Wer sich für eine Tätigkeit im Personalwesen interessiert, für den könnte der Beruf “Personalreferent” das Richtige sein. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Wie läuft die Ausbildung zum Personalreferenten ab? Was sind die Voraussetzungen sowie nötige Eigenschaften und Soft Skills? Welche Aufgaben hat ein Personalreferent und welche Aufstiegschancen kommen infrage? Wie viel Euro brutto kann man im Beruf des Personalreferenten bzw. der Personalreferentin verdienen?
Das Wichtigste in Kürze
- Tätigkeit: Personalreferenten kümmern sich um alle Aufgaben im Personalwesen, von Recruiting über Mitarbeiterbetreuung bis zur Personalentwicklung.
- Aufgaben: Dazu gehören Stellenausschreibungen, Bewerbungsgespräche, Vertragsgestaltung sowie Planung von Weiterbildungen.
- Ausbildung: Es gibt keinen einheitlichen Ausbildungsweg – Einstieg erfolgt meist über kaufmännische Ausbildung, Weiterbildung oder Studium im Personalbereich.
- Arbeitsorte: Personalreferenten arbeiten in Unternehmen aller Branchen, zum Beispiel in Kliniken, Verwaltung oder Industrie.
- Anforderungen: Wichtig sind Kommunikationsstärke, Organisationstalent, Empathie und rechtliche Kenntnisse im Arbeits- und Sozialrecht.
Was macht ein Personalreferent?
Ein Personalreferent wählt Bewerber aus und ermittelt den Personalbedarf. Er kümmert sich um Stellenausschreibungen und trifft mit die Bewerberauswahl. Zu diesen Tätigkeiten und benötigten Soft Skills im Bereich der Human Resources gehören:
- Führen von Bewerbungsgesprächen mit Bewerbern
- Organisation von Einstellungstests
- Kommunikationsstärke
- Menschenkenntnis
- Empathie
- Personalbetreuung und -beratung
- Rekrutierung
- Verwaltung (zum Beispiel E-Mail schreiben, Termine vereinbaren, Budgetplanung)
Der Personalreferent unterstützt Mitarbeiter dabei, ideale Arbeitsbedingungen vorzufinden und ist an der Optimierung des beruflichen Umfelds wesentlich beteiligt. Innerhalb der Personalwirtschaft erstellt er Arbeitsverträge und Arbeitszeugnisse und plant mit einer angemessenen Kalkulation die Personalkosten.
Experten in diesen Positionen sorgen außerdem dafür, dass seitens des Arbeitgebers die Kosten möglichst gering bleiben und arbeitet mit dem Betriebsrat zusammen. Bei einem erforderlichen Abbau von Personal prüfen Personalreferenten, wann eine Kündigung rechtlich möglich ist.
Neben der Entlassung und Einstellung eines Kollegen organisiert ein Personalreferent zudem Weiterbildungsmaßnahmen wie Seminare oder Schulungen. Da er auch das Fach und somit den Inhalt der Weiterbildung mitbestimmt, ist man in diesem Job auch an der Karriereplanung beteiligt.
Wie wird man Personalreferent?
Für dem Beruf Personalreferent gibt es keinen eindeutigen Ausbildungsweg. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Es ist beispielsweise möglich, über eine Lehre zum Personalkaufmann oder Personaldienstleistungskaufmann in das Personalmanagement einzusteigen. Alternativ ist auch der Weg über ein Studium wie Personalmanagement oder Wirtschaftswissenschaften möglich.

Personalreferent – Zugangsvoraussetzungen
Die Zugangsvoraussetzungen für den Beruf als Personalreferent sind nicht einheitlich geregelt und hängen stark vom gewählten Ausbildungsweg ab. Häufig wird ein Studium vorausgesetzt, insbesondere in größeren Unternehmen. Alternativ ist der Einstieg aber auch über eine kaufmännische Ausbildung mit anschließender Berufserfahrung und Weiterbildung möglich.
Je nach Weg gelten grob folgende Voraussetzungen: Für ein Studium wird in der Regel das (Fach-)Abitur benötigt. Wer den Weg über eine Ausbildung wählt, benötigt meist einen Realschulabschluss oder Abitur sowie mehrere Jahre Berufserfahrung im kaufmännischen oder verwaltenden Bereich. Für Weiterbildungen im Personalwesen (zum Beispiel zum Personalreferenten) setzen viele Anbieter eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung und mindestens zwei Jahre Berufserfahrung voraus.
Unabhängig vom Ausbildungsweg sind praktische Erfahrung im Büro- oder Personalbereich sowie kaufmännische Grundkenntnisse von Vorteil. Außerdem werden wichtige Soft Skills wie Kommunikationsfähigkeit, Organisationstalent, Teamfähigkeit und Empathie erwartet. Kenntnisse in EDV und HR-Software sowie mathematische und sprachliche Fähigkeiten können zusätzliche Vorteile bieten.
Initiative ergreifen
Da viele Unternehmen bei einer Stellenausschreibung Berufserfahrung, Interesse und einen akademischen Abschluss voraussetzen, lohnt es sich in diesen Branchen bei Interesse Initiativbewerbungen zu verschicken.
Personalreferent – Ausbildungsform und Ausbildungsaufbau
Eine direkte Ausbildung zum Personalreferent gibt es nicht. Stattdessen führen verschiedene Wege in diesen Beruf, meist über verwandte kaufmännische Ausbildungen, ein Studium oder entsprechende Weiterbildungen im Personalbereich. Häufig erfolgt der Einstieg über eine klassische duale Ausbildung (zum Beispiel im kaufmännischen Bereich) oder ein Studium mit personalwirtschaftlichem Schwerpunkt.
Die verschiedenen Wege sowie deren Aufbau und Voraussetzungen sind in der folgenden Tabelle übersichtlich dargestellt.
| Ausbildungsweg | Voraussetzung | Dauer | Aufbau | Beispiele / Abschlüsse |
| Ausbildung | Mittlerer Schulabschluss oder Abitur | i.d.R. 3 Jahre | Duale Ausbildung (Betrieb + Berufsschule) | Personaldienstleistungskaufmann, Industriekaufmann |
| Studium | Abitur | 6 Semester (Bachelor) 4 Semester (Master) | Theorie + Praxis (Praktika/Werkstudent), Spezialisierung im HR-Bereich | BWL, Personalmanagement, Wirtschaftspsychologie |
| Weiterbildung | abgeschlossene kaufmännische Ausbildung | etwa 6 - 12 Monate (berufsbegleitend auch länger) | Spezialisierung im Personalwesen, oft berufsbegleitend oder als Fernkurs | IHK-Personalreferent, Personalfachkaufmann |
| Quereinstieg | Unterschiedlich (oft Berufserfahrung + Soft Skills) | individuell | Einstieg über praktische Erfahrung im Unternehmen, oft mit interner Weiterbildung | z. B. Wechsel aus Assistenz, Verwaltung oder Vertrieb |
| Fernstudium / Zertifikatslehrgang | Meist Ausbildung oder Studium + ggf. Berufserfahrung | 6 Monate – 1,5 Jahre | Flexibles Lernen neben dem Beruf, oft mit Zertifikat | Gepr. Personalreferent/in (Fernschule) |
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Personalreferent – Inhalte der Ausbildung
Wer Karriere als Personalreferent macht, hat unabhängig vom Weg seiner Ausbildung (egal ob Studium oder Ausbildung) diese für den Job wichtigen Themen behandelt:
- allgemeine Betriebswirtschaftslehre
- Grundlagen Arbeits- und Sozialrecht
- EDV-Skills
- Organisationsmanagement
- Mitarbeiterführung
- Bedarf Personal
- Personalbeschaffung, -auswahl, -einsatz und -entwicklung
- Personalkostenmanagement und -informationswirtschaft
- Personalcontrolling und -marketing
- Datenschutz und -sicherheit
Personalreferent – Ausbildungsabschluss
Ausbildungen, Studiengänge und Weiterbildung , die zur Arbeit als Personalreferent qualifizieren ist nicht staatlich vorgegeben, sodass es keinen einheitlichen Abschluss gibt. Er ist institutsintern. Der bSB (Bundesverband Sekretariat und Büromanagement) stellt eine Ausnahme dar. Hier nennt sich der Abschluss “Geprüfter Personalreferent bSB”. Einen guten Ruf genießen auch die Abschlüsse der Industrie- und Handelskammern. Die Prüfung wird an einer Industrie- und Handelskammer oder an einem Berufsverband abgelegt.
Im Anschluss an ein Hochschulstudium erhalten Absolventen letztlich ein Diplom oder einen Bachelor/Master-Titel. Fernschulen stellen ein Zertifikat aus, das die Teilnahme bestätigt. Es gibt aber auch einige Fernschulen, die nach Abschlußprüfung ein Diplom überreichen.
Personalreferenten – Gehalt während der Ausbildung
Das Gehalt auf dem Weg zum Personalreferent hängt stark vom gewählten Ausbildungsweg ab. Bei dualen Ausbildungsformen, wie einer klassischen Ausbildung oder einem dualen Studium im Personalbereich, erhalten Auszubildende in der Regel eine monatliche Vergütung. Diese kann – je nach Ausbildungsjahr und Unternehmen – variieren. Im dualen Studium Personalmanagement kann man mit einer Vergütung von 1.200 bis 1.400 Euro brutto im Monat rechnen.
Ein reguläres Studium hingegen wird meist nicht bezahlt. Wer bereits im Beruf steht und sich weiterbildet, erhält weiterhin sein normales Gehalt.
Viele Weiterbildungen, insbesondere Fernkurse oder Zertifikatslehrgänge im Personalwesen, sind kostenpflichtig und können je nach Anbieter mehrere hundert bis mehrere tausend Euro kosten.
Finanzierungsmöglichkeiten
Für kostenpflichtige Weiterbildungen gibt es verschiedene Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung:
- Ratenzahlung beim Anbieter
- Stipendien
- Weiterbildungssparen
- Bildungsgutschein (zum Beispiel von der Agentur für Arbeit)
Es empfiehlt sich, sich vor Beginn der Weiterbildung direkt beim Anbieter über Fördermöglichkeiten zu informieren.
Wie viel verdient man als Personalreferent?
Das Gehalt als Personalreferent wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst:
- Ausbildungsweg
- Abschluss
- Alter und Berufserfahrung
- vorhandene Qualifikationen
- Schulungen
- Unternehmensstandort und -größe
- Branche
Insgesamt liegt das mittlere Gehalt eines Personalreferenten bei 5.088 Euro pro Monat. Mehr dazu hier:
Personalreferent/in Stellenangebote
Personalreferent – Aufgaben im Arbeitsalltag
Personalreferent erwarten vielfältige Aufgaben im Arbeitsalltag, die rund um das Personalmanagement in einem Unternehmen bestehen. Einige der Tätigkeiten sind im Folgenden etwas näher erklärt.
Personalbedarfsermittlung und Personalbeschaffung
Der Personalreferent sorgt dafür, dass neue Jobs von Mitarbeitern übernommen werden, die am besten für die Positionen geeignet sind. Denn Erfolg einer Firma ist vom Personal und ihren Fähigkeiten, aber auch von weiteren Aspekten, wie dem Engagement, abhängig. In der Personalbeschaffung schaltet der Personalreferent nach der Personalbedarfsermittlung die Stellenanzeigen und nimmt Kontakt mit den Kandidaten auf. Er wendet verschiedene Instrumente an, um die ideale Bewerbung für die offene Position herauszufiltern. Das Führen von Vorstellungsgesprächen und die Absprache mit den Vorgesetzten den gesamten Einstellungsprozess gehört ebenfalls zum Arbeitsalltag.
Onboarding
Eine weitere Aufgabe ist das Onboarding. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet “mit an Bord nehmen”. Neue Mitarbeiter benötigen vor allem am Anfang gute Betreuung sowie Unterstützung und Beratung beim Integrieren in den Berufsalltag.
Personalentwicklung und Personalverantwortung
In der Personalentwicklung stehen Personalreferenten dem Management als Business-Partner zur Seite. Er prüft die Möglichkeiten, die Karriere von Mitarbeitern voranzutreiben. Hier gilt es, darauf zu achten, dass alle perfekt eingesetzt und optimal gefördert werden, beispielsweise mit Schulungen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Effizienz des Unternehmens zu steigern.
Als Personalreferent ist man weiterhin Ansprechpartner für Fragen und Probleme des Kollegiums. Beratung nimmt einen wichtigen Stellenwert ein. Die Aufgaben sind zudem in jedem Bereich immer mit einer strategischen Planung verbunden.
Weitere Aufgaben
Ein Personalreferent entwickelt und ermittelt Potenziale der Abteilungen, sammelt umfangreiche Informationen und erstellet arbeitsrechtliche Dokumente. Zu Letzteren gehören etwa Zeugnisse und Verträge. Neben der Organisation von Personalplanung, analysieren Personalreferenten außerdem die Personalentwicklung des Unternehmens. Schließlich fallen auch Kündigungsgespräche in den Aufgabenbereich.
Personalreferent – Arbeitsorte
Wer die nötigen Eigenschaften mitbringt, um in diesen Bereichen zu arbeiten, kann als Personalreferent an verschiedenen Orten eine Anstellung finden. Dazu gehören, theoretisch, sämtliche Wirtschaftsbranchen. Daher zählen zu den Arbeitgebern mittelständische und große Unternehmen mit einem entsprechenden Personalstamm, wo alltäglich verschiedenste Aufgaben in der Personalverwaltung anstehen. Möglich ist eine Bewerbung beispielsweise in folgende Branchen:
- Banken
- Marketing
- Maschinen- und Anlagenbau
- Metallindustrie
- Elektrotechnik, Energie- und Wasserversorgung
- Konsumgüter
- IT und Internet
Als HR-Experte kann man auch selbstständig tätig sein. Dann unterstützt man beispielsweise als HR-Manager Firmen zeitlich befristet. Eine Freelancer-Tätigkeit bietet die Möglichkeit, flexibler zu arbeiten und, im Gegensatz zur Festanstellung, einen höheren Stundensatz zu verlangen.
Weiterbildungsmöglichkeiten für Personalreferenten
Wer den Verdienst als Personalreferent erhöhen möchte, kann eine Weiterbildung zum Betriebswirt anstreben. Diese Option bietet sich vor allem für diejenigen an, die ohne akademischen Abschluss in dem Bereich arbeiten. Ein Betriebswirt (insb. mit Schwerpunkt Personal/HR) übernimmt im Vergleich zu einem spezialisierten Personalreferenten eine breitere, strategischere und stärker betriebswirtschaftlich orientierte Rolle. Während der Personalreferent oft operativ (“am Mitarbeiter”) arbeitet, fokussiert der Betriebswirt auf die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Personalarbeit. Im Jahr lassen sich so 5.000 bis 15.000 Euro mehr verdienen.
Passende Stellenangebote finden
Hier auf Medi-Karriere gibt es eine Online-Stellenbörse für verschiedenste Jobs im Gesundheitswesen. Darunter finden sich etwa Personalreferent-Jobs, Stellen für Personalsachbearbeiter sowie Stellenangebote in der Verwaltung.
Häufige Fragen zu Ausbildung und Beruf als Personalreferent
- Was ist der Unterschied zwischen Personalreferent und Personalsachbearbeiter?
- Wie wird man Personalreferent?
- Was macht ein Personalreferent?
- Was verdient ein Personalreferent im öffentlichen Dienst?
Personalsachbearbeiter übernehmen administrative Arbeiten beziehungsweise Aufgaben in der Verwaltung, beispielsweise die Lohnabrechnungen und Personalverwaltung. Dagegen nehmen Personalreferenten verstärkt personalwirtschaftliche Tätigkeiten wahr, insbesondere in den Bereichen Personaleinsatz, -entwicklung, -bedarfsermittlung, -beschaffung und -abbau. Personalverantwortung ist bei diesem ein bedeutender Aspekt.
Personalreferent ist kein klassischer Ausbildungsberuf. Für den Einstieg sind in der Regel eine passende beendete Berufsausbildung, abgeschlossene Weiterbildung, zum Beispiel bei den Industrie- und Handelskammern, oder ein verwandtes Studium nötig. Die Aus- beziehungsweise Weiterbildung kann entweder in Vollzeit, berufsbegleitend und durch ein Fernstudium absolviert werden.
Je nach Unternehmensgröße und Branche kann das Tätigkeitsfeld variieren. Personalreferenten spielen bei der Planung, Suche, Beschaffung, Ausbildung und Qualifizierung der Mitarbeitenden eine wichtige Rolle. Als Allrounder im Personalwesen sind sie auch für die Arbeitsverträge und -zeugnisse zuständig. Bei kleinerer Größe des Unternehmens erledigen Personalreferenten beispielsweise die Entgeltabrechnung.
Personalreferenten im TVöD können in die Entgeltgruppe E10 eingruppiert werden, in der sie zwischen 3.978,29 € und 5.487,80 € verdienen
- Bundesagentur für Arbeit, Personalreferent/in, https://web.arbeitsagentur.de/... (letzter Zugriff am 22.04.2026)
- IHK Köln, Personalreferent/in (IHK), https://www.ihk.de/... (letzter Zugriff am 22.04.2026)







