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Die Überprüfung der Funktionalität von Muskeleigenreflexen wie dem Masseterreflex sind ein wichtiger Bestandteil der neurologischen Untersuchung. Gestörte Reflexe können auf neurologische Grunderkrankungen hinweisen. In diesem Artikel werden Physiologie, Funktion und Klinik des Masseterreflexes beschrieben und erklärt.
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Masseterreflex – Definition
Der Masseterreflex (auch Kieferschluss-Reflex) ist ein Eigenreflex des Musculus masseter, bei dem ein Schlag auf das Kinn eine kurzzeitige Kontraktion dieses Muskels und damit ein Zuschnappen des Kiefers auslöst.
Masseterreflex – Physiologie
Der Reflex wird durch einen leichten Schlag auf das Kinn bei leicht geöffnetem Mund ausgelöst. Dieser Dehnungsreiz wird über die Muskelspindeln des Musculus masseter wahrgenommen. Die sensorischen Informationen werden über afferente Fasern des Nervus mandibularis, einem Ast des Nervus trigeminus, weitergeleitet. Eine zentrale Umschaltung der Afferenzen findet direkt im Nucleus motorius nervi trigemini statt. Dieser Kern liegt im Pons, einem Teil des Hirnstamms. Von dort aus laufen die efferenten Fasern des motorischen Anteils des Nervus mandibularis direkt zum Musculus masseter. Folglich kontrahiert sich der Musculus masseter, wodurch der Unterkiefer nach oben schnellt, was ein “Zuklappen” des Kiefers bewirkt.
Masseterreflex – Funktion
Die Funktion dieses Reflexes liegt in erster Linie im Schutz und in der Stabilisierung des Kiefergelenks. Durch die schnelle Reaktion auf eine plötzliche Dehnung des Muskels durch einen unerwarteten Schlag oder Zug wird der Kiefer reflexartig geschlossen. Das schützt die Strukturen des Kiefergelenks vor Überdehnung und Verletzung. Gleichzeitig trägt der Reflex zur Feinregulation des Kaumuskels bei. Während des Kauens hilft er, den Muskeltonus zu regulieren und die Kaubewegung gleichmäßig und kraftvoll zu halten.
Eigen- und Fremdreflexe
Beim Eigenreflex erfolgt die Reizaufnahme und die motorische Antwort im gleichen Organ. Ein klassisches Beispiel ist der Patellarsehnenreflex, bei dem der Muskel gedehnt und gleichzeitig zur Kontraktion gebracht wird. Beim Fremdreflex liegen Reizaufnahme und Antwort in verschiedenen Organen. Ein typisches Beispiel ist der Bauchhautreflex, bei dem ein Hautreiz eine Kontraktion der Bauchmuskulatur auslöst.
Masseterreflex – Klinik
Der Masseterreflex wird in der neurologischen Untersuchung verwendet, um Störungen im zentralen Nervensystem zu identifizieren. Bei gesunden Erwachsenen ist der Masseterreflex nur schwach auslösbar oder gar nicht nachweisbar. Ein gesteigerter Masseterreflex, also eine Hyperreflexie gibt einen Hinweis auf eine zentrale Schädigung und tritt zum Beispiel im Zusammenhang mit Multipler Sklerose (MS) auf.
Häufige Fragen
- Was ist der Masseterrefelx?
- Wie wird der Masseterreflex ausgelöst?
- Welche Nervenbahnen sind beim Masseterreflex beteiligt?
- Ist der Masseterreflex immer nachweisbar?
Der Masseterreflex ist ein monosynaptischer Eigenreflex, bei dem eine Dehnung des Musculus masseter eine reflektorische Kontraktion desselben Muskels auslöst. Er gehört zu den wenigen Reflexen, die über den Hirnstamm (Pons) verschaltet werden.
Der Masseterreflex wird durch einen leichten Schlag mit dem Reflexhammer auf das Kinn bei leicht geöffnetem Mund ausgelöst. Der Reiz dehnt dadurch die Muskelspindeln des Masseters.
Sowohl die Afferenz, als auch die Efferenz verlaufen über den Nervus mandibularis.
Bei gesunden Erwachsenen ist er meist nur schwach oder gar nicht auslösbar. Ein gesteigerter Reflex kann auf eine zentrale Läsion hinweisen (z. B. zerebrale Erkrankungen wie MS oder ALS).
- Trepel, Martin: Neuroanatomie, Elsevier, 8. Auflage, 2021
- Neurologische Untersuchung, https://next.amboss.com/… (Abrufdatum: 25.06.2025)




