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Die reine Altenpflege-Ausbildung ist seit 2020 Geschichte. Stattdessen erfordert der Beruf nun die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft. Nach Analysen des Bundesministeriums entscheiden sich weniger als ein Prozent der Auszubildenden für die Spezialisierung auf die Altenpflege.
Kritiker befürchten einen Wegfall von dringend benötigten Fachkräften in der Versorgung, auch aufgrund zu hoher Anforderungen. Doch ist eine reine Altenpflege-Ausbildung die Lösung? Alles zu Hintergründen, Vor- und Nachteilen hier.
Das Wichtigste in Kürze
Bis Ende 2019 war die Altenpflegeausbildung eigenständig geregelt, bevor sie zum 1. Januar 2020 im Zuge des Pflegeberufegesetzes in die generalistische Pflegeausbildung überführt wurde, welche Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zum Berufsbild der Pflegefachkraft zusammenführt.
Ziel war vor allem die Modernisierung des Berufs und eine Reaktion auf den zunehmenden Fachkräftemangel, insbesondere in der Altenpflege, wobei kritisch diskutiert wird, ob die breitere Ausrichtung potenzielle Auszubildende mit klarem Interesse an der Altenpflege eher abschreckt.
Zwar ermöglicht das dritte Ausbildungsjahr eine Spezialisierung, doch entscheiden sich nur sehr wenige Absolventen für die Altenpflege – 2024 waren es lediglich 0,4 Prozent. Eine Rückkehr zur alten Ausbildungsstruktur gilt als unrealistisch, weshalb die Herausforderung darin besteht, die Altenpflege innerhalb der Generalistik attraktiver und praxisnäher zu gestalten.
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Altenpflege-Ausbildung – Hintergründe
Bis Ende 2019 war die spezifische Ausbildung zum Altenpfleger deutschlandweit einheitlich geregelt. Zum 1. Januar 2020 erfolgte die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung, welche die Altenpflege, Kinderkrankenpflege und den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers zusammenführte zum Berufsbild der Pflegefachkraft.
Grundlage dafür lieferte das Pflegeberufegesetz aus 2017. Es setzte zum Jahreswechsel 2020 das Altenpflege- und Krankenpflegegesetz außer Kraft.
Fachkräftemangel steigt
Ein Hauptgrund der Generalisierung war die Modernisierung und Aufwertung des Pflegeberufs. Deutschland leidet wie viele andere Länder unter einem stetig wachsenden Fachkräftemangel – auch in der Altenpflege. Im Angesicht dieser Umstände war es fraglich, ob eine Generalisierung sich positiv auf die Anzahl der Fachkräfte auswirken würde.
Besonders in der Altenpflege fehlt Personal. Viele ambulante Pflegedienste können keine neuen Patienten versorgen aufgrund der Minderbesetzung.
Die ehemalige Ausbildung zum Altenpfleger umfasste drei Jahre und legte den Fokus auf Pflege, Betreuung und Beratung älterer Menschen. Damit war sie inhaltlich spezifischer auf das Arbeitsumfeld der Altenpflege zugeschnitten, während die generalistische Ausbildung nun breitere Gebiete abdeckt.
Das könnte neue Auszubildende abschrecken, die ihre Zukunft in der Altenpflege sehen und für welche die Generalistik eher ein ungewollter Umweg darstellt.
Ausbildungsplätze als Altenpfleger/in
Altenpflege – Was spricht für und gegen eine einheitliche Ausbildung?
Die Umstellung zur generalistischen Ausbildung hatte gute Gründe. Durch den Fachkräftemangel verzahnten sich die Bereiche immer weiter ineinander – Altenpflegekräfte benötigten Wissen aus der Krankenpflege und anders herum. Pflegefachkräfte erhalten nun interdisziplinäre Kenntnisse und Fähigkeiten, mit denen sie in den verschiedensten Einrichtungen europaweit arbeiten können.
Dennoch bestand von Beginn an Kritik an der Generalisierung. Aufgrund dessen nahm das Pflegeberufegesetz den Vorschlag der möglichen Spezialisierung im dritten Ausbildungsjahr auf. Auszubildende können sich nun entscheiden, ob sie im letzten Jahr den Fokus auf die Altenpflege, Kinderkrankenpflege oder weiterhin die generalistische Ausbildung legen wollen. Das schien ein gelungener Kompromiss zu sein.
Einige Stimmen, wie die von Bernhard Schneider (ehemaliger Heimhilfe-Chef), betonen jedoch, dass die hohen Zugangsvoraussetzungen, die pädiatrischen Einsätze und Praktika im Krankenhaus für Altenpflegeanwärter zu speziell sind. Auszubildende, die das System so dringend braucht, schreckt man somit ab.
Zudem wäre eine Rückabwicklung der Generalisierung und damit eine Neuetablierung der reinen Altenpflegeausbildung bürokratisch und realistisch eingeschätzt nicht umsetzbar. Viel eher sollten Lösungsansätze gewählt werden, welche die Altenpflege mehr in der Generalisik umsetzen.
Alternative Altenpflegeassistenz
Die Ausbildung zur Altenpflegeassistenz könnte für einige eine gute Alternative darstellen. Sie dauert ein bis zwei Jahre und vermittelt Kenntnisse über die Grundpflege, Aktivierung und Betreuung sowie Hauswirtschaft und Dokumentation.
Voraussetzung ist ein Hauptschulabschluss. Zudem kann sie später für die generalistische Ausbildung angerechnet werden. Absolvierst Du zum Beispiel den Hauptschulabschluss und entscheidest Dich für die Altenpflegeassistenz, kannst Du die generalistische Ausbildung auch ohne Realschulabschluss absolvieren.
Wie beliebt ist die Spezialisierung zur Altenpflege?
Ende 2025 fasste das Bundesministerium die bisherigen Zahlen seit Beginn der generalistischen Ausbildung 2020 in der Drucksache 21/4030 zusammen. Diese erschien am 5. Februar 2026 und erlaubt einen Überblick der Zahlen an Auszubildenden.
Demnach erhielten 2024 rund 37.000 Auszubildende den Abschluss zur Pflegefachkraft. Lediglich 78 Personen entschieden sich für die Spezialisierung zur Altenpflege. Das sind noch weniger als im Jahr 2023, in dem es 123 Personen waren. Die Altenpflege wählen im Umkehrschluss nur 0,4 Prozent der Auszubildenden.
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Altenpflege-Ausbildung – Fazit
Eine Rückkehr zum alten System scheint momentan unwahrscheinlich. Dennoch sollte die Kritik nicht vergessen werden – die Altenpflege ist und bleibt eine der wichtigsten Säulen im Pflegeberuf. Es ist wichtig, junge Menschen und Quereinsteiger für dieses Berufsfeld zu gewinnen. Eine attraktive Ausbildung, die niedrigschwellig ansetzt und das Praktische in den Vordergrund rückt, ist dafür unerlässlich.
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Häufige Fragen
- Was hat sich durch die Reform der Altenpflege-Ausbildung 2020 geändert?
- Warum wurde die Altenpflege-Ausbildung generalisiert?
- Kann man sich in der generalistischen Pflegeausbildung auf Altenpflege spezialisieren?
- Wie beliebt ist die Spezialisierung zur Altenpflege?
Seit dem 1. Januar 2020 ersetzt die generalistische Pflegeausbildung die frühere eigenständige Altenpflege-Ausbildung. Grundlage ist das Pflegeberufegesetz von 2017, das Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zum Berufsbild der Pflegefachkraft zusammengeführt hat. Ziel war eine Modernisierung der Pflegeberufe und eine breitere berufliche Einsetzbarkeit.
Ein zentraler Grund war der zunehmende Fachkräftemangel in der Pflege, insbesondere in der Altenpflege. Durch die Generalistik sollen Pflegefachkräfte interdisziplinär ausgebildet werden und flexibler zwischen Versorgungsbereichen wechseln können. Zudem erhöht der europaweit anerkannte Abschluss die berufliche Mobilität.
Ja, im dritten Ausbildungsjahr besteht die Möglichkeit, einen Schwerpunkt in der Altenpflege, Kinderkrankenpflege oder weiterhin generalistisch zu wählen.
Diese Spezialisierungsoption wurde als Kompromiss eingeführt, um Kritik an der vollständigen Generalisierung aufzugreifen. In der Praxis wird die Spezialisierung zur Altenpflege jedoch nur selten gewählt.
Die Zahlen zeigen eine sehr geringe Nachfrage: 2024 entschieden sich lediglich 78 von rund 37.000 Absolventinnen und Absolventen für die Spezialisierung Altenpflege. Das entspricht etwa 0,4 Prozent.
Eine Rückkehr zur eigenständigen Altenpflege-Ausbildung gilt daher derzeit als unwahrscheinlich, stattdessen steht die Weiterentwicklung innerhalb der Generalistik im Fokus.
- Drucksache 21/4030, Bericht nach §62 Abs. 1 des Pflegeberufegesetzes, https://dserver.bundestag.de/... (Abrufdatum: 16.02.2026)
- Gesetzliche Grundlagen und Übergangsregelungen, https://www.pflegeausbildung.net/... (Abrufdatum: 16.02.2026)
- Pflegeberufegesetz, https://www.bundesgesundheitsministerium.de/... (Abrufdatum: 16.02.2026)









