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Immer mehr Pflegefachkräfte kehren der stationären Pflege den Rücken und wechseln in die ambulante Versorgung. Der Landespflegebericht Niedersachsen 2024, veröffentlicht im Sommer 2025, bestätigt diesen Trend mit klaren Zahlen.
Für Fachexperten wirft die Entwicklung dringliche Fragen auf: Warum bevorzugen Pflegende zunehmend die ambulante Pflege – und wie kann die Politik gegensteuern, um die Attraktivität der stationären Pflege zu steigern? Mehr dazu in diesem Artikel.
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Warum wechseln Pflegende aus der stationären in die ambulante Versorgung?
Pflegende, die vom stationären Behandlungssektor in die ambulante Pflege gewechselt sind, teilten in einem Publikumsdialog auf dem Pflegetag 2025 in Niedersachen ihre persönlichen Motive für die Neuorientierung mit. Die Argumente überraschten Prof. Dr. Nina Fleischmann, die stellvertretende Leitung des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest und Moderatorin des Pflegetages, denn sie wichen von der „gefühlten Wahrnehmung“ ab. Allerdings eröffneten sie auch politische Handlungsfelder.
Ausschöpfung der eigenen fachlichen Kompetenzen
Eines der wichtigsten Argumente, das auch die Experten unterstützten, war die Möglichkeit für Pflegende, ihre Kompetenzen in der ambulanten Pflegesituation deutlich besser ausschöpfen zu können. Dabei nannten die Fachkräfte vor allem die eigenverantwortliche Planung der Touren sowie der Versorgung der Patienten als gewichtige Aspekte. Im Gegensatz dazu fielen im stationären Bereich häufig fachfremde Aufgaben an, die nicht ihrer Qualifikation entsprächen.
Ungestörte Ausführung der aktuellen Tätigkeit
Auch das ungestörte Arbeiten und der Eins-zu-eins-Kontakt zu den Pflegebedürftigen ist den Pflegenden sehr wichtig. Sie erfahren zeitgleich eine große Wertschätzung ihrer Arbeit durch die Klienten in der ambulanten Pflege.
Ausbildungsplätze als Pflegefachkraft
Politische Konsequenzen und Handlungsbedarf
Aus den Argumenten der Wechsler lassen sich Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation in der stationären Pflege ableiten. Die Geschäftsleiterin des DBfK, Sandra Mehmecke, legte den Fokus dazu vor allem auf eine Kompetenzerweiterung und Entbürokratisierung im stationären Pflegesektor.
Kompetenzerweiterung steigert Attraktivität des Pflegeberufs
Um Fachkräfte zu sichern, sei es wichtig, dass Pflegende ihrer Qualifikation entsprechend eingesetzt werden und vermehrt eigenverantwortlich arbeiten können. So argumentierte der DBfK bereits Anfang 2024 und forderte damals eine zügige Umsetzung des geplanten Pflegekompetenzgesetzes.
Auch die aus dem Gesetz erwachsenen Kabinettsbeschlüsse zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege begrüßte der Pflegeberufsverband als „wichtigen Schritt nach vorn“, ebenso wie das Pflegefachassistenzgesetz. Allerdings seien die aktuellen Beschlüsse noch ausbaufähig. Als Beispiel nannte die DBfK-Präsidentin Vera Lux, dass Pflegekräfte im Bereich Prävention nicht nur Empfehlungen aussprechen, sondern auch verbindliche Entscheidungen treffen sollten.
Ausbildungsplätze als Pflegefachkraft
Was kann der stationäre Pflegesektor darüber hinaus verbessern?
Darüber hinaus gibt es Maßnahmen, mit denen die stationäre Pflege im Vergleich zur ambulanten Pflege an Attraktivität gewinnen könnte. Dies sind unter anderem eine bessere Bezahlung, attraktivere Arbeitszeitmodelle und eine verlässlichere Planbarkeit der Dienste. Pflegende fordern bereits seit Jahren Nachbesserungen in allen genannten Punkten.
Ließen sie sich umsetzen, so könnten laut einer Studie aus 2021 etwa 300.000 bis 600.000 Pflegekräfte in Deutschland durch Aufstockung oder Rückkehr in den Beruf gewonnen werden. Der Großteil der damals befragten Pflegekräfte gab an, unter angemessenen Bedingungen eine Rückkehr oder Stundenerweiterung in ihrem bestehenden Arbeitsfeld zu erwägen. Dies betrifft vor allem den Bereich der stationären Pflege.
Fazit
Der Trend zur Abwanderung in die ambulante Pflege ist ein klares Signal für die Politik. Pflegende wollen mehr Verantwortung, Wertschätzung und bessere Rahmenbedingungen in ihrem Beruf. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels im Pflegesektor ist es jetzt an der Zeit, die Bedingungen für Pflegefachkräfte zu verbessern und die stationäre Pflege zukunftsfähig zu gestalten.
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- Berufswanderung von stationärer zu ambulanter Pflege zeigt wichtige politische Handlungsfelder auf, https://www.dbfk.de/... (Abrufdatum: 29.09.2025)
- Mehr Kompetenzen machen den Beruf attraktiv, https://www.dbfk.de/... (Abrufdatum: 29.09.2025)








