Als Fachkraft für außerklinische Intensivpflege überwacht man besonders pflegebedürftige Patienten rund um die Uhr. Da Patienten zum Teil auch zu Hause künstlich beatmet werden müssen, erlernen Fachkräfte speziell für diese Fälle auch die außerklinische Beatmung. Um dieser Tätigkeit nachzugehen, benötigt man also spezielles Fachwissen und eine fundierte Weiterbildung. Wie diese abläuft, welche Voraussetzungen man erfüllen sollte und welche Kosten auf einen zukommen – der folgende Artikel verrät es.
Das Wichtigste in Kürze
- Voraussetzungen: Abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau/Pflegefachmann oder anerkannter Altabschluss in der Pflege
- Dauer der Weiterbildung: Berufsbegleitend, Dauer und Umfang je nach Bildungsträger
- Inhalte: Beatmung, Trachealkanülenmanagement, Notfallmanagement, Hygiene, Dokumentation und Kommunikation
- Abschluss: Zertifikat des jeweiligen Bildungsträgers
- Kosten: Je nach Anbieter meist etwa 1.000 bis 1.500 Euro, Förderungen über die Agentur für Arbeit möglich
- Mediangehalt: 4.505 Euro brutto pro Monat
- Arbeitszeiten: Schichtdienst mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten
- Einsatzorte: Ambulante Intensivpflege, Intensivpflege-Wohngemeinschaften, Pflegeheime und Kliniken
Fachkraft für außerklinische Intensivpflege – Voraussetzungen
Folgende Grundvoraussetzung sollte man für die Weiterbildung zur Fachkraft für außerklinische Intensivpflege mitbringen:
- eine abgeschlossene dreijährige Ausbildung zum/r Altenpfleger/in, Gesundheits- und Krankenpfleger/in oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in
Seit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung (2020) ist Pflegefachfrau/Pflegefachmann der Regelabschluss. Die bisherigen Berufsabschlüsse berechtigen dennoch weiterhin zur Teilnahme. Dadurch, dass die Pflegefachkraft für außerklinische Beatmung nicht nur die Pflege übernimmt (also den Patienten körperlich sehr nahe kommt), sondern auch intensiven Kontakt zu den Angehörigen hat und beispielsweise Familienfeste miterlebt, ist diese Tätigkeit eine intensive Art der Beziehung und Betreuung. Besonders die häusliche Intensivpflege ist sehr nah im Vergleich zur Pflege in anderen stationären Einrichtungen. Das sollte man bedenken, wenn man diese Weiterbildung in Erwägung zieht.
Persönliche Eigenschaften
Neben der formalen Voraussetzung sollten Pflegefachkräfte, die an der Pflege im außerklinischen Bereich interessiert sind, aber auch über soziale Fähigkeiten, Empathie und Zuverlässigkeit verfügen, ebenso eine gründliche Arbeitsweise, um das Wohl der Patienten nicht zu gefährden.

Fachkraft für außerklinische Intensivpflege – Inhalt und Dauer der Weiterbildung
Folgende Themen und Inhalte werden in der Weiterbildung zur Fachkraft für außerklinische Intensivpflege behandelt:
- Atmung und Beatmung
- Krankheitslehre
- Beatmungsphysiologie
- Trachealkanülenmanagement
- Sekretmanagement
- Gerätekunde
- Hygiene
- Ernährung
- Notfallmanagement
- Entwöhnungsmanagement
- Dokumentation
- Recht
- Kommunikation
Es gibt Weiterbildungen, die sich besonders auf die außerklinische Beatmung, also Beatmung zu Hause, spezialisieren. Dort wird dann der Fokus stärker auf die Atmungsphysiologie, Monitoring, Sauerstofftherapie, Inhalationstechniken sowie Befeuchtungsmanagement der Atemwege gelegt.
Die Weiterbildung wird meist berufsbegleitend absolviert. Dauer, Inhalte und Stundenumfang unterscheiden sich je nach Bildungsträger. Viele Anbieter setzen auf modulare Qualifizierungen mit Präsenzunterricht, Online-Lerneinheiten und praktischen Ausbildungsanteilen.Die Weiterbildung wird mit einer Facharbeit und einer mündlichen Abschlussprüfung abgeschlossen.
Fachkraft für außerklinische Intensivpflege – Aufgaben
Auch wenn jeder Tag anders abläuft, da sich der Gesundheitszustand der Patienten von heute auf morgen verändern kann, gibt es dennoch einen gewissen Rahmenplan und allgemeine Aufgaben für Fachkräfte für außerklinische Intensivpflege, die täglich anfallen. Es ist eine komplette Krankenbeobachtung – immer mit Hinblick auf die Frage: Wie geht es dem Patienten? Danach wird der Tagesplan individuell gestaltet. Besonders der zwischenmenschliche Bereich ist hier sehr wichtig. Zu den Aufgaben gehören:
- Kontrolle der Lungenvolumina und Druckverhältnisse – Wie verhält sich die Beatmung zum Patienten? Bekommen sie genug Luft zugeführt?
- Sauerstoffgehalt der Patienten messen
- Überwachung der Vitalfunktionen – allgemeine Werte ablesen
- Essensvergabe nach ärztlicher Anweisung
- Waschen
- Mobilität gewährleisten
- endotracheales Absaugen
- psychologische Betreuung
- Verabreichung von Medikamenten
- Assistieren bei kleinen Eingriffen
Fachkraft für außerklinische Intensivpflege – Anerkennung
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein Zertifikat des jeweiligen Bildungsträgers. Viele Arbeitgeber achten auf Qualifizierungen nach anerkannten Standards, beispielsweise auf Zertifizierungen der DIGAB oder anderer Fachgesellschaften. Im Bereich Heimbeatmung sollte man bei den Anbietern auf die Zertifizierung durch die Deutsche interdisziplinäre Gesellschaft für außerklinische Heimbeatmung achten.
Fachkraft für außerklinische Intensivpflege – Kosten der Weiterbildung
Grundsätzlich verhält es sich mit den Kosten für die Weiterbildung zur Fachkraft für außerklinische Intensivpflege so: Die Weiterbildung kann unter bestimmten Voraussetzungen über die Agentur für Arbeit gefördert werden. Ob und in welcher Höhe Lehrgangskosten übernommen werden, hängt von der individuellen Situation, dem Arbeitgeber sowie den aktuellen Förderprogrammen nach dem SGB III ab.
Außerdem kann auch ein Arbeitsgeldzuschuss beantragt werden. In diesem Fall muss die Weiterbildung während der Arbeitszeit oder nebenberuflich am Abend oder Wochenende absolviert werden.
Für eine Förderung nach § 82 SGB III müssen unter anderem folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- bestehendes sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis
- die Weiterbildung vermittelt Kenntnisse, die über eine reine Anpassungsfortbildung hinausgehen
- der Berufsabschluss liegt in der Regel mindestens zwei Jahre zurück
- in den letzten zwei Jahren wurde keine nach § 82 SGB III geförderte Weiterbildung absolviert
- die Weiterbildung umfasst mehr als 120 Unterrichtsstunden
- Weiterbildung und Bildungsträger sind für die Förderung zugelassen (AZAV-Zertifizierung)
- je nach Unternehmensgröße beteiligt sich der Arbeitgeber ganz oder teilweise an den Lehrgangskosten
Je nach Unternehmensgröße beteiligt sich der Arbeitgeber an den Lehrgangskosten:
- unter 50 Beschäftigte: in der Regel keine Kostenbeteiligung des Arbeitgebers erforderlich
- 50 bis unter 500 Beschäftigte: mindestens 50 % der Lehrgangskosten
- ab 500 Beschäftigte: mindestens 75 % der Lehrgangskosten
Kommt man selbst für die Kosten auf, variiert die Höhe nach den Anbietern. Etwa 1.000 bis 1.500 Euro sollte man einplanen.
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Fachkraft für außerklinische Intensivpflege – Gehalt
Das Einstiegsgehalt einer Fachkraft für außerklinische Intensivpflege beträgt durchschnittlich 4.034 Euro brutto pro Monat. Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Einkommen auf ein Mediangehalt von 4.505 Euro brutto pro Monat. Erfahrene Fachkräfte erzielen ein Gehalt von bis zu 5.030 Euro brutto pro Monat.
Die Eingruppierung einer Fachkraft für außerklinische Intensivpflege im TVöD-Pflege richtet sich nach der Qualifikation und dem jeweiligen Tätigkeitsbereich. Mit einer anerkannten Fachweiterbildung in der Intensiv- und Anästhesiepflege erfolgt häufig eine Eingruppierung in die Entgeltgruppe P 9. Ohne diese Zusatzqualifikation werden Pflegefachkräfte meist den Entgeltgruppen P 7 oder P 8 zugeordnet.
| Entgeltgruppe | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| P 16 | - | 5.240,05 € | 5.415,90 € | 5983,76 € | 6645,71 € | 6937,70 € |
| P 15 | - | 5132,29 € | 5293,23 € | 5695,60 € | 6177,16 € | 6361,06 € |
| P 14 | - | 5013,53 € | 5170,59 € | 5563,22 € | 6096,68 € | 6194,02 € |
| P 13 | - | 4894,78 € | 5047,94 € | 5430,82 € | 5707,28 € | 5778,68 € |
| P 12 | - | 4657,22 € | 4802,61 € | 5166,04 € | 5389,29 € | 5493,13 € |
| P 11 | - | 4419,71 € | 4557,30 € | 4901,27 € | 5129,69 € | 5233,54 € |
| P 10 | - | 4184,40 € | 4312,38 € | 4675,42 € | 4850,63 € | 4960,96 € |
| P 9 | - | 3992,39 € | 4184,40 € | 4312,38 € | 4558,59 € | 4662,42 € |
| P 8 | - | 3701,21 € | 3862,80 € | 4075,58 € | 4247,92 € | 4488,98 € |
| P 7 | - | 3510,30 € | 3701,21 € | 3998,33 € | 4149,59 € | 4305,40 € |
| P 6 | 3012,49 € | 3187,41 € | 3363,47 € | 3737,95 € | 3833,41 € | 4013,41 € |
| P 5 | 2907,18 € | 3146,33 € | 3216,62 € | 3334,09 € | 3422,22 € | 3629,25 € |
Gültig von 01.05.2026 bis 31.03.2027
Quelle: Öffentlicher-Dienst.info
Weitere Infos zum Gehalt einer Fachkraft für außerklinische Intensivpflege gibt es hier:
Fachkraft für außerklinische Intensivpflege – Arbeitszeiten
Als Fachkraft für außerklinische Intensivpflege arbeitet man je nach Arbeitgeber und Versorgungsmodell häufig im Schichtdienst, da die Betreuung intensivpflegebedürftiger Patientinnen und Patienten rund um die Uhr sichergestellt werden muss. Neben Früh-, Spät- und Nachtschichten gehören daher auch Wochenend- und Feiertagsdienste zum Berufsalltag. Ungeplante Überstunden können entstehen, wenn sich der Gesundheitszustand eines Patienten plötzlich verschlechtert, eine Ablösung ausfällt oder die Versorgung bis zum Eintreffen einer Vertretung sichergestellt werden muss. In einigen ambulanten Intensivpflegediensten ermöglichen feste Touren und langfristige Dienstpläne jedoch eine vergleichsweise gute Planbarkeit der Arbeitszeiten.
Fachkraft für außerklinische Intensivpflege – Einsatzorte
Es bieten sich mehrere Möglichkeiten nach Abschluss dieser Weiterbildung an. Mit Zunahme des Wissens kann man entweder in seinem bisherigen Beruf bleiben und sein Aufgabenfeld erweitern oder man zieht in Erwägung, die Station zu wechseln, in der Palliativpflege oder direkt auf der Intensivstation zu arbeiten.
Andererseits kann man auch in der ambulanten Intensivpflege tätig sein, die bei den Patienten zu Hause stattfindet. Darüber hinaus gibt es Wohngemeinschaften, in denen mehrere Patienten unter einem Dach leben oder Pflegeheime, in denen man eine Stelle findet.
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Häufige Fragen zur Weiterbildung Intensivpflege
- Was macht eine Fachkraft für außerklinische Intensivpflege?
- Welche Voraussetzungen benötigt eine Fachkraft für außerklinische Intensivpflege?
- Wie hoch ist das Gehalt einer Fachkraft für außerklinische Intensivpflege?
- Wo arbeitet eine Fachkraft für außerklinische Intensivpflege?
Eine Fachkraft für außerklinische Intensivpflege betreut schwerstpflegebedürftige Menschen außerhalb des Krankenhauses und übernimmt unter anderem Beatmungsmanagement, Vitalzeichenkontrolle sowie die pflegerische Versorgung.
Für die Weiterbildung zur Fachkraft für außerklinische Intensivpflege wird in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann beziehungsweise ein anerkannter Pflegeabschluss vorausgesetzt.
Das Mediangehalt einer Fachkraft für außerklinische Intensivpflege liegt bei 4.505 Euro brutto pro Monat. Berufserfahrung, Arbeitgeber und Tarifvertrag wirken sich auf das Einkommen aus.
Eine Fachkraft für außerklinische Intensivpflege arbeitet vor allem in der ambulanten Intensivpflege, in Intensivpflege-Wohngemeinschaften, Pflegeheimen oder spezialisierten Einrichtungen für beatmungspflichtige Patienten.
1. Fort- und Weiterbildungen für die Außerklinische Intensivpflege, www.akademie-herzkreislauf.de (letzter Zugriff am 22.07.2026)






