Eine Medizinische Schreibkraft verdient ihr Gehalt in Anstellungen z.B. in Krankenhäusern, größeren Ambulanten OP-Zentren oder Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) sowie bei externen Schreibdienstleistern. Sie erledigen die Korrespondenz medizinischer Einrichtung, verfassen u.a. Anschreiben nach Phonodiktat oder Stichworten, erledigen ärztliche Korrespondenz inklusive Arztbriefe und archivieren Schriftverkehr.
Der Beruf der Medizinischen Schreibkraft (auch Arztsekretär oder Arztschreibkraft genannt) ist für viele Medizinische Fachangestellte (MFA) eine Alternative zur typischen Praxisarbeit und kann als Vollzeitstelle, in Teilzeit oder auf 450-Euro-Basis gestaltet werden. Vor allem seit der Pandemie werden Jobs für Medizinische Schreibkräfte auch oft in einem Homeoffice-Arrangement gestaltet. Was eine Medizinische Schreibkraft an Gehalt erwarten kann und welche Einflussfaktoren darauf wirken, erklärt der folgende Artikel.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Gehalt Medizinischer Schreibkräfte liegt im Median bei 4.035 Euro brutto im Monat.
- Der Verdienst hängt vor allem von Arbeitgeber, Tarifbindung, Bundesland, Berufserfahrung und Qualifikation ab.
- Beschäftigungsmöglichkeiten bieten unter anderem Krankenhäuser, Arztpraxen, MVZ, ambulante OP-Zentren und externe Schreibdienste.
- Weiterbildungen im Praxismanagement oder zur Kodierfachkraft können die Karriere- und Gehaltschancen verbessern.
Medizinische Schreibkraft – Gehalt während der Ausbildung
Eine Medizinische Schreibkraft erhält kein Gehalt während der Ausbildung, da es diese so nicht gibt. Die Medizinische Schreibkraft ist keine eigenständige Berufsbezeichnung und daher auch nicht als Aus- oder Fortbildung im Tarifvertrag für Medizinische Fachangestellte eingeordnet.
Oft sind Medizinische Schreibkräfte ehemalige Medizinische Fachangestellte, die beruflich aus diversen Gründen aus dem Praxisalltag in eine reine Büroatmosphäre wechseln wollen. Aber auch Quereinsteiger/-innen aus anderen Berufen können als Medizinische Schreibkraft arbeiten. Wer eine grobe Orientierung benötigt, kann sich am Gehalt der MFA in Ausbildung orientieren.
| Ausbildungsjahr | Gehalt (Brutto Monat) |
| 1. Ausbildungsjahr | 1.050 Euro |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.150 Euro |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.250 Euro |
Gültig von 01.01.2026 bis 31.12.2026
Medizinische Schreibkraft – Gehalt zum Berufseinstieg
Medizinische Schreibkraft ist, wie erwähnt, kein eigenständiger Ausbildungsberuf. Daher können die Einstiegsgehälter je nach Einrichtung und Berufsausbildung variieren. In der Regel können ungefähr 2.790 Euro monatlich zum Einstieg erwartet werden.
Medizinische Schreibkraft – Gehalt nach Art der Einrichtung
Medizinische Schreibkräfte, die als Mitarbeiter in einer Arztpraxis oder in einem MVZ angestellt sind, bilden eine Ausnahme zu ihren übrigen Berufskollegen: Sie werden nach Tarif bezahlt.
Gehalt im öffentlichen Dienst
Bei einer Eingruppierung in Tätigkeitsgruppe I in der 1. Stufe bei einem bis vier Berufsjahren in Vollzeitbeschäftigung liegt der Verdienst einer Medizinischen Schreibkraft bei 2.940 € Euro brutto im Monat. Hinzu kommen ggf. diverse Zuschläge für Überstunden, Samstags- sowie Feiertagsarbeit.
| Berufsjahre | TG I (€) | TG II (€) | TG III (€) | TG IV (€) | TG V (€) | TG VI (€) |
| 1. bis 4. | 2.940 € | 3.116 € | 3.292 € | 3.469 € | 3.763 € | 4.174 € |
| 5. bis 8. | 2.993 € | 3.172 € | 3.352 € | 3.531 € | 3.830 € | 4.249 € |
| 9. bis 12. | 3.045 € | 3.228 € | 3.411 € | 3.594 € | 3.898 € | 4.325 € |
| 13. bis 16. | 3.098 € | 3.284 € | 3.470 € | 3.656 € | 3.966 € | 4.400 € |
| 17. bis 20. | 3.236 € | 3.430 € | 3.624 € | 3.818 € | 4.142 € | 4.595 € |
| 21. bis 24. | 3.289 € | 3.486 € | 3.684 € | 3.881 € | 4.210 € | 4.670 € |
| 25. bis 28. | 3.342 € | 3.542 € | 3.743 € | 3.943 € | 4.278 € | 4.745 € |
| 29. bis 32. | 3.395 € | 3.598 € | 3.802 € | 4.006 € | 4.345 € | 4.821 € |
| ab 33. | 3.448 € | 3.655 € | 3.861 € | 4.068 € | 4.413 € | 4.896 € |
Gültig von 01.01.2026 bis 31.12.2026
Gehalt außerhalb des öffentlichen Dienstes
Wer hingegen im Schreibdienst eines Krankenhauses arbeitet, orientiert sich in Anlehnung an die Gehaltsregelungen der Medizinischen Schreibkräfte in Arztpraxen oder MVZs an dem jeweils geltenden Tarifvertrag des Krankenhauses. Die einzelnen Tarifverträge fallen je nach Krankenhaus-Träger unterschiedlich aus.
Ferner gibt es die Möglichkeit, für private Schreibdienstleister in einem Schreibbüro zu arbeiten. Hier übernimmt man extern den Schreibdienst zum Beispiel für Arztpraxen, MVZs oder Krankenhäuser. Tarifverträge zu Orientierung fehlen hier. Es wird zwar empfohlen, dass sich private Schreibdienstleister in ihren Gehaltsausgestaltungen an den jeweiligen Tarifverträgen für Arztpraxen, MVZs oder Krankenhäusern orientieren. Die berufliche Realität sieht jedoch oft anders aus. Das Gehalt ist daher meist niedriger als bei einer Direktanstellung in einer Arztpraxis, in einem MVZ oder in einem Krankenhaus.
Gehalt nach Bundesländern
Insgesamt liegt das bundesweite Mediangehalt für medizinische Schreibkräfte bei 4.035 Euro. Je nach Bundesland kann das Gehalt jedoch deutlich abweichen.
*Für Bremen liegen keine ausreichenden Daten vor.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
In diesen Städten verdient man besonders gut
In der Stadt ist das Gehalt meist höher als auf dem Land. Allerdings hängt die Höhe stark von der jeweiligen Stadt, der Branche und den Lebenshaltungskosten ab. Deshalb kann das Gehalt je nach Standort deutlich variieren.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Gehalt nach Alter und Geschlecht
Das Medizinische Schreibkraft-Gehalt variiert außerdem nach dem Alter. In der Regel verdienen ältere Medizinische Schreibkräfte durch ihre längere Berufserfahrung und hohe Eigenständigkeit mehr Geld als Neulinge im Beruf.
Der Beruf der Medizinischen Schreibkraft ist statistisch gesehen ein überwiegend weiblicher Beruf, weshalb es für ein Mediangehalt männlicher Medizinischer Schreibkräfte unter 25 Jahren gar keine aussagekräftigen Angaben gibt. Der sog. Gender Pay Gap, also die durchschnittliche Abweichung des Bruttoverdienstes zwischen Frauen und Männern in einem bestimmten Berufsfeld, ist in diesem Beruf bei den über 25-Jährigen jedoch wieder vorhanden.
| Alterskategorie | weiblich | männlich | Gesamt |
| < 25 Jahre | 3.352 € | keine Daten | 3.361 € |
| 25 - 54 Jahre | 3.903 € | 4.543 € | 4.017 € |
| 55 + Jahre | 4.138 € | 5.564 € | 4.248 € |
| Gesamt | 3.929 € | 4.662 € | 4.035 € |
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Verdienst im Vergleich mit anderen Berufen
Medizinische Schreibkräfte liegen im Vergleich der Gehälter mit anderen medizinischen Ausbildungsberufen im Mittelfeld.
| Beruf | Gehalt (brutto monatlich) |
|---|---|
| Sozialpädagogischer Assistent | 3.666 Euro |
| Erzieher | 3.755 Euro |
| Pflegeassistent | 3.363 Euro |
| Heilerziehungsassistent | 3.099 Euro |
| Zahnarzthelfer | 2.669 Euro |
| Altenpflegehelfer | 2.785 Euro |
| Gesundheits- und Krankenpflegehelfer | 3.596 Euro |
| MFA | 3.129 Euro |
| Apothekenhelfer | 3.091 Euro |
| TMFA | 2.739 Euro |
| Medizinische Schreibkraft | 4.035 Euro |
Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit
Mehr Gehalt durch Fort- und Weiterbildungen
Nach der Weiterbildung zur Medizinischen Schreibkraft bieten sich verschiedene Fortbildungen an, um mehr Verantwortung zu übernehmen und das Gehalt zu steigern. Mit einer Weiterbildung im Praxismanagement oder zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen sind beispielsweise leitende Tätigkeiten in Arztpraxen, Kliniken oder Pflegeeinrichtungen möglich. Das mittlere Bruttogehalt liegt hier bei etwa 3.735 Euro monatlich.
Auch die Qualifikation zur klinischen Kodierfachkraft kann sich finanziell lohnen. Kodierfachkräfte prüfen Diagnosen und Behandlungen und sorgen für eine korrekte Abrechnung mit den Krankenkassen. Die regionalen Medianwerte liegen beispielsweise bei rund 3.430 Euro brutto.
Weitere Aufstiegsmöglichkeiten bieten der Abschluss als Fachwirt in der ambulanten medizinischen Versorgung oder als Betriebswirt für Management im Gesundheitswesen. Wer anschließend Gesundheitsmanagement oder Gesundheitsökonomie studiert, kann beispielsweise im Klinikmanagement, bei Krankenkassen oder in der Gesundheitsberatung arbeiten. In der zugehörigen Berufsgruppe liegt das mittlere Bruttogehalt bei etwa 5.650 Euro pro Monat.
Bei allen Angaben handelt es sich um Orientierungswerte für Vollzeitbeschäftigte. Das tatsächliche Gehalt kann je nach Bundesland, Einrichtung, Berufserfahrung und Aufgabenbereich abweichen.
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Häufige Fragen
- Wie hoch ist das Gehalt einer Medizinischen Schreibkraft?
- Was verdient eine Medizinische Schreibkraft zum Berufseinstieg?
- Werden Medizinische Schreibkräfte nach Tarif bezahlt?
- Wo verdienen Medizinische Schreibkräfte am meisten?
- Welche Weiterbildungen können das Gehalt erhöhen?
- Ist eine Tätigkeit als Medizinische Schreibkraft auch in Teilzeit möglich?
Medizinische Schreibkräfte verdienen im bundesweiten Median 4.035 Euro brutto im Monat. Das tatsächliche Gehalt kann abhängig von der Einrichtung, der Berufserfahrung, dem Bundesland und einer möglichen Tarifbindung höher oder niedriger ausfallen.
Da Medizinische Schreibkraft kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf ist, gibt es kein einheitlich festgelegtes Einstiegsgehalt. Berufsanfänger können in der Regel mit etwa 2.790 Euro brutto monatlich rechnen. Eine abgeschlossene Ausbildung als Medizinische Fachangestellte oder eine vergleichbare Qualifikation kann sich positiv auf die Vergütung auswirken.
Eine Tarifvergütung ist möglich, aber nicht bei jedem Arbeitgeber vorgeschrieben. In Arztpraxen und Medizinischen Versorgungszentren kann der Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte als Grundlage dienen. Krankenhäuser richten sich häufig nach dem Tarifvertrag ihres jeweiligen Trägers. Private Schreibdienstleister legen die Gehälter dagegen meistens frei fest.
Vergleichsweise gute Verdienstmöglichkeiten bestehen häufig in tarifgebundenen Krankenhäusern, größeren Medizinischen Versorgungszentren und Einrichtungen in wirtschaftsstarken Städten. Allerdings sind dort in der Regel auch die Lebenshaltungskosten höher. Entscheidend sind deshalb nicht nur der Arbeitsort, sondern auch die Qualifikation, die Berufserfahrung und der Verantwortungsbereich.
Geeignete Qualifikationen sind beispielsweise Weiterbildungen im Praxismanagement, zur klinischen Kodierfachkraft oder zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen. Auch ein Studium in Gesundheitsmanagement oder Gesundheitsökonomie kann den Zugang zu verantwortungsvolleren und besser bezahlten Positionen ermöglichen.
Ja, Stellen werden sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit oder als geringfügige Beschäftigung angeboten. Besonders externe Schreibdienste und Tätigkeiten im Homeoffice können flexible Arbeitszeitmodelle ermöglichen. Das konkrete Einkommen richtet sich dabei nach der vereinbarten Stundenzahl und dem Stundenlohn.






