Als Kinderpsychologe ist man auf die psychische Entwicklung sowie auf emotionale und verhaltensbezogene Probleme von Kindern und Jugendlichen spezialisiert. Der Tätigkeitsbereich umfasst die Diagnostik und Behandlung psychischer Störungen ebenso wie die Beratung von Eltern und Erziehungsberechtigten. Schwerpunkte der Arbeit liegen in der Diagnostik, Beratung, Prävention und Forschung. Kinderpsychologen sind in psychologischen Praxen, Kliniken, Beratungsstellen oder Schulen tätig.
Das Wichtigste in Kürze
- Tätigkeit: Diagnostik, Therapie und Beratung bei psychischen Entwicklungs- und Verhaltensproblemen von Kindern und Jugendlichen
- Ausbildung: Approbationskonformes Psychologiestudium (B.Sc. + M.Sc.) + Approbationsprüfung + anschließende Fachweiterbildung KJP
- Aufgaben: Diagnostik, Therapie, Elternberatung, Präventionsarbeit, interdisziplinäre Zusammenarbeit
- Arbeitsorte: Praxen, Kliniken, Beratungsstellen, Schulen, Jugendämter, Forschung
- Gehalt: Das durchschnittliche Gehalt liegt bei etwa 5.578 Euro brutto monatlich, mit steigender Erfahrung bis über 6.000 Euro
Was macht man als Kinderpsychologe?
Kinderpsychologen sind auf die psychische Entwicklung und Probleme von Kindern und Jugendlichen spezialisiert. Zu ihren Aufgaben gehören die Diagnose und Behandlung psychischer Störungen, die Beratung von Eltern und Erziehungsberechtigten sowie die Unterstützung Betroffener bei der Bewältigung von emotionalen, Verhaltens- und Entwicklungsproblemen.
- Psychologische Diagnostik und Behandlung
- Beratung von Eltern, Erziehungsberechtigten und Fachkräften
- Therapeutische Arbeit (nach erfolgter Approbation und Fachweiterbildung)
- Präventionsarbeit
- Zusammenarbeit mit Ärzten, Pädagogen und der Jugendhilfe
Wie läuft das Studium als Kinderpsychologe ab?
In Deutschland gibt es keinen eigenständigen Studiengang “Kinderpsychologie”. Der Weg in den Beruf führt über ein approbationskonformes Studium der Psychologie, das seit der Reform des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) am 1. September 2020 gesetzlich neu geregelt ist. Wer therapeutisch mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchte, benötigt eine staatliche Approbation als Psychotherapeut.
Neues Recht (ab Studienstart 1. September 2020)
Der Ausbildungsweg nach neuem Recht gliedert sich in drei Phasen:
- Bachelorstudium Psychologie (6 Semester): Approbationskonformer Studiengang mit Pflichtinhalten in Entwicklungspsychologie, Diagnostik, Statistik und ersten praktischen Einblicken. Wichtig: Bereits bei der Hochschulwahl darauf achten, dass der Studiengang die gesetzlichen Voraussetzungen gemäß PsychThG und PsychThApprO erfüllt.
- Masterstudium Psychologie mit Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie (4 Semester): Vertiefung der Fachkenntnisse; Abschluss mit staatlicher Approbationsprüfung.
- Fünfjährige Fachweiterbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP): Anschließend an die Approbation folgt eine vergütete, fünfjährige Gebietsweiterbildung in Fachpsychotherapie mit Schwerpunkt KJP. Diese findet im Rahmen einer Berufstätigkeit statt und ist in der Regel nicht kostenpflichtig – anders als die Ausbildung nach altem Recht.
Altes Recht – Übergangsregelung bis 2032 (bzw. 2035)
Wer das Bachelorstudium vor dem 1. September 2020 begonnen hat oder bereits einen Masterabschluss nach altem Recht erworben hat, kann die Ausbildung noch nach den bisherigen Regeln abschließen. Die Übergangszeit läuft regulär bis zum 1. September 2032, in Härtefällen bis zum 31. August 2035.
Nach altem Recht steht die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten auch Absolventen folgender Studiengänge offen:
- Psychologie (mit Klinischer Psychologie)
- Pädagogik
- Soziale Arbeit / Sozialpädagogik
- Erziehungswissenschaften
Weiterbildungsstruktur nach altem Recht (Übergangsweg)
Die folgende Tabelle gilt ausschließlich für die Ausbildung nach dem alten Psychotherapeutengesetz (Übergangsregelung bis 2032):
| Inhalt | Stunden |
| Theoretische Ausbildung | 600 |
| Grundkenntnisse | 200 |
| Vertiefte Ausbildung | 400 |
| Praktische Tätigkeit | 1.800 |
| 12 monatiges Praktikum in Klinik der psychiatrischen Versorgung | 1.200 |
| 6 monatiges Praktikum in klinischen Einrichtung der psychosomatischen Versorgung | 600 |
| Ambulante Stunden | 600 |
| Psychotherapeutische Behandlung unter Supervision | |
| Selbsterfahrung | 120 |
| Unter anderem Reflexion des persönlichen therapeutischen Erlebens und Handeln und Erarbeitung eigener Problemlösungsstrategien im Umgang mit schwierigen Therapiesituationen | |
| Supervision | 150 |
| Einzelsupervision | 50 |
| Gruppensupervision | 100 |
| Ergänzendes Studium | 930 |
| Erweiterung der Anteile der praktischen Tätigkeit | |
| Fallkonferenzen, Kolloquien, von Arbeitgebern organisierte ausbildungsbezogene Veranstaltungen | |
| Arbeit in Arbeitsgruppen | 300 |
| Insgesamt | 4.200 |
Die Ausbildung nach altem Recht schließt mit einer Zwischenprüfung sowie einer schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfung ab. Die Kosten belaufen sich typischerweise auf 13.000–20.000 Euro, können jedoch durch abrechenbare Therapiestunden (über Krankenkassen) teilweise refinanziert werden.
Voraussetzungen für das Studium
Das Psychologiestudium zählt in Deutschland zu den zulassungsbeschränkten Studiengängen. An staatlichen Hochschulen ist der Numerus Clausus (NC) häufig hoch und variiert je nach Universität und Bewerberlage. Private Hochschulen bieten teilweise Studiengänge ohne NC an, erheben jedoch in der Regel höhere Studiengebühren.
Neben formalen Voraussetzungen sind persönliche Eigenschaften entscheidend:
- Interesse an der psychischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
- Empathie, Reflexionsfähigkeit und psychische Belastbarkeit
- Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
- Analytische und strukturierte Arbeitsweise
- Bereitschaft zu wissenschaftlichem Arbeiten
Passt das Studium als Kinderpsychologe zu mir?
Geeignet ist das Studium, wenn man:
- Interesse an der psychischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen hat
- empathisch, reflektiert und belastbar ist
- gerne mit Menschen arbeitet und gut mit Kindern und Jugendlichen umgehen kann
- analytisch und strukturiert arbeiten kann
Das Studium ist eher weniger geeignet, wenn man:
- nicht mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchte
- Schwierigkeiten mit emotional belastenden Situationen hat
- wenig Interesse an wissenschaftlichem Arbeiten mitbringt
Wie sieht der Berufsalltag als Kinderpsychologe aus?
Der Berufsalltag von Kinderpsychologen variiert je nach Arbeitsfeld. Sie arbeiten unter anderem in psychologischen Praxen, Kliniken, Schulen, Beratungsstellen oder Jugendämtern. Typische Tätigkeiten sind diagnostische Gespräche, Testverfahren, therapeutische Sitzungen, Elterngespräche sowie die Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften wie Ärzten, Pädagogen oder Sozialarbeitern. Die Arbeit erfolgt häufig interdisziplinär und erfordert ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein.
Wo kann man als Kinderpsychologe arbeiten?
- Psychologische Praxen (niedergelassen oder angestellt)
- Kinder- und Jugendpsychiatrische Kliniken
- Erziehungs- und Familienberatungsstellen
- Schulen und Schulpsychologischer Dienst
- Jugendämter und Jugendhilfeeinrichtungen
- Medizinische Versorgungszentren (MVZ)
- Heilpädagogische Einrichtungen
- Forschung und Lehre an Universitäten
Kinderpsychologe/in Stellenangebote
Arbeitszeiten als Kinderpsychologe
Die Arbeitszeiten als Kinderpsychologe können je nach Arbeitsplatz und Arbeitsfeld variieren. In der Regel arbeiten Kinderpsychologen jedoch in Vollzeit, haben reguläre Arbeitszeiten und arbeiten werktags.
Je nach Bedarf kann es jedoch vorkommen, dass Kinderpsychologen auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten tätig sind, zum Beispiel für Therapiesitzungen am Abend oder an Wochenenden. Insbesondere in Kliniken oder anderen Einrichtungen mit Schichtbetrieb können auch unregelmäßige Arbeitszeiten erforderlich sein, um die Betreuung der Patienten rund um die Uhr sicherzustellen.
Kinderpsychologe – Gehalt in der Ausbildung
Während des Studiums wird in der Regel kein Gehalt gezahlt; an privaten Hochschulen fallen Studiengebühren an. BAföG oder Studienkredite kommen je nach Voraussetzungen infrage.
Nach neuem Recht ist die anschließende Fachweiterbildung als vergütete Berufstätigkeit konzipiert. Nach altem Recht (Übergangsweg) ist die Ausbildung kostenpflichtig (ca. 13.000–20.000 €); eine Teilrefinanzierung über abrechenbare Therapiestunden ist möglich.
Kinderpsychologe – Gehalt im Berufsleben
Das Gehalt als Kinderpsychologe kann je nach Arbeitgeber, Berufserfahrung, Qualifikation und Region variieren. In Deutschland liegt das durchschnittliche Gehalt eines Kinderpsychologen nach aktuellen Daten bei etwa 5.578 Euro brutto pro Monat. Dabei spielen auch Faktoren wie die Größe des Arbeitgebers, die Verantwortungsbereiche und zusätzliche Qualifikationen eine Rolle.
Im öffentlichen Dienst gelten feste Entgeltgruppen. Selbstständige Psychotherapeuten können je nach Kassenzulassung und Auslastung auch deutlich mehr verdienen.
Welche Berufsperspektiven hat man als Kinderpsychologe?
Der Beruf bietet vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten:
- Spezialisierungen (z. B. Traumatherapie, Entwicklungsstörungen, Autismus-Spektrum)
- Promotion und wissenschaftliche Laufbahn
- Übernahme leitender Positionen mit zunehmender Berufserfahrung
- Niederlassung in eigener Praxis (mit Kassenzulassung)
- Tätigkeit in Gutachterwesen oder Justiz
Die Berufsaussichten sind insgesamt gut: Die Nachfrage nach psychologischer Unterstützung für Kinder und Jugendliche ist hoch und steigt weiter, da psychische Erkrankungen in dieser Altersgruppe zunehmen. Gleichzeitig bestehen regional teils lange Wartezeiten, was auf einen anhaltenden Bedarf an Fachkräften hinweist.
Weiterbildung und Fortbildung
Wer ab dem 1. September 2020 ein Bachelorstudium begonnen hat, muss den neuen Weg über das approbationskonforme Studium + Fachweiterbildung einschlagen. Wer früher begonnen hat, kann bis spätestens 1. September 2032 (Härtefall: 31. August 2035) die Ausbildung noch nach altem Recht abschließen. Bei Unsicherheiten zur eigenen Situation empfiehlt sich eine Abklärung beim zuständigen Landesprüfungsamt.
Berufsperspektiven und Zukunftsaussichten
Kinderpsychologen haben gute Berufsaussichten und vielfältige Berufsperspektiven. Die Nachfrage nach psychologischer Unterstützung für Kinder und Jugendliche ist hoch, da psychische Probleme in dieser Altersgruppe immer häufiger auftreten.
Wer mehr über die Therapie-Arbeit mit Kindern wissen möchte, findet bei Stark für Kinder weitere Informationen.
Wie findet man passende Jobs als Kinderpsychologe?
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Häufige Fragen
- Was macht ein Kinderpsychologe genau?
- Wie wird man Kinderpsychologe?
- Wie lange dauert die Ausbildung zum Kinderpsychologen?
- Wie hoch ist das Gehalt als Kinderpsychologe?
- Wo arbeiten Kinderpsychologen?
Kinderpsychologen analysieren und behandeln psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen. Dazu gehören beispielsweise Verhaltensauffälligkeiten, Ängste oder Entwicklungsstörungen sowie die Beratung von Eltern und Bezugspersonen.
Der Beruf erfordert ein Psychologiestudium sowie in der Regel eine anschließende therapeutische Ausbildung mit Approbation, um eigenständig behandeln zu dürfen.
Der Weg umfasst Bachelor- und Masterstudium (etwa 5 Jahre) sowie eine anschließende mehrjährige Weiterbildung, etwa zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.
Das durchschnittliche Gehalt liegt bei etwa 5.578 Euro brutto im Monat, wobei Berufserfahrung und Spezialisierung das Einkommen deutlich erhöhen können.
Kinderpsychologen arbeiten häufig in psychologischen Praxen, Kliniken, Schulen oder Beratungsstellen und sind oft Teil interdisziplinärer Teams mit Ärzten und Pädagogen.
- Bundesamt für Justiz, Psychotherapeutengesetz – PsychThG, https://www.gesetze-im-internet.de/... (letzter Zugriff am 20.03.2026)
- Bundesministerium für Gesundheit, Moderne Ausbildung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, https://www.bundesgesundheitsministerium.de/... (letzter Zugriff am 20.03.2026)








