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Die TI 2.0 bezeichnet die schrittweise Modernisierung der Telematikinfrastruktur mit digitalen Identitäten, flexibleren Zugängen, weniger lokaler Spezialhardware und einer Zero-Trust-Sicherheitsarchitektur.
Die Gesellschafter der Gematik haben das Unternehmen am 19. Juni 2026 dazu beauftragt, einen konkreten Fahrplan für den beschleunigten Übergang zur TI 2.0 zu erarbeiten. Im Fokus steht außerdem der Aufbau einer neuen Plattformarchitektur. Das Ziel reicht deutlich über den Austausch einzelner Technikkomponenten hinaus: Die Telematikinfrastruktur soll einfacher, mobiler und stabiler werden, während zentrale Dienste künftig stärker auf gemeinsamen technischen Grundlagen aufsetzen. Für Praxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen verspricht das weniger Spezialhardware.
Alle weiteren Infos zur TI 2.0 liefert der nachfolgende Artikel.
Das Wichtigste zur TI 2.0 in Kürze
- Die Gematik soll den Übergang zur TI 2.0 beschleunigen und parallel einen Umsetzungsplan für eine gemeinsame Plattform entwickeln.
- Lokale Einbox-Konnektoren können bereits über das TI-Gateway durch einen zentral betriebenen Highspeed-Konnektor ersetzt werden. In einem späteren Migrationsschritt sollen einzelne TI-Dienste direkt über das Internet erreichbar sein.
- Mobile Versorgungsszenarien, etwa Haus- und Heimbesuche, sollen leichter auf TI-Dienste zugreifen können.
- PoPP Stufe 1 ist seit Juli 2026 zunächst für eine Modellregion vorgesehen. Die gestaffelte Pilotierung von VSDM 2.0 soll am 1. September 2026 beginnen.
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Schrittweiser Abschied vom lokalen Einbox-Konnektor
Die heutige TI-Anbindung basiert vielerorts noch auf einem Konnektor in der Einrichtung. Die TI 2.0 löst sich schrittweise von diesem Modell. Als erster Migrationsschritt ermöglicht das TI-Gateway bereits heute einen Anschluss ohne eigenen Konnektor in der Einrichtung. Dafür wird ein Highspeed-Konnektor im Rechenzentrum eines zugelassenen Anbieters mitgenutzt. In einem späteren Schritt sollen einzelne TI-Dienste direkt über das Internet erreichbar sein, sodass dafür weder ein lokaler Konnektor noch ein TI-Gateway erforderlich ist.
Die betriebliche und datenschutzrechtliche Verantwortung für den Gateway-Betrieb liegt laut Gematik beim Anbieter. Erste Lösungen sind bereits zugelassen und weitere Dienste sollen nach und nach integriert werden.
Das kann Installation, Wartung und Support vereinfachen. Das bedeutet aber nicht, dass sämtliche bestehende Hardware von heute auf morgen verschwindet. Die Umstellung bleibt eine Migration mit Übergangsphasen.
Ausbildungsplätze als
TI 2.0 – Eine einheitliche Plattform
Der zweite große Umbau betrifft die Backend-Struktur. Bislang werden Anwendungen wie E-Rezept, ePA oder Kommunikationsdienste teilweise auf getrennten technischen Infrastrukturen entwickelt und betrieben. Nach Angaben der Gematik bestehen in der aktuellen TI mehr als 800 technische Abhängigkeiten. Allein beim Einstellen eines E-Rezepts seien 17 technische Operationen zwischen Diensten verschiedener Anbieter nötig.
Die geplante Plattform soll zentrale Bausteine bündeln, auf Open Source setzen und die Cloud als Betriebsumgebung nutzen. Dadurch könnten Entwicklungswege kürzer, Zuständigkeiten klarer und Störungen leichter beherrschbar werden. Noch liegt allerdings kein vollständiger Zeit- und Umsetzungsplan vor. Genau diesen soll die Gematik nun mit Gesellschaftern und Partnern erarbeiten.
Mehr Bewegungsfreiheit für die Versorgung
Besonders greifbar wird der Nutzen bei mobilen Einsätzen. Der Dienst Proof of Patient Presence, kurz PoPP, weist kryptografisch abgesichert nach, dass ein konkreter Versorgungskontext besteht. Damit soll ein ortsunabhängiger Zugriff auf Anwendungen wie ePA oder E-Rezept möglich werden. Die Identifikation kann über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) oder die GesundheitsID erfolgen.
PoPP wird stufenweise eingeführt: In der ersten Stufe erfolgt der Nachweis über die elektronische Gesundheitskarte (eGK), auch bei mobilen Einsätzen. Die GesundheitsID als alternativer Versicherungsnachweis ist für die zweite Stufe ab 2027 vorgesehen. In der ersten PoPP-Stufe können zum Einlesen der eGK unter bestimmten Voraussetzungen Standardkartenleser oder die NFC-Schnittstelle eines Dienst-Smartphones verwendet werden.
Für PoPP Stufe 1 nannte die Gematik Juli 2026 als Startzeitpunkt in einer Modellregion. Die gestaffelte Pilotierung von VSDM 2.0 soll am 1. September 2026 mit zunächst einer großen Krankenkasse und mindestens einem Primärsystem beginnen. Erst nach der schrittweisen Einbindung weiterer Krankenkassen und Systeme ist der bundesweite Rollout vorgesehen.
Für ambulante Pflege, Hausbesuche und die Versorgung in Einrichtungen könnte dies entscheidend sein, weil digitale Prozesse näher an den tatsächlichen Behandlungsort rücken.
TI 2.0 – Klare Schnittstellen und Testphasen
Das beschleunigte Vorgehen ist nachvollziehbar, denn mehr Anwendungen und Nutzergruppen erhöhen die Anforderungen an die Infrastruktur. Geschwindigkeit allein ist jedoch noch kein Qualitätsmerkmal. Der Bundesverband Gesundheits-IT fordert deshalb offene, standardisierte Schnittstellen. Außerdem seien auch realistische Testphasen und eine klare Rollenverteilung notwendig. Zentrale Eigenentwicklungen und eine mögliche Einschränkung des Wettbewerbs sieht der Verband wiederum kritisch.
Die Gematik erklärt, die Plattform solle auf Open Source basieren und eine gemeinsame technische Grundlage für Softwaresysteme und Kassen-Apps schaffen. Damit sollen Wettbewerb und Innovation in Deutschland gestärkt werden. Der Erfolg der TI 2.0 wird deshalb nicht an einem politischen Starttermin zu messen sein, sondern an stabilen Abläufen, verständlichen Zuständigkeiten und spürbarer Entlastung im Versorgungsalltag.
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Häufige Fragen
- Was ist die TI 2.0?
- Verschwindet der bisherige Konnektor sofort?
- Was bringt Proof of Patient Presence?
- Wann ist die TI 2.0 vollständig verfügbar?
Die TI 2.0 ist die modernisierte Telematikinfrastruktur. Sie setzt auf digitale Identitäten, flexible Zugangswege, eine Zero-Trust-Sicherheitsarchitektur und weniger Spezialhardware vor Ort.
Nein. Der Umbau erfolgt schrittweise. Über ein TI-Gateway können Einrichtungen bereits heute einen Highspeed-Konnektor im Rechenzentrum eines Anbieters nutzen, doch bestehende Komponenten und Dienste werden während der Migration weiter benötigt.
PoPP bestätigt einen konkreten Behandlungskontext. Dadurch können berechtigte Einrichtungen auch bei mobilen Einsätzen sicher auf Versichertendaten und TI-Anwendungen zugreifen.
Einen abschließenden Termin gibt es bislang nicht. Die vollständige Umstellung aller TI-Dienste auf die Zero-Trust-Architektur ist derzeit bis 2029 geplant. Für die TI 2.0 insgesamt und die neue Plattformarchitektur wird der konkrete Umsetzungsplan jedoch noch ausgearbeitet.
- TI 2.0, https://www.gematik.de/... (Abrufdatum: 21.07.2026)
- Digitale Versorgung und Gesundheitsdaten in Deutschland, https://www.bvitg.de/... (Abrufdatum: 21.07.2026)








