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Akupunktur gehört zu den ältesten bekannten Behandlungsformen weltweit. Heutzutage kommt sie auch in der westlichen Medizin zunehmend zum Einsatz, wenngleich ihre Wirkung nicht für alle Anwendungsbereiche medizinisch bewiesen ist.
Dieser Artikel beleuchtet die Entstehung und Wirkung der Akupunktur und fasst die aktuellen Einsatzmöglichkeiten und Optionen zur Kostenübernahme zusammen.
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Was ist Akupunktur?
Die Akupunktur ist eine Therapieform aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die Anwender gehen davon aus, dass im ganzen Körper permanent ein Energiefluss, das „Qi“, auf sogenannten „Meridianbahnen“ stattfindet. Wenn äußere Einflüsse das Qi stören und „blockieren“, kommt es demnach zu Beschwerden und Krankheiten.
Bei einer Akupunkturbehandlung setzt der durchführende Behandler hauchdünne Nadeln gezielt an festgelegte Akupunkturpunkte auf der Körperoberfläche. Dadurch soll der Energiefluss auf der entsprechenden Bahn wiederhergestellt werden.
Alternative Akupunkturmethoden: Akupressur und Moxibustion
Abwandlungen und Ergänzungen der klassischen Nadel-Akupunktur sind die Wärmebehandlung (Moxibustion) und die Abgabe von Druck (Akupressur) auf die klassischen Akupunkturpunkte. Das Behandlungsziel ist dabei vergleichbar, die Intensität der Reize variiert jedoch je nach gewähltem Verfahren.
Akupunktur – Geschichte
In Asien kommt Akupunktur bereits seit etwa 3.000 Jahren zur Anwendung. Sie gehört zur „ganzheitlichen Medizin“, die sich mit der Wechselwirkung von Körper, Psyche und Umwelt befasst. Hierzu zählen auch das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang und die Wirkung der fünf Elemente, die gemeinsam körperliche und seelische Prozesse sowie Krankheitsmuster bestimmen sollen.
Für wen ist Akupunktur geeignet?
Akupunktur ist eine optionale Behandlungsmethode bei chronischen Schmerzen im Breich der unteren Lendenwirbelsäule mit Ausstrahlung in die Beine sowie bei arthrotischem Verschleiß der Kniegelenke. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlung, wenn bei diesen Erkrankungen die Schmerzen länger als ein halbes Jahr bestehen und der behandelnde Arzt zur Durchführung von Akupunktur qualifiziert ist. Dafür benötigt er in der Regel eine Zusatzausbildung im Bereich Akupunktur sowie Kenntnisse der Schmerztherapie und Psychosomatik.
Weitere Anwendungsgebiete, für die Akupunktur angeboten wird, sind orthopädische Krankheitsbilder wie entzündliche Sehnenerkrankungen oder auch Schmerzen nach Operationen. Gynäkologische Praxen und Zentren bieten Akupunktur an zur Behandlung von Schmerzen der Brust oder des Unterleibs, bei Beschwerden im Zusammenhang mit der Menstruation, im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung oder bei Problemen mit dem Beckenboden.
Auch Schlaf- oder Angststörungen können unter Umständen mit Akupunktur behandelt werden.
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Wann Akupunktur nicht anwendbar ist
Die Einstichstellen für die Akupunkturnadeln müssen reizlos sein und es dürfen keine Störungen der Hautsensibilität in den entsprechenden Bereichen vorliegen. Dementsprechend kann bei manchen Krankheiten der Haut oder der Nerven Akupunktur nur eingeschränkt oder gar nicht zum Einsatz kommen. Die Entscheidung hierüber trifft der Behandler.
Akupunktur Schwangerschaft
Viele Schwangere nutzen Akupunktur in Vorbereitung auf die Geburt. Dabei nehmen manche Behandler an, dass die Akupunkturbehandlung die Dauer der Entbindung verkürzen könne. Auch nach der Schwangerschaft kann Akupunktur angewendet werden, etwa um einen Milchstau zu lösen und die Rückbildung der Gebärmutter zu unterstützen.
Wer darf Akupunktur durchführen?
Aus haftungsrechtlicher Sicht darf Akupunktur von einem Angehörigen der Heilberufe, zum Beispiel einem Arzt oder einer Hebamme, durchgeführt werden, wenn die durchführende Person die nötigen Kenntnisse zur Akupunkturbehandlung besitzt. Hierzu ist in der Regel eine Fortbildung erforderlich.
Möchten Vertragsärzte die Akupunkturleistung über die Krankenkasse abrechnen, so gibt es besondere Vorgaben. Einige Ärztekammern schreiben hierzu vor, dass die Ärzte zunächst eine Facharztbezeichnung erwerben und anschließend eine Zusatzweiterbildung für Akupunktur absolvieren müssen.
Akupunktur – Wirkung und Funktion
Die Wirkung der Akupunktur soll sich aus der Lösung der Energieblockaden im Qi ergeben. Es wird also nicht direkt das betroffene Organ oder Gewebe punktiert, sondern vielmehr ein indirekter Effekt durch die Freisetzung der Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt. Akupunktur wird entsprechend häufig als nebenwirkungsarme Methode beschrieben, bei der allenfalls leichte Komplikationen wie Blutergüsse auftreten.
Die Reizung und Lösung der Energiebahnen führt zu einer Ausschüttung von verschiedenen Botenstoffen im Gehirn, die eine schmerzlindernde und entspannende Wirkung haben. Dabei kann ein anfängliches Kribbel- oder Taubheitsgefühl an der Einstichstelle auftreten, das als „De‑Qi‑Gefühl“ bezeichnet wird.
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Wirkung der Akupunktur aus wissenschaftlicher Sicht
Wissenschaftliche Studien untersuchen seit Langem die Effekte der Akupunktur. Eine groß angelegte Übersichtsarbeit, die Daten zur Wirksamkeit von Akupunktur bei verschiedenen Krankheitsbildern und Beschwerden aus den Jahren 2017 bis 2022 sammelte, wurde im Mai 2025 veröffentlicht. Die Autoren beschreiben positive Effekte der Akupunktur bei zehn Erkrankungen, zu denen unter anderem chronische Schmerzen von Kopf und Rücken, Kniearthrose, Erschöpfung im Rahmen von Krebserkrankungen (Fatigue) und Wechseljahresbeschwerden zählen. Bei vielen weiteren Erkrankungen lägen laut Aussage der Autoren derzeit keine ausreichenden Studiendaten vor, um eine eindeutige Aussage zu treffen.
Akupunktur bei Kopfschmerzen
Neuere Untersuchungen deuten positive Effekte der Akupunktur in der Behandlung von Spannungskopfschmerzen und Migräne an. Durch die Behandlung könnten sich die Abstände zwischen den Schmerzepisoden vergrößern lassen und die Ausprägung der Schmerzen könnte sich verringern.
Da die derzeit vorliegenden Studiendaten nicht durch standardisierte Untersuchungen erhoben wurden, könnten sie Verzerrungen aufweisen. Die Krankenkassen und der Gemeinsame Bundesausschuss, die über eine Kostenübernahme für Behandlungsmethoden entscheiden, fordern daher weitere Studien, bevor sie die Effekte der Akupunktur anerkennen.
Akupunktur – Ablauf
Akupunktur findet in der Regel in mehreren Sitzungen statt, die jeweils etwa eine halbe Stunde lang dauern. Abhängig vom Ablauf und der Position der Akupunkturpunkte kann der Patient liegen oder sitzen. Der Behandler setzt bis zu 20 Akupunkturnadeln pro Sitzung an.
Bei Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist die Vorgabe, dass die Behandlung mit maximal zehn Sitzungen und binnen sechs Wochen ab dem ersten Termin abgeschlossen sein soll. In Ausnahmefällen kann eine Verlängerung um weitere fünf Einheiten bewilligt werden.
Akupunktur – Kosten
Die Kosten für Akupunktur variieren je nach Anbieter und Umfang der Behandlung sehr stark und können zwischen 35 bis 150 Euro pro Sitzung betragen. Eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung ist in einigen Fällen und unter bestimmten Bedingungen möglich, sofern der Behandler die entsprechende Qualifikation für Akupunkturbehandlungen aufweisen kann und eine Genehmigung für die Behandlung erhalten hat.
Private Zusatzversicherungen und private Krankenversicherungen zahlen häufig die Akupunkturkosten. Wer eine Akupunkturbehandlung plant, sollte sich in jedem Fall zuvor mit seiner Versicherung in Verbindung setzen und sich entsprechend beraten lassen.
Darüber hinaus ist es Selbstzahlern natürlich jederzeit möglich, auf eigenen Wunsch Akupunktur als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) durchführen zu lassen.
Akupunktur – Alternativen
Alternativen zur Akupunktur sind entweder direkt muskelwirksame Behandlungen, beispielsweise TENS oder Osteopathie, aber auch Mentaltechniken, Meditation und Entspannungsübungen. Patienten sollten sich ergebnisoffen beraten lassen, um die beste Therapieoption für sich zu finden.
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Häufige Fragen
- Wann sollte Akupunktur angewendet werden?
- Kann man mit Akupunktur Blockaden lösen?
- Ist die Wirkung von Akupunktur echt?
- Für welche Krankheiten ist Akupunktur gut?
Akupunktur sollte unterstützend angewendet werden, wenn andere Behandlungen bei chronischen Schmerzen vor allem der Lendenwirbelsäule oder der Knie nicht erfolgreich sind. Darüber hinaus kann Akupunktur nach individueller Abwägung bei der Geburtsvorbereitung und bei verschiedenen Krankheitsbildern zum Einsatz kommen. Patienten sollten sich hinsichtlich der zu erwartenden Effekte und einer möglichen Kostenübernahme der Behandlung beraten lassen.
Akupunktur zielt darauf ab, Energieblockaden zu lösen. Damit sollen auch muskuloskelettale Blockierungen lösbar sein, was durch die entspannende Wirkung der Methode unterstützt wird.
Die Effekte von Akupunktur werden aktuell noch intensiv erforscht. Es gibt jedoch viele Hinweise, dass Akupunktur tatsächlich positive Effekte über den Placebo-Effekt hinaus haben kann. Gezielte Untersuchungen könnten in den kommenden Jahren für mehr Klarheit sorgen.
Akupunktur kommt vor allem bei Schmerzen des Bewegungsapparates und bei Kopfschmerzen zum Einsatz. Dabei soll sie die Schmerzintensität verringern und die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen. Viele Anbieter behandeln auch andere Erkrankungen und Beschwerden mit Akupunktur. Die Patienten sollten sich in jedem Fall vorab beim Behandler erkundigen, welche Effekte durch die Behandlung zu erwarten sind.
- Hempen, M., Hummelsberger, J., The state of evidence in acupuncture: A review of metaanalyses and systematic reviews of acupuncture evidence (update 2017–2022). In: Complementary Therapies in Medicine (Ausgabe 05/2025, Elsevier)
- Meissner, W., Weiss, T., Trippe, R., Hecht, H., Krapp, C., Miltner, C., Aupuncture decreases somatosensory evoked potential amplitudes to noxious stimuli in anesthetized volunteers. In: Anaesthesia and analgesia (Lippincott Williams & Wilkins (LWW), Ausgabe 01/2004, S. 141-147)








