Anästesietechnische Assistentin

Anästhesietechnische/r Assistent/in (ATA) – Ausbildung, Beruf und Gehalt

Ein operativer Eingriff unter Narkose macht den meisten Menschen Angst. Als Anästhesietechnischer Assistent (ATA) unterstützt man die Narkose-Ärzte dabei, dass die Anästhesie reibungslos verläuft. Man spricht den Patienten vor dem Eingriff Mut zu, bereitet sie auf die OP vor und überwacht während des Eingriffs die lebenserhaltenden Funktionen. Außerdem übernehmen ATAs Aufgaben in der Schmerztherapie nach der Narkose und kennen sich im Umgang mit medizinisch-technischen Geräten aus.

Hier gibt es die wichtigsten Informationen zur Ausbildung, zum Berufsbild und zum Gehalt.

Inhalt

Ausbildung Anästhesietechnischer Assistent – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Die Ausbildung als Anästhesietechnischer Assistent (ATA) gibt es erst seit den 1990er Jahren. Sie ist nicht staatlich anerkannt und folgt den Empfehlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). In Vollzeit dauert die ATA-Ausbildung drei Jahre. Es ist auch möglich, eine Teilzeitausbildung von maximal fünf Jahren Dauer zu absolvieren. Die Ausbildung erfolgt an einer Berufsfachschule, wo die Berufsanwärter theoretische und praktische Inhalte erlernen. Praktika führen in den Berufsalltag im Krankenhaus ein. Der Unterricht erfolgt in der Regel in Blockform, das bedeutet, auf mehrere Wochen praktischer Arbeit in der Klinik folgen mehrere Wochen theoretischer Unterricht. Die Ausbildung schließt mit einer Abschlussprüfung ab, die aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil besteht.

Berufsanwärter müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • mittlerer Bildungsabschluss, zum Beispiel Realschulabschluss
  • Hauptschulabschluss und abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren Dauer
  • Hauptschulabschluss und einjährige Ausbildung zum/zur Altenpfleger/in
  • ärztliches Attest über den Gesundheitszustand

Bewerber, die das 18. Lebensjahr noch nicht abgeschlossen haben, müssen zudem eine Bescheinigung über die ärztliche Erstuntersuchung gemäß § 32 des Jugendarbeitsschutzgesetzes vorlegen.

Hilfreich ist es auch, wenn die Auszubildenden gute Kenntnisse in Biologie und den weiteren naturwissenschaftlichen Fächern mitbringen. Die Kenntnis chemischer Vorgänge ist zum Beispiel von Vorteil, um die Verwendung chemischer Substanzen einschätzen zu können. Um die Dosierung von Medikamenten zu berechnen, braucht man zudem mathematisches Verständnis. An persönlichen Stärken sind die Fähigkeit zur Selbstorganisation, eine genaue Arbeitsweise und ein hohes Verantwortungsbewusstsein gefragt. Da zu den Aufgaben im Berufsalltag die direkte Betreuung von Patienten kurz vor und nach der Operation gehört, sollten Berufsanwärter zudem über viel Einfühlungsvermögen und eine hohe kommunikative Kompetenz verfügen.

Die Ausbildung als ATA umfasst insgesamt 4.600 Stunden. Wie sich diese Stunden auf den theoretischen und praktischen Anteil verteilen, regelt jeder Ausbildungsbetrieb individuell. Im Theorieteil werden die Auszubildenden in 18 Fächern unterrichtet. Dazu gehören neben medizinischen Fächern wie Anatomie, Anästhesie und Arzneimittellehre auch Hygiene, Soziologie und Sozialmedizin sowie Berufs-, Gesetz- und Staatsbürgerkunde.

Während der praktischen Einheiten lernen die Auszubildenden zahlreiche Abteilungen des Krankenhauses kennen. In der Regel arbeiten sie in der Abdominalchirurgie, Traumatologie und Orthopädie, der Gynäkologie und im Kreissaal sowie in der Urologie. Weitere Praxiseinheiten absolvieren sie in Wahlfachgebieten. Zur Vorbereitung auf den späteren Beruf werden angehende ATAs zudem in der Notaufnahme, im Aufwachraum, der Schmerzambulanz, der Intensivstation und chirurgischen Pflegestationen eingesetzt.

Nach der Ausbildung stehen Anästhesietechnischen Assistenten verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten offen. In einem sechs Monate dauernden Lehrgang können sie sich zum Beispiel als Operationstechnischer Assistent (OTA) weiterqualifizieren. Alternativ können sich ATAs auch im OP-Management weiterbilden und eine Leitungsposition im Anästhesiebereich übernehmen.

Anästhesietechnischer Assistent Ausbildung Gehalt

Für die schulische Ausbildung als ATA empfiehlt die DKG eine angemessene Ausbildungsvergütung. Wie hoch diese konkret ausfällt, richtet sich nach der jeweiligen Ausbildungsstätte. Im ersten Ausbildungsjahr können Berufsanwärter meist mit etwa 600 bis 800 Euro brutto pro Monat rechnen. Im zweiten Jahr sind es 700 bis 1.000 Euro, im dritten Jahr etwa 900 bis 1.100 Euro. Abhängig vom Ausbildungsplatz kann die Vergütung jedoch auch weit darunter liegen.

Der Beruf Anästhesietechnischer Assistent – Tätigkeiten und Alltag

Anästhesietechnische Assistenten arbeiten zumeist in der Anästhesieabteilung von Krankenhäusern und Fach- oder Hochschulkliniken. Eine Anstellung finden sie auch in ambulanten Operationszentren und Facharztpraxen, in denen Operationen durchgeführt werden.

Im Arbeitsalltag unterstützen ATAs in erster Linie die Narkoseärzte. Sie bereiten die Narkosemittel und Medikamente für eine Operation vor und sorgen dafür, dass diese in ausreichender Menge bereit stehen. Außerdem stellen sie die Funktionstüchtigkeit der medizinisch-technischen Geräte sicher. Weiterhin gehört es zu ihren Aufgaben, auf die Einhaltung der Hygienerichtlinien und Kleidungsvorschriften im OP zu achten.

Vor dem Eingriff bereiten sie die Narkose vor, legen Infusionen, schließen die medizinischen Geräte an und leisten dem Patienten dabei auch seelischen Beistand. Während der OP assistieren ATAs dem Anästhesisten und überwachen Kreislauf sowie Atmung des Patienten. Kommt es zu Komplikationen, fungieren ATAs als rechte Hand der Narkoseärzte. Als ATA wird man zudem im Aufwachraum tätig, wo man die Narkose-Nachsorge übernimmt.

Als ATA kann man aber nicht nur im Operationssaal arbeiten. Alternativ ist es auch möglich, in der Endoskopie oder in der Schmerzambulanz tätig zu werden.

Die Arbeitszeiten betragen üblicherweise 40 bis 42 Stunden in der Woche. In Krankenhäusern und Kliniken haben ATAs meist Schichtdienst, eventuell müssen sie auch im Bereitschaftsdienst zur Verfügung stehen. In Facharztpraxen gelten zumeist geregelte Arbeitszeiten.

Anästhesietechnischer Assistent Gehalt

Wie viel Anästhesietechnische Assistenten verdienen, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Dazu gehören die Region, der Arbeitsort, der Träger der jeweiligen Einrichtung sowie die eigene Berufserfahrung.

Die Bezahlung an öffentlichen Einrichtungen wie einem kommunalen Krankenhaus richtet sich in der Regel nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Berufseinsteiger werden dabei in die niedrigste Entgeltgruppe eingeordnet. Das entspricht einem Einstiegsgehalt zwischen 1.900 und 2.100 Euro brutto im Monat. Mit der Anzahl der Berufsjahre steigt dann später auch das Gehalt. Kirchliche Träger orientieren sich zumeist ebenfalls am Tarifvertrag.

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