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Pflegeberufe zählen heute zu den gefragtesten und gleichzeitig am stärksten unterbesetzten Berufsfeldern des gesamten deutschen Arbeitsmarktes. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht regelmäßig eine umfassende Analyse der Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen, die ein klares Bild zeichnet: Engpässe, steigende Beschäftigung, wachsender Bedarf – und eine strukturelle Lücke, die sich ohne gezielte Gegenmaßnahmen weiter vergrößern wird.
Dieser Artikel fasst die wichtigsten Ergebnisse der Studie kompakt zusammen.
Das Wichtigste in Kürze
Rund 1,7 Millionen Menschen sind in Deutschland sozialversicherungspflichtig in Pflegeberufen tätig. Im Oktober 2024 gab es jeweils rund 17.000 gemeldete offene Stellen in der Kranken- und Altenpflege – mit Vakanzzeiten von bis zu 296 Tagen. Pflegeberufe belegen Platz 2 der größten Engpassberufe in Deutschland mit einem Engpasswert von 2,7 von 3 Punkten. Löhne steigen überdurchschnittlich und das Median-Bruttoentgelt für Pflegefachkräfte liegt aktuell bei über 4.000 Euro monatlich. Bis 2049 werden voraussichtlich zwischen 280.000 und 690.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt.
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Pflegeberufe – Beschäftigungslage und Wachstum
Im Jahr 2024 waren in Deutschland gut 1,7 Millionen Pflegekräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das Beschäftigungswachstum, das nach der Corona-Pandemie zwischenzeitlich nahezu zum Erliegen gekommen war, zieht seit dem Sommer 2023 wieder merklich an – zuletzt war es sogar stärker als über alle Berufe hinweg.
Ein prägendes Merkmal der Branche: Pflegeberufe sind weiterhin eine klare Frauendomäne. Gleichzeitig gibt es immer mehr ausländische Beschäftigte in Deutschland. Seit 2014 hat sich die Zahl ausländischer Männer in Pflegeberufen sogar versechsfacht. Gut jede fünfte Pflegekraft kommt mittlerweile aus dem Ausland – ein Trend, der sich ohne aktive Rekrutierung aus Drittstaaten kaum hätte aufrechterhalten lassen.
Strukturell prägend ist außerdem der hohe Teilzeitanteil: Im Jahr 2024 arbeitete rund die Hälfte aller Pflegekräfte in Teilzeit. Blickt man nur auf die Gesamtbeschäftigtenzahl, überschätzt man dadurch die tatsächlich verfügbare Vollzeitkapazität erheblich.
Pflegeberufe – Fachkräftemangel und offene Stellen
Die Nachfrage nach Pflegepersonal übersteigt das Angebot seit Jahren deutlich. Laut der Statistik der Bundesagentur für Arbeit gab es im Oktober 2024 jeweils rund 17.000 gemeldete offene Stellen in den Berufsgruppen „Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe” sowie „Altenpflege”. Besonders alarmierend ist dabei die durchschnittliche Vakanzzeit: Sie betrug 269 Tage in der Krankenpflege und 296 Tage in der Altenpflege. Das sind fast zehn Monate, in denen eine Stelle im Gesundheitswesen unbesetzt bleibt.
In ihrer Fachkräfteengpassanalyse 2024 bewertet die Bundesagentur für Arbeit Pflegeberufe auf Fachkräfteebene mit einem Gesamtpunktwert von 2,7 (von maximal 3) – das entspricht Platz 2 aller Engpassberufe in Deutschland. In vier der sechs Engpassindikatoren – darunter Vakanzzeit und Arbeitssuchenden-Stellen-Relation – erreichen Pflegeberufe sogar den Maximalwert von 3 Punkten.
Laut dem KOFA-Jahresrückblick 2024 des IW Köln konnten rechnerisch über 15.000 Stellen in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie rund 14.500 Stellen in der Altenpflege nicht besetzt werden. Bezogen auf alle Gesundheits- und Sozialberufe summiert sich die ungedeckte Nachfrage auf mehr als 123.000 offene Stellen – das entspricht fast einem Viertel der gesamtdeutschen Fachkräftelücke.
Pflegeberufe – Lohnentwicklung und Arbeitsbedingungen
Ein deutlich positiveres Bild zeichnet die Lohnentwicklung. Seit 2015 sind die Entgelte in der Altenpflege um rund 60 Prozent gestiegen – so stark wie in keiner anderen Branche. Das Medianentgelt für Pflegefachkräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege lag im Jahr 2024 bei 4.264 Euro brutto monatlich (Vollzeit), ein Plus von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwischen 2019 und 2023 wuchs das Medianentgelt über alle Pflegeberufe hinweg um 17,7 Prozent – zum Vergleich: über alle Berufe hinweg waren es im gleichen Zeitraum nur 8,9 Prozent.
Dennoch ist das Lohnwachstum allein kein Allheilmittel. Die Arbeitsbedingungen bleiben belastend: Pflegekräfte waren 2024 durchschnittlich 28,5 Tage krankgeschrieben – verglichen mit 18,2 Tagen im bundesweiten Durchschnitt aller Beschäftigtengruppen. Besonders betroffen ist die Altenpflege mit durchschnittlich 33,1 Fehltagen. Die häufigsten Ursachen sind psychische Erkrankungen sowie Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems.
Stellen nach Arbeitgebern betrachtet entfielen im Jahresdurchschnitt 2024 gut 44 Prozent der gemeldeten offenen Stellen für Pflegekräfte auf stationäre Pflegeeinrichtungen bzw. ambulante Pflegedienste (jeweils rund ein Fünftel). Weitere 16 Prozent entfielen auf Krankenhäuser.
Pflegeberufe – Ausblick und künftiger Bedarf
Die Zukunftsperspektive in der Pflege ist herausfordernd. Das Statistische Bundesamt hat in seiner Pflegekräftevorausberechnung errechnet, dass Deutschland bis zum Jahr 2049 zwischen 280.000 und 690.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigen wird – gegenüber einem Bestand von 1,62 Millionen im Vor-Corona-Jahr 2019. Der Bedarf an erwerbstätigen Pflegekräften wird demnach auf bis zu 2,15 Millionen ansteigen.
Treiber dieser Entwicklung ist der demografische Wandel: Rund 5,7 Millionen Menschen waren 2023 pflegebedürftig. Bis zum Jahr 2025 überschritt die Zahl erstmals die Sechs-Millionen-Marke. Seit 2017 stieg die Pflegebedürftigkeit um 57 Prozent – fast dreimal mehr, als allein durch die Alterung der Bevölkerung zu erwarten gewesen wäre.
Positive Signale kommen aus der Ausbildung: In 2025 begannen rund 64.300 Menschen eine Ausbildung zur Pflegefachperson – acht Prozent mehr als im Vorjahr. Mit rund 158.000 Auszubildenden befinden sich so viele Personen in der Pflegeausbildung wie nie zuvor. Dennoch: Laut ifo Institut reicht selbst dieser Rekordwert nicht aus, um die strukturelle Lücke zu schließen. Die Abgänge durch Renteneintritt, Teilzeitübergänge und Berufsausstiege sind schlicht zu groß.
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Häufige Fragen
- Wie viele Menschen arbeiten aktuell in Pflegeberufen in Deutschland?
- Wie groß ist der Fachkräftemangel in der Pflege?
- Wie haben sich die Gehälter in der Pflege entwickelt?
- Wie wird sich der Bedarf an Pflegekräften in Zukunft entwickeln?
Im Jahr 2024 waren gut 1,7 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig in Pflegeberufen beschäftigt, davon rund 647.000 in der Altenpflege und rund 1,26 Millionen in der Gesundheits- und Krankenpflege. Zu beachten ist, dass rund die Hälfte davon in Teilzeit tätig ist, was die tatsächlich verfügbare Vollzeitkapazität erheblich reduziert.
Der Mangel ist erheblich: Im Oktober 2024 gab es jeweils rund 17.000 offene Stellen in der Kranken- und Altenpflege, mit Vakanzzeiten von bis zu 296 Tagen. Pflegeberufe zählen laut Bundesagentur für Arbeit zu den größten Engpassberufen Deutschlands. Über alle Gesundheits- und Sozialberufe hinweg konnten 2024 mehr als 123.000 Stellen nicht mit geeigneten Fachkräften besetzt werden.
Pflegelöhne sind seit 2015 überproportional gestiegen – in der Altenpflege um rund 60 Prozent. Das Medianentgelt für Pflegefachkräfte in der Krankenpflege lag 2024 bei 4.264 Euro brutto (Vollzeit). Damit wuchsen die Entgelte in der Pflege doppelt so stark wie im Branchendurchschnitt. Dennoch stehen die Lohngewinne der hohen körperlichen und psychischen Belastung gegenüber.
Der Bedarf wird stark ansteigen. Das Statistische Bundesamt prognostiziert, dass bis 2049 zwischen 280.000 und 690.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt werden. Haupttreiber sind die Alterung der Gesellschaft und die steigende Zahl Pflegebedürftiger, die 2025 erstmals die Marke von sechs Millionen überschritt. Ohne strukturelle Reformen in Ausbildung, Arbeitsbedingungen und Finanzierung wird die Versorgungslücke weiter wachsen.
- Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen, https://statistik.arbeitsagentur.de/... (Abrufdatum: 03.06.2026)








