Rettungshelfer

Rettungshelfer/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Rettungshelfer (RH) oder Rettungsdiensthelfer (RDH) gehören zu den ersten medizinischen Einsatzkräften vor Ort. Dabei begegnen ihnen Tag für Tag herausfordernde Situationen. Sie unterstützen die Arbeit der Rettungsfachkräfte, fahren die Einsatzfahrzeuge im Rettungsdienst, führen Krankentransporte durch, betreuen Kranke und Verletzte auf dem Weg ins Krankenhaus und leisten Angehörigen Zuspruch.

Wichtige Infos zur Ausbildung, zum Arbeitsalltag und zum Gehalt gibt es hier.

Inhalt

Ausbildung Rettungshelfer – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Für das Berufsbild des RH gibt es keinen bundesweit einheitlichen Ausbildungsweg. Die Ausbildung richtet sich vielmehr nach landesrechtlichen Vorschriften. Wo keine landesrechtlichen Vorgaben existieren, regeln die Lehrgangsträger die Details zur Ausbildung. Die Ausbildungsdauer beträgt in Vollzeit etwa einen Monat.

Voraussetzung ist ein Hauptschulabschluss oder ein höherer Schulabschluss. Bewerber müssen mindestens 18 Jahre alt sein, ein ärztliches Gesundheitszeugnis und ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen können. Außerdem müssen sie einen großen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben. Ebenfalls wichtig ist die persönliche Eignung für den fordernden Beruf. Im Rettungsdienst sind eine schnelle Reaktionsfähigkeit und hohe Belastbarkeit gefragt. Auszubildende sollten körperlich fit und psychisch belastbar sein, um mit dem oft stressigen Arbeitsalltag umgehen zu können. Einfühlungsvermögen sowie ein hohes Verantwortungsbewusstsein sind ebenfalls wichtige Voraussetzungen.

Die Ausbildung findet bei Ortsvereinen oder den Lehrgangsträgern der Bundesländer statt. Sie umfasst in der Regel 320 Stunden, die sich in eine theoretische Ausbildung (160 Stunden) sowie zwei Praktika aufteilen, ein 80-stündiges Praktikum im Krankenhaus und eine ebenfalls 80-stündige Praxiseinheit in einer Rettungswache. Die genaue Aufteilung unterscheidet sich jedoch von Bundesland zu Bundesland.

Der theoretische Teil der Prüfung ähnelt der Ausbildung zum Rettungssanitäter. Die Auszubildenden erlernen unter anderem die Grundlagen der menschlichen Anatomie und Physiologie und werden im Umgang mit häufigen Krankheiten sowie Notfällen geschult. Auch der Umgang und die Vorbereitung von medizinischen Geräten gehört zu den Ausbildungsinhalten. Im praktischen Teil begleiten die Auszubildenden zumeist Rettungssanitäter oder andere höherqualifizierte Fachkräfte beim Krankentransport. In einigen Bundesländern werden sie auch zur Notfallrettung eingesetzt.

Spezielle Regelungen zur RH bzw. RDH-Ausbildung gibt es in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

– Baden-Württemberg: Die Ausbildung besteht aus einem 160-stündigen Theorie-Lehrgang sowie einem 80-stündigen Praktikum auf einer Rettungswache und erfordert zum Abschluss eine schriftliche und praktische Prüfung. Geprüfte Sanitätshelfer können die Ausbildung auf 120 Stunden reduzieren.

– Hessen: Die Ausbildung umfasst 240 Stunden, aufgeteilt in 160 Stunden Theorie und 80 Stunden Klinikpraktikum. Die Befugnisse nach absolvierter Ausbildung beschränken sich auf das Fahren des Krankentransportes.

– NRW: Interessierte können sich zum sogenannten „RH NRW“ ausbilden lassen. Die Ausbildung ist mit der Sanitäter-Ausbildung vieler Hilfsorganisationen vergleichbar und umfasst 80 Stunden theoretische Schulung sowie 80 Stunden Praktikum auf einer Rettungswache. Zum Abschluss legen die Auszubildenden eine schriftliche und eine praktische Prüfung vor dem Gesundheitsamt ab. Absolventen werden ausschließlich als Fahrer von Krankentransporten eingesetzt.

– Rheinland-Pfalz: Entsprechend der Richtlinie zur Rettungssanitäter-Ausbildung umfasst die Qualifikation eine Theorieschulung von 80 Stunden Dauer, 80 Stunden Klinikpraktikum und 100 Stunden Praktikum auf einer Rettungswache.

In einigen Bundesländern schließt die Ausbildung mit einer Prüfung ab. Dabei werden Grundlagen der Chirurgie, Inneren Medizin, Notfallmedizin, Gynäkologie und Pädiatrie abgefragt. Weiterhin müssen die Prüflinge meist Wissen in Gerätekunde und zu notfallmedizinischen Maßnahmen nachweisen und sich im regionalen Gefüge des Rettungsdienstes auskennen. Typischerweise ist neben dem eigentlichen Prüfer auch ein Arzt oder eine Ärztin bei der Prüfung anwesend.

Die meisten Bundesländer setzen voraus, dass sich RHs jährlich fortbilden. Zudem besteht die Möglichkeit, eine Weiterbildung zum Rettungssanitäter oder zum Notfallsanitäter zu absolvieren. Wer das möchte, hat nach Ausbildungsabschluss zwei Jahre Zeit, um die weitergehende Qualifikation abzuschließen.

Rettungshelfer Ausbildung Gehalt

Für die kurze Ausbildung zum RH wird keine Vergütung gezahlt. Das gilt einheitlich in allen Bundesländern und für alle Ausbildungsträger.

Der Beruf Rettungshelfer – Tätigkeiten und Alltag

RHs bzw. RDHs arbeiten in erster Linie bei Rettungsdiensten oder bei Diensten für den Transport von kranken Menschen und Personen mit Behinderungen. Darüber hinaus können sie auch bei städtischen Feuerwehren und bei Katastrophenhilfswerken angestellt sein.

Ihre Aufgaben umfassen dabei vorrangig den Krankentransport, sind in einigen Bundesländern sogar darauf beschränkt. Sie bringen Patienten zur Notaufnahme oder zur Reha-Einrichtung und fahren Menschen mit Behinderungen zur Behandlung, zur Schule oder zu ihrer Arbeitsstelle.

In der Notfallrettung sind RH als Fahrer des Einsatzfahrzeuges tätig. Abhängig von den landesrechtlichen Regelungen dürfen sie in einigen Bundesländern zudem die Rettungsfachkräfte bei der Durchführung von Notfallmaßnahmen unterstützen. Im Rettungsteam übernehmen sie Hilfstätigkeiten, erstellen nach dem Einsatz ein Einsatzprotokoll und reinigen und desinfizieren die medizinischen Geräte.

In der Notfallrettung sowie beim Krankentransport gehört Schichtdienst zur Regel. Wer im Rettungsdienst arbeitet, muss sich daher auf Nacht- und Wochenendarbeit einstellen.

Rettungshelfer Gehalt

Wie die Ausbildung und die Ausübung der Berufstätigkeit ist auch das Gehalt nicht bundesweit einheitlich geregelt. Die Höhe des Verdiensts hängt unter anderem davon ab, in welcher Region man tätig ist, bei welchem Arbeitgeber man arbeitet und ob man im Rettungsdienst oder im Krankentransport zum Einsatz kommt.

Die Verdienstspanne liegt etwa zwischen 1.400 bis 1.800 brutto im Monat. Das entspricht einem Jahresgehalt von 16.800 bis 21.600 Euro.

Passende Stellenangebote für Rettungshelfer

Auf der Suche nach passenden Rettungshelfer Stellenangeboten? Auf unserem Medi-Karriere Stellenportal werden Sie fündig.

Hier geht es direkt zu unserer Suche mit zahlreichen Rettungshelfer Stellenangeboten.

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.