Als Dentalhygienikerin (DH) untersucht man nach Anweisung der Zahnärzte die Zähne, assistiert bei zahnärztlichen Behandlungen und ist ebenso für die Beratung der Patienten zuständig. Um an diese Position zu gelangen, muss man jedoch erst eine Weiterbildung absolvieren. Da stellt sich die Frage wie viel man nach der Weiterbildung verdient und ob sich diese lohnt. Wie die Vergütung für Dentalhygienikerinnen aussieht und wie sie sich je nach Einrichtung, Bundesland und Alter unterscheiden kann, ist in diesem Beitrag zusammengefasst.
Das Wichtigste in Kürze
- Dentalhygienikerinnen untersuchen Zähne, assistieren bei zahnärztlichen Behandlungen und beraten Patienten – in der Regel in Zahnarztpraxen oder Zahnkliniken
- Mediangehalt: 3.053 Euro
- Die Weiterbildung ist nicht vergütet und kostet je nach Einrichtung zwischen 7.000 und 15.000 Euro
- Tarifgebundene Einrichtungen zahlen in der Regel mehr als private, nicht tarifgebundene Praxen
- Weitere Weiterbildungen – etwa zur ZMV, Fachwirtin für Praxismanagement oder ein Studium der Zahnmedizin – können das Gehalt deutlich steigern
Dentalhygienikerin – Gehalt in der Ausbildung
Bei der Dentalhygienikerin handelt es sich um eine Weiterbildung, die man als zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) oder als zahnmedizinische Prophylaxeassistenin (ZMP) durchführen kann. Weiterbildungen werden in der Regel nicht vergütet, so ist es auch hier der Fall. Grundsätzlich muss man mit Kosten für die Weiterbildung rechnen, zum Beispiel Lehrgangsgebühren, Prüfungsgebühren und gegebenenfalls Arbeitsmaterialien und Fahrtkosten. Insgesamt liegen die Kosten je nach Einrichtung zwischen 7.000 Euro und 15.000 Euro. Führt man die Fortbildung in Teilzeit durch, besteht der Vorteil, dass man weiterhin seine reguläre Vergütung erhält.
In einige Bundesländern kann mittels Studium ein Abschluss als Dentalhygieniker an einer Hochschule erworben werden. Während der 3 Jahre erhalten Studenten auch keine Vergütung.
Dentalhygienikerin – Gehalt zum Berufseinstieg
Das Einstiegsgehalt von Dentalhygienikerinnen beträgt rund 2.400 Euro. Dabei beeinflussen verschiedene Faktoren die individuelle Vergütung. Zum einen fallen die Gehälter je nach Bundesland, Region und Stadt grundsätzlich unterschiedlich aus, zum anderen spielen die Einrichtung und der Tarifvertrag eine erhebliche Rolle. Mitarbeiter, welche nach Tarifvertrag vergütet werden, erhalten in der Regel ein höheres Gehalt als Mitarbeiter ohne tarifliche Vergütung.
Dentalhygienikerin – Gehalt nach Art der Einrichtung
Dentalhygienikerinnen arbeiten typischerweise in Zahnarztpraxen oder Zahnkliniken. Sie verdienen ein Mediangehalt von 3.053 Euro brutto im Monat.
Das Gehalt wird dabei maßgeblich von der Art der Einrichtung beeinflusst, nämlich ob es sich um eine tarifgebundene Einrichtung handelt oder nicht. Wie sich tarifgebundene und -ungebundene Gehälter unterscheiden wird in folgenden Abschnitten aufgezeigt.
Tarifvertrag der Zahnärztekammer
Der Vergütungstarifvertrag für Zahnmedizinische Fachangestellte / Zahnarzthelfer in Hamburg, Niedersachsen, im Saarland und im Landesteil Westfalen-Lippe ordnet Praxismitarbeiterinnen mit Abschluss als Dentalhygienikerin in die Tätigkeitsgruppe 5 ein. Das Einstiegsgehalt der Gruppe liegt bei 3.406,00 € Euro. Mit steigender Berufserfahrung können Dentalhygienikerinnen in der höchsten Stufe bis zu 4.280,00 € Euro verdienen.
| Berufsjahr | Tätigkeitsgruppe I | Tätigkeitsgruppe II | Tätigkeitsgruppe III | Tätigkeitsgruppe IV | Tätigkeitsgruppe V |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 - 3 | 2.620,00 € | 2.816,50 € | 3.078,50 € | 3.275,00 € | 3.406,00 € |
| 4 - 6 | 2.674,50 € | 2.875,00 € | 3.142,50 € | 3.343,00 € | 3.477,00 € |
| 7 - 9 | 2.757,50 € | 2.964,50 € | 3.240,00 € | 3.447,00 € | 3.585,00 € |
| 10 - 12 | 2.834,50 € | 3.047,00 € | 3.330,50 € | 3.534,00 € | 3.684,50 € |
| 13 - 15 | 2.914,50 € | 3.133,00 € | 3.424,50 € | 3.643,50 € | 3.789,00 € |
| 16 - 18 | 2.994,00 € | 3.218,50 € | 3.517,50 € | 3.742,50 € | 3.892,00 € |
| 19 - 21 | 3.073,00 € | 3.303,50 € | 3.611,00 € | 3.841,00 € | 3.995,00 € |
| 22 - 24 | 3.151,50 € | 3.388,00 € | 3.703,00 € | 3.939,50 € | 4.097,00 € |
| 25 - 27 | 3.231,00 € | 3.473,00 € | 3.796,00 € | 4.038,50 € | 4.200,00 € |
| ab 28 | 3.292,50 € | 3.539,50 € | 3.868,50 € | 4.115,50 € | 4.280,00 € |
Gültig von 01.01.2026 bis 31.12.2026
Quelle: Vergütungstarifvertrag für Zahnmedizinische Fachangestellte / Zahnarzthelfer in Hamburg, Niedersachsen, im Saarland und im Landesteil Westfalen-Lippe
Private Einrichtung
Private Einrichtungen, welche sich nicht nach einem Tarifvertrag richten, legen ihre eigenen Gehälter fest. Der Nachteil dabei ist, dass diese meist geringer ausfallen als tarifgebundene Gehälter. Auch in medizinischen Einrichtungen geht es, wie in vielen anderen Branchen, um Gewinnmaximierung und die Wirtschaftlichkeit der Einrichtung. Viele Einrichtungen können sich da keine hohen Personalkosten leisten. Mit etwas Verhandlungsgeschick kann man möglicherweise ein etwas besseres Gehalt verhandeln. Wie hoch die Vergütung tatsächlich ausfällt, ist von der individuellen Einrichtung, der Größe sowie dem Ort der Einrichtung abhängig.
Dentalhygienikerin – Gehalt nach Bundesland
Zwischen den Bundesländern Deutschlands kann das Gehalt der Dentalhygienikerin stark variieren.
Das Diagramm stellt die Ergebnisse der Bundesland-Vergleiche mit den jeweiligen Durchschnittsgehältern dar.
Quelle: gehalt.de
In diesen Städten verdient man besonders gut
Ebenso wie sich die Gehälter von Dentalhgienikerinnen zwischen den Bundesländern unterscheiden, unterscheiden sie sich zwischen den Städten. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die Gehälter in Großstädten tendenziell höher ausfallen als in Kleinstädten.
Quelle: brutto-netto-gehaltsrechner.de
Dentalhygienikerin – Gehalt nach Alter
Junge Dentalhygienikerinnen steigen in der Regel mit einem geringeren Gehalt ein und verdienen im Laufe der Jahre mehr Geld. Das liegt daran, dass das Gehalt mit steigender Berufserfahrung ebenfalls steigt. Daher spielt das Alter eine erhebliche Rolle bei der Vergütung, da dies in den meisten Fällen mit der Berufserfahrung korreliert.
| Berufsjahre | Bruttoentgelt |
| < 3 Jahre | 2.654 € |
| 3 – 6 Jahre | 2.717 € |
| 7 – 9 Jahre | 2.804 € |
| > 9 Jahre | 3.154 € |
Quelle: gehalt.de
Dentalhygienikerin – Verdienst im Vergleich mit anderen Berufen
Laut dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das Mediangehalt als Dentalhygienikerin bei 2.910 Euro brutto im Monat. Somit liegen sie im unteren Bereich der Gehaltstabelle und verdienen lediglich etwas mehr als Altenpflegehelfer, sowie etwas mehr als Medizinische Fachangestellte.
Die meisten anderen medizinischen Ausbildungs-Berufe verdienen deutlich mehr. Dazu gehören zum Beispiel Gesundheits- und Krankenpfleger, Hebammen, Fachkrankenpfleger sowie Ärzte.
| Beruf | Bruttogehalt |
| Pharmakant | 4.848 Euro |
| Krankenschwester/-pfleger | 4.329 Euro |
| Fachkrankenschwester/-pfleger im OP | 4.788 Euro |
| Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger | 3.944 Euro |
| Altenpfleger | 4.153 Euro |
| Pflegedienstleitung | 5.232 Euro |
| Podologe | 2.615 Euro |
| Physiotherapeut | 3.248 Euro |
| Masseur | 2.997 Euro |
| Medizinischer Fachangestellter (MFA) | 3.129 Euro |
| Zahnmedizinischer Fachangestellter (ZFA) | 2.669 Euro |
| Dentalhygienikerin | 3.053 Euro |
| Ergotherapeut | 3.475 Euro |
| Heilerziehungspfleger | 4.263 Euro |
| Alltagsbegleiter / Betreuungskraft | 2.987 Euro |
| Kodierfachkraft | 4.413 Euro |
Mehr Gehalt durch Weiterbildungen
Die Weiterbildung zur Dentalhygienikerin hat sich eventuell für die Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) bereits gelohnt. Danach können noch weitere Weiterbildungen durchgeführt werden. So kann man sich in weiteren Themengebieten Fachwissen aneignen und vertiefen, neue Aufgaben sowie mehr Verantwortung übernehmen und möglicherweise den Berufsalltag abwechslungsreicher gestalten. Mitarbeiter, die Fort- und Weiterbildungen durchführen zeigen somit Engagement und werden durch die höheren Qualifikationen mit mehr Gehalt belohnt.
Fachweiterbildungen
Fachweiterbildungen eignen sich, um das eigene Wissen gezielt zu vertiefen, etwa in Prophylaxe, Hygiene, Strahlenschutz, Gesundheitsförderung oder Kommunikation. Wer sich zum Beispiel zur Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin (ZMP) weiterbildet, kann stärker eigenständig in der Prophylaxe arbeiten. In entsprechenden Vergütungsempfehlungen liegen ZMP-Tätigkeiten je nach Berufserfahrung beispielhaft bei etwa 3.053 Euro brutto im Monat. Weitere Spezialisierungen sind zum Beispiel:
- Medizinische Assistenz
- Gesundheitsförderung
- Hygiene im Gesundheitsbereich
- Strahlenschutz in der Medizin
- Kommunikationstraining
Administrative Weiterbildungen
Auch administrative Weiterbildungen können das Gehalt steigern, besonders in den Bereichen Abrechnung, Qualitätsmanagement, Praxisorganisation oder Personalführung. Eine Weiterbildung zur Zahnmedizinischen Verwaltungsassistentin (ZMV) oder Fachwirtin für zahnärztliches Praxismanagement kann den Weg in leitende Aufgaben öffnen. Für solche Tätigkeiten werden je nach Qualifikation und Berufserfahrung beispielhaft rund 3.948 Euro brutto im Monat empfohlen; Praxismanagerinnen liegen am Markt häufig bei etwa 3.491 brutto monatlich.
Studium
Ein Studium kann eine weitere Aufstiegsmöglichkeit sein, etwa in Zahnmedizin, Gesundheitsmanagement, Gesundheitswissenschaften, Gesundheitspädagogik oder Gesundheitsförderung. Besonders das Zahnmedizin-Studium eröffnet deutlich höhere Gehaltsperspektiven: Angestellte Zahnärzte erzielen laut Gehaltsdaten häufig Monatsgehälter im Bereich von etwa 6.944 Euro brutto, je nach Berufserfahrung, Praxisform und Spezialisierung. Studiengänge im Gesundheitsmanagement können dagegen vor allem für Leitungs-, Verwaltungs- oder Lehrtätigkeiten interessant sein. Dort liegt das Gehalt etwa bei 5.326 Euro.
Stellenangebote als Dentalhygieniker finden
Wer auf der Suche nach Stellen als Dentalhygienikerin ist, wird auf der Stellenbörse von Medi-Karriere sicherlich fündig. Denn hier werden zahlreiche Jobs wie zum Beispiel aktuelle Stellenangebote für Dentalhygienikerinnen, Zahntechniker-Jobs und ZFA-Stellen.
Häufige Fragen
- Wie wird man Dentalhygienikerin?
- Wird man während der Weiterbildung bezahlt?
- Was verdient eine Dentalhygienikerin?
- Lohnt sich die Weiterbildung finanziell?
Der Titel wird über eine Weiterbildung erworben, die eine abgeschlossene Ausbildung als Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) oder Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin (ZMP) voraussetzt. In einigen Bundesländern besteht alternativ die Möglichkeit, den Abschluss über ein Hochschulstudium zu erlangen.
Nein. Die Weiterbildung zur Dentalhygienikerin ist grundsätzlich nicht vergütet. Zusätzlich fallen Kosten für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie Arbeitsmaterialien an – insgesamt je nach Anbieter zwischen 7.000 und 15.000 Euro. Wer die Weiterbildung in Teilzeit absolviert, behält immerhin das Gehalt aus dem laufenden Arbeitsverhältnis.
Das Gehalt hängt von mehreren Faktoren ab: Bundesland, Stadt, Berufserfahrung und vor allem der Tarifbindung der Einrichtung. Das Mediangehalt liegt bei 3.053 Euro brutto im Monat.
Das hängt vom individuellen Ausgangspunkt ab. Im Vergleich zu anderen medizinischen Fachberufen liegt das Gehalt eher im unteren Bereich. Wer jedoch langfristig plant und weitere Qualifikationen – etwa zur Fachwirtin für Praxismanagement oder durch ein Studium der Zahnmedizin – anschließt, kann das Gehalt deutlich steigern. Für ZFAs, die mehr Eigenverantwortung und Spezialisierung anstreben, ist die Weiterbildung dennoch ein sinnvoller Schritt.
- Bundesagentur für Arbeit, Entgelt für den Beruf: Dentalhygieniker/in, https://web.arbeitsagentur.de/... (letzter Zugriff am 10.06.2026)
- Zahnärztekammer Hamburg, Vergütungstarifvertrag für Zahnmedizinische Fachangestellte / Zahnarzthelfer/innen in Hamburg,
Niedersachsen, im Saarland und im Landesteil Westfalen-Lippe, https://www.zahnaerzte-hh.de/... (letzter Zugriff am 10.06.2026)










