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Medikamente und Gewürze können auf komplexe Weise miteinander interagieren und zu Wechselwirkungen führen. Besonders, wenn man Gewürze in konzentrierter Form einnimmt – etwa in Nahrungsergänzungsmitteln, Tees oder Extrakten – können solche Wechselwirkungen auftreten.
Dieser Artikel erklärt, welche Gewürze zu Wechselwirkungen mit Medikamenten führen können, wie diese Effekte entstehen und worauf man achten sollte.
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Warum kann es zwischen Gewürzen und Medikamenten zu Wechselwirkungen kommen?
Gewürze enthalten eine Vielzahl bioaktiver Substanzen, die im Körper ähnliche Stoffwechselwege nutzen wie Medikamente. Dadurch können sie deren Wirkung verstärken, abschwächen oder Nebenwirkungen auslösen. Besonders betroffen sind Arzneimittel, die über die Leber abgebaut werden oder in den Blutkreislauf eingreifen – etwa Antikoagulanzien, Blutdrucksenker oder Antidepressiva.
Für gesunde Menschen, die Gewürze in üblichen Mengen in der Küche nutzen, besteht in der Regel kein Grund zur Sorge. Wer jedoch regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte bei Nahrungsergänzungsmitteln oder hoch dosierten Gewürzpräparaten Vorsicht walten lassen und im Zweifel Rücksprache mit dem Arzt oder in der Apotheke halten.
Wechselwirkungen – Diese Gewürze interagieren mit Medikamenten
Im Folgenden sind beliebte Gewürze zusammengestellt, die hinsichtlich Wechselwirkungen mit Medikamenten besonders relevant sind.
Zimt
Zimt enthält die Pflanzenstoffe Zimtaldehyd, Eugenol und Cumarin (sogenannte aromatische Phenylpropanoide), die für den typischen Geruch und das Aroma verantwortlich sind. Diese Stoffe wirken entzündungshemmend, blutzuckersenkend, antimikrobiell und antioxidativ.
Hohe Dosen von Cumarin können jedoch die Leber schädigen und die Wirkung von Antikoagulanzien verstärken, was das Risiko für Blutungen erhöht. Deshalb sollte man eher zum hochwertigeren Ceylon-Zimt greifen, der deutlich weniger Cumarin enthält als der günstigere Cassia-Zimt.
Wechselwirkungen sind auch mit Antidiabetika, Schmerzmitteln, Antidepressiva oder Chemotherapeutika möglich. Zudem kann Zimt bei empfindlichen Menschen Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden oder Hautreaktionen und sogar Allergien auslösen.
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Kurkuma
Der Hauptwirkstoff in Kurkuma ist der Farbstoff Curcumin, der für seine entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften bekannt ist. In hohen Dosen kann Curcumin allerdings Leberenzyme und damit die Wirkung vieler Medikamente beeinflussen – insbesondere die von Antidepressiva, Chemotherapeutika, Blutdruck- und Blutzuckermedikamenten.
Zudem wirkt Kurkuma leicht blutverdünnend, was die Effekte von Antikoagulanzien verstärken kann.
Ingwer
Ingwer gilt als bewährtes Hausmittel gegen Übelkeit, Erkältungen, Verdauungsbeschwerden sowie zur Stärkung des Immunsystems. Diese Effekte beruhen auf den enthaltenen Scharfstoffen Gingerol und Shogaol.
Um diese Wirkung zu erzielen, ist eine hoch dosierte und regelmäßige Anwendung empfohlen. Dies birgt jedoch ein Risiko für Neben- und Wechselwirkungen.
Hohe Dosen – etwa als konzentrierter Ingwer-Extrakt – können die Blutgerinnung hemmen und damit das Blutungsrisiko erhöhen, insbesondere in Kombination mit gerinnungshemmenden Medikamenten. Gelegentlich berichten empfindliche Personen auch über Verdauungsprobleme wie Sodbrennen oder Blähungen.
Knoblauch
Knoblauch enthält die Schwefelverbindung Allicin. Diese hat nachweislich einen blutdrucksenkenden Effekt. Auch auf die Cholesterin- und Blutzuckerwerte scheint sich Allicin positiv auszuwirken. Allerdings geht man nach aktueller Studienlage davon aus, dass diese Wirkungen nur bei der Einnahme hoch konzentrierter Extrakte, nicht aber bei der Verwendung von Knoblauchzehen als Gewürz eintreten.
Bei folgenden Medikamenten kann es dabei jedoch zu Wechselwirkungen kommen: Die Wirkung von Antikoagulanzien (insbesondere Warfarin) und blutdrucksenkenden Medikamenten kann verstärkt werden. Dadurch erhöht sich das Risiko für Blutungen bzw. der Blutdruck kann zu stark absinken. Hingegen kann die Wirkung einiger Arzneimittel, die gegen HIV-Infektionen eingesetzt werden, verringert werden.
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Süßholz
Süßholz – bekannt als Bestandteil von Lakritz oder als Gewürz – enthält das Saponin Glycyrrhizin, ein bitter schmeckender Pflanzenstoff. Wechselwirkungen bestehen mit einer Reihe von Medikamenten. Glycyrrhizin beeinflusst den Kaliumspiegel im Blut, was die Wirkung von Herzglykosiden (z. B. Digoxin) verändert.
Zudem wird die Ausscheidung von Salz und Wasser verringert, was Ödeme (Wassereinlagerungen) begünstigt und die Wirkung von Diuretika, Antihypertensiva und Warfarin herabsetzt. Auch die Wirksamkeit einiger Chemotherapeutika kann verringert sein. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass die Nebenwirkungen von Kortison und Antidepressiva aus der Gruppe der MAO-Hemmer durch die gleichzeitige Aufnahme von Lebensmitteln mit Süßholz verstärkt werden.
Selbst handelsübliches Lakritz kann bei regelmäßigem Verzehr spürbare unerwünschte Effekte haben. Personen, die Medikamente einnehmen müssen und Vorerkrankungen haben, sollten deshalb nicht übermäßig viel Süßholzprodukte zu sich nehmen und zur Sicherheit Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal halten.
Zusammenfassung
Gewürze bereichern jede Küche und sind in den meisten Fällen beim Gebrauch üblicher Mengen unbedenklich. Doch besonders in hoch konzentrierter Form sind Wechselwirkungen zwischen Gewürzen und Medikamenten möglich.
Am häufigsten betrifft dies Wirkstoffe zur Blutdrucksenkung und Gerinnungshemmung. Denn auch pflanzliche Inhaltsstoffe, die oft als „natürlich“ bezeichnet werden, sind pharmakologisch aktiv – sie können Nebenwirkungen haben und die Wirkung von Arzneimitteln zum Teil stärker beeinflussen, als man denkt.
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- Lakritze (Süßholz), https://www.msdmanuals.com/... (Abrufdatum: 13.10.2025)
- Knoblauch, https://www.msdmanuals.com/... (Abrufdatum: 13.10.2025)
- Ist Lakritz gesund oder ungesund?, https://www.aok.de/... (Abrufdatum: 13.10.2025)








