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Medi-Karriere Medipedia Obere Extremitäten

Obere Extremitäten: Übersicht und Bestandteile

Nicolas Simon
von Nicolas Simon (Medizinstudent) Zuletzt aktualisiert: 21.10.2025
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Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Übersicht
  3. Schultergürtel
  4. Oberarm
  5. Unterarm
  6. Hand

Die oberen Extremitäten des Menschen spielen eine entscheidende Rolle für die Interaktion mit der Umwelt. Sie ermöglichen komplexe Bewegungen, die für alltägliche Aktivitäten wie Greifen, Halten, Ziehen und Drücken notwendig sind. Aufgrund ihrer hohen Beweglichkeit und funktionellen Vielseitigkeit sind die oberen Extremitäten von besonderer Bedeutung in der menschlichen Anatomie. Der Aufbau der oberen Extremitäten umfasst verschiedene Abschnitte, die sowohl aus knöchernen Strukturen als auch aus Muskeln, Sehnen, Bändern, Gefäßen und Nerven bestehen. Aus welchen Teilen sie genau bestehen und wie diese anatomisch aufgebaut sind, beschreibt dieser Artikel.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Übersicht
  3. Schultergürtel
  4. Oberarm
  5. Unterarm
  6. Hand

Obere Extremitäten – Definition

Als obere Extremität wird der gesamte Arm von der Schulter bis zur Hand bezeichnet. Die einzelnen Abschnitte der oberen Extremität sind durch Gelenke miteinander verbunden, die eine große Bewegungsfreiheit ermöglichen.

Obere Extremitäten – Übersicht

Die oberen Extremitäten lassen sich in folgende Hauptabschnitte unterteilen:

  • Schultergürtel (Cingulum membri superioris): Bestehend aus Clavicula (Schlüsselbein) und Scapula (Schulterblatt), ermöglicht er die Verbindung zwischen Arm und Rumpf und ist für die hohe Beweglichkeit des Arms verantwortlich.
  • Oberarm (Brachium): Er beinhaltet den Humerus (Oberarmknochen) und stellt die Verbindung zwischen Schultergürtel und Unterarm her.
  • Unterarm (Antebrachium): Bestehend aus Radius (Speiche) und Ulna (Elle), verbindet er den Oberarm mit der Hand und ermöglicht Bewegungen wie Beugung, Streckung sowie Pronation und Supination.
  • Hand (Manus): Sie besteht aus Handwurzel, Mittelhand sowie Fingern und stellt das wichtigste Greif- und Tastorgan dar.

Obere Extremitäten – Schultergürtel

Der Schultergürtel bildet die knöcherne Basis für die Beweglichkeit der oberen Extremität und besteht aus zwei Knochen:

  • Clavicula (Schlüsselbein): Verbunden mit dem Sternum (Brustbein) über das Sternoklavikulargelenk, stellt sie die einzige knöcherne Verbindung des Arms mit dem Rumpf dar.
  • Scapula (Schulterblatt): Über das Acromioclaviculargelenk mit der Clavicula verbunden, fungiert sie als bewegliche Plattform für den Oberarm.

Rotatorenmanschette

Zwischen Schultergürtel und Rumpf befinden sich wichtige Muskeln, die die Beweglichkeit und Stabilität der Schulter unterstützen. Dazu gehören die Muskeln der Rotatorenmanschette: Musculus supraspinatus, Musculus infraspinatus, Musculus teres minor, Musculus subscapularis.

Auch der Musculus trapezius, der Musculus levator scapulae und die Musculi rhomboidei befinden sich in dieser Region. Die Hauptaufgabe des Schultergürtels besteht darin, eine stabile, aber flexible Basis für die Bewegung des Oberarms zu schaffen.

Obere Extremitäten – Oberarm

Der Oberarm ist der proximale Abschnitt der oberen Extremität und wird von einem einzelnen langen Röhrenknochen, dem Humerus, gebildet. Der Humerus artikuliert mit der Scapula im Schultergelenk und mit Radius und Ulna im Ellenbogengelenk.
Die Muskulatur des Oberarms lässt sich in zwei Gruppen unterteilen:

  • Beugemuskulatur (Flexoren): Dazu gehören der Musculus biceps brachii, der Musculus brachialis und der Musculus coracobrachialis. Sie sind hauptsächlich für die Beugung des Ellenbogengelenks und teilweise für die Supination der Hand verantwortlich.
  • Streckmuskulatur (Extensoren): Der wichtigste Vertreter ist der Musculus triceps brachii, der die Streckung im Ellenbogengelenk bewirkt.

Oberarm Grafik

Die Blutversorgung erfolgt über die Arteria brachialis, die aus der Arteria axillaris hervorgeht. Die venöse Drainage geschieht über oberflächliche und tiefe Venen, die in die Vena brachialis münden. Die Innervation des Oberarms wird durch Nerven des Plexus brachialis (Nervus musculocutaneus, Nervus radialis, Nervus medianus, Nervus ulnaris) gewährleistet.

Obere Extremitäten – Unterarm

Der Unterarm ist der mittlere Abschnitt der oberen Extremität und besteht aus zwei Knochen:

  • Radius (Speiche): Der Radius befindet sich auf der Daumenseite und ist besonders wichtig für die Beweglichkeit des Handgelenks.
  • Ulna (Elle): Sie liegt auf der Kleinfingerseite und bildet mit dem Humerus das Hauptgelenk für die Beugung und Streckung des Ellenbogens.

Die Muskulatur des Unterarms ist in drei Gruppen unterteilt:

  • Radialismuskeln: Zu ihnen zählen der Musculus brachioradialis, Musculus extensor carpi radialis longus und brevis.
  • Extensoren (Streckmuskeln): Hierzu gehören unter anderem der Musculus extensor digitorum, Musculus extensor carpi ulnaris, Musculus extensor pollicis longus und brevis.
  • Flexoren (Beugemuskeln): Zu ihnen zählen unter anderem der Musculus flexor digitorum superficialis und profundus, Musculus flexor carpi radialis und ulnaris.

Die Blutversorgung erfolgt über die Arteria radialis und die Arteria ulnaris, die aus der Arteria brachialis stammen. Die Innervation erfolgt durch die Nerven des Plexus brachialis: Nervus medianus, Nervus radialis und Nervus ulnaris.

Obere Extremitäten – Hand

Die Hand ist das distale Ende der oberen Extremität und setzt sich aus mehreren funktionellen Einheiten zusammen:

  • Handwurzel (Carpus): Sie besteht aus acht kleinen Knochen, die in zwei Reihen angeordnet sind (proximale und distale Reihe).
  • Mittelhand (Metacarpus): Sie ist aus fünf Röhrenknochen zusammengesetzt.
  • Finger (Digiti manus): Sie bestehen aus Phalangen (proximal, medial, distal) mit Ausnahme des Daumens, der nur zwei Phalangen besitzt.

Hand Grafik

Die Muskulatur der Hand unterteilt sich in:

  • Thenarmuskulatur (Daumenballenmuskulatur): Sie ist verantwortlich für die Beweglichkeit des Daumens.
  • Hypothenarmuskulatur (Kleinfingerballenmuskulatur): Diese Muskulatur ermöglicht die Bewegung des Kleinfingers.
  • Mittellinienmuskulatur: Sie beinhaltet die Musculi lumbricales und die Musculi interossei, die für feine Fingerbewegungen verantwortlich sind.

Die Blutversorgung der Hand erfolgt durch die Arteria radialis und die Arteria ulnaris, die sich in den Arcus palmaris superficialis und profundus verzweigen. Die Innervation erfolgt durch den Nervus medianus, den Nervus ulnaris und den Nervus radialis.

Die Hand ist ein hochkomplexes Organ, das durch seine Beweglichkeit und Sensibilität für zahlreiche feinmotorische Tätigkeiten unerlässlich ist. Die Fähigkeit zur Opposition des Daumens ermöglicht das präzise Greifen und Manipulieren von Objekten, was den Menschen von vielen anderen Primaten unterscheidet.

Autor
Nicolas Simon

Nicolas Simon

Medizinstudent

Nicolas studiert Humanmedizin im klinischen Abschnitt an der Universität des Saarlandes in Homburg. Bereits seit seiner Kindheit zählt das Schreiben von Texten aller Art zu seinen größten Hobbies. Deshalb freut er sich umso mehr, diese Leidenschaft mit seiner Faszination für alle möglichen Themen rund um die Medizin zu verbinden und die Leser/-innen durch sorgfältig recherchierte Texte für die Welt der Medizin zu begeistern.

Quellen
  1. Oberarm und Ellenbogen, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum: 25.02.2025)
  2. Unterarm, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum: 25.02.2025)
  3. Hand, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum: 25.02.2025)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Dieser Artikel ist nur zur Information bestimmt. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbst Diagnosen zu stellen sowie Behandlungen anzufangen oder abzusetzen. Die Informationen können keinen Arztbesuch ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen ist leider nicht möglich.

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