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Medi-Karriere Medizinische Berufe Lerntherapeut

Lerntherapeut: Beruf, Ausbildung & Gehalt

Lerntherapeut/in Ausbildung, Beruf, Gehalt

Ausbildungstyp

Weiterbildung

Ausbildungsdauer

bis 3 Jahre

Voraussetzung

Ausbildung

17 freie Jobs
als Lerntherapeut/in

  • Weiterbildung
  • Gehalt
  • Jobs

Lernschwierigkeiten können Kinder, Jugendliche und Erwachsene erheblich belasten. Besonders häufig zeigen sie sich beim Lesen, Schreiben oder Rechnen. Bleiben solche Schwierigkeiten über längere Zeit bestehen, können sie sich auch auf die Lernmotivation, das Selbstwertgefühl, die schulische Entwicklung und die soziale Teilhabe auswirken.

Hier setzt die Lerntherapie an. Sie verbindet pädagogische, psychologische und fachdidaktische Ansätze und berücksichtigt neben den fachlichen Schwierigkeiten auch die persönliche Situation sowie das familiäre und schulische Umfeld. Ziel ist es, grundlegende Kompetenzen aufzubauen, Lernblockaden abzubauen und einen selbstständigeren Umgang mit schulischen Anforderungen zu ermöglichen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Lerntherapeut ist keine geschützte Berufsbezeichnung. In Deutschland gibt es keine staatlich einheitlich geregelte Ausbildung.
  • Die Qualifizierung ist über private Weiterbildungen, Fachverbandszertifikate, Hochschulzertifikate sowie Bachelor- oder Masterstudiengänge möglich.
  • Zugangsvoraussetzungen, Dauer, Kosten und Umfang unterscheiden sich je nach Anbieter erheblich.
  • Eine umfassende Weiterbildung enthält pädagogische, psychologische und fachdidaktische Grundlagen sowie Förderdiagnostik, praktische Fallarbeit und Supervision.
  • Wichtige Arbeitsfelder sind Lese-Rechtschreibschwierigkeiten und Rechenstörungen. ADHS kann als Begleiterkrankung relevant sein, ist aber nicht in jeder Weiterbildung ein verpflichtender Hauptschwerpunkt.
  • Lerntherapeutische Förderdiagnostik ist von einer klinischen Diagnose zu unterscheiden. Medizinische oder psychotherapeutische Diagnosen dürfen nur entsprechend qualifizierte Fachpersonen stellen.
  • Lerntherapeuten arbeiten angestellt oder selbstständig, beispielsweise in Praxen, Förderinstituten, Beratungsstellen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Was machen Lerntherapeuten?

Lerntherapeuten unterstützen Menschen mit anhaltenden Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben, Rechnen oder Lernen. Im Mittelpunkt stehen häufig Kinder und Jugendliche mit einer Lese-Rechtschreib- oder Rechenstörung. Lerntherapie kann aber auch Erwachsene begleiten.

Zu Beginn werden der bisherige Lernweg, vorhandene Befunde, konkrete Schwierigkeiten und persönliche Stärken erfasst. Mithilfe einer lerntherapeutischen Förderdiagnostik wird untersucht, welche Kompetenzen bereits vorhanden sind, welche Fehlermuster auftreten und welche Unterstützung sinnvoll ist. Auf dieser Grundlage entsteht ein individueller Therapie- und Förderplan.

Zur Arbeit gehören außerdem Gespräche mit Eltern, Lehrkräften und gegebenenfalls weiteren Fachpersonen. Lerntherapie unterscheidet sich von klassischer Nachhilfe: Sie beschränkt sich nicht darauf, aktuellen Unterrichtsstoff nachzuholen, sondern arbeitet an grundlegenden Lernvoraussetzungen, Strategien und emotionalen Belastungen.

Weiterbildung als Lerntherapeut

Lerntherapeut ist in Deutschland keine staatlich geschützte Berufsbezeichnung und kein staatlich geregelter Ausbildungsberuf. Es existiert deshalb keine einheitliche Ausbildung, die bundesweit für alle Anbieter verbindlich ist.

Der Zugang zum Beruf ist auf unterschiedlichen Wegen möglich:

  • über private Fort- und Weiterbildungen,
  • über Weiterbildungen nach den Standards eines Fachverbands,
  • über Hochschulzertifikate,
  • über Bachelor- oder Masterstudiengänge mit lerntherapeutischem Schwerpunkt.

Infografik Lerntherapeut

Zertifikate und Qualitätsstandards

Auf dem Weiterbildungsmarkt existieren verschiedene Zertifikate, die nicht miteinander verwechselt werden sollten.

Der Zusatz “IFLW” bezeichnet beispielsweise eine Qualifikation beziehungsweise Prüfung des privaten Instituts für integrative Lerntherapie und Weiterbildung. Er ist nicht mit dem personenbezogenen Zertifikat “Integrativer Lerntherapeut FiL” gleichzusetzen.

Der Fachverband für integrative Lerntherapie zertifiziert umfangreiche Aus- und Weiterbildungen, die Theorie, fachdidaktische Inhalte, praktische Arbeit und Supervision miteinander verbinden. Für das FiL-Zertifikat sind mindestens 1.400 Unterrichtseinheiten in Theorie und Praxis nachzuweisen.

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie zertifiziert Weiterbildungseinrichtungen für die Qualifikation zum “Dyslexietherapeuten nach BVL”. Die beiden fachlichen Schwerpunkte werden getrennt betrachtet. Für die Dyslexietherapie fordert der BVL unter anderem Theorie, praktische Fallarbeit, Hospitation und Supervision.

Daneben gibt es modulare Hochschulangebote. Die Duden Institute und die SRH Fernhochschule bieten beispielsweise FiL-zertifizierte Diploma mit den Schwerpunkten Lesen und Schreiben, Rechnen oder einer Kombination der drei Bereiche an.

Voraussetzungen für die Weiterbildung

Die Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich erheblich. Einige private Anbieter verlangen keine bestimmte berufliche Vorbildung und richten ihre Angebote auch an Quereinsteigende. Andere setzen Erfahrung in der Arbeit mit Kindern oder persönliche Voraussetzungen wie Einfühlungsvermögen, Reflexionsfähigkeit und Freude an pädagogischer Arbeit voraus. Das Deutsche Institut für Lerntherapie nennt bei einzelnen Angeboten beispielsweise keine fachliche Grundausbildung als zwingende Voraussetzung.

Für umfangreiche, nach FiL-Standards zertifizierte Weiterbildungen wird dagegen in der Regel eine einschlägige Grundqualifikation mindestens auf Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens erwartet. Dazu können unter anderem Abschlüsse aus Pädagogik, Psychologie, Medizin, Sprachtherapie, Ergotherapie oder verwandten Fachgebieten gehören. Alternativ ist eine Qualifizierung über einen einschlägigen Bachelor- oder Masterstudiengang möglich.

Quereinsteigende sollten besonders darauf achten, dass eine Weiterbildung ausreichende Grundlagen in Pädagogik, Psychologie und Fachdidaktik sowie begleitete Praxiserfahrungen und Supervision enthält. Ein kurzer Kurs kann eine Einführung bieten, ersetzt aber nicht automatisch eine umfassende berufliche Qualifikation.

Ablauf und Dauer der Weiterbildung

Da es keine staatlich einheitlichen Vorgaben gibt, unterscheiden sich Dauer und Umfang der Angebote stark. Auf dem Markt finden sich kurze Intensivkurse, einjährige Weiterbildungen, mehrjährige berufsbegleitende Qualifikationen und Hochschulstudiengänge.

Das Deutsche Institut für Lerntherapie bietet beispielsweise sowohl eine zweiwöchige Intensivausbildung als auch eine einjährige Weiterbildung mit 208 Unterrichtseinheiten an. Eine berufsbegleitende Weiterbildung nach aktuellen FiL-Standards dauert dagegen in der Regel zwei bis drei Jahre und umfasst mindestens 1.400 Unterrichtseinheiten in Theorie und Praxis. Bachelorstudiengänge dauern üblicherweise sechs Semester, Masterstudiengänge häufig vier Semester.

Wie entscheide ich mich für den richtgen Ausbildungsweg?

Die Dauer allein ist allerdings kein ausreichendes Qualitätsmerkmal. Bei der Auswahl sollten auch folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Umfang der Theorie- und Praxisausbildung,
  • Qualität und Umfang der Supervision,
  • fachliche Qualifikation der Lehrenden,
  • wissenschaftliche Grundlage der vermittelten Methoden,
  • Prüfungs- und Abschlussanforderungen,
  • Zulassungsvoraussetzungen,
  • Möglichkeiten zur begleiteten Fallarbeit,
  • Anerkennung durch Fachverbände, Einrichtungen oder Kostenträger.

Die Bezeichnung „zertifiziert“ sagt allein noch wenig über den Umfang einer Weiterbildung aus. Entscheidend ist, wer das Zertifikat ausstellt, welche Voraussetzungen gelten und wie viel Theorie, Praxis, Fallarbeit, Prüfung und Supervision enthalten sind.

Weiterbildungsinhalte als Lerntherapeut

Die Ausbildungsinhalte in der Tabelle wurden dem Institut für integrative Lerntherapie und Weiterbildung in Kleinmachnow entnommen und stehen exemplarisch für alle Weiterbildungsinhalte zum Lerntherapeut mit FiL-Zertifizierung.

Curriculum Lerninhalte
Eltern- und Familienarbeit Erkennen von Möglichkeiten und Grenzen, Arbeitstechniken, Einflussfaktoren auf den Lernprozess
Selbstwertgefühl als Lernvoraussetzung Selbstwertgefühl verstehen, beeinflussen lernen und Auswirkungen begreifen, Förderung des Selbstwertgefühls
Lernmotivation und Förderung Intrinsische und extrinsische Motivation, Denkblockaden und erlernte Hilflosigkeit, Motivationssteigerungsmaßnahmen
Verankern von Lerninhalten im Gedächtnis Lernstrategien und Tipps, Funktionsweise des Gehirns, Bedeutung von Automatisierungsprozessen, Lerninhalte verinnerlichen
Prävention von Leserechtschreibschwäche Phasen des Schrifterwerbs, diagnostische Instrumente der Früherkennung, phonologisches Bewusstsein
Diagnostik und Therapie von Leserechtschreibschwäche Legasthenieformen, standardisierte Rechtschreib- und Lesetests, Interventionen bei Auffälligkeiten kennenlernen
Legasthenie in einer Fremdsprache Besondere Schwierigkeiten der englischen Sprache, wissenschaftliche Erkenntnisse der Fremdsprachenlegasthenie, Förderprogramme
Diagnostik von Dyskalkulie Diagnostische Verfahren
Anschauungsmaterial bei Dyskalkulie Ursachen von Lernschwächen, Phasen der Entwicklung mathematischen Denkens, Typische Fehlerarten, handelndes Lernen
Therapie von Dyskalkulie Unterschied zu Nachhilfeunterricht, Förder- und Trainingsprogramme, Grenzen elterlicher Mitwirkungsmöglichkeiten
ADHS ADHS-Diagnostik auf Grundlage DSM-IV und ICD-10, Ursachen und Therapiemöglichkeiten bei Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom und Hyperaktivität
Hochbegabung Erkennung und Diagnostik, Underachievement
Spielerisch lernen Bewegungs-, Konzentrations-, Wahrnehmungs-, Entspannungs-, und Sprachspiele
Bewegungserfahrungen und Wahrnehmungsförderung Auswirkungen von Bewegung auf das Lernen, Störungen der Sinnessysteme, sensorische Integration
Kinesiologie Pädagogische Kinesiologie
Neurolinguistisches Programmieren (NLP) Methoden
Behandlung von Schul- und Prüfungsangst Angstsymptome bei Kindern, Erhebungsinstrumente der Angstdiagnostik, Therapiemöglichkeiten
Entspannungsverfahren Stress und die körperlichen Auswirkungen, Entspannungsübungen, Verfahren um Ängste und Stress zu reduzieren

Was verdient man während der Weiterbildung?

Da es sich normalerweise um eine privat oder berufsbegleitend finanzierte Weiterbildung handelt, wird keine Ausbildungsvergütung gezahlt. Vielmehr fallen je nach Anbieter Lehrgangs-, Prüfungs-, Reise- und Materialkosten an. Das Institut für integrative Lerntherapie und Weiterbildung verlangt beispielsweise 1-998 Euro Kursgebühren.

Viele Teilnehmende arbeiten während der Weiterbildung weiterhin in ihrem bisherigen Beruf. Das dort erzielte Einkommen ist jedoch keine Vergütung für die lerntherapeutische Weiterbildung. Unter Umständen beteiligen sich Arbeitgeber an den Kosten oder stellen Arbeitszeit für die Qualifizierung zur Verfügung. Auch Ratenzahlungen und regionale Fördermöglichkeiten können angeboten werden. Vor der Anmeldung sollten sämtliche Kosten einschließlich möglicher Zusatzprüfungen und Zertifizierungsgebühren schriftlich geklärt werden.

Passt die Weiterbildung als Lerntherapeut zu mir?

Die Weiterbildung als Lerntherapeut passt, wenn:

  • man viel Geduld, Ideenreichtum und Flexibilität an den Tag legt
  • andere motivieren kann
  • man gerne Verantwortung für andere Personen übernimmt
  • einem der Umgang mit problembehafteten Menschen liegt
  • man den Umgang mit Kindern- und Jugendlichen schätzt

Die Weiterbildung als Lerntherapeut passt nicht, wenn:

  • man ungeduldig und wenig organisiert ist
  • man nicht mit Kinder- und Jugendlichen arbeiten möchte
  • einen die Probleme anderer Menschen nicht interessieren
  • man keine Verantwortung für andere übernehmen möchte

Wie sieht der Berufsalltag als Lerntherapeut aus?

Der Berufsalltag hängt vom Arbeitsort, der Zielgruppe und dem Beschäftigungsmodell ab. Typische Bestandteile sind lerntherapeutische Einzel- oder Kleingruppentermine, Vor- und Nachbereitung, Förderdiagnostik, Therapieplanung, Elterngespräche, Austausch mit Lehrkräften sowie die Dokumentation und Auswertung des Verlaufs.

Lerntherapie ist ein individueller Prozess. Methoden und Materialien werden an den Lernstand, das Alter, die persönlichen Stärken und die emotionale Situation der jeweiligen Person angepasst. Neben dem fachlichen Kompetenzaufbau geht es häufig darum, Motivation, Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit zu stärken.

Aufgaben als Lerntherapeut

Am Anfang steht eine Anamnese. Dabei werden die bisherige Lernentwicklung, vorhandene Befunde, schulische Erfahrungen, aktuelle Belastungen und die Erwartungen der Beteiligten erfasst. Anschließend erfolgt eine lerntherapeutische Förderdiagnostik.

Auf dieser Grundlage werden konkrete und überprüfbare Ziele festgelegt. Die Lerntherapeutin oder der Lerntherapeut wählt passende Methoden und Materialien aus, dokumentiert den Verlauf und überprüft regelmäßig, ob die Maßnahmen wirken oder angepasst werden müssen.

Zu den weiteren Aufgaben können gehören:

  • Förderung grundlegender Lese-, Rechtschreib- oder Rechenkompetenzen,
  • Vermittlung geeigneter Lern- und Arbeitsstrategien,
  • Stärkung von Motivation und Selbstvertrauen,
  • Beratung der Eltern oder anderer Bezugspersonen,
  • Austausch mit Schule und weiteren Fachstellen,
  • schriftliche Verlaufsdokumentation,
  • Teilnahme an Fallbesprechungen, Fortbildungen und Supervision.

Wo kann man als Lerntherapeut arbeiten?

Lerntherapeuten arbeiten unter anderem:

  • in lerntherapeutischen Praxen und Instituten,
  • in interdisziplinären Therapie- oder Beratungszentren,
  • bei freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe,
  • in schulischen Förderprojekten,
  • in Beratungsstellen,
  • in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe,
  • selbstständig in einer eigenen Praxis,
  • auf Honorarbasis für Bildungsträger oder therapeutische Einrichtungen.

Ob eine Tätigkeit in einer Schule, Klinik, sozialpädagogischen Einrichtung oder ergotherapeutischen Praxis möglich ist, hängt nicht nur von der lerntherapeutischen Weiterbildung ab. Häufig wird zusätzlich eine passende Grundqualifikation verlangt, beispielsweise als Lehrkraft, Sozialpädagoge, Psychologe, Ergotherapeut oder Sprachtherapeut.

Lerntherapeut/in Stellenangebote

Integrativen Lerntherapeut:innen (m/w/d) in Darmstadt (Vollzeit/Teilzeit)
64293 Darmstadt
F U Unternehmensgruppe gGmbH
03.08.2026

Lerntherapeut/-in (m/w/d) für Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Rechenschwäche
Schillerstraße 5, 39108 Magdeburg
Duden Institute
03.08.2026

Weiterbildung zum Lerntherapeuten (m/w/d) für Lese-Rechtschreib-Schwäche
Poppenbüttel
Duden Institute
03.08.2026

Lerntherapeut*in (m/w/d) für Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Rechenschwäche
Hildesheimer Straße 28, 30169 Hannover
Duden Institute
03.08.2026

Lerntherapeut/-in (m/w/d) für Lese-Rechtschreib-Schwäche
Falkense
Duden Institute
03.08.2026

Lerntherapeut/-in (m/w/d) für Rechenschwäche
Falkense
Duden Institute
03.08.2026

Lerntherapeut/-in (m/w/d) für Rechenschwäche in Teilzeit
Berlin-Mitte
Duden Institute
03.08.2026

Lerntherapeut/-in (m/w/d) für Lese-Rechtschreib-Schwäche in Teilzeit
Berlin-Mitte
Duden Institute
03.08.2026

Lerntherapeut/in (m/w/d) für und Lese-Rechtschreib-Schwäche und Rechenschwäche in Teilzeit
Antonstraße 39, 01097 Dresden
Duden Institute
03.08.2026

Integrative Lerntherapeut/inn/en (m/w/d) für Lerntherapie - LZ Nord
13407 Berlin
Legasthenie Zentrum Berlin e V
03.08.2026

Lerntherapeut:in m/w/d (auch in Ausbildung) im Bereich „Integrative Lerntherapie“
Berlin
Zephir gGmbH
03.08.2026

Lerntherapeut/-in (m/w/d) für Rechenschwäche
Berlin-Buch
Duden Institute
03.08.2026

Lerntherapeut/-in (m/w/d) für Lese-Rechtschreib-Schwäche
Berlin-Mitte
Duden Institute
03.08.2026

Lerntherapeut/-in (m/w/d) für Lese-Rechtschreib-Schwäche (auch nebenberuflich möglich)
Düsseldorfer Straße 3, 40667 Meerbusch
Duden Institute
03.08.2026

Lerntherapeut*in (m/w/d) für unser Förderzentrum
58300 Wetter (Ruhr)
Evangelische Stiftung Volmarstein
03.08.2026

Lerntherapeut/-in (m/w/d) für Rechenschwäche (auch nebenberuflich möglich)
Düsseldorfer Straße 3, 40667 Meerbusch
Duden Institute
03.08.2026

Lerntherapie sucht pädagogische Mitarbeiter:innen (m/w/d)
Bünde
Pädagogisch Psychologisches Institut Therapie und Lernzentrum PILZ
03.08.2026

Lerntherapeut/-in für Lese-Rechtschreib-Schwäche (m/w/d)
Herrngasse 1, Bad Homburg vor der Höhe
Duden Institute
03.08.2026

Lerntherapeut/-in (m/w/d) für Rechenschwäche
Goethestraße 61, 45964 Gladbeck
Duden Institute
03.08.2026

Lerntherapeutin m/w/d
41460 Neus
Praxis Hofer Systemische Sozialtherapie Soziotherapie
03.08.2026

Zu den freien Lerntherapeut/in Jobs

Arbeitszeiten als Lerntherapeut

Die Arbeitszeiten richten sich stark nach der Zielgruppe und dem Arbeitsort. Da viele Kinder und Jugendliche erst nach dem Unterricht Zeit haben, finden lerntherapeutische Termine häufig am Nachmittag oder frühen Abend statt. Je nach Einrichtung und Zielgruppe können auch Wochenendtermine vorkommen.

Angestellte Lerntherapeuten haben häufig stärker planbare Arbeitszeiten. Selbstständige können ihre Termine flexibler gestalten, müssen sich aber ebenfalls nach der Verfügbarkeit ihrer Klientinnen und Klienten richten. Hinzu kommen Zeiten für Vorbereitung, Dokumentation, Elterngespräche, Buchhaltung und Praxisorganisation.

Was verdient man als Lerntherapeut?

Das Mediangehalt für Lerntherapeuten liegt bei 3.475 Euro. Wer sich mit einer eigenen Praxis selbstständig macht, kann auch deutlich über diesen Rahmen hinaus verdienen. Im Einzelfall sind die Auslastung und die Kostenstruktur der Praxis entscheidend.

Weiterbildung und Berufsperspektiven als Lerntherapeut

Die Lerntherapie ist eine vergleichsweise sehr junge Therapieform, die gemessen an der Zahl der Kinder und Jugendlichen, die einen lerntherapeutischen Förderbedarf haben, in der es zu wenig Fachpersonal gibt. Arbeitsorte sind demnach Schulen, Kindertagesstätten oder Praxen.

Weiterbildung und Fortbildung

Die professionelle Lerntherapie ist seit mehreren Jahrzehnten etabliert. Der Fachverband für integrative Lerntherapie besteht seit 1989 und entwickelt Standards für Qualifizierung und Berufsausübung. Die Aussage, Lerntherapie sei erst rund 25 Jahre alt, ist daher nicht mehr aktuell.

Nach der Grundqualifikation können sich Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten unter anderem auf Lese- und Rechtschreibförderung, Rechenstörungen, Lerntherapie im Erwachsenenalter, Elternberatung oder bestimmte Zielgruppen spezialisieren. Auch ein anschließendes Studium oder der Erwerb eines Fachverbandszertifikats kann infrage kommen.

Regelmäßige Fortbildung und Supervision sind besonders wichtig, weil sich diagnostische Grundlagen, fachliche Leitlinien, Fördermethoden und rechtliche Rahmenbedingungen weiterentwickeln. Beim FiL ist eine fortlaufende Rezertifizierung vorgesehen.

Berufsperspektiven und Zukunftsaussichten

Die Chancen nach der Aus- bzw. Weiterbildung sind sehr gut. Viele Lerntherapeuten machen sich mit einer eigenen Praxis selbstständig, da an vielen Standorten mit einer guten Auslastung zu rechnen ist. Mit dem Schritt in die berufliche Selbstständigkeit lassen sich die Arbeitszeiten besser steuern und Beruf und Familie im Idealfall vereinen. Aber auch Anstellungen als Inklusionsassistent, Schulsozialarbeiter, integrative Schul- und Lernbegleitung oder bei Logopäden sind Einsatzbereiche.

Wie findet man passende Jobs als Lerntherapeut?

Auf der Suche nach passenden Lerntherapeut-Stellenangeboten? Auf unserem Medi-Karriere Stellenportal werden Sie fündig. Hier geht es direkt zu unserer Suche mit zahlreichen Logopädie-Stellenangeboten, Ergotherapeuten-Stellen und Physiotherapie-Jobs.

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Häufige Fragen

  1. Welche Ausbildung benötigt man, um Lerntherapeut zu werden?
  2. Es gibt keinen einheitlichen Ausbildungsweg. Möglich sind private Weiterbildungen, Weiterbildungen nach den Standards eines Fachverbands, Hochschulzertifikate sowie Bachelor- oder Masterstudiengänge mit lerntherapeutischem Schwerpunkt.

  3. Kann man als Quereinsteiger Lerntherapeut werden?
  4. Bei einigen privaten Anbietern ist der Einstieg auch ohne einschlägigen Hochschulabschluss möglich. Umfangreiche Fachverbands- oder Hochschulqualifikationen setzen dagegen häufig eine pädagogische, psychologische, therapeutische oder vergleichbare Vorbildung voraus. Quereinsteigende sollten besonders auf Praxisanteile, Supervision und wissenschaftlich fundierte Inhalte achten.

  5. Welche Inhalte sollte eine gute Weiterbildung abdecken?
  6. Zu den wichtigen Bereichen gehören Pädagogik, Psychologie, Schriftspracherwerb, mathematisches Lernen, Förderdiagnostik, lerntherapeutische Methoden, Elternberatung, Dokumentation, praktische Fallarbeit und Supervision. Die genauen Inhalte hängen vom gewählten Schwerpunkt ab.

  7. Was ist der Unterschied zwischen FiL-, BVL- und Anbieterzertifikaten?
  8. FiL und BVL sind Fachverbände mit jeweils eigenen Qualitäts- und Zertifizierungsstandards. Der FiL zertifiziert Qualifikationen im Bereich der integrativen Lerntherapie. Der BVL zertifiziert unter anderem Weiterbildungen für Dyslexie- und Dyskalkulietherapie. Private Institute können zusätzliche eigene Zertifikate vergeben. Diese Abschlüsse sind nicht automatisch gleichwertig.

  9. Dürfen Lerntherapeuten Lernstörungen diagnostizieren?
  10. Lerntherapeuten können eine pädagogische beziehungsweise lerntherapeutische Förderdiagnostik durchführen. Dabei werden Lernstand, Ressourcen und Fehlermuster erfasst. Eine klinische Diagnose darf dagegen nur von entsprechend qualifizierten und rechtlich befugten ärztlichen, psychotherapeutischen oder heilkundlich tätigen Fachpersonen gestellt werden.

  11. Was ist der Unterschied zwischen Lerntherapie und Nachhilfe?
  12. Nachhilfe orientiert sich vor allem am aktuellen Schulstoff und soll Wissenslücken schließen. Lerntherapie arbeitet stärker an grundlegenden Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben, Rechnen oder Lernen. Sie berücksichtigt außerdem Motivation, Selbstwertgefühl, Lernverhalten und mögliche emotionale Belastungen.

  13. Wer bezahlt eine Lerntherapie?
  14. Häufig tragen die Eltern oder Sorgeberechtigten die Kosten selbst. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Finanzierung als Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII möglich sein. Eine Lese-Rechtschreib- oder Rechenstörung allein begründet jedoch nicht automatisch einen Anspruch. Die Entscheidung trifft das zuständige Jugendamt nach einer individuellen Prüfung.

  15. Woran erkennt man eine seriöse Weiterbildung?
  16. Eine seriöse Weiterbildung informiert transparent über Zulassungsvoraussetzungen, Unterrichtsumfang, Lehrkräfte, Praxisanteile, Supervision, Prüfungen und Kosten. Interessierte sollten außerdem prüfen, wer den Abschluss ausstellt und ob die vermittelten Methoden wissenschaftlich fundiert sind.

Quellen
  1. IFLW, Wie wird man Lerntherapeut?, https://www.iflw.de/... (letzter Zugriff am 29.07.2026)
  2. Deutsches Institut für Lerntherapie, Systemische(r) Lerntherapeut(in) / Lernpädagoge(in), https://dil-online.de/... (letzter Zugriff am 29.07.2026)
  3. Srh, Lerntherapeut:in – Berufsbild, Ausbildung und Karrieremöglichkeiten im Überblick, https://www.mobile-university.de/... (letzter Zugriff am 29.07.2026)
  4. Duden, Zertifikatskurse und Diploma, https://www.duden-institute.de/... (letzter Zugriff am 29.07.2026)
  5. Bundesverband, Das BVL-Zertifikat für Weiterbildungseinrichtungen, https://www.bvl-legasthenie.de/... (letzter Zugriff am 29.07.2026)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Wichtiger rechtlicher Hinweis für diesen Artikel
Redaktion
Florentina Blakaj
Florentina Blakaj
Autorin
Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  1. Was machen Lerntherapeuten?
  2. Ausbildung
  3. Berufsalltag
  4. Weiterbildung und Berufsperspektiven
  5. Wie findet man passende Jobs als Lerntherapeut?

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