Der Männeranteil in Pflegeberufen kommt in Deutschland kaum voran. Nach Angaben, die sich auf Daten der Bundesagentur für Arbeit stützen, lag der Anteil im Juni 2024 bei 18 Prozent – und stagniert damit trotz anhaltender Personalknappheit.
Parallel wächst der Druck auf Einrichtungen: Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt die Gewinnung neuer Pflegekräfte weiterhin als „überdurchschnittlich schwer“ und verweist zugleich darauf, dass die Beschäftigung in Pflegeberufen in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen ist.
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Männer in der Pflege – Warum die Quote festhängt
Als Gründe für die ausbleibende Dynamik gelten vor allem Rollenbilder, Vorurteile und fehlende Anerkennung. Zwar entschieden sich mehr Männer für die Ausbildung, in der Praxis spiegele sich das aber bislang nur begrenzt wider.
Gleichzeitig werden Vorteile gemischter Teams hervorgehoben: Sie gelten als stabiler, und Pflegebedürftige könnten bei körpernahen Tätigkeiten eher wählen, von wem sie versorgt werden.
Männer in der Pflege – Zahlen bleiben dennoch weiblich dominiert
In der Ausbildung ist der Männeranteil höher als im Beruf. Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldet für 2024 knapp 59.400 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zur Pflegefachfrau/zum Pflegefachmann und rund 37.400 erfolgreiche Abschlüsse. Zum Jahresende 2024 waren 26 Prozent der Pflegeauszubildenden Männer.
Allerdings bleibt die Verteilung seit Einführung der generalistischen Ausbildung 2020 laut Destatis „weitestgehend konstant“. 2024 stieg die Zahl der männlichen Auszubildenden gegenüber 2023 um vierProzent auf 38.400, während weiterhin 74 Prozent der Auszubildenden Frauen waren.
Dass es regional schneller gehen kann, zeigt Nordrhein‑Westfalen: Dort waren 2024 laut Statistischem Landesamt IT.NRW fast 28 Prozent der Pflege‑Auszubildenden männlich (2020: knapp ein Viertel).
Ausbildungsplätze als Pflegefachkraft
Männer in der Pflege – Angehörigenpflege bleibt weiblich geprägt
Ein weiterer Faktor ist die Pflege zu Hause. Eine Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) ergab, dass 2023 zwei Drittel (63,1 Prozent) der pflegenden Angehörigen weiblich waren. Die AOK verweist darauf, dass dies häufig mit Einschränkungen der Erwerbstätigkeit einhergeht – und damit langfristige finanzielle Folgen haben kann.
Der Bedarf dürfte dabei weiter wachsen: Ende 2023 waren nach AOK‑Angaben 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig, und die Zahl könnte bis 2055 steigen. In diesem Kontext wird der stagnierende Männeranteil zunehmend als ungenutztes Rekrutierungspotenzial diskutiert.
Männer in der Pflege – Arbeitsbedingungen und Zuwanderung
Während die Männerquote festhängt, wird der Personalaufbau stark durch internationale Rekrutierung getragen. Die Bundesagentur für Arbeit berichtet, die Zahl der Beschäftigten in Pflegeberufen sei in zehn Jahren um 22 Prozent auf 1,72 Millionen gestiegen. Das Wachstum werde seit drei Jahren ausschließlich von ausländischen Pflegekräften getragen. Der Anteil ausländischer Beschäftigter liege bei 18 Prozent, von Juni 2023 bis Juni 2024 kamen 27.000 hinzu.
Zugleich rückt die Arbeitszeit in den Fokus: 2024 arbeitete laut Bundesagentur etwa die Hälfte der Pflegekräfte in Teilzeit – und unter den Männern in der Pflege „beinahe jeder Dritte“. Ob die 18‑Prozent‑Marke fällt, dürfte daher nicht nur vom Image des Berufs abhängen, sondern auch von planbaren Diensten, Entwicklungsperspektiven und Bedingungen, die den Verbleib im Beruf erleichtern.
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