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Medi-Karriere Medipedia Sehrinde (Visueller Kortex)

Sehrinde (Visueller Kortex): Aufbau und Funktion

Robin Kaus
von Robin Kaus (Medizinstudent) Zuletzt aktualisiert: 21.10.2025
The,Optic,Nerve,And,Its,Visual,Link,To,The,Brain

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Anatomie & Aufbau
  3. Histologie
  4. Physiologie & Funktion
  5. Schädigung & Klinik

Die Sehrinde ist ein Bereich im hinteren Teil des Gehirns, der für die Verarbeitung visueller Informationen verantwortlich ist. Das Sehen, als wichtigster Sinn des Menschen, erfordert das Zusammenspiel vieler Strukturen, um die Vielzahl an visuellen Reizen aus der Umwelt zu analysieren und zu interpretieren. In diesem Beitrag werden Aufbau, Funktion und mögliche Störungen der Sehrinde sowie ihre Bedeutung im visuellen System näher betrachtet.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Anatomie & Aufbau
  3. Histologie
  4. Physiologie & Funktion
  5. Schädigung & Klinik

Sehrinde – Definition

Die Sehrinde, auch als visueller Kortex oder visuelles Zentrum bezeichnet, stellt die letzte Station der Sehbahn dar. Die Fasern des vierten Neurons im Thalamus erreichen über die sogenannte Sehstrahlung (Radiatio optica) den visuellen Kortex. Innerhalb der Sehrinde wird eine weitere Unterteilung in die primäre und die sekundäre beziehungsweise höhere Sehrinde vorgenommen.

Lokalisiert ist der visuelle Kortex hauptsächlich im Okzipitallappen des Gehirns. Sie gehört zum visuellen System und ist essenziell für die Fähigkeit des Sehens. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Verarbeitung der vom Auge aufgenommenen visuellen Reize bis hin zur komplexen Darstellung und Interpretation des Gesehenen.

Sehrinde – Anatomie und Aufbau

Die Sehrinde wird durch die Arterie cerebri posterior mit Blut versorgt und ist ein Bestandteil der Großhirnrinde. Sie umfasst die Brodmann-Areale 17, 18 und 19 und befindet sich im Okzipitallappen des Gehirns. Ihre Funktion besteht unter anderem in der Abbildung des gesehenen Bildes, das dort verarbeitet und interpretiert wird.

Primäre Sehrinde

Die primäre Sehrinde, auch als Area striata oder V1 bezeichnet, entspricht dem Brodmann-Areal 17 und liegt medial im Okzipitallappen, ober- und unterhalb des Sulcus calcarinus. Ihre Hauptaufgabe besteht in der reinen Abbildung und Verarbeitung visueller Informationen.

Der Name “Area striata” leitet sich von einer charakteristischen weißen Streifung ab, die durch Bündel markhaltiger, weißer Substanz – die sogenannten Gennari- bzw. Vicq-d’Azyr-Streifen – entsteht. Diese Streifen verlaufen parallel zur Oberfläche und teilen die Area striata in zwei Teile.

Retinotopie der primären Sehrinde

Eine Besonderheit der primären Sehrinde ist ihre strenge Retinotopie, bei der jedem Punkt auf der Retina ein bestimmter Ort auf der Sehrinde zugeordnet ist. Diese Organisation sorgt dafür, dass die Nachbarschaften der Punkte auf der Retina auch im Gehirn erhalten bleiben. Die Informationen, die in der primären Sehrinde verarbeitet werden, stammen aus der kontralateralen Gesichtshälfte. Beispielsweise wird das linke untere Gesichtsfeld in der rechten Area striata oberhalb des Sulcus calcarinus abgebildet, während das linke obere Gesichtsfeld in der rechten Area striata unterhalb des Sulcus calcarinus verarbeitet wird.

Die Fasern aus der Fovea centralis, dem Bereich des schärfsten Sehens, sind stark überrepräsentiert. Obwohl die Fovea nur etwa 1,5 Millimeter groß ist, nimmt sie etwa vier Fünftel der Area striata ein und erstreckt sich bis zum Okzipitalpol. Im Gegensatz dazu werden Informationen aus der Netzhautperipherie im vorderen Bereich der Area striata verarbeitet. Efferenzen aus der primären Sehrinde ziehen zur sekundären und höheren Sehrinde, wo komplexere visuelle Prozesse stattfinden.

Strukturell besteht der visuelle Kortex aus nebeneinander angeordneten kortikalen Säulen (Kolumnen) und sechs horizontalen Schichten. Diese Kolumnen lassen sich weiter in Orientierungssäulen, Dominanzsäulen und Hyperkolumnen einteilen.

Orientierungssäulen reagieren nur auf speziell ausgerichtete Linien an bestimmten Punkten der Retina. Hierbei sind die Neurone des Kortex in rezeptive Felder unterteilt, die langgestreckte statt konzentrische Formen aufweisen.

Dominanzsäulen hingegen bestehen aus mehreren Orientierungssäulen, die dieselbe Stelle der Retina abbilden, jedoch auf unterschiedlich ausgerichtete Linien reagieren. Neben Orientierungssäulen enthalten Dominanzsäulen sogenannte Blobs, die auf Farben spezialisiert sind, sowie Interblobs, die für die Verarbeitung von Form- und Bewegungsinformationen zuständig sind.

Hyperkolumnen repräsentieren Verarbeitungsmodule der primären Sehrinde und bestehen aus jeweils zwei Dominanzsäulen, die Informationen desselben Ortes im Gesichtsfeld für beide Augen integrieren. Diese hochspezialisierte Struktur ermöglicht eine präzise und differenzierte Verarbeitung der visuellen Reize, die vom Auge aufgenommen werden.

Sekundäre Sehrinde und höhere visuelle Kortexareale

Die sekundäre Sehrinde (V2, V3) und die tertiäre Sehrinde (V4, V5) werden gemeinsam als visuelle Assoziationscortices bezeichnet. Diese Areale sind auf verschiedene Teilaspekte des Sehens spezialisiert und ergänzen die Funktion der primären Sehrinde. Sie umfassen die Brodmann-Areale 18 und 19 und sind hufeisenförmig um die primäre Sehrinde angeordnet.

Die Hauptaufgabe dieser Bereiche besteht in der Interpretation und weiterführenden Verarbeitung der visuellen Eindrücke, die aus der primären Sehrinde stammen. Während die sekundäre Sehrinde grundlegende visuelle Informationen weiterverarbeitet, übernehmen die höheren Areale spezifischere Funktionen, wie zum Beispiel die Verarbeitung von Farben (V4) und Bewegungen (V5). Diese differenzierte Aufteilung ermöglicht eine präzise Analyse und Deutung der visuellen Reize, die essenziell für das komplexe Sehen ist.

Sehrinde Grafik

Sehrinde – Histologie

In der primären Sehrinde zeigen sich besonders markante histologische Strukturen, die sie deutlich von anderen Bereichen des Großhirns unterscheiden. Eine zentrale Besonderheit ist die Lamina granularis interna (Schicht IV), die in der primären Sehrinde wesentlich stärker ausgeprägt ist. Sie zeichnet sich durch eine hohe Zelldichte und zahlreiche Verschaltungen aus und bildet das Ende der Nervenfasern aus der Sehstrahlung.

Auch innerhalb der ersten beiden Schichten der primären Sehrinde finden sich auffällige Merkmale: Dort befinden sich relativ große Magno-Zellen, die speziell für die Bewegungswahrnehmung zuständig sind. In den verbleibenden vier Schichten sind dagegen Parvo-Zellen vorherrschend, die für die Darstellung von Farben und Strukturen verantwortlich sind und somit wesentlich zur Objektwahrnehmung beitragen.

Sehrinde – Physiologie und Funktion

Die Sehrinde ist für die Aufnahme optischer Reize und deren schrittweise Verarbeitung zu einem vollständigen Bild der Umwelt verantwortlich. Dabei erfolgt eine Zerlegung, Analyse und Abstrahierung der eingehenden Informationen, bevor diese zur weiteren Verarbeitung weitergeleitet werden.

Die primäre Sehrinde (V1) bildet die Grundlage für diese Prozesse, indem sie die Gesichtsfeldpunkte nach Linien, Bewegungen und Farben „durchleuchtet“. Diese grundlegenden Informationen werden anschließend an die sekundären Bereiche V2 und V3 weitergeleitet, wo sie detaillierter verarbeitet werden.

Die weiterführende Verarbeitung erfolgt über zwei Hauptpfade:

  • Der parietale Pfad (magnozellulärer „Wo-Strom“) ist für die Bewegungs- und Positionswahrnehmung zuständig.
  • Der temporale Pfad (parvozellulärer „Was-Strom“) übernimmt die Wahrnehmung von Farben, Mustern und Formen.

Mit zunehmender Verarbeitungstiefe werden die Verknüpfungen immer komplexer. Dabei spielen auch im Gedächtnis gespeicherte Inhalte eine wichtige Rolle, beispielsweise bei der Unterscheidung zwischen vertrauten und unbekannten Objekten. Dieses Zusammenspiel von Wahrnehmung und Gedächtnis ermöglicht eine differenzierte und an die Umwelt angepasste visuelle Verarbeitung.

Sehrinde – Schädigung und Klinik

Die essenzielle Bedeutung der Sehrinde wird besonders bei Schädigungen und den damit verbundenen Störungen deutlich. Die Art der Ausfallerscheinungen hängt dabei stark davon ab, welcher Teil der Sehrinde betroffen ist.

Wenn die primäre Sehrinde (V1) geschädigt ist, treten häufig Gesichtsfeldausfälle auf. Ist die gesamte primäre Sehrinde betroffen, kommt es zur sogenannten „Rindenblindheit“. Betroffene sind dann vollständig blind, obwohl Retina und Sehbahn weiterhin intakt sind. Interessanterweise können dennoch unbewusste Reaktionen erhalten bleiben, wie beispielsweise das Greifen nach oder Benennen von Objekten.

Schädigungen der sekundären Sehrinde (V2) können zur visuellen Agnosie führen. Dabei haben Betroffene Schwierigkeiten, Gesehenes zu erkennen oder einzuordnen. Diese Störung kann sich auf verschiedene Aspekte auswirken, wie die Wahrnehmung von Farben, Formen oder Gesichtern. In einigen Fällen können solche Schädigungen auch zu visuellen Halluzinationen führen.

Häufige Fragen

  1. Wo ist die Sehrinde im Gehirn?
  2. Die Sehrinde befindet sich im Okzipitallappen des Gehirns. Sie umfasst sowohl die primäre als auch die sekundäre und höhere Sehrinde, die unterschiedliche Aufgaben in der Verarbeitung visueller Reize übernehmen. Diese Region ist essenziell für die Wahrnehmung und Interpretation visueller Informationen.

  3. Welcher Bereich im Gehirn ist für das Sehen zuständig?
  4. Der Bereich des Gehirns, der für das Sehen zuständig ist, ist die Sehrinde im Okzipitallappen. Sie ist in verschiedene Areale unterteilt, darunter die primäre Sehrinde (V1), die die grundlegende Verarbeitung übernimmt, sowie die sekundäre und tertiäre Sehrinde, die spezialisierte Funktionen erfüllen.

  5. Wo befindet sich primäre Sehrinde?
  6. Die primäre Sehrinde liegt medial im Okzipitallappen, ober- und unterhalb des Sulcus calcarinus. Dieser Bereich wird auch als Area striata (V1) bezeichnet und ist die erste Station der Verarbeitung visueller Reize im Kortex.

  7. Was ist MT/MST?
  8. Die Areale MT (auch V5 genannt) und MST sind spezialisierte Regionen im visuellen Kortex, die für die Verarbeitung von Bewegungsinformationen zuständig sind. MT steht für mediotemporaler Kortex und MST für medio-superior temporales Areal. Diese Bereiche sind Teil der sogenannten “Wo-Bahn” der visuellen Wahrnehmung, die Bewegungs- und Positionsinformationen verarbeitet. Neuronen in MT und MST sind richtungs- und geschwindigkeitssensitiv und reagieren stark auf kohärente Bewegungen in der Umgebung.

  9. Welche Funktion hat der Okzipitallappen?
  10. Der Okzipitallappen ist für die Verarbeitung und Interpretation visueller Reize zuständig. Hier werden Informationen aus den Augen analysiert, zerlegt und weitergeleitet, um ein vollständiges Bild der Umwelt zu erstellen.

Autor
Robin Kaus

Robin Kaus

Medizinstudent

Robin Kaus studiert Humanmedizin im klinischen Abschnitt an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Im Rahmen seines Studiums erhält er tiefgehende Einblicke in die ärztlichen und pflegerischen Abläufe in Krankenhaus, Arztpraxis, OP-Saal und Co. Dieses Wissen lässt er als Medizinredakteur in seine Artikel für Medi-Karriere einfließen. Seine Begeisterung für das Schreiben wurde vor einigen Jahren durch die Teilnahme an Poetry-Slams entfacht.

Quellen
  1. Visuelles System, Amboss, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum: 13.12.2024)
  2. Sehbahn und Okulomotorik, Viamedici, https://viamedici.thieme.de/... (Abrufdatum: 13.12.2024)
  3. Grohirnrinde (Cortex cerebri): Aufbau und funktionelle Gliederung, Viamedici, https://viamedici.thieme.de/... (Abrufdatum: 13.12.2024)
  4. Immer in Bewegung, https://www.dasgehirn.info/... (Abrufdatum: 14.12.2024)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Dieser Artikel ist nur als Hintergrundinformation bestimmt. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbst Diagnosen zu stellen sowie Behandlungen anzufangen oder abzusetzen. Die Informationen können keinen Arztbesuch ersetzen. Bei medizinischen Anliegen und zur Klärung weiterer Fragen ist daher stets ein/e Arzt/Ärztin aufzusuchen.

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