Für Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA), Zahnmedizinische Fachassistentinnen (ZMF) sowie Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentinnen (ZMP) kann sich eine Weiterbildung zur Dentalhygienikerin (DH) lohnen. Seit Inkrafttreten des Berufsbildungsmodernisierungsgesetzes (BBiMoG) lautet die offizielle Abschlussbezeichnung Bachelor Professional in Dentalhygiene; die Kurzform „Dentalhygienikerin (DH)” ist weiterhin gebräuchlich. Zwar hat man zunächst Kosten und Lernaufwand zu bewältigen – danach können durch eine höhere Qualifikation jedoch Gehalt und berufliche Perspektiven für die zukünftige Karriere deutlich verbessert werden. Ob per Weiterbildung oder Studium, ob in Vollzeit oder Teilzeit – die Wahl des Ausbildungsanbieters ist vor allem eine Frage persönlicher Vorlieben und zeitlicher Möglichkeiten der angehenden Dentalhygienikerin.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Dentalhygienikerin ist kein eigenständiger Ausbildungsberuf, sondern wird über eine Aufstiegsfortbildung oder ein Studium erreicht. Die offizielle Abschlussbezeichnung lautet Bachelor Professional in Dentalhygiene.
- Voraussetzung ist in der Regel eine abgeschlossene ZFA-Ausbildung sowie eine Vorqualifikation als ZMP oder ZMF und mindestens ein Jahr Berufserfahrung in diesem Fortbildungsberuf.
- Die Fortbildung umfasst je nach Anbieter und Bundesland mindestens 800 Unterrichtsstunden und verbindet theoretische, vorklinische und klinisch-praktische Inhalte mit dem Schwerpunkt Parodontologie und Prävention.
- Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in der Parodontaltherapie und Prophylaxe – stets nach zahnärztlicher Delegation und im Rahmen der zahnärztlichen Verantwortung.
- Die Kosten für die Weiterbildung liegen je nach Anbieter und Bundesland häufig zwischen 7.000 und 15.000 Euro und können über das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.
- Dentalhygienikerinnen arbeiten vorwiegend in Zahnarztpraxen, Zahnkliniken, Krankenhäusern und Pflegeheimen.
Dentalhygienikerin – Voraussetzungen
Da die Dentalhygienikerin kein klassischer Ausbildungsberuf ist, sondern über eine Aufstiegsfortbildung oder ein Studium erreicht wird, gibt es je nach Region und Ausbildungsträger unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen. Anbieter können zum Beispiel Zahnärztekammern, zahnmedizinische Fortbildungszentren, Akademien, private Fortbildungsinstitute oder Hochschulen sein.
In der Regel wird mindestens eine abgeschlossene Ausbildung als Zahnmedizinische Fachangestellte oder eine als gleichwertig anerkannte Qualifikation vorausgesetzt. Je nach Anbieter können zusätzlich Berufserfahrung, eine Vorqualifikation als Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin (ZMP) oder Zahnmedizinische Fachassistentin (ZMF), ein Erste-Hilfe-Kurs sowie ein gültiger Kenntnisnachweis im Strahlenschutz verlangt werden.

Berufliche Fortbildung
Neben einer dreijährigen Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten ist im Anschluss zunächst eine Fachspezialisierung zur ZMP oder ZMF notwendig. Die Dauer beträgt etwa 400 Fortbildungsstunden. Für die Fachspezialisierungen muss eine mindestens einjährige Tätigkeit als ZFA ebenso nachgewiesen werden wie die Führung eines Pflichtenhefts im Berufspraktikum mit 100 Stunden und ein gültiger Kenntnisnachweis im Strahlenschutz. Nach einem weiteren Jahr Berufserfahrung als ZMP oder ZMF kann die Aufstiegsfortbildung zur Dentalhygienikerin bzw. zum Bachelor Professional in Dentalhygiene begonnen werden.
Studium
Neben der beruflichen Aufstiegsfortbildung gibt es auch Studiengänge im Bereich Dentalhygiene, Präventionsmanagement oder Dental Hygiene. Je nach Hochschule können diese in Vollzeit, berufsbegleitend oder mit Anrechnung bereits absolvierter Fortbildungen angeboten werden. Die Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich je nach Hochschule. Häufig werden eine Hochschulzugangsberechtigung sowie eine abgeschlossene Ausbildung im zahnmedizinischen Bereich erwartet.
Wer ein Studium aufnehmen möchte, sollte deshalb die Zulassungsvoraussetzungen der jeweiligen Hochschule genau prüfen. Je nach Vorbildung können bereits absolvierte Aufstiegsfortbildungen teilweise angerechnet werden und die Studiendauer verkürzen.
Dentalhygienikerin – Inhalt und Dauer der Weiterbildung
Die Dauer der Weiterbildung richtet sich nach der jeweiligen Fortbildungsordnung, dem Bundesland und dem Ausbildungsträger. In vielen Fortbildungsangeboten wird die Weiterbildung in Vollzeit oder berufsbegleitend angeboten. Der konkrete Umfang kann jedoch deutlich variieren. In Bayern sieht die Bayerische Landeszahnärztekammer für die strukturierte DH-Fortbildung beispielsweise mindestens 800 Unterrichtsstunden vor. In Vollzeit kann dies etwa ein halbes Jahr in Anspruch nehmen, in Teilzeit etwa 13 Monate.
Inhaltlich verbindet die Weiterbildung theoretische, vorklinische und klinisch-praktische Bestandteile. Vermittelt werden unter anderem naturwissenschaftliche, allgemeinmedizinische und zahnmedizinische Grundlagen, Kenntnisse in Parodontologie, Prävention, Kariologie, Röntgenologie, Pharmakologie, Hygiene, Ernährungsberatung, Kommunikation, Patientenführung, Praxisorganisation und Rechtsgrundlagen.
Der praktische Teil dient dazu, die erworbenen Kenntnisse unter Anleitung und im rechtlich zulässigen Rahmen auf die Patientenaufklärung, Befunderhebung, Prophylaxe, nichtchirurgische Parodontaltherapie und Nachsorge zu übertragen.
Vorklinischer Teil
Im theoretischen und vorklinischen Teil werden die Grundlagen für die spätere Tätigkeit als Dentalhygienikerin vermittelt. Dazu gehören je nach Fortbildungsordnung unter anderem:
- Anatomie, Histologie und Physiologie
- allgemeine Pathologie und orale Manifestationen von Allgemeinerkrankungen
- Mikrobiologie, Hygiene und Infektionsprävention
- Pharmakologie und relevante Arzneimittelwirkungen
- Dermatologie und Mundschleimhauterkrankungen
- Ätiologie und Pathogenese parodontaler Erkrankungen
- orale Präventivmedizin und Kariologie
- Röntgenologie
- Ernährungslehre
- Psychologie, Pädagogik und Patientenführung
- Rhetorik, Moderation und Kommunikation
- Praxisorganisation, Administration und Rechtsgrundlagen
Klinischer Teil
Im klinischen und praktischen Teil steht die Anwendung der erworbenen Kenntnisse im Mittelpunkt. Die angehenden Dentalhygienikerinnen arbeiten dabei im Rahmen der jeweiligen Fortbildungsordnung und unter Beachtung der rechtlichen Delegationsgrundsätze an patientenbezogenen Aufgaben.
Zu den typischen Inhalten gehören:
- Erhebung und Dokumentation von Anamnese- und Befunddaten
- Aufnahme von Plaque- und Blutungsindices
- Messung von Sondierungstiefen
- Erkennen und Dokumentieren von Veränderungen an Gingiva, Mundschleimhaut, Zahnhalteapparat und Zähnen
- Interpretation von Röntgenbildern im Rahmen der fachlichen Qualifikation
- Erstellung individueller Mundhygiene- und Prophylaxekonzepte
- Patientenaufklärung zu Karies, Parodontitis, Mundhygiene, Ernährung und Risikofaktoren
- Entfernung harter und weicher Beläge
- Entfernung supra- und subgingivaler bakterieller Ablagerungen im geschlossenen Vorgehen
- unterstützende Maßnahmen in der nichtchirurgischen Parodontaltherapie
- Fluoridierungsmaßnahmen
- Nachsorge, Recall und unterstützende Parodontitistherapie
- Dokumentation und Qualitätssicherung
Die praktische Tätigkeit erfolgt nicht losgelöst von der zahnärztlichen Verantwortung. Dentalhygienikerinnen übernehmen Aufgaben im rechtlich zulässigen Rahmen und nach zahnärztlicher Delegation.
Dentalhygienikerin – Prüfung
Die Prüfung zur Dentalhygienikerin richtet sich nach der jeweiligen Prüfungsordnung der zuständigen Kammer oder des Ausbildungsträgers. Daher können Aufbau, Dauer und Gewichtung der Prüfung je nach Bundesland und Anbieter variieren.
In Bayern besteht die Fortbildungsprüfung zur Dentalhygienikerin beispielsweise aus einem schriftlichen, einem praktischen und einem mündlichen Prüfungsteil. Der schriftliche Prüfungsteil umfasst mehrere Prüfungsbereiche und dauert mindestens 240 und höchstens 300 Minuten. Der praktische Prüfungsteil erfolgt in Form einer Dentalhygiene-Sitzung am Patienten und dauert etwa 60 Minuten. Der mündliche Prüfungsteil findet als bereichsübergreifendes Fachgespräch mit Fallpräsentation statt und dauert etwa 25 Minuten.
Bei modular aufgebauten Fortbildungen können Prüfungen auch nach einzelnen Bausteinen oder Modulen stattfinden. Maßgeblich sind immer die Prüfungsordnung und die besonderen Rechtsvorschriften der zuständigen Stelle.
Dentalhygienikerin – Aufgaben
Die Kernaufgaben als Dentalhygienikerin liegen in der Parodontaltherapie. Ihre Tätigkeit erfolgt dabei stets nach zahnärztlicher Delegation und im Rahmen der zahnärztlichen Verantwortung. Der Aufgabenbereich einer Dentalhygienikerin umfasst dabei im Wesentlichen folgende Tätigkeiten:
- Screening der Mundhöhle und Bewertung der Zahngesundheit der Patienten sowie Erkennen von Veränderungen am Zahnfleisch, der Mundschleimhaut, am Zahnhalteapparat und an den Zähnen.
- Beratung und Motivation der Patienten zur korrekten regelmäßigen Zahnpflege.
- Beratung zu Prävention und Therapie sowie bei Wechselwirkungen zwischen Allgemeinerkrankungen und Erkrankungen der Mundhöhle.
- Prophylaxe zur Vorbeugung von Mundhöhlen- und Zahnerkrankungen.
- Festlegung der Vorgaben für die individuelle Mundhygiene zusammen mit dem Zahnarzt.
- Therapie oraler Erkrankungen sowie die Durchführung therapeutischer Maßnahmen.
- Assistenz bei komplizierten Behandlungen.
- Abnahme von Zahnabdrücken und Röntgenaufnahmen der Zähne.
- Dokumentation der Behandlungspläne.
- Nachsorge.
- Organisation der arbeitsökonomischen Abläufe der Praxis im Team als auch fachübergreifend unter Beachtung des Praxiskonzepts.
- Qualitätssicherung und -entwicklung.
Dentalhygienikerin – Kosten und Abrechnung der Weiterbildung
Die Kosten für die Weiterbildung zur Dentalhygienikerin unterscheiden sich je nach Anbieter, Bundesland und Fortbildungsmodell. Den größten Anteil machen meist Kursgebühren aus. Hinzu kommen je nach Anbieter Kosten für Prüfungen, Instrumente, Materialien, Fahrt, Unterkunft oder Arbeitsausfall. Die Kosten können je nach Anbieter mehrere Tausend Euro betragen und liegen häufig im Bereich von etwa 7.000 bis 15.000 Euro. Verbindlich sind jedoch immer die aktuellen Angaben des jeweiligen Fortbildungsinstituts.
Bei der Finanzierung kommen je nach persönlicher Situation und Art der Maßnahme Fördermöglichkeiten infrage. Für berufliche Aufstiegsfortbildungen kann insbesondere eine Förderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, häufig als Aufstiegs-BAföG bezeichnet, geprüft werden. Bei Studiengängen können je nach Voraussetzungen andere Förderwege wie BAföG relevant sein.
Dentalhygienikerin – Gehalt
Allgemeingültige Aussagen über die Höhe das Dentalhygieniker-Gehalt sind schwer zu treffen, da neben der mitgebrachten Berufserfahrung auch hier von Bundesland zu Bundesland Unterschiede auszumachen sind. Insgesamt liegt das Mediangehalt bei 3.053 Euro.
Dentalhygienikerin – Arbeitszeiten
Die Arbeitszeiten der Dentalhygienikerin entsprechen in der Regel den Kernarbeitszeiten beziehungsweise Öffnungszeiten der Praxis des Arbeitgebers. Es finden sich häufig auch Teilzeit-Stellenangebote, die lediglich an bestimmten Tagen der Woche die Anwesenheit der Dentalhygienikerin verlangen.
Dentalhygienikerin – Einsatzorte
Als Dentalhygienikerin arbeitet man vorwiegend in Dentalzentren und in modernen, präventiv orientierten Zahnarztpraxen, in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Zahnkliniken. Dentalhygienikerinnen können auch ihre pädagogischen Kompetenzen ausbauen und sich mit der Förderung der Zahngesundheit in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen befassen. Außerdem ist es für Dentalhygienikerinnen möglich, eine Karriere im Bereich des Vertriebs von Zahnarztbedarf und Dentalgeräten anzustreben, da sie die für den Verkauf von zahntechnischen und zahnärztlichen Produkten notwendige Kompetenz mitbringen.
Passende Stellenangebote für Dentalhygienikerinnen
Wer als ausgebildete Dentalhygienikerin derzeit noch auf der Suche nach einem passenden Stellenangebot ist, findet bei Medi-Karriere eine große Auswahl an Dentalhygieniker-Jobs, aber auch Ausschreibungen für weitere Berufe im Bereich Zahnmedizin, wie beispielsweise Jobs für Zahnmedizinische Fachangestellte.
Häufige Fragen
- Wie wird man Dentalhygienikerin?
- Wie lange dauert die Weiterbildung zur Dentalhygienikerin?
- Welche Voraussetzungen braucht man für die Weiterbildung zur Dentalhygienikerin?
- Was macht eine Dentalhygienikerin?
- Was verdient eine Dentalhygienikerin?
Der Weg zur Dentalhygienikerin führt in der Regel über eine abgeschlossene Ausbildung als Zahnmedizinische Fachangestellte beziehungsweise Zahnmedizinischer Fachangestellter und eine anschließende Aufstiegsfortbildung. Je nach Bundesland, Zahnärztekammer und Fortbildungsanbieter können zusätzlich Berufserfahrung, eine Vorqualifikation als ZMP oder ZMF, ein Erste-Hilfe-Nachweis und gültige Strahlenschutzkenntnisse erforderlich sein. Alternativ gibt es auch Studiengänge im Bereich Dentalhygiene oder Präventionsmanagement.
Die Dauer hängt vom jeweiligen Anbieter und der zuständigen Kammer ab. Manche Fortbildungen werden in Vollzeit, andere berufsbegleitend oder modular angeboten. In Bayern umfasst die strukturierte DH-Fortbildung beispielsweise mindestens 800 Unterrichtsstunden.
Die Voraussetzungen unterscheiden sich regional. Häufig werden ein ZFA-Abschluss, Berufserfahrung, ein aktueller Erste-Hilfe-Kurs sowie gültige Kenntnisse im Strahlenschutz verlangt. Manche Anbieter setzen zusätzlich eine abgeschlossene Fortbildung als ZMP oder ZMF voraus oder rechnen diese auf die Weiterbildung an.
Dentalhygienikerinnen übernehmen vor allem Aufgaben in der Prävention, Prophylaxe, Patientenaufklärung, nichtchirurgischen Parodontaltherapie und Nachsorge. Dazu gehören unter anderem die Erhebung und Dokumentation von Befunden, die Beratung zur Mundhygiene, die Entfernung harter und weicher Beläge sowie unterstützende Maßnahmen im Rahmen der Parodontaltherapie. Die Tätigkeit erfolgt im rechtlich zulässigen Rahmen und nach zahnärztlicher Delegation.
Das Gehalt einer Dentalhygienikerin hängt von Berufserfahrung, Region, Praxisgröße, Verantwortungsbereich und Tarifbindung ab. In tarifgebundenen Praxen kann die Eingruppierung höher ausfallen als bei einer ZFA ohne Aufstiegsfortbildung. In nicht tarifgebundenen Praxen wird das Gehalt individuell vereinbart. Insgesamt liegt das Mediangehalt bei 3.053 Euro.
- Bundesagentur für Arbeit, Dentalhygieniker/in/Bachelor Professional in Dentalhygiene, https://web.arbeitsagentur.de/... (letzter Zugriff am 16.06.2026)
- Bayerische Landeszahnärztekammer, Besondere Rechtsvorschriften Fortbildungsprüfung DH, https://www.blzk.de/... (letzter Zugriff am 16.06.2026)
- Zahnärztekammer Niedersachsen, Bachelor Professional in Dentalhygiene (ZKN), https://zkn.de/... (letzter Zugriff am 16.06.2026)








