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In der KW 35 vom 24. bis 30. August 2026 wurden wichtige Weichen für den Umbau der Krankenhausversorgung gestellt. Daneben standen digitale Pflegeprozesse, die sinkende Zahl der Klinikstandorte und der Schutz von Beschäftigten vor Gewalt im Mittelpunkt.
Das Wichtigste der KW 35 in Kürze
- Neue sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen erhalten für drei Jahre feste Vergütungspauschalen.
- Der GKV-Spitzenverband fordert mehr digitale Anwendungen, Pflegeinformationen in der elektronischen Patientenakte und klare Finanzierungsregeln.
- Zwischen 2014 und 2024 sank die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland von 1.980 auf 1.841.
- Beschleunigte Strafverfahren bei Angriffen auf Klinikpersonal sind im Gespräch, aber noch nicht gesetzlich beschlossen.
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Vergütung für neue regionale Basisversorger steht fest
Der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Verband der Privaten Krankenversicherung haben am 28. August 2026 eine Vergütungsvereinbarung für sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen veröffentlicht. Damit steht neben dem bereits im März festgelegten Leistungskatalog nun auch die finanzielle Grundlage für die neue Versorgungsform.
Die Einrichtungen sollen stationäre Basisleistungen aus Innerer Medizin und Geriatrie mit ambulanten und pflegerischen Angeboten verbinden. Komplexe Eingriffe und intensivmedizinische Behandlungen gehören nicht zum vorgesehenen Leistungsspektrum. Für die ersten drei Jahre gelten feste Pauschalen, die sich auf Datenanalysen des Institute for Health Care Business stützen. Die ersten Einrichtungen könnten den Angaben zufolge ab Januar 2027 starten.
Vor allem kleinere Krankenhäuser erhalten damit eine konkrete Transformationsmöglichkeit. Für Pflegekräfte können stärker geriatrisch geprägte Aufgaben, kürzere Abstimmungswege zwischen den Versorgungsbereichen und neue Tätigkeiten im Entlass- oder Case Management entstehen. Kenntnisse aus einer Weiterbildung zum Fachkrankenpfleger können dabei ebenso gefragt sein wie Kompetenzen von Versorgungsassistenten.
Welche Krankenhäuser tatsächlich umgewandelt werden, steht noch nicht fest. Darüber entscheiden die Krankenhausplanungen der Länder und die jeweiligen Träger.
GKV-Spitzenverband fordert Digitalisierungsschub in der Pflege
Der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes verabschiedete am 27. August 2026 das Positionspapier „Mehr Digitalisierung für eine zukunftsfeste Pflege“. Darin fordert der Verband eine flächendeckende Nutzung digitaler Prozesse, eine bessere Einbindung der Pflege in die Telematikinfrastruktur und mehr Telepflege.
Pflegerelevante Informationen sollen mit medizinischen Daten verknüpft und in die elektronische Patientenakte integriert werden. Digitale Anwendungen müssten laut Positionspapier einen evidenzbasierten Nutzen nachweisen. Zudem sollen Zuständigkeiten für die Finanzierung der technischen Ausstattung klar verteilt werden.
Das Papier ist eine politische Position des Kassenverbandes. Es schafft weder neue Leistungsansprüche noch verbindliche Fristen oder Finanzierungszusagen. Für Pflegeeinrichtungen beschreibt es dennoch konkrete Handlungsfelder: technische Anschlüsse, Datenschutz, Schulungen und die Anpassung von Dokumentations- und Kommunikationsprozessen.
Pflegekräfte benötigen dafür ausreichend Einarbeitungszeit und anwendbare Systeme. Anderenfalls besteht das Risiko zusätzlicher Dokumentationsarbeit. Bei der praktischen Einführung können etwa Referenten der Pflegedirektion mitwirken. Auch Qualifikationen in Gesundheitswissenschaften und Gesundheitsinformatik gewinnen an Bedeutung.
Deutschland hat binnen zehn Jahren 139 Krankenhäuser verloren
Eine am 24. August 2026 veröffentlichte Antwort der Bundesregierung zeigt den langfristigen Strukturwandel der stationären Versorgung. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes sank die Zahl der Krankenhäuser von 1.980 im Jahr 2014 auf 1.841 im Jahr 2024. Das entspricht einem Rückgang um rund sieben Prozent.
Im gleichen Zeitraum verringerte sich die Zahl der aufgestellten Betten von 500.680 auf 472.851. Je 100.000 Einwohner ging das Angebot von 618,3 auf 566,2 Betten zurück. Die Zahlen beschreiben die bundesweite Entwicklung, lassen aber keine Rückschlüsse auf die Versorgungssituation einzelner Regionen oder auf die Gründe für Schließungen und Zusammenschlüsse zu.
Für Beschäftigte bedeutet der Strukturwandel nicht automatisch einen sinkenden Personalbedarf. Wenn Leistungen an weniger Standorten gebündelt werden, können größere Teams und spezialisierte Bereiche entstehen. Gleichzeitig sind Standortwechsel, veränderte Dienstwege und eine Neuverteilung von Aufgaben möglich. In solchen Umbauphasen übernehmen die Pflegedienstleitung und die Pflegedirektion zentrale Aufgaben bei Personalplanung, Qualifizierung und Prozessgestaltung.
Schnellere Strafverfahren bei Angriffen auf Klinikpersonal diskutiert
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann sprach sich am 23. August 2026 in einem Interview des Bundesgesundheitsministeriums für beschleunigte Verfahren nach Angriffen auf Mitarbeiter in Notaufnahmen aus. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft unterstützte den Vorschlag am 24. August in einer öffentlichen Stellungnahme.
Ein konkreter Gesetzentwurf zu solchen Schnellverfahren, ein Zeitplan oder neue betriebliche Schutzvorgaben wurden dabei nicht vorgestellt. Die Forderung verändert deshalb zunächst weder das Strafrecht noch die Pflichten der Arbeitgeber.
Für Pflegekräfte, MFA und Beschäftigte im Rettungsdienst bleibt der innerbetriebliche Schutz entscheidend. Dazu gehören Gefährdungsbeurteilungen, Alarm- und Meldesysteme, Deeskalationstrainings, sichere Raumkonzepte sowie eine verlässliche Nachsorge nach Übergriffen. Besonders betroffen sind Mitarbeiter in Notaufnahmen und Berufen wie Notfallsanitäter und Rettungssanitäter.
- GKV-Spitzenverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft und PKV-Verband, „Letzter Baustein für neue Form der Basisversorgung – Start ab Januar 2027“, 28.08.2026 (letzter Zugriff am 31.08.2026)
- GKV-Spitzenverband, „Mehr Digitalisierung für eine zukunftsfeste Pflege“, 27.08.2026 (letzter Zugriff am 31.08.2026)
- Deutscher Bundestag, „Zahl der Krankenhäuser in den Jahren 2014 bis 2024“, 24.08.2026 (letzter Zugriff am 31.08.2026)
- Bundesministerium für Gesundheit, „Linnemann: Ich möchte nicht bei der Rente von pflegenden Angehörigen sparen“, 23.08.2026 (letzter Zugriff am 31.08.2026)
- Deutsche Krankenhausgesellschaft, „Kliniken begrüßen Schnellverfahren gegen Gewalttäter“, 24.08.2026 (letzter Zugriff am 31.08.2026)





