OP Schwester

OP Schwester – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Jeder chirurgische Eingriff braucht nicht nur den erfahrenen Operateur, sondern auch versierte Kräfte, die bei der Operation assistieren. „Schwester, das Skalpell bitte“ ist fast schon ein sprichwörtlicher Begriff für die Assistenz-Tätigkeit. Früher war das ein klassischer Frauenberuf, weshalb sich die Bezeichnung „OP Schwester“ eingebürgert hat. Die offizielle – etwas komplizierte – Berufsbezeichnung lautet „Operationstechnischer Assistent“ bzw. „OTA“. Der Einfachheit halber und weil der Begriff eingängig ist, sprechen wir hier weiter von OP Schwester, auch wenn die Schwester ein Mann sein kann. Wir stellen Ausbildung, Tätigkeiten und Perspektiven dieses interessanten, aber auch fordernden Berufs näher vor.

Inhalt

Ausbildung OP-Schwester – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Eine gesetzliche Regelung zur OP Schwestern-Ausbildung existiert nicht. Es gibt aber eine bundeseinheitliche Empfehlung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) „Ausbildung zu Operationstechnischen und Anästhesietechnischen Assistenten“, die den meisten Ausbildungsverhältnissen zugrunde liegt. In Vollzeit dauert die Ausbildung drei Jahre (in Teilzeit sind bis zu fünf Jahre möglich) und findet an eigenen Berufsfachschulen statt, die üblicherweise an Krankenhäuser angeschlossen sind.

Schulische Zugangsvoraussetzung ist ein mittlerer Bildungsabschluss. Unter bestimmten Bedingungen genügt auch ein Hauptschulabschluss. Auszubildende müssen ihre gesundheitliche Eignung (ärztliches Attest) nachweisen. Darüber hinaus legen die Berufsfachschulen weitere Anforderungen fest.

Naturwissenschaftliches Interesse (Biologie, Chemie) ist förderlich für die Ausbildung. Wer sich für den Beruf entscheidet, sollte außerdem ein gutes Einfühlungsvermögen, psychische Stabilität und ein hohes Pflichtbewusstsein mitbringen. Denn bei vielen OP’s geht es um Leben oder Tod.

Die Ausbildung besteht aus einem theoretischen Teil mit insgesamt vier Lernbereichen sowie einem praktischen Teil mit Pflicht- und Wahlpflichtfachgebieten. Die Ausbildung wird mit einer Prüfung abgeschlossen.

  1. Die theoretische Ausbildung umfasst mindestens 1.600 Stunden und gliedert sich wie folgt:
  • Lernbereich I: Kernaufgaben der OP Schwester
  • Lernbereich II: Spezielle Aufgaben der OP Schwester
  • Lernbereich III: Ausbildungs- und Berufssituationen von OP Schwester
  • Lernbereich IV: Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen
  1. Die auf mindestens 3.000 Stunden angelegte praktische Ausbildung findet nicht en bloc statt, sondern verteilt sich auf die Ausbildungsdauer. Pflichtfachgebiete sind Viszerale Chirurgie, Traumatologie oder Orthopädie sowie Gynäkologie oder Urologie. Darüber hinaus sind Pflichtstationen in bestimmten Krankenhausbereichen (Ambulanz/Notfallaufnahme, chirurgisches Pflegepraktikum, Zentralsterilisation, Endoskopie, Anästhesie usw.) zu absolvieren. Zu den Wahlpflichtfächern gehören chirurgische Spezialgebiete wie Gefäßchirurgie, Augenchirurgie oder Neurochirurgie.
  2. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen, mündlichen und einem praktischen Teil. Die schriftlichen und mündlichen Teile beziehen sich auf die theoretischen Lehrinhalte. Im praktischen Teil wird die Vorbereitung, Instrumentation und Nachbereitung einer Operation anhand eines Praxisfalls geprüft.

OP Schwester Ausbildung Gehalt

In den DKG-Empfehlungen ist eine „angemessene Vergütung“ für Auszubildende vorgesehen, die mit der Ausbildungsdauer steigt. Was das konkret bedeutet, hängt vom jeweiligen Ausbildungsträger ab. Bei Krankenhäusern in öffentlicher oder kirchlicher Trägerschaft kommen die jeweiligen Tarifwerke für Auszubildende zur Anwendung, zum Beispiel der Tarifvertrag für Auszubildende in Pflegeberufen (TVAöD-BT-Pflege) bei öffentlichen Krankenhäusern. Danach ist (Stand Januar 2020) folgende Ausbildungsvergütung vorgesehen:

Ausbildungsjahr Gehalt (Brutto Monat)
1. Ausbildungsjahr 1.140 Euro
2. Ausbildungsjahr 1.202 Euro
3. Ausbildungsjahr 1.303 Euro

Bei Krankenhäusern in privater Trägerschaft gelten andere Vergütungsregelungen. Oft sind sie niedriger als im öffentlichen oder kirchlichen Bereich. Manchmal werden zusätzlich zur Vergütung weitere Sozialleistungen (betriebliche Altersversorgung, vermögenswirksame Leistungen usw.) geboten. Einige Ausbildungsträger zahlen sogar eine Prämie für einen erfolgreichen Abschluss.

Der Beruf OP Schwester – Tätigkeiten und Alltag

Krankenhäuser und Kliniken sind das natürliche Einsatzfeld von OP Schwestern. Aber auch in ambulanten Operationszentren ist eine Beschäftigung möglich. Die OTA-Arbeit findet logischerweise in engem Zusammenhang mit operativen Eingriffen statt. Die Operationsassistenz ist die Kernaufgabe von OP Schwestern. Konkret bedeutet das die Anreichung und Entgegennahme von Instrumenten und Materialien während der Operation, die Inbetriebnahme und Überwachung von Geräten und generell die Unterstützung, um einen reibungslosen und störungsfreien Ablauf des Eingriffs zu gewährleisten. Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die viel Wissen und Erfahrung fordert. Es gibt mehrere Dutzend typische OP-Abläufe, die zu beherrschen sind.

OP Schwestern übernehmen aber nicht nur Aufgaben bei der Operation, sondern auch vorher und nachher. Sie kümmern sich um die Bereitstellung der notwendigen Instrumente, Materialien und Geräte. Sie bereiten den OP-Raum vor. Nach erfolgtem Eingriff übernehmen Sie die Desinfektion und Sterilisation sowie die ordnungsgemäße Verstauung des OP-Equipments. Auch die Dokumentation des OP-Ablaufs gehört zu den Pflichten. Last but not least sind OP Schwestern für die Patientinnen und Patienten im OP-Kontext zuständig. Dabei geht es nicht nur darum, Patienten medizinisch für die Operation bereit zu machen und hinterher zu versorgen, sondern auch um seelische Betreuung. Viele Eingriffe stellen für die Betroffenen eine enorme psychische Belastung dar. Hier sind Einfühlungsvermögen, psychologisches Geschick und gute Kommunikation gefragt.

OP Schwester Gehalt

Ähnlich wie in der Ausbildung hängt das OP Schwestern-Gehalt wesentlich von dem jeweils gültigen Tarifwerk ab. Bei öffentlichen Krankenhäusern gilt in der Regel der TVöD-Pflege, bei kirchlichen gelten die AVR. IM TVöD werden OP Schwestern üblicherweise in der Entgeltgruppe P7 eingestuft. Das Einstiegsgehalt beträgt hier (Stand Januar 2020) 2.801,66 Euro p.m. und steigt in der höchsten Gehaltsstufe auf 3.502,98 Euro an. In der neuen Entgelttabelle ab März 2020 (gültig für den Zeitraum 01.03.2020 bis 31.08.2020) beträgt das Einstiegsgehalt 2.830,56 Euro, das Endgehalt 3.539,56 Euro.

Bei Krankenhäusern in privater Trägerschaft liegen die Gehälter oft niedriger. Gehaltsvergleiche für OP Schwestern weisen eine Bandbreite von rd. 2.225 Euro Monatsgehalt bis 3.765 Euro auf. In den südlichen Bundesländern wird tendenziell etwas besser gezahlt als in den nördlichen und östlichen. Außerdem gibt es ein Stadt-Land-Gefälle. Bei den Gehaltsunterschieden sind allerdings auch unterschiedliche Lebenshaltungskosten zu beachten. Viele OP Schwestern arbeiten im Schichtdienst. Je nach Dienstzeiten gibt es dann auch Sondervergütungen zusätzlich zum „normalen“ Gehalt.

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