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Deutschland braucht dringend Pflegekräfte. Die Demografie macht den Handlungsdruck deutlich: Immer mehr Menschen werden älter und pflegebedürftiger, während qualifiziertes Personal fehlt. Eigentlich ist die Nachricht daher erfreulich: Die Zahl der Pflege-Azubis, die eine Ausbildung zur Pflegefachkraft beginnen, wächst. 2023 waren es rund 54.000, 2025 bereits etwa 64.300.
Doch eine zweite Zahl trübt das Bild erheblich: Rund ein Drittel dieser Auszubildenden löst den Ausbildungsvertrag wieder auf – bevor sie überhaupt fertig ausgebildet sind. In einzelnen Bundesländern wie Brandenburg ist die Lage noch dramatischer: Dort brach 2024 sogar jeder zweite Pflege-Azubi die Ausbildung ab.
Warum Pflege-Azubis kündigen und was ihnen helfen würde, erklärt Dir der folgende Artikel.
Das Wichtigste in Kürze
Die Zahl der Pflege-Azubis in Deutschland steigt – doch gleichzeitig bricht jeder Dritte seine Ausbildung vorzeitig ab. Überlastung, Praxisschock und fehlende Betreuung sind die Hauptgründe. Lösungsansätze wie sozialpädagogische Begleitung zeigen erste Erfolge, müssten aber breiter finanziert werden.
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Warum Pflege-Azubis so oft kündigen
Die Gründe für den Abbruch sind vielfältig und selten auf einen einzelnen Auslöser zurückzuführen. Laut Anja Rummler, Schulleiterin der Pflegeschule der Havellandkliniken in Nauen, scheitern manche Azubis an fehlenden Grundlagen: Unpünktlichkeit, schlechte Noten oder mangelnde Zuverlässigkeit.
Bei anderen kommt das Leben dazwischen – Schwangerschaft, Krankheit oder eine neue berufliche Perspektive. Und manchmal, so Rummler, „ist es einfach zu viel”.
Ein zentrales Stichwort ist der sogenannte Realitätsschock: Viele Pflege-Azubis erleben im Berufsalltag eine Diskrepanz zwischen ihren Vorstellungen und der harten Wirklichkeit der Pflege.
Dana Wiens, Leiterin der Pflegeschulen der Deutschen Angestellten-Akademie in Nordrhein-Westfalen, bringt es auf den Punkt: „Die Schüler sehen die Überlastung der Fachkräfte und denken: ‘Irgendwann bin ich das.'” Dazu kommt der Schichtdienst, der vielen als nicht vereinbar mit einem geregelten Familien- und Sozialleben erscheint.
Für ausländische Azubis, die mittlerweile einen erheblichen Anteil der Lernenden ausmachen – laut Wiens bis zu einem Drittel der Schülerinnen und Schüler an manchen Pflegeschulen –, kommen sprachliche Barrieren und Heimweh erschwerend hinzu. Sprachliche Defizite sind nicht zu unterschätzen: Sie führen häufig zu inhaltlichen Lücken im Unterricht.
Was Pflege-Azubis helfen kann
Doch es gibt auch Lichtblicke für Auszubildende in der Pflege. Wo gezielt in Begleitung und Betreuung investiert wird, sinken die Abbrecherquoten nachweislich. Das zeigt das Beispiel der AWO-Pflegeschule in Lübbenau (Brandenburg): Seit 2017 gehört dort eine Sozialpädagogin zum Team. Schulleiter Frank Kuhlmann berichtet, dass dadurch „wirklich Schlimmeres verhindert werden” konnte – auch wenn Abbrüche nie vollständig ausbleiben.
Seit Anfang 2026 dürfen Gesundheits- und Pflegeschulen in Brandenburg sozialpädagogische Fachkräfte einstellen, finanziert über den Pflege-Ausgleichsfonds auf Landesebene. Auch Dana Wiens fordert ähnliche Maßnahmen für ganz Deutschland: Geld für Schulsozialarbeit sowie zusätzliche Sprachförderung für ausländische Azubis.
Praxisanleiterin Anna Ferrari sieht zudem die Ausbildungsbetriebe in der Pflicht: Enge Betreuung, klare Grenzen und eine familienfreundlichere Arbeitsgestaltung könnten vielen Pflege-Azubis helfen, die Ausbildung durchzuhalten.
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Häufige Fragen
- Wie hoch ist die Abbruchquote bei Pflege-Azubis in Deutschland?
- Was sind die häufigsten Gründe, warum Pflege-Azubis abbrechen?
- Wie viele Menschen beginnen überhaupt eine Ausbildung als Pflege-Azubi?
- Was kann getan werden, damit mehr Pflege-Azubis ihre Ausbildung abschließen?
Im bundesweiten Durchschnitt löst rund jeder dritte Pflege-Azubi seinen Ausbildungsvertrag vorzeitig auf. In einzelnen Bundesländern wie Brandenburg war die Quote 2024 noch höher: Dort brach fast jeder zweite Auszubildende die Ausbildung ab.
Die Ursachen reichen von persönlichen Problemen (Krankheit, Schwangerschaft, Heimweh) über die ernüchternde Konfrontation mit dem harten Pflegealltag bis hin zu sprachlichen Schwierigkeiten bei ausländischen Auszubildenden und dem belastenden Schichtdienst.
Die Zahl der Neueinsteiger wächst: 2023 begannen rund 54.000 Menschen eine Ausbildung zur Pflegefachkraft, 2025 waren es bereits etwa 64.300. Das bedeutet einen Anstieg von rund 19 Prozent in zwei Jahren.
Expertinnen und Experten fordern vor allem eine bessere sozialpädagogische Begleitung an Pflegeschulen, zusätzliche Sprachförderung für internationale Auszubildende sowie eine engere Betreuung durch Praxisanleiter in den Ausbildungsbetrieben. Erste Pilotprojekte in Brandenburg zeigen, dass gezielte Unterstützung die Abbrecherquote deutlich senken kann.
- “Manchmal ist es einfach zu viel”, https://www.tagesschau.de/... (Abrufdatum: 01.06.2026)









