Die Position als Chefarzt steht in der Hierarchie der Ärzte an der Spitze und stellt somit eine begehrenswerte Position dar. Der Karriereweg zum Chefarzt ist jedoch lang und beinhaltet anspruchsvolle Aufgaben, welche viel Verantwortung mit sich bringen. Sie haben nämlich eine leitende Funktion inne und sind sowohl für das Personal, die Versorgung der Patienten als auch für das wirtschaftliche Arbeiten des Krankenhauses zuständig.
Wie man Chefarzt wird, wie der Berufsalltag aussieht und wie hoch die Vergütung dabei ausfällt, wird in diesem Beitrag näher beleuchtet.
Das Wichtigste in Kürze
- Chefärzte stehen im Krankenhaus an der Spitze einer medizinischen Fachabteilung und tragen dort die fachliche, organisatorische und personelle Gesamtverantwortung.
- Zu den zentralen Aufgaben gehören die Leitung des ärztlichen Teams, Personalführung, Qualitätsmanagement, Organisation der Patientenversorgung und wirtschaftliche Steuerung der Abteilung.
- Der Weg zur Chefarztposition ist lang: Voraussetzung sind ein abgeschlossenes Medizinstudium, Approbation, Facharztweiterbildung und meist viele Jahre Berufserfahrung, häufig zunächst als Oberarzt.
- Für die ärztliche Tätigkeit in Deutschland ist eine gültige Approbation oder Berufserlaubnis erforderlich.
- Neben medizinischer Expertise sind Führungskompetenz, Organisationstalent, wirtschaftliches Denken, Verantwortungsbewusstsein und Kommunikationsstärke besonders wichtig.
- Chefarztstellen sind begrenzt und gelten als eine der höchsten Karrierestufen im ärztlichen Bereich.
- Das Gehalt wird in der Regel individuell beziehungsweise außertariflich verhandelt und hängt stark von Fachrichtung, Klinikgröße, Verantwortung und Erfahrung ab.
Ausbildung Chefarzt – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer
Möchte man eines Tages Chefarzt werden, muss man zunächst einige Schritte auf der Karriereleiter durchlaufen. Grundvoraussetzung sind das erfolgreich abgeschlossene Medizinstudium und die Approbation. In der Regel arbeitet man zuerst als Assistenzarzt und macht dabei in fünf bis sechs Jahren die Weiterbildung zum Facharzt, welche mit einer Facharztprüfung abschließt.
Mindestens 11 Jahre Ausbildung
Um genau zu sein dauert die Ausbildung für Chefärzte also mindestens 11 Jahre. Die vorgelagerte Oberarztstelle erfordert eine Facharztausbildung. Somit kommt auf das 6-jährige Studium noch eine mindestens 5-jährige Facharztweiterbildung hinzu.
Ab diesem Punkt gibt es jedoch keine festgelegten Regelungen für höhere Arztstellen. Hierbei entscheiden aber die Einrichtungen selbst, wer für diese Position geeignet ist und wer nicht, denn eine Prüfung gibt es nicht. Besonders wichtig sind viel Berufserfahrung, tiefgründige Kenntnisse über organisatorische Abläufe der Klinik und eventuell einige Weiterbildungen.
Außerdem muss man erst einige Jahre als Oberarzt tätig sein, um die Chefarztposition anstreben zu können. Denn auch hier wird mehrjährige Berufserfahrung vorausgesetzt. Noch bessere Chancen hat man, wenn man als leitender Oberarzt tätig war. Als führender Arzt ist man für Diagnosen, Behandlungen und Weiterbildungen zuständig. Daher sind hohe medizinische Qualifikationen wichtig. Darüber hinaus sind aber auch Führungs- und Sozialkompetenzen gefragt.
Ein weiterer Punkt, welcher nicht wegzudenken ist, ist die Fähigkeit für wirtschaftliches und marktorientiertes Denken. Als Chefarzt nimmt man eine Managerposition ein, muss daher die Finanzen des Krankenhauses im Überblick behalten und sinnvoll damit wirtschaften. Da es nicht besonders viele offene Stellen für Chefärzte gibt, sind die Kriterien entsprechend hoch gesetzt. Außerdem muss man flexibel sein, da man nicht unbedingt in der bisherigen Klinik eine Chefarztstelle bekommt und vielleicht auch nicht in der direkten Umgebung.

Krankenhausreform 2024
Die Krankenhausreform soll die Versorgung in Deutschland verbessern. Sie wurde 2024 durch das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz beschlossen. Ziel ist, dass Krankenhäuser sich stärker spezialisieren. Leistungen werden dafür in Leistungsgruppen eingeteilt. Nur Kliniken mit genug Fachpersonal, passender Technik und bestimmten Qualitätsstandards sollen diese Leistungen anbieten dürfen.
2026 wurde die Reform durch das Krankenhausreformanpassungsgesetz nachgebessert. Dieses trat am 15. April 2026 in Kraft. Die Grundidee blieb gleich: mehr Spezialisierung, bessere Qualität und eine Bündelung von Leistungen. Angepasst wurden vor allem Fristen, Finanzierungsfragen und Steuerungsmöglichkeiten. Außerdem bekamen die Bundesländer mehr Spielraum, damit die Versorgung auch im ländlichen Raum gesichert bleibt.
Für Chefärzte bedeutet das mehr Verantwortung. Sie müssen Qualität, Personal, Abläufe, Ausstattung und Wirtschaftlichkeit noch genauer planen. Der Beruf wird dadurch anspruchsvoller. Neben medizinischer Fachkompetenz werden auch Führung, Organisation und wirtschaftliches Denken wichtiger.
Chefarzt – Ausbildung Gehalt
Die „Ausbildung“ zum Chefarzt besteht in der Arbeit als Oberarzt in der man die nötige Berufserfahrung sammelt. Als Oberarzt erhält man bereits ein beachtliches Gehalt. Dieses unterscheidet sich zwar, je nachdem bei welcher Einrichtung man angestellt ist und auch Faktoren wie das Bundesland beeinflussen die Vergütung. Im Großen und Ganzen liegen die Tarife aber in einem ähnlichen Spektrum. Im ersten Jahr kann ein Oberarzt, je nach Tarifvertrag um die 8.659,16 € bis 9.475 € erwarten.
Unterschieden wird zwischen dem TV-Ärzte VKA für kommunale Krankenhäuser, dem TV-Ärzte TdL für Universitätskliniken und den Tarifverträgen der kirchlichen Einrichtungen und privaten Kliniken. So nutzt die Diakonie zum Beispiel den Vertrag nach den Arbeitervertragsrichtlinien (AVR). Private Kliniken, zum Beispiel Asklepios, haben jeweils hauseigene Tarifverträge.
Die folgende Tabelle stellt die monatlichen Bruttogehälter für Oberärzte nach den verschiedenen Tarifverträgen dar.
| Tarife | 1. Jahr | 4. Jahr | 7. Jahr |
| TV-Ärzte VKA (06/2026 - 12/2026) | 9.459,56 | 10.015,53 | 10.810,95 |
| TV-Ärzte TdL (01/2026 - 12/2026) | 9.576,69 € | 10.139,57 € | 10.944,77 € |
| AVR DD Ärzte (ab 01/2021) | 8.659,16 € | 9.170,30 € | 9.628,80 € |
| Asklepios (01/2026 - 12/2026) | 9.475 € | 9.475 € | 9.475 € |
Der Beruf Chefarzt – Tätigkeiten und Alltag
Chefärzte arbeiten vor allem in Kliniken, Krankenhäusern oder Facharztpraxen, teilweise auch in Laboren. Sie haben eine leitende Position und stehen an der Spitze ihrer Abteilung. Deshalb übernehmen sie nicht nur medizinische Aufgaben, sondern auch viele organisatorische und wirtschaftliche Verantwortungen. Man kann sie daher auch als Manager eines medizinischen Fachbereichs sehen.
Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehört die Sicherstellung einer hohen medizinischen Qualität sowie die Organisation und Weiterentwicklung der Abläufe in der Klinik. Außerdem tragen sie Verantwortung für die Wirtschaftlichkeit ihrer Abteilung und achten darauf, dass das Budget sinnvoll eingesetzt wird.
Chefärzte leiten und koordinieren das gesamte Team ihrer Abteilung. Dazu gehören Oberärzte, Fachärzte und Assistenzärzte. Sie unterstützen ihre Mitarbeiter, überwachen deren Arbeit und sind gemeinsam mit den Oberärzten auch für die Ausbildung der Assistenzärzte zuständig.
Zusätzlich führen Chefärzte Visiten durch und behalten den Überblick über die Behandlung der Patienten auf ihrer Station. Der medizinische Teil nimmt im Berufsalltag jedoch oft weniger Zeit ein als organisatorische und leitende Aufgaben.
Da die Position sehr verantwortungsvoll ist, ist auch die Arbeitsbelastung hoch. Lange Arbeitstage, Überstunden und Arbeitswochen von rund 60 Stunden sind keine Seltenheit. Wer diesen Beruf ausüben möchte, sollte deshalb sehr belastbar sein.
Chefarzt/ärztin Stellenangebote
Chefarzt – Gehalt
Wird man als Oberarzt noch nach Tarifverträgen bezahlt, ist das bei Chefärzten nicht der Fall. Diese werden nach dem sogenannten AT-Gehalt (außertarifliches Gehalt) vergütet, welches zwischen dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhandelt wird. In der Regel kann man als Chefarzt mit einem außerordentlich guten Gehalt rechnen, was bei dem Arbeitsaufwand auch zu erwarten ist.
Es gibt jedoch Unterschiede zwischen den Fachrichtungen. Auch das Bundesland und die Größe der Einrichtung spielen eine Rolle bei der Vergütung. Laut einer Studie von Kienbaum verdienten Chefärzte im Jahr 2019 im Schnitt 300.000 Euro brutto im Jahr, dies entspricht einem monatlichen Bruttoentgelt von 25.000 Euro. Am besten verdienen Chefärzte in Deutschland in der Inneren Medizin, denn dort sind es 31.000 € im Monat. In der Geriatrie sind es dagegen 14.750 € monatlich. Detaillierte Infos zum Gehalt von Chefärzten gibt es in dem Artikel Chefarzt Gehalt.
Die Tabelle stellt die Jahresgehälter nach Fachrichtung dar:
| Fachabteilung | Median Jahresgehalt | Median Monatsgehalt | Durchschnitt Jahresgehalt | Durchschnitt Monatsgehalt |
| Innere Medizin | 260.000 € | 21.667 € | 372.000 € | 31.000 € |
| Radiologie | 251.000 € | 20.917 € | 360.000 € | 30.000 € |
| Chirurgie | 254.000 € | 21.167 € | 331.000 € | 27.583 € |
| Orthopädie | 203.000 € | 16.917 € | 313.000 € | 26.083 € |
| Anästhesie/Intensivmedizin | 198.000 € | 16.500 € | 296.000 € | 24.667 € |
| Gynäkologie | 222.000 € | 18.500 € | 257.000 € | 21.417 € |
| Urologie | 226.000 € | 18.833 € | 256.000 € | 21.333 € |
| Neurologie/Psychiatrie | 205.000 € | 17.083 € | 234.000 € | 19.500 € |
| Pädiatrie | 198.000 € | 16.500 € | 208.000 € | 17.333 € |
| Geriatrie | 163.000 € | 13.583 € | 177.000 € | 14.750 € |
| Übrige Fachrichtungen | 206.000 € | 17.167 € | 282.000 € | 23.500 € |
| Durchschnitt Insgesamt | 248.000 € | 20.667 € | 300.000 € | 25.000 € |
Quelle: Kienbaum Vergütungsreport 2019
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Häufige Fragen
- Was ist ein Chefarzt?
- Wie viel verdient man als Chefarzt?
- Was muss man als Chefarzt wissen?
- Wie lange dauert die Ausbildung zum Chefarzt?
- Wie wird man Chefarzt?
Als Chefarzt nimmt man eine leitende Funktion ein. Diese Position lässt sich mit der eines Managers vergleichen. Chefärzte sind für die Führung der Mitarbeiter, Koordination medizinischer und struktureller Abläufe, Beratung der Stations- und Oberärzte sowie die Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit des Krankenhauses zuständig.
Das Chefarzt-Gehalt wird individuell verhandelt und hängt sowohl von Berufserfahrung, Einrichtung als auch Fachrichtung ab. So kann die Vergütung im Schnitt von 14.750 € bis 31.000 € brutto im Monat reichen.
Neben dem medizinischen Fachwissen benötigen Chefärzte wirtschaftliche und organisatorische Kenntnisse sowie Kenntnisse im Management. Sie müssen zum Beispiel wissen wie man Mitarbeitergespräche führt, die Kosten optimiert und Pläne erstellt.
Für die Position als Chefarzt gibt es keine spezielle Ausbildung. In der Regel benötigt man fünf bis zehn Jahre Berufserfahrung als Facharzt und einige Jahre Berufserfahrung als Oberarzt.
Wer Chefarzt werden möchte benötigt ein abgeschlossenes Medizinstudium, die Approbation und den Facharzttitel. Vor der Chefarztposition muss man zunächst einige Jahre als Oberarzt gearbeitet haben. Entscheidend ist die Berufserfahrung und ob man neben den medizinischen auch organisatorische Kenntnisse und Führungskompetenzen vorweisen kann. Weiterbildungen sind unabdingbar.
- Bundesministerium für Gesundheit, Krankenhausreform, https://www.bundesgesundheitsministerium.de/... (letzter Zugriff am 09.06.2026)
- Bundesministerium für Gesundheit, Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG), https://www.bundesgesundheitsministerium.de/... (letzter Zugriff am 09.06.2026)





