Ein Chefarzt steht an oberster Stelle im Krankenhaus und übernimmt die Rolle des Managers. In diesem Beruf hat man die Verantwortung für die medizinische Versorgung der Patienten, aber auch für die Wirtschaftlichkeit und das Image des Krankenhauses sowie für die Personalführung und Weiter- und Ausbildungen der unterstehenden Ärzte. Der Chefarzt hat das höchste Maß an Verantwortung, dementsprechend ist der Karriereweg langwierig und nicht leicht.
Spiegelt das Gehalt den Anspruch der Position wider? Was ein Chefarzt verdient, wie das Einstiegsgehalt aussieht und wie sich das Gehalt nach Einrichtung, Fachrichtung, Bundesland und Alter unterscheidet, wird in diesem Beitrag behandelt.
Das Wichtigste in Kürze
- Mediangehalt: 23.663 Euro pro Monat beziehungsweise 283.956 Euro brutto pro Jahr.
- Das Gehalt wird meist außertariflich verhandelt und hängt stark von Klinik, Fachrichtung, Berufserfahrung, Verantwortung und Verhandlungsgeschick ab.
- Besonders hohe Gehälter sind in verantwortungsvollen Fachbereichen, großen Kliniken und leitenden Positionen mit Budget- und Personalverantwortung möglich.
- Neben dem Grundgehalt können zusätzliche Vergütungsbestandteile wie Boni, Beteiligungen oder variable Anteile eine Rolle spielen.
- Die Position setzt in der Regel langjährige ärztliche Erfahrung, Facharztqualifikation, Führungskompetenz und organisatorisches Know-how voraus.
Chefarzt – Gehalt in der Ausbildung
Eine klassische Ausbildung gibt es für die Position als Chefarzt nicht. Wer Chefarzt werden möchte, durchläuft einen langen Weg von Medizinstudium, zur Tätigkeit als Assistenzarzt, Facharzt und zuletzt Oberarzt oder leitender Oberarzt. Bevor man Chefarzt werden kann, ist man in der Regel einige Jahre als Oberarzt tätig und sammelt die nötige Berufserfahrung. Das heißt, man erhält sein reguläres Oberarzt Gehalt, welches sich häufig nach einem Tarifvertrag richtet.
Kommunale Krankenhäuser richten sich zum Beispiel nach dem TV-Ärzte VKA, Universitätskliniken nach dem TV-Ärzte TdL und Kirchliche Einrichtungen wie die Diakonie nach den Tarifen der Arbeitervertragsrichtlinien (AVR). Private Kliniken wie die Asklepios Klinik haben oft hauseigene Tarifverträge. Handelt es nicht um tariflich geregelte Gehälter, müssen diese verhandelt werden. Dabei können die bestehenden Tarife jedoch als Orientierung dienen, sodass sich das Gehalt in einem ähnlichen Rahmen befindet. Folgend sind die Gehälter des Oberarztes nach den Tarifverträgen und Berufsjahren dargestellt.
| Tarife | 1. Jahr | 4. Jahr | 7. Jahr |
| TV-Ärzte VKA (06/2026 - 12/2026) | 9.459,56 | 10.015,53 | 10.810,95 |
| TV-Ärzte TdL (01/2026 - 12/2026) | 9.576,69 € | 10.139,57 € | 10.944,77 € |
| AVR DD Ärzte (ab 01/2021) | 8.659,16 € | 9.170,30 € | 9.628,80 € |
| Asklepios (01/2026 - 12/2026) | 9.475 € | 9.475 € | 9.475 € |
Chefarzt – Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
Das Einstiegsgehalt sowie das Gehalt im Laufe der Chefarztkarriere werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören das Bundesland, die Region, die Stadt, aber auch die Einrichtung, als auch die Größe der Einrichtung, die Mitarbeiter- und Bettenzahl sowie die Wirtschaftlichkeit und die Art der Einrichtung.
Hinzu kommt, dass das Gehalt bei dem Chefarzt im Gegensatz zu anderen Arztpositionen in der Regel nicht von Tarifverträgen bestimmt wird, auch wenn die Einrichtung sich bei den Löhnen grundsätzlich nach Tarifen richtet. So wird die Vergütung für die Chefarztposition immer außertariflich verhandelt, auch AT-Gehalt genannt. Je nach Einrichtung kann das Einstiegsgehalt bei rund 10.000 Euro brutto oder noch höher liegen.
Dabei ist auch entscheidend, wie viel Berufserfahrung man vorweisen kann, also wie lange die Oberarzttätigkeit ausgeführt wurde und welches Gehalt man dabei bereits erhalten hat.
Chefarzt – Gehalt nach Art der Einrichtung
Chefärzte sind vor allem in Krankenhäusern und Kliniken tätig. Dabei kann es sich um ein kommunales Krankenhaus, eine Universitätsklinik, eine kirchliche oder private Einrichtung handeln. Wie in den Tarifverträgen bereits zu sehen ist, verdienen Ärzte in Universitätskliniken in der Regel am besten. Dies gilt dementsprechend auch für Chefärzte.
Ein weiterer Entscheidender Faktor ist jedoch die Größe der Einrichtung, denn in kleinen Einrichtungen fällt das Gehalt des Chefarztes entsprechend geringer aus. Je größer das Krankenhaus, desto üppiger das Gehalt. Denn mit vielen Mitarbeitern und einer höheren Bettenzahl gehen auch mehr Arbeit und Verantwortung einher.
| Mitarbeiterzahl | Bruttoentgelt |
| < 100 |
|
| 101 - 1.000 | 23.651 € |
| 1.001 - 20.000 | 25.871 € |
| > 20.000 | 26.458 € |
Quelle: Gehalt.de
Gehalt nach Fachrichtung
Im Gegensatz zu anderen Arztpositionen, welche nach Tarif vergütet werden, spielt beim Chefarzt die Fachrichtung eine große Rolle bei der Vergütung. Der Kienbaum-Vergütungsreport 2019 umfasst Daten von 119 Krankenhäusern und ermittelt im Gesamtdurchschnitt ein Jahresgehalt von 300.000 Euro brutto. Dies entspricht einem Monatsgehalt von 25.000 Euro.
Zwischen den Fachrichtungen sind jedoch recht große Unterschiede zu erkennen. Am besten verdient ein Chefarzt in der Inneren Medizin und Radiologie, dort beträgt die Vergütung im Schnitt 31.000 € und 30.000 € brutto im Monat. Weiterhin erhalten Chefärzte der Chirurgie, Orthopädie, Anästhesie/Intensivmedizin, Gynäkologie und Urologie recht hohe Monatsgehälter von rund 21.333 € – 27.583 €.
Niedrigere Gehälter verdient man dagegen in der Pädiatrie und Geriatrie, denn dort beträgt das durchschnittliche Monatsgehalt lediglich 17.333 € beziehungsweise 14.750 €.
| Fachabteilung | Median Jahresgehalt | Median Monatsgehalt | Durchschnitt Jahresgehalt | Durchschnitt Monatsgehalt |
| Innere Medizin | 260.000 € | 21.667 € | 372.000 € | 31.000 € |
| Radiologie | 251.000 € | 20.917 € | 360.000 € | 30.000 € |
| Chirurgie | 254.000 € | 21.167 € | 331.000 € | 27.583 € |
| Orthopädie | 203.000 € | 16.917 € | 313.000 € | 26.083 € |
| Anästhesie/Intensivmedizin | 198.000 € | 16.500 € | 296.000 € | 24.667 € |
| Gynäkologie | 222.000 € | 18.500 € | 257.000 € | 21.417 € |
| Urologie | 226.000 € | 18.833 € | 256.000 € | 21.333 € |
| Neurologie/Psychiatrie | 205.000 € | 17.083 € | 234.000 € | 19.500 € |
| Pädiatrie | 198.000 € | 16.500 € | 208.000 € | 17.333 € |
| Geriatrie | 163.000 € | 13.583 € | 177.000 € | 14.750 € |
| Übrige Fachrichtungen | 206.000 € | 17.167 € | 282.000 € | 23.500 € |
| Durchschnitt Insgesamt | 248.000 € | 20.667 € | 300.000 € | 25.000 € |
Quelle: Kienbaum Vergütungsreport 2019
Gehalt nach Bundesländern
Zwischen den Bundesländern gibt es erhebliche Unterschiede der Gehälter, insbesondere zwischen Ost- und Westdeutschland. Somit ist es für die Vergütung ausschlaggebend, in welchem Bundesland man wohnt und arbeitet. Das Onlineportal gehalt.de ermittelt für Chefärzte in Deutschland ein monatliches Mediangehalt von 23.663 Euro.
Die Abbildung zeigt die Mediangehälter der Bundesländer.
Quelle: Gehalt.de
Chefarzt – Gehalt nach Alter und Geschlecht
Weitere Faktoren, die einen großen Einfluss auf die Vergütung haben können, sind das Alter und Geschlecht. In dieser hohen Position ist insbesondere die Differenz zwischen den Geschlechtern recht hoch. Chefärztinnen können im Monat bis zu mehreren Tausend Euro weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen in einer ähnlichen Position.
Auch im Alter sind die Gehaltsdifferenzen sehr hoch. Denn wer viel Berufserfahrung vorweisen kann, wird üblicherweise besser vergütet. Besonders bei Chefärzten steigt die Vergütung erheblich an.
| Berufsjahre | Bruttoentgelt |
| < 3 Jahre | 13.448 € |
| 3 - 6 Jahre | 15.083 € |
| 7 - 9 Jahre | 17.328 € |
| > 9 Jahre | 23.533 € |
Quelle: Gehalt.de
Chefarzt – Verdienst im Vergleich mit anderen Berufen
Im Vergleich mit anderen medizinischen Berufen verdient man als Chefarzt mit Abstand am meisten. Da es sich um die höchste Position handelt und ein Chefarzt den längsten Karriereweg hinter sich hat, fällt das Gehalt dementsprechend hoch aus. Somit sind der Oberärzte Verdienst, Fachärzte Verdienst, Assistenzärzte Verdienst sowie das Medizininformatiker Gehalt und das Gehalt von Gesundheits- und Krankenpfleger logischerweise weitaus geringer.
| Beruf | Bruttogehalt |
| Chefarzt | 23.663 Euro |
| Oberarzt | 12.182 Euro |
| Facharzt | 8.488 Euro |
| Assistenzarzt | 7.058 Euro |
| Zahnarzt | 6.944 Euro |
| Tierarzt | 4.650 Euro |
| Medizininformatiker | 5.624 Euro |
| Medizincontroller | 5.003 Euro |
| Fachkrankenpfleger | 4.788 Euro |
| Pflegefachperson | 4.329 Euro |
| Gesundheitsmanager | 5.326 Euro |
| Medizinischer Fachangestellter (MFA) | 3.129 Euro |
| Altenpflegehelfer | 2.785 Euro |
Quelle: Gehalt.de / Bundesagentur für Arbeit - Entgeltatlas
Mehr Gehalt durch Weiterbildungen
Als Chefarzt hat man bereits einen langen Karriereweg und wahrscheinlich etliche Weiterbildungen hinter sich. Doch auch in dieser Position sollte man sich nicht auf seinem Erfolg ausruhen. Die Wissenschaft und insbesondere die Medizin entwickeln sich konstant weiter, daher sollte man das Fachwissen immer auf dem aktuellen Stand halten. Neben fachspezifischen Weiterbildungen sind wirtschaftswissenschaftliche Weiterbildungen sowie Weiterbildungen zum Thema Management, Unternehmensplanung und Projektmanagement zu empfehlen. Denn die Aufgaben eines Chefarztes bestehen zu einem Großteil aus den Bereichen der Wirtschaftlichkeit und des Managements der Klinik. Somit liegt es im Interesse von Chefärzten, ihre Abteilung möglichst gut und sinnvoll zu managen.
Darüber hinaus besteht außerdem die Möglichkeit, im Bereich der Forschung und Lehre tätig zu sein. Wer seiner bereits fortgeschrittenen Karriere neuen Schwung verleihen will, kann an Universitäten lehren oder in der Forschung aktiv werden und somit Wissen generieren und verbreiten.
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Häufige Fragen
- Wie viel verdient ein Chefarzt?
- Warum verdienen Chefärzte so viel?
- Wird das Chefarzt-Gehalt tariflich geregelt?
- Wovon hängt das Gehalt eines Chefarztes ab?
- Welche Fachrichtungen zahlen besonders gut?
- Gibt es zusätzliche Vergütungen?
Das Mediangehalt liegt bei 23.663 Euro pro Monat beziehungsweise 283.956 Euro brutto pro Jahr.
Chefärzte tragen große medizinische, organisatorische und wirtschaftliche Verantwortung. Sie leiten Abteilungen, führen Personal, treffen wichtige Behandlungsentscheidungen und sind häufig auch für Budget, Qualitätssicherung und strategische Entwicklung zuständig.
Chefärzte werden in der Regel außertariflich bezahlt. Das Gehalt wird individuell mit dem Krankenhaus oder Klinikträger verhandelt.
Wichtige Faktoren sind Fachrichtung, Klinikgröße, Trägerschaft, Region, Berufserfahrung, Personalverantwortung, wirtschaftliche Verantwortung und Verhandlungsgeschick.
Tendenziell sind hohe Gehälter vor allem in spezialisierten, wirtschaftlich starken oder besonders verantwortungsvollen Fachbereichen möglich, zum Beispiel in der Chirurgie, Kardiologie, Radiologie oder Anästhesie.
Neben dem Grundgehalt können variable Gehaltsbestandteile, Boni, Beteiligungen, Privatliquidationen oder leistungsbezogene Vergütungen hinzukommen.
- Marburger Bund, Tarifverträge, https://www.marburger-bund.de/... (letzter Zugriff am 04.05.2026)
- Diakonie, AVR.DD 2026, https://www.diakonie-portal.de/... (letzter Zugriff am 04.05.2026)





