforderlich. Pflegeassistenzberufe hingegen basieren überwiegend auf Ausbildungen der Sekundarstufe II, die etwa der deutschen gymnasialen Oberstufe entsprechen.
Dauer und Kosten
Die Ausbildung in den Gesundheits- und Pflegeberufen wird staatlich finanziert. Das Bachelorstudium dauert in Vollzeit drei Jahre, ergänzende berufliche Fort- und Weitebildungen bis zu einem Jahr.
Fazit
In vielen Ländern wird die Pflegeausbildung zunehmend akademisiert. Ziel ist eine klarere Aufgabenverteilung zwischen unterschiedlich qualifizierten Pflegekräften sowie eine stärkere Professionalisierung des Berufs. Gleichzeitig können einheitlichere Ausbildungsstandards die internationale Einsetzbarkeit von Pflegekräften erleichtern. Dies ist angesichts des weltweiten Fachkräftemangels ein wichtiger Aspekt des künftigen Pflegeberufsbildes.
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Häufige Fragen
- Wie läuft die Pflegeausbildung in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern ab?
- Was braucht man für die Pflegeausbildung in Deutschland oder im Ausland?
- Wie viel Praxis gibt es in der Pflegeausbildung in Deutschland und in anderen Ländern?
- Welche Berufschancen hat man nach der Pflegeausbildung in Deutschland und international?
In Deutschland bestreitet der Großteil der angehenden Pflegefachpersonen den klassischen dualen Ausbildungsweg mit Berufsschule und Praxiseinsätzen. Nur etwa ein Prozent der Berufsanfänger im Jahr 2025 wählte das Pflegestudium. In vielen anderen Ländern erfolgt die Ausbildung zur Pflegefachperson seit Jahren überwiegend auf akademischem Niveau. Das spiegelt sich unter anderem in einer höheren sozialen und finanziellen Anerkennung der Pflegenden, ausgeweiteten Kompetenzen und der Berufszufriedenheit wider.
In Deutschland wird für Pflegeberufe meist der Realschul- und für Assistenzberufe der Hauptschulabschluss vorausgesetzt. In Ländern mit stärkerer Akademisierung der Pflege müssen die Auszubildenden entsprechend höhere Schulabschlüsse wie ein Abitur/eine Matura oder vorangegangene Ausbildungen und Berufserfahrung vorweisen können.
Der Praxisanteil liegt beim deutschen dualen Ausbildungssystem meist etwas höher als der Theorieteil. In den USA und Skandinavien, wo der Fokus auf der akademischen Ausbildung liegt, ist der Praxisanteil meist deutlich geringer. Dafür finden sich dort durchgehende Praxiseinheiten und die Feedbackkultur hat einen besonderen Stellenwert.
Angesichts des Pflegepersonalmangels und des guten Rufs der deutschen Pflegeausbildung können Pflegefachpersonen aus Deutschland international meist problemlos arbeiten. Manche Länder setzen ein Anerkennungsverfahren mit Kenntnisprüfung voraus. Für eine Anstellung in Führungspositionen in einem Land mit akademisch geprägter Pflegeausbildung kann es erforderlich sein, das fehlende Studium durch Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen auszugleichen.
- FAQ zur Ausbildung: Pflegeausbildung, https://www.pflegeausbildung.net/... (Abrufdatum: 30.04.2026)
- Pflegefachmann/-frau HF, https://www.berufsberatung.ch/... (Abrufdatum: 30.04.2026)
- Pflegeausbildung in den USA: ein Vorbild?, https://doi.org/... (Abrufdatum: 30.04.2026)
- Pflegeausbildung: Innovationen im internationalen Vergleich, https://www.caretrialog.de/... (Abrufdatum: 30.04.2026)
- Alten- und Krankenpflege in Schweden, https://www.pflegedienst-meichner.de/... (Abrufdatum: 30.04.2026)









