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Die Gesellschafter der Gematik haben das Unternehmen am 19. Juni dazu beauftragt, einen konkreten Fahrplan für den beschleunigten Übergang zur TI 2.0 zu erarbeiten. Im Fokus steht außerdem der Aufbau einer neuen Plattformarchitektur. Das Ziel reicht deutlich über den Austausch einzelner Technikkomponenten hinaus: Die Telematikinfrastruktur soll einfacher, mobiler und stabiler werden, während zentrale Dienste künftig stärker auf gemeinsamen technischen Grundlagen aufsetzen. Für Praxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen verspricht das weniger Spezialhardware.
Alle weiteren Infos zur TI 2.0 liefert der nachfolgende Artikel.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Gematik soll den Übergang zur TI 2.0 beschleunigen und parallel einen Umsetzungsplan für eine gemeinsame Plattform entwickeln.
- Lokale Konnektoren sollen schrittweise durch flexiblere, virtuell bereitgestellte Zugänge ersetzt werden.
- Mobile Versorgungsszenarien, etwa Haus- und Heimbesuche, sollen leichter auf TI-Dienste zugreifen können.
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TI 2.0 – Abschied vom Konnektor als Pflichtgerät
Die heutige TI-Anbindung basiert vielerorts noch auf einem Konnektor in der Einrichtung. Die TI 2.0 löst sich schrittweise von diesem Modell. Über das TI-Gateway kann der Zugang als Dienstleistung von zugelassenen Anbietern bezogen werden. Die betriebliche und datenschutzrechtliche Verantwortung für den Gateway-Betrieb liegt laut Gematik beim Anbieter. Erste Lösungen sind bereits zugelassen und weitere Dienste sollen nach und nach integriert werden.
Das kann Installation, Wartung und Support vereinfachen. Aber keine Sorge: Das bedeutet aber nicht, dass sämtliche bestehende Hardware von heute auf morgen verschwindet. Die Umstellung bleibt eine Migration mit Übergangsphasen.
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TI 2.0 – Eine einheitliche Plattform
Der zweite große Umbau betrifft die Backend-Struktur. Bislang werden Anwendungen wie E-Rezept, ePA oder Kommunikationsdienste teilweise auf getrennten technischen Infrastrukturen entwickelt und betrieben. Nach Angaben der Gematik bestehen in der aktuellen TI mehr als 800 technische Abhängigkeiten. Allein beim Einstellen eines E-Rezepts seien 17 technische Operationen zwischen Diensten verschiedener Anbieter nötig.
Die geplante Plattform soll zentrale Bausteine bündeln, auf Open Source setzen und die Cloud als Betriebsumgebung nutzen. Dadurch könnten Entwicklungswege kürzer, Zuständigkeiten klarer und Störungen leichter beherrschbar werden. Noch liegt allerdings kein vollständiger Zeit- und Umsetzungsplan vor. Genau diesen soll die Gematik nun mit Gesellschaftern und Partnern erarbeiten.
TI 2.0 – Mehr Bewegungsfreiheit für die Versorgung
Besonders greifbar wird der Nutzen bei mobilen Einsätzen. Der Dienst Proof of Patient Presence, kurz PoPP, weist kryptografisch abgesichert nach, dass ein konkreter Versorgungskontext besteht. Damit soll ein ortsunabhängiger Zugriff auf Anwendungen wie ePA oder E-Rezept möglich werden. Die Identifikation kann über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) oder die GesundheitsID erfolgen.
In bestimmten Szenarien sollen Standardkartenleser oder die NFC-Schnittstelle eines Dienst-Smartphones genügen. Die Gematik-Roadmap ordnet PoPP 1.0 und VSDM 2.0 dem zweiten Halbjahr 2026 zu. Für ambulante Pflege, Hausbesuche und die Versorgung in Einrichtungen könnte dies entscheidend sein, weil digitale Prozesse näher an den tatsächlichen Behandlungsort rücken. Auch KIM und perspektivisch der TI-Messenger könnten dadurch mobiler nutzbar werden.
TI 2.0 – Klare Schnittstellen und Testphasen
Das beschleunigte Vorgehen ist nachvollziehbar, denn mehr Anwendungen und Nutzergruppen erhöhen die Anforderungen an die Infrastruktur. Geschwindigkeit allein ist jedoch noch kein Qualitätsmerkmal. Der Bundesverband Gesundheits-IT fordert deshalb offene, standardisierte Schnittstellen. Außerdem seien auch realistische Testphasen und eine klare Rollenverteilung notwendig. Zentrale Eigenentwicklungen und eine mögliche Einschränkung des Wettbewerbs sieht der Verband wiederum kritisch.
Die Gematik betont dagegen, dass die Plattform auf Open Source beruhen und diskriminierungsfreie Zugänge sichern soll. Gleichzeitig solle der Austausch mit Industrie, BSI, Datenschutzaufsicht und Versorgungspraxis ausgestaltet werden. Der Erfolg der TI 2.0 wird deshalb nicht an einem politischen Starttermin zu messen sein, sondern an stabilen Abläufen, verständlichen Zuständigkeiten und spürbarer Entlastung im Versorgungsalltag.
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Häufige Fragen
- Was ist die TI 2.0?
- Verschwindet der bisherige Konnektor sofort?
- Was bringt Proof of Patient Presence?
- Wann ist die TI 2.0 vollständig verfügbar?
Die TI 2.0 ist die modernisierte Telematikinfrastruktur. Sie setzt auf digitale Identitäten, flexible Zugangswege, eine Zero-Trust-Sicherheitsarchitektur und weniger Spezialhardware vor Ort.
Nein. Der Umbau erfolgt schrittweise. TI-Gateways ermöglichen bereits heute einen virtuellen Zugang, doch bestehende Komponenten und Dienste werden während der Migration weiter benötigt.
PoPP bestätigt einen konkreten Behandlungskontext. Dadurch können berechtigte Einrichtungen auch bei mobilen Einsätzen sicher auf Versichertendaten und TI-Anwendungen zugreifen.
Einen abschließenden Termin gibt es bislang nicht. Die Roadmap benennt einzelne Bausteine und Release-Zeiträume, während der konkrete Gesamtfahrplan für TI 2.0 und Plattformarchitektur noch ausgearbeitet wird.
- TI 2.0, https://www.gematik.de/... (Abrufdatum: 21.07.2026)
- Digitale Versorgung und Gesundheitsdaten in Deutschland, https://www.bvitg.de/... (Abrufdatum: 21.07.2026)









