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Der Hinterkopf ist eine wichtige und stark beanspruchte Region des Körpers. Entsprechend häufig führen Beschwerden im Bereich des Hinterkopfes zum Besuch beim Hausarzt oder Orthopäden. Dieser Artikel erläutert die anatomische Grundlage des Hinterkopfes und stellt die wichtigsten Krankheitsbilder dieser Körperregion mit ihren Ursachen und Therapieoptionen vor.
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Hinterkopf – Definition
Der „Hinterkopf“ ist eine umschreibende Bezeichnung für eine grob umrissene Körperregion. Sie umfasst im allgemeinen Sprachgebrauch meist die Rückseite des Kopfes vom Scheitel abwärts, zwischen den Ohren bis hinunter in die Halswirbelsäule.
Vor allem bei der Abklärung von Beschwerden am Hinterkopf gilt es zu bedenken, dass er den Übergang vom Kopf zum Hals bildet und damit in beiden Richtungen mit knöchernen, sehnigen und muskulären Strukturen verknüpft ist.
Hinterkopf – Anatomie
Anatomisch gesehen besteht der Hinterkopf aus einer knöchernen Grundlage, dem Hinterhauptbein (Os occipitale) mit angrenzenden Schädelknochen, und weiterhin aus einem komplexen Geflecht von Hals-, Nacken- und Rückenmuskeln.
Os occipitale
Das Os occipitale besteht aus drei Anteilen. Die untere Pars basilaris bildet den Boden des knöchernen Schädels. Sie grenzt zur Schädelvorderseite hin an das Keilbein (Os sphenoidale) und zur Seite an das Schläfenbein (Os temporale) der jeweiligen Kopfseite an. Nach hinten schließt sich an die Pars basilaris jeweils eine Pars lateralis rechts und links an, die am umgangssprachlichen Hinterkopf in die von außen tastbare Pars squamosa übergehen. Diese verläuft bis hinauf zum Scheitelknochen, dem Os parietale.
Die drei Anteile des Os occipitale umranden gemeinsam das Foramen magnum an der Schädelbasis. Zudem bilden die lateralen Anteile des Hinterhauptbeins Gelenkverbindungen mit dem ersten Halswirbel (Atlaswirbel), die Articulatio atlantooccipitalis.
Nerven und Muskeln am Hinterkopf
Die Pars squamosa des Os occipitale dient Muskeln wie dem großen Trapezmuskel (M. trapezius) sowie einigen gerade und schräg verlaufende Rückenmuskeln als Ansatz. Darunter liegen weitere tiefe Nackenmuskeln. Deren Aktivität kann sich indirekt auch auf die Stellung des Kiefergelenks auswirken.
Die wichtigsten Nervenbahnen am Hinterkopf bilden der große und der kleine Hinterhauptnerv (Nervus occipitalis major und minor), sowie der große Ohrnerv (Nervus auricularis magnus) beider Seiten.
Eine anatomische Region, die dem umgangssprachlichen „Hinterkopf“ am ehesten entspricht, ist die Nackenregion. Andere Namen dafür sind Regio occipitalis oder Regio nuchae. Sie erstreckt sich jedoch bis zum siebten Halswirbel und überschreitet damit die Grenzen, die für gewöhnlich als Hinterkopf angesehen werden.

Hinterkopf – Aufgaben und Funktionen
Die Schädelknochen am Hinterkopf schützen den Okzipitallappen des Gehirns mit der Sehrinde, das Kleinhirn und das verlängerte Mark (Medulla oblongata). Dieses verlässt den Schädel gemeinsam mit den Vertebralarterien durch das Foramen magnum und geht ins Rückenmark über.
Zudem stellt das Hinterhauptbein den oberen Anteil des Kopfgelenks dar und ist damit wesentlich am hohen Bewegungsumfang des menschlichen Kopfes beteiligt. Über lange und schräg verlaufende Muskeln, die sich bis in den Rücken erstrecken, wird der Kopf bewegt und gleichzeitig stabilisiert.
Hinterkopf – Schmerzen und Erkrankungen
Beschwerden am Hinterkopf sind oftmals Ausdruck muskulärer Verspannungen. Auslöser sind hierbei meist eine anhaltende starke Kopfneigung (Smartphone-Nutzung) oder Überstreckung der Halswirbelsäule (Bildschirmarbeit). Die Symptome sind helmartige Kopfschmerzen, die von unten am Hinterkopf hochziehen und ein- oder beidseitig auftreten können.
Auch Verspannungen im Kiefergelenk durch Zahnfehlstellung oder Knirschen können in die Nackenmuskeln ausstrahlen und sich so als Schmerz am Hinterkopf manifestieren. Vor allem bei älteren Menschen liegen oft begleitend Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule vor (Arthrose). Muskuläre Beschwerden lassen sich durch gezielte Physiotherapie und eine Optimierung der Kopfhaltung im Alltag, sowie durch Wärme und schmerzlindernde Medikamente reduzieren.
Wichtige Differenzialdiagnosen für Hinterkopf- und Nackenschmerzen sind die akute Hirnhautentzündung (Meningitis), die sich durch Nackensteife, teils hohes Fieber und starkes Krankheitsgefühl äußert, sowie Schlaganfälle und Durchblutungsstörungen der Blutgefäße des Hinterhauptes. Da in diesem Bereich das Kleinhirn und die Sehrinde liegen, zeigen sich diese Erkrankungen meist durch akut auftretende Sehstörungen und Schwindel und sollten umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Bei Stürzen auf den Hinterkopf tritt neben knöchernen Verletzungen oft eine begleitende Gehirnerschütterung mit Übelkeit, Erbrechen und Lichtscheu auf.
- Ursachen und Behandlung von Kopfschmerzen am Hinterkopf, https://www.mhplus-krankenkasse.de/... (Abrufdatum: 02.04.2025)




