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Eine Geburtsklinik ist eine spezialisierte medizinische Einrichtung, die Betreuung während der Schwangerschaft, Geburt und Wochenbettphase umfasst. Sie vereint Kompetenz aus allen Disziplinen in der Geburtshilfe, moderne technische Ausstattung sowie organisatorische Strukturen, um sichere Geburten zu gewährleisten.
Vom Erstkontakt über die Kreißsaalplanung bis hin zur Nachsorge bietet die Klinik sowohl medizinische Versorgung als auch Unterstützung bei individuellen Wünschen und Risiken.
Dieser Artikel gibt einen Überblick über Aufbau, Abläufe, Personal und Angebote einer Geburtsklinik.
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Geburtsklinik?
Eine Geburtsklinik ist eine medizinische Einrichtung, die auf die Betreuung von Schwangeren, die Begleitung von Geburten sowie die Versorgung von Wöchnerinnen und Neugeborenen vor, während und nach der Entbindung spezialisiert ist. Sie bietet ärztliche, pflegerische und entbindungspflegerische Betreuung und verfügt je nach Ausstattung über Möglichkeiten zur Schmerztherapie, operativen Entbindung (z. B. Kaiserschnitt) und zur Erstversorgung von Neugeborenen.
Bereiche
In der Regel verfügt eine Geburtsklinik über die räumliche Ausstattung, die Geburt von der Vorbereitung bis hin zur Nachsorge zu betreuen. Natürlich bildet das Herzstück der Kreißsaalbereich, der sich normalerweise in ruhigere Räume zur unmittelbaren Geburtsvorbereitung einteilt und den eigentlichen Kreißsaal.
Hebammenkreißsaal
In vielen Geburtskliniken gibt es auch die Möglichkeit, die Geburt in einem sogenannten Hebammenkreißsaal abzuhalten. Dabei handelt es sich um einen Kreißsaal, der nur durch die Entbindungspflege betreut wird – nicht durch ärztliches Personal. Ziel ist hierbei, ein Umfeld wie in einem Geburtshaus zu erzeugen, das aber im Notfall die klinische Absicherung garantiert.
Darüber hinaus gibt es meist noch OP-Räume, die beispielsweise für Kaiserschnitte vorbehalten sind, sowie Aufwachräume, eine Wochenstation, eine Neugeborenenstation und Stillberatung.
Ausstattung
In der Regel verfügt eine Geburtsklinik über verschiedene Ausstattungen, die eine möglichst selbstbestimmte Geburt nach den Vorstellungen der Gebärenden ermöglicht. Dazu können Ausstattungsmerkmale zählen, wie:
- Kreißbetten
- Pezzibälle
- Gebärseile
- Matten
- Gebärwanne
- Gebärhocker
Darüber hinaus verfügt die Geburtsklinik über die notwendige medizinische Ausstattung, um die Geburt zu überwachen (CTG) und im Notfall einschreiten zu können.
Wer arbeitet in einer Geburtsklinik?
In einer Geburtsklinik arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Hebammen sowie ärztliches Personal der Gynäkologie und Kinderheilkunde, unterstützt von Pflegefachkräften auf der Wochenbett- und Neugeborenenstation. Anästhesie-Fachkräfte (ärztlich und pflegerisch) sorgen bei Bedarf für Schmerztherapie oder Kaiserschnitt, während Medizinische Fachangestellte die Organisation und Dokumentation übernehmen. Zusätzlich sind die Stillberatung, der Sozialdienst sowie Service- und Verwaltungspersonal beteiligt, um eine umfassende Betreuung von Gebärender und Kind sicherzustellen.
Geburtsklinik – Zielsetzung und Aufgaben
Die Geburtsklinik bildet eine Schnittstelle zwischen ruhiger und selbstbestimmter Geburt und spezialisierter Gesundheitsversorgung auf hohem Niveau. Ziel ist, Notfälle und Komplikationen abzudecken und im Notfall einzugreifen, aber nicht zu sehr das unbequeme „Klinikgefühl“ zu vermitteln. So kann jede Gebärende selbst bestimmen, ob beispielsweise ärztliches Personal die Geburt begleiten soll, oder nicht.
Ausbildungsplätze als Hebamme
Geburtsklinik – Ablauf einer Geburt
Eine Geburt verläuft in mehreren Phasen. Zunächst beginnt die Eröffnungsphase mit regelmäßigen Wehen und der Öffnung des Muttermundes. Es folgt die Austreibungsphase, in der das Kind durch den Geburtskanal geboren wird. Anschließend kommt es in der Nachgeburtsphase zur Lösung und Geburt der Plazenta. Diese natürlichen Abläufe bilden die Grundlage für die organisatorischen und medizinischen Prozesse in der Geburtsklinik.
Obwohl es diese grobe Struktur gibt, können die Zeiten der einzelnen Phasen von Gebärender zu Gebärender stark abweichen. So muss sich die Geburtsklinik den natürlichen Mechanismen anpassen.
Anmeldung
Häufig findet die Anmeldung zur Geburt in einer Geburtsklinik im Rahmen einer speziellen Sprechstunde statt. In einem Termin wird ein Gespräch über den bisherigen Verlauf der Schwangerschaft geführt und die Schwangere untersucht. Dazu gehören die Erhebung der Krankengeschichte, die Abklärung möglicher Risiken sowie die Sichtung vorhandener Untersuchungsbefunde und des Mutterpasses.
In der Regel sollten sich Schwangere spätestens zwischen der 28. und 34. Schwangerschaftswoche um die Anmeldung kümmern, bei Risikoschwangerschaften häufig früher.
Vorbereitung
Die Vorbereitungen einer geplanten Geburt gestalten sich von Geburtsklinik zu Geburtsklinik relativ ähnlich. Neben den Untersuchungsbefunden werden vor allem organisatorische Fragen geklärt und die Wünsche der Schwangeren besprochen.
Die Kreißsaalbesichtigung
Eine Kreißsaalbesichtigung (online oder vor Ort) ermöglicht es werdenden Eltern, die Räumlichkeiten, Abläufe und das Betreuungsteam kennenzulernen. Sie kann Ängste abbauen und hilft, sich besser auf die Geburt in der Klinik einzustellen. Meist finden sie beispielsweise im Rahmen von Elterninformationsabenden statt.
Auch Partnerpersonen bzw. die Begleitperson zur Geburt können mit eingebunden werden und Vorbereitungstipps sowie psychische Begleitung erhalten.
Die Kreißsaaltasche
Eine Geburt verläuft nur selten wie geplant und kann um den Geburtstermin herum jederzeit beginnen. Kliniken und Fachpersonal empfehlen Vorbereitung im Sinne einer Kreißsaaltasche, die alles beinhaltet, was während und um die Geburt herum brauchbar sein kann:
- Mutterpass und Versichertenkarte
- Familienstammbuch
- Bademantel
- bequemes, altes Shirt
- gemütliche/warme Socken
- Hausschuhe
- Kirschkernkissen
- Musik: Downloads, MP3-Player, CDs
- Lippenbalsam
- Traubenzucker, Bonbons, Schokolade, …
Und bei stationärem Aufenthalt:
- Stillkissen
- Schlafanzug und frische Kleidung
- Still-BH
- Kulturtasche mit neutral riechenden Pflegeprodukten
- Ausstattung für das Kind für die Heimfahrt
Geburt
Der Weg in die Geburtsklinik beginnt meist bei regelmäßigen, schmerzhaften Wehen oder einem Blasensprung. Nach der Aufnahme im Kreißsaal wird der Geburtsverlauf überwacht. Eine normale Geburt dauert bei Erstgebärenden oft mehrere Stunden, bei Mehrgebärenden meist kürzer. Nach einer ambulanten Geburt verlassen Mutter und Kind die Klinik häufig innerhalb von 4–6 Stunden. Bei einer stationären Geburt bleiben sie in der Regel zwei bis drei Tage zur Beobachtung und Nachsorge.
Stationäre Aufnahme in der Schwangerschaft
Auch während der Schwangerschaft kann es Gründe geben, in eine spezialisierte Klinik zu gehen. Dazu gehören etwa frühzeitige Wehen, eine „Schwangerschaftsvergiftung“ (Präeklampsie), starke Blutungen oder ein fraglicher Geburtsbeginn.
Nachsorge
Die Nachsorge findet auf sogenannten Wöchnerinnen-Stationen statt. Hier können sich Mütter erholen und ihre Babys kennenlernen. Dafür gibt es in der Regel die Möglichkeit, das Kind 24 Stunden um sich zu haben. Benötigen sie eine Pause, können Mütter ihr Kind aber auch speziell geschulten Pflegefachkräften für die Betreuung anvertrauen. So gut wie immer gibt es auch die Möglichkeit auf ein Familienzimmer, damit Partnerpersonen dabei sein können. Vorteile des stationären Aufenthalts sind die direkte Implementierung von Neugeborenen-Untersuchungen (U1 und U2) sowie Stoffwechsel- und Hörscreenings.
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