Rettungssanitäter

Rettungssanitäter/in – Ausbildung, Beruf und Gehalt

Für manche ist der Job als Rettungssanitäter nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum Medizinstudium, für andere ist es der Beruf fürs Leben. Rettungssanitäter gilt als guter Einstieg in den Rettungsdienst, denn die Qualifikation lässt sich im Eiltempo erwerben.

Welche Voraussetzung für die Ausbildung gelten, wie hoch das Gehalt als Rettungssanitäter ist und welche Tätigkeiten zum Job gehören, zeigt der folgende Überblick.

Inhalt

Ausbildung Rettungssanitäter – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Rettungssanitäter ist kein anerkannter Ausbildungsberuf, eine staatlich anerkannte Ausbildung gibt es deshalb nicht. Vielmehr führt ein schulischer Lehrgang in den Beruf, der je nach Bundesland unterschiedlich aufgebaut ist und in Vollzeit weniger als vier Monate dauert. Angeboten wird er von Hilfsorganisationen und privaten Rettungsdienstschulen. Einheitliche Voraussetzungen für die Ausbildung gelten nicht. In der Regel wird aber ein Hauptschulabschluss (Berufsbildungsreife), die gesundheitliche Eignung und ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorausgesetzt. Außerdem gibt es meist eine Altersbeschränkung. Um die Ausbildung als Rettungssanitäter starten zu dürfen, müssen Anwärter mindestens 17 Jahre, oft sogar 18 Jahre alt sein. Vielfach wird auch der Nachweis über einen absolvierten Erste-Hilfe-Kurs verlangt. Zudem spielt die persönliche Eignung eine wichtige Rolle. Bewerber sollten keine Probleme mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten haben, psychisch stabil, körperlich fit und reaktionsschnell sein. Auch ausgeprägte Teamorientierung und Verantwortungsbewusstsein spielen in dem Beruf eine große Rolle.

Die Ausbildung umfasst 520 Stunden (entspricht bei einer 40-Stunden-Woche 13 Wochen). Davon entfallen je 160 Stunden auf theoretischen Unterricht in der Rettungsdienstschule, ein klinisches Praktikum und ein Praktikum an einer Lehrrettungswache. Weitere 40 Stunden dauert der Abschlusslehrgang, der auf die Abschlussprüfung vorbereitet.

Im theoretischen Unterricht werden Kenntnisse aus der Anatomie, Chirurgie, Inneren Medizin, Neurologie, Notfallmedizin, Pädiatrie und Psychiatrie vermittelt. Anwärter lernen die Technik für Rettungsdienste kennen und werden im Fach Recht für Rettungsdienste geschult. Hinzu kommen Grundlagen zur Patientenüberwachung, Intubation, zum Vorgehen bei Notfällen und zu Wiederbelebungsmaßnahmen. Darüber hinaus lernen Auszubildende Wichtiges zur Hygiene und Einsatzdokumentation. Im Rahmen des klinischen Praktikums gibt es zum ersten Mal die Möglichkeit selbst Hand anzulegen. Azubis assistieren bei der Patientenüberwachung und Intubation, lernen Infusionen vorzubereiten, Säuglinge zu versorgen, Gefäßverschlüsse zu behandeln und die Patientendokumentation zu erstellen.

Während des Rettungsdienstpraktikums in einer Lehrrettungswache gibt es Einblicke in die Arbeitsrealität als Rettungssanitäter. Auszubildende fahren bei Rettungseinsätzen mit, assistieren bei der Versorgung von Verletzten, transportieren Notfallpatienten und dokumentieren die Einsätze schriftlich. Dann folgt ein Abschlusslehrgang inklusive der abschließenden Prüfung. Die Abschlussprüfung besteht aus schriftlichen, mündlichen und praktischen Teilen. Wer sie erfolgreich absolviert erhält ein Zeugnis und darf fortan als Rettungssanitäter arbeiten.

Wichtig: Nach der Ausbildung muss das Wissen in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden. Rettungssanitäter sind verpflichtet Lehrgänge im Umfang von 30 Stunden pro Jahr zu absolvieren, um weiterhin in dem Beruf arbeiten zu dürfen.

Rettungssanitäter Ausbildung Gehalt

Während der Ausbildung als Rettungssanitäter gibt es kein Gehalt. Da es sich lediglich um einen Lehrgang im Eiltempo handelt, wird generell keine Ausbildungsvergütung gezahlt.

Für die Ausbildung können jedoch Kosten anfallen, die sich in der Regel auf 1.000 bis 2.500 Euro belaufen. Häufig werden diese Kosten vom Ausbildungsbetrieb übernommen, wenn die Auszubildenden sich verpflichten, im Anschluss an die Ausbildung einige Zeit in dem Betrieb zu arbeiten.

Der Beruf Rettungssanitäter – Tätigkeiten und Alltag

Als Rettungssanitäter ist man Teil der Besatzung des Rettungswagens oder Notarztwagens und fährt bei Rettungsdiensteinsätzen mit. Dabei hat man beschränkte Befugnisse, darf weniger am Patienten arbeiten und unterstützt den Notarzt oder Notfallsanitäter. Zu den typischen Aufgaben zählen:

  • Überwachung von Vitalfunktionen
  • Stillen von Blutungen
  • Herstellung der Transportfähigkeit von Verletzten oder Kranken
  • Betreuung und Beruhigung von Angehörigen
  • Dokumentation des Einsatzes
  • Desinfektion von Arbeitsmitteln und Fahrzeug nach dem Einsatz

In der Regel sitzen Rettungssanitäter hinten im Wagen. Teilweise fahren sie das Fahrzeug selbst, sofern Führerschein und Erlaubnis zur Personenbeförderung vorliegen.

Möglich sind auch Einsätze bei Festivals, Sportereignissen und anderen Veranstaltungen, bei denen in einem Zelt oder anderen extra dafür eingerichteten Räumlichkeiten Patienten versorgt werden.

Zahlreiche Rettungssanitäter arbeiten nicht im Rettungsdienst, sondern im sogenannten qualifizierten Krankentransport. Dabei werden Kranke, die keine Notfälle sind, auf dem Weg zum Arzt im Rettungswagen begleitet und überwacht.

Zum Rettungsdienst gehört der Schichtdienst (auch nachts und am Wochenende) dazu, im Krankentransport sind die Arbeitszeiten meist besser planbar.

Rettungssanitäter Gehalt

Wie hoch das Gehalt als Rettungssanitäter ausfällt, hängt vor allem vom Arbeitgeber ab. Im kommunalen Rettungsdienst richtet sich das Gehalt nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD, Entgeltgruppe 4). Hilfsorganisationen wie der Arbeiter-Samariter-Bund, die Johanniter oder Rotes Kreuz haben mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di umfangreiche Haustarifwerke verhandelt, nach denen sich das Gehalt als Rettungssanitäter richtet. In beiden Fällen ist das Gehalt nach Stufen geregelt: Als Berufsanfänger bleibt man mindestens ein Jahr auf der Erfahrungsstufe 1, dann steigt man zur zweiten Stufe auf und verdient über hundert Euro mehr pro Monat. Nach wenigen Jahren gehört man schon zu Stufe drei und so weiter. Mit jeder Stufe steigt das monatliche Gehalt. Beispielhaft hier das Gehalt für Rettungssanitäter beim Bayerischen Roten Kreuz (Stand: 05/2019):

Stufe Gehalt (Brutto Monat)
1 2.477,37 Euro
2 2.599,63 Euro
3 2.721,90 Euro
4 2.811,99 Euro
5 2.876,35 Euro

Als Rettungssanitäter bei einem privaten Rettungsdienst muss mit einem geringeren Gehalt gerechnet werden.

Zuschläge für Wechselschichten, Nachtdienste und Überstunden sind in dem Beruf üblich.

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