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Die Rheumatologie befasst sich mit entzündlichen und nicht-entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der inneren Organe. Diese Krankheiten können die Lebensqualität erheblich einschränken. Rheumatische Beschwerden treten in jedem Alter auf und reichen von leichten Bewegungseinschränkungen bis hin zu schweren chronischen Verläufen.
Doch was genau versteht man unter Rheumatologie, welche Erkrankungen gehören dazu und wie sieht die Behandlung aus? Die Antworten bietet dieser Artikel.
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Rheumatologie – Definition
Die Rheumatologie ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit entzündlichen und nicht-entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparates und des Bindegewebes befasst. Diese Erkrankungen betreffen vor allem Gelenke, Muskeln, Sehnen und Knochen, können aber auch innere Organe und das Nervensystem in Mitleidenschaft ziehen. Charakteristisch sind oft chronische Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Entzündungsreaktionen, die mit der Zeit zu bleibenden Schäden führen können.
Zum rheumatischen Formenkreis gehören über 200 verschiedene Erkrankungen, die in verschiedenen Klassifikationssystemen beschrieben werden. Die Ursachen der Erkrankungen sind vielfältig und reichen von genetischen Faktoren über Infektionen bis hin zu Fehlfunktionen des Immunsystems.
Kinder- und Jugendrheumatologie
Rheumatische Erkrankungen betreffen nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche. Die Kinder- und Jugendrheumatologie befasst sich speziell mit rheumatischen Erkrankungen im jungen Alter, die oft einen anderen Verlauf nehmen als bei Erwachsenen.
Da das kindliche Immunsystem und der Bewegungsapparat noch in der Entwicklung sind, erfordert die Behandlung besondere Strategien im Unterschied zur Rheumatologie des Erwachsenen.
Rheumatologie – Medizinische Einordnung
Die Rheumatologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin und überschneidet sich mit anderen Fachrichtungen wie Orthopädie, Immunologie und physikalischer Medizin. Da viele rheumatische Erkrankungen das Immunsystem betreffen, besteht eine enge Verbindung zur Autoimmunmedizin. Einige Krankheitsbilder, wie die Psoriasis-Arthritis oder der systemische Lupus erythematodes, fallen zudem in den Bereich der Dermatologie und Nephrologie.
Rheumatologische Erkrankungen sind oft komplex und betreffen mehrere Organsysteme gleichzeitig. Daher ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Fachärzten aus verschiedenen Bereichen entscheidend.
Wer arbeitet in der Rheumatologie?
In der Rheumatologie arbeiten Fachärzte, Therapeuten und Pflegekräfte interdisziplinär zusammen, um eine umfassende Versorgung der Patienten zu gewährleisten.
Fachärzte für Rheumatologie sind Internisten mit einer spezialisierten Weiterbildung. Sie diagnostizieren und behandeln entzündlich-rheumatische Erkrankungen, verordnen Medikamente wie Immunsuppressiva oder Biologika und koordinieren die Therapie. In der Kinder- und Jugendrheumatologie gibt es zusätzlich spezialisierte Kinderrheumatologen. Orthopäden mit Schwerpunkt Rheumatologie beschäftigen sich vor allem mit mechanischen und degenerativen Gelenkerkrankungen wie Arthrose.
Rheumatologisch spezialisierte Therapeuten spielen eine entscheidende Rolle in der nicht-medikamentösen Behandlung wie der Physiotherapie und der Ergotherapie. Psychologen und Sozialarbeiter helfen, die psychischen und sozialen Herausforderungen chronischer Erkrankungen zu bewältigen.
Auch Fachpflegekräfte für Rheumatologie tragen zur Behandlung bei, indem sie Patienten bei der Medikamenteneinnahme unterstützen, Schulungen anbieten und bei therapeutischen Maßnahmen mitwirken.
Ausbildungsplätze als Pflegefachkraft
Rheumatologische Erkrankungen
Das Feld der rheumatischen Erkrankungen ist sehr umfassend. Hier sind einige der häufigsten Erkrankungen:
- Rheumatoide Arthritis (RA): Eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, die vor allem die Gelenke betrifft. Sie führt zu Schmerzen, Schwellungen und in fortgeschrittenen Stadien zu Gelenkzerstörung.
- Arthrose: Eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der der Knorpel langsam abgebaut wird. Dies verursacht Schmerzen, Steifheit und Bewegungseinschränkungen.
- Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans): Eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule, die zu Versteifungen und Bewegungseinschränkungen führt.
- Psoriasis-Arthritis: Eine Gelenkentzündung, die bei Patienten mit Schuppenflechte (Psoriasis) auftritt. Neben den Gelenken können auch Sehnenansätze und die Haut betroffen sein.
- Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Eine Autoimmunerkrankung, die verschiedene Organe angreift, darunter Haut, Nieren und das Nervensystem.
- Gicht: Eine Stoffwechselerkrankung, die durch eine erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut entsteht. Dies führt zu schmerzhaften Gelenkentzündungen, vor allem am Großzeh.
- Fibromyalgie: Ein Syndrom, das durch chronische Schmerzen in Muskeln und Weichteilen gekennzeichnet ist. Begleitend treten oft Müdigkeit und Schlafstörungen auf.
Einfluss des Wetters
Viele Betroffene berichten, dass ihre Beschwerden wetterabhängig sind, insbesondere bei feuchtem oder kaltem Klima. Wissenschaftliche Studien haben allerdings noch keine eindeutige Erklärung dafür gefunden. Trotz fehlender Beweise bestätigen viele Patienten, dass sie Wetterumschwünge regelrecht „spüren“ können.
Rheumatologie – Behandlungen
Die Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu hemmen und die Gelenkfunktion zu erhalten. Die medikamentöse Therapie bildet dabei die Basis und wird durch weitere Maßnahmen ergänzt.
Folgende Medikamente kommen dabei zum Einsatz:
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac (Voltaren) werden häufig zur Linderung akuter Beschwerden eingesetzt.
- Kortikosteroide: Kortisonpräparate wirken stark entzündungshemmend und werden bei schweren Schüben eingesetzt, meist in niedriger Dosierung über längere Zeit.
- Basistherapeutika (DMARDs): Krankheitsmodifizierende Medikamente wie Methotrexat oder Leflunomid greifen in das Immunsystem ein und verlangsamen den Krankheitsverlauf.
- Biologika: Diese biotechnologisch hergestellten Medikamente, wie TNF-α-Hemmer oder Interleukin-6-Inhibitoren, blockieren gezielt Entzündungsprozesse im Körper.
Physikalische und physiotherapeutische Behandlung
- Physiotherapie: Durch gezielte Bewegungsübungen lassen sich die Gelenkfunktion erhalten und Schmerzen reduzieren.
- Ergotherapie: Patienten lernen Techniken, um den Alltag trotz Einschränkungen besser zu bewältigen, zum Beispiel mit Hilfsmitteln oder gelenkschonenden Bewegungen.
- Kälte- und Wärmetherapie: Wärme entspannt die Muskulatur und fördert die Durchblutung, während Kälte Schwellungen und akute Entzündungen lindert.
- Balneotherapie: Heilbäder mit Mineralstoffen oder Schwefel können entzündungshemmend wirken und Schmerzen lindern.
Chirurgische Eingriffe
- Gelenkersatz (Endoprothetik): Bei fortgeschrittener Arthrose oder schwer geschädigten Gelenken kann ein künstliches Gelenk (beispielsweise eine Hüft- oder Knieprothese) erforderlich sein.
- Synovektomie: Bei chronischen Gelenkentzündungen kann die entzündete Gelenkinnenhaut operativ entfernt werden.
- Gelenkversteifung (Arthrodese): In seltenen Fällen wird ein stark zerstörtes Gelenk operativ versteift, um Schmerzen zu reduzieren.
Ergänzende Therapien
Neben den typischen Therapieansätzen profitieren Patienten auch von psychologischer Betreuung, Ernährungstherapie und möglicherweise von alternativen Methoden. Chronische Schmerzen und Einschränkungen belasten die Psyche, weshalb Psychotherapie oder Selbsthilfegruppen helfen können, besser mit der Erkrankung umzugehen.
Zudem könnte eine entzündungshemmende Ernährung mit viel Omega-3-Fettsäuren (etwa aus Fisch oder Leinöl) die Beschwerden lindern. Einige Patienten nutzen auch Akupunktur, Homöopathie oder pflanzliche Mittel für ihre Erkrankung. Während für Akupunktur einige Studien positive Effekte nahelegen, gibt es für Homöopathie und viele pflanzliche Mittel keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz.
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Häufige Fragen
- Was wird in der Rheumatologie gemacht?
- Was ist orthopädische Rheumatologie?
- Was ist internistische Rheumatologie?
- Welche Erkrankungen werden in der Rheumatologie untersucht?
Die Rheumatologie befasst sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates und des Bindegewebes, insbesondere entzündlich-rheumatischen und autoimmunbedingten Erkrankungen. Rheumatologen untersuchen Symptome wie Gelenkschmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Zur Behandlung werden Medikamente, Physiotherapie, Ergotherapie sowie in schweren Fällen operative Eingriffe eingesetzt.
Die orthopädische Rheumatologie konzentriert sich auf mechanische und degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates, insbesondere auf Arthrose und Spätfolgen entzündlich-rheumatischer Erkrankungen. Orthopäden mit rheumatologischer Spezialisierung behandeln Fehlstellungen, führen Gelenkersatzoperationen durch und setzen physikalische Therapien ein, um die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten.
Die internistische Rheumatologie gehört zur Inneren Medizin und beschäftigt sich mit systemisch-entzündlichen und autoimmunbedingten Rheuma-Erkrankungen. Dazu zählen rheumatoide Arthritis, Kollagenosen wie der systemische Lupus erythematodes oder Gefäßentzündungen (Vaskulitiden). Internistische Rheumatologen setzen entzündungshemmende Medikamente wie Immunsuppressiva oder Biologika ein und arbeiten eng mit anderen Fachdisziplinen zusammen.
Zur Rheumatologie gehören entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew und Psoriasis-Arthritis. Auch degenerative Erkrankungen wie Arthrose oder Bandscheibenschäden fallen in diesen Bereich. Stoffwechselbedingte Erkrankungen wie Gicht oder Pseudogicht werden ebenfalls untersucht. Zusätzlich gehören Autoimmunerkrankungen mit Organbeteiligung, darunter der systemische Lupus erythematodes, Sklerodermie und das Sjögren-Syndrom, zum Fachgebiet. Auch der sogenannte Weichteilrheumatismus, zu dem beispielsweise die Fibromyalgie zählt, wird in der Rheumatologie diagnostiziert und behandelt.
- Arasteh, K. et al., Innere Medizin (Thieme, 5. Auflage, 2024)
- Rheumatoide Arthritis, https://next.amboss.com/... , (Abrufdatum: 09.03.2025)








