Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in (MTRA)

Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in (MTRA) – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Medizinisch-technische Radiologieassistenten (kurz: MTRA) arbeiten mit hochkomplexen technischen Geräten wie dem CT, dem Linearbeschleuniger, dem MRT oder dem Röntgen, um Erkrankungen, Fehlfunktionen und Frakturen aufzuspüren oder Tumore zu behandeln. Der Beruf kombiniert medizinische, soziale und technische Komponenten und ist anspruchsvoll, abwechslungsreich und attraktiv.

Wichtiges zu Ausbildung als medizinisch-technischer Radiologieassistent (MTRA), Berufsalltag und Gehalt ist hier übersichtlich zusammengefasst.

Inhalt

Ausbildung Medizinisch Technischer Radiologieassistent – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

In den Beruf führt eine klassische schulische Ausbildung, die bundesweit einheitlich geregelt ist (gemäß MTAG – Gesetz über technische Assistenten in der Medizin). Die Ausbildung als medizinisch-technischer Radiologieassistent (MTRA) dauert drei Jahre (auf 6 Semester ausgeteilt, insgesamt 2.800 Stunden) und wird von Krankenhäusern in Kooperation mit Schulen angeboten. Als Zugangsvoraussetzung gilt der Realschulabschluss (Mittlere Reife) oder der Hauptschulabschluss mit einer zweijährigen abgeschlossenen Berufsausbildung. Ein zweites Kriterium ist die gesundheitliche Eignung, die durch eine ärztliche Untersuchung belegt werden muss. Bewerber sollten zudem Begeisterung für Medizin, Naturwissenschaft und Technik mitbringen, Interesse am Umgang mit hoch spezialisierten technischen Geräten sowie eine ausgeprägte soziale Kompetenz (insbesondere für die Einsatzgebiete Mammografie und Strahlentherapie wichtig) haben.

Die Ausbildung wird an der Berufsfachschule absolviert, wo es theoretische als auch praktische Elemente gibt. Zusätzlich finden Praktika im Krankenhaus beziehungsweise einer Fachpraxis in den drei Tätigkeitsbereichen der MTRA statt: Nuklearmedizin, Röntgendiagnostik, Strahlentherapie.

Auf dem Stundenplan der MTRA-Schule stehen apparative und naturwissenschaftliche Grundlagen, die für den Beruf unabdingbar sind. Dazu zählen etwa die Grundlagen radioaktiver Substanzen (Chemie), Berechnungen der Strahlendosis (Mathematik) und Strahlenkunde (Physik). Ergänzend gibt es Biologie-Unterricht in den Bereichen Anatomie, Histologie, Krankheitslehre, Pathologie und Physiologie. Weitere Fächer sind Dosimetrie, Nuklearmedizin, radiologische Diagnostik, Strahlenschutz und Strahlentherapie. Auch das Thema Hygiene nimmt in der Ausbildung als medizinisch-technischer Radiologieassistent (MTRA) eine Schlüsselrolle ein. Denn vor allem im Bereich der Strahlentherapie haben Patienten ein geschwächtes Immunsystem und könnten sich leicht mit Krankheitserregern anstecken.

Praktischer Unterricht in der Schule besteht aus Übungen am Gerät. Eingeübt wird das Arbeiten am CT (Computertomographie), LINAC (Linearbeschleuniger), MRT (Magnetresonanztomographie) und Röntgen. Medizinische Simulationspuppen helfen dabei, die optimale Position für jede Untersuchung oder Behandlung einzustudieren.

Zusätzlich finden mehrwöchige Praktika statt, in Rahmen derer die im Schulunterricht erlernten Fähigkeiten angewendet und der richtige Umgang mit Patienten erlernt wird. Zu diesem Zweck wird im Anfangsstadium der Ausbildung ein Praktikum im Pflegebereich abgehalten.

Die Ausbildung schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Zur Prüfung zugelassen wird nur, wer regelmäßig und erfolgreich am Unterricht teilgenommen hat. Ein schriftlicher, ein praktischer und ein mündlicher Teil bilden die Abschlussprüfung. Das Bestehen dieses Staatsexamens berechtigt zur Führung der Berufsbezeichnung medizinisch-technischer Radiologieassistent (MTRA) gemäß MTAG §1.

Medizinisch Technischer Radiologieassistent Ausbildung Gehalt

Lange bekam man als medizinisch-technischer Radiologieassistent (MTRA) in der Ausbildung keinen Cent. Seit 2019 hat sich das endlich geändert – jetzt gibt es einen Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD). Demnach erhalten betrieblich-schulische Azubis in kommunalen Krankenhäusern, psychiatrischen Landeskrankenhäusern und Unikliniken folgendes Gehalt (Stand: 06/2019):

Ausbildungsjahr Gehalt (Brutto Monat)
1. Ausbildungsjahr 986 Euro
2. Ausbildungsjahr 1.040 Euro
3. Ausbildungsjahr 1.090 Euro

Einige Kliniken zahlen bereits ein bisschen mehr und ab 2020 gibt es eine weitere Tariferhöhung.

Der Beruf Medizinisch Technischer Radiologieassistent – Tätigkeiten und Alltag

MTRA arbeiten an der Schnittstelle zwischen Arzt, Patient und Technik und können in vier unterschiedlichen Bereichen in Kliniken und Fachpraxen tätig werden: der diagnostischen Radiologie (auch Röntgendiagnostik genannt), der Nuklearmedizin, der Strahlenphysik oder der Strahlentherapie. Neben der Bedienung von hoch technischem medizinischem Gerät spielt auch die EDV eine tägliche Rolle im Arbeitsalltag, etwa bei der Bilderzeugung und der Patientenverwaltung. Der größte Unterschied zwischen den vier erwähnten Bereichen liegt wohl im Umgang mit Patienten. Während man in der Strahlenphysik kaum Patientenkontakt hat und in der Diagnostik täglich mit neuen Patienten konfrontiert wird, begleitet man in der Strahlentherapie Patienten über Wochen hinweg. Häufig finden binnen weniger Wochen Dutzende Bestrahlungstermine statt, sodass sich ein intensiveres Verhältnis entwickelt.

In der diagnostischen Radiologie arbeitet man als medizinisch-technischer Radiologieassistent (MTRA) mit dem Röntgen und den Computer- und Kernspintomografen. Häufig geht es dabei um Knochenaufnahmen und Lungenbilder. Aber auch spezielle Aufnahmetechniken in der Angiografie sowie die Mammografie gehören dazu. Als MTRA beherrscht man die korrekte Lagerung der Patienten (Anatomiekenntnisse für Schnittbildanatomie) genauso wie den Umgang mit sterilen Materialien und technischen Geräten.

In der Strahlentherapie geht es um die Bestrahlung von bös- und gutartigen tumorösen Erkrankungen, wie etwa Arthrose, Fersensporn und Krebs. Als medizinisch-technischer Radiologieassistent (MTRA) gehören Bestrahlungsplanung, Simulation und Bestrahlung zum Berufsalltag. Ein wichtiger Aspekt entfällt auf die Patientenbetreuung. Denn oft ist man als MTRA der erste Ansprechpartner für die Sorgen und Probleme der Patienten (insbesondere bei Krebs).

In der Nuklearmedizin werden die Funktionen von Organen überprüft und Zellmutationen (beispielsweise in den Knochen oder in der Schilddrüse) aufgespürt. Dazu verabreicht man den Patienten leicht-radioaktive Substanzen. Schon nach kurzer Zeit lässt sich die räumliche und zeitliche Verteilung der strahlenden Substanzen im Körper mithilfe von Bildgebungsgeräten darstellen – und so krankhaften Prozessen auf die Spur kommen.

In der Strahlenphysik gibt es kaum Patientenkontakt, denn auf dem Gebiet sorgt man als medizinisch-technischer Radiologieassistent (MTRA) für den Strahlenschutz von Personal und Patienten in den Bereichen Nuklearmedizin, radiologische Diagnostik und Strahlentherapie. In Zusammenarbeit einer Medizinphysikerin werden dazu die Geräte und Bestrahlungspläne überprüft sowie Qualitätskontrollen durchgeführt.

Außer der Arbeit in radiologischen Abteilungen von Krankenhäusern und Arztpraxen können MTRA auch in folgenden Bereichen tätig werden:

  • in der Industrie bei den Geräteherstellern als Geräteeinweiser/in
  • in der medizinischen Technik
  • in der Qualitätstechnik, -sicherung, -prüfung
  • im Strahlenschutz
  • im pädagogischen Bereich (als MTRA-Lehrperson)

In der Regel haben MTRA geregelte Arbeitszeiten.

Medizinisch Technischer Radiologieassistent Gehalt

MTRA sind begehrte Fachkräfte, die vielerorts schnell Anstellung finden. Wie hoch das Gehalt als medizinisch-technischer Radiologieassistent (MTRA) ausfällt, hängt dabei vor allem vom Arbeitgeber ab. In öffentlichen Einrichtungen wird das Gehalt gemäß Tarifvertrag (TVöD) berechnet. MTRA können je nach Berufserfahrung in die Entgeltgruppen 7 bis 9 einsortiert werden. So erhalten Berufsanfänger/innen etwa 2.600 Euro brutto, nach zweijähriger Tätigkeit steigt es bereits auf 3.000 Euro brutto und kann mit mehrjähriger Berufserfahrung bei über 3.800 Euro brutto liegen (Stand: 06/2019). Kirchliche Einrichtungen zahlen ein vergleichbares Gehalt oder haben eigene Arbeitsvertragsrichtlinen (AVR) erarbeitet. Private Arbeitgeber sind nicht an den Tarif gebunden, das Gehalt kann somit darunter oder darüber liegen. In der Industrie etwa liegen die Gehälter tendenziell höher, in kleinen Fachpraxen mitunter niedriger.

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